From today's point of view, the Victorian era seems to have been a paradoxical period in British
history. On the one hand it is a time of revolutionary inventions, rapid industrialisation and further
expansion of the Empire. On the other hand it is also a time, when a huge number of people lived in
poorest conditions and crime and prostitution were daily fare. What is commonly understood by the
term 'Victorian values' today – decency, chastity, diligence, godliness –, was not a common place
neither in the working class nor in high society. One may say that the strong notion of morality,
which was embodied most profoundly by the institution of marriage, was in fact systematically
trespassed by all social classes. Hypocrisy was considered to be the worst vice by Victorians and yet
it seems to have been prevalent by the end of the 19th century. It is also the late period of the
Victorian era that saw comedies mocking the rigid and yet inconsequent morality. Most prominent
plays are those by Oscar Wilde, but before we look closer at the way he satirised the Victorian
society, it is first helpful to examine some of the characteristics of that society, which play an
important role in his works.
The first aspect worth mentioning is the fact that Victorian England was a class society with strictly
defined roles of each class. The time is marked not only by the obvious dominance of the
aristocracy that became even richer due to industrial development (e.g. coal mines), but also by the
formation of a middle-class striving for profit and more power, which eventually led to so-called
Reform Act. On the other hand, however, there was a vast majority of poor workers, which caused
tremendous social problems and became also an important topic of English literature. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung in die viktorianische Ära und die Rolle der Moral
2. Die viktorianische Klassengesellschaft
3. Frauenrolle und die Institution der Ehe
4. Homosexualität und rechtliche Rahmenbedingungen
5. Oscar Wildes Stellung als Außenseiter in der Gesellschaft
6. Die Umkehrung viktorianischer Werte in Wildes Werken
7. Analyse von Ehe und Moral in Wildes Dramen und Romanen
8. Fazit zur Rebellionshaltung gegen viktorianische Konventionen
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht, wie Oscar Wilde in seinen literarischen Werken die starren viktorianischen Moralvorstellungen und sozialen Konventionen seiner Zeit satirisch dekonstruiert und hinterfragt.
- Darstellung der viktorianischen Klassengesellschaft und deren soziale Rollenverteilung.
- Analyse der Rolle der Frau und der ökonomischen Bedeutung der Institution Ehe.
- Untersuchung der rechtlichen und gesellschaftlichen Behandlung von Homosexualität.
- Kritische Betrachtung von Wildes Methode der Umkehrung und Subversion gängiger Moralbegriffe.
- Die literarische Verarbeitung von gesellschaftlicher Heuchelei in Wildes Dramen und seinem einzigen Roman.
Auszug aus dem Buch
Die Umkehrung viktorianischer Werte
Wilde is a master of reversing Victorian values into their opposite. For example he lets Algernon say the following words: “Lane's views on marriage seem somewhat lax. Really, if the lower orders don't set us a good example, what on earth is the use of them? They seem, as a class, to have absolutely no sense of moral responsibility”. The subversion of 'Victorian values' is clear: in English class-society it was the aristocracy which set the rules and conventions for other social spheres. Servants and butlers were certainly not expected to give a 'good example' to nobility.
On the other hand Wilde plays with straightforward stereotypes. For example Gwendolene answers Cecily in a direct way that since she has never seen a spade it must be obvious that their social spheres “have been widely different”. Another example can be seen in Wilde's only novel “The Picture of Dorian Gray”, where Lord Henry remarks that crime is a domain of low orders – it is for them what art is for high society. Considering the fact that Lord Henry corrupts Dorian and practically makes him a murderer, this statement must seem ludicrous.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung in die viktorianische Ära und die Rolle der Moral: Das Kapitel zeichnet das paradoxe Bild einer Ära, die trotz technologischen Fortschritts von extremer sozialer Ungleichheit und moralischer Heuchelei geprägt war.
2. Die viktorianische Klassengesellschaft: Hier wird die starre Hierarchie zwischen Aristokratie, aufstrebendem Bürgertum und der armen Arbeiterschicht beleuchtet.
3. Frauenrolle und die Institution der Ehe: Der Abschnitt erläutert die rechtlose Stellung der Frau und die Ehe als ökonomisches Instrument zur Existenzsicherung.
4. Homosexualität und rechtliche Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel thematisiert die strafrechtliche Verfolgung homosexueller Handlungen im 19. Jahrhundert.
5. Oscar Wildes Stellung als Außenseiter in der Gesellschaft: Wilde wird als irischer Außenseiter und Beobachter der High Society charakterisiert.
6. Die Umkehrung viktorianischer Werte in Wildes Werken: Hier wird analysiert, wie Wilde gesellschaftliche Konventionen durch gezielte Provokation und Rollenumkehr dekonstruiert.
7. Analyse von Ehe und Moral in Wildes Dramen und Romanen: Fokus auf die Kritik an der Heuchelei innerhalb der Institution Ehe, beispielhaft an Stücken wie „Lady Windermere's Fan“.
8. Fazit zur Rebellionshaltung gegen viktorianische Konventionen: Die Arbeit schließt mit einer Einordnung von Wildes Rolle als kritischer Geist und Rebell seiner Zeit.
Schlüsselwörter
Viktorianische Ära, Oscar Wilde, Moral, Heuchelei, Klassengesellschaft, Frauenrolle, Ehe, Homosexualität, Gesellschaftskritik, Satire, Literaturanalyse, Soziale Konventionen, Viktorianische Werte, Subversion, Rebellion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse viktorianischer Werte und deren Reflexion in den literarischen Werken von Oscar Wilde.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf dem britischen Klassensystem, der rechtlichen und sozialen Rolle der Frau, der Institution der Ehe sowie dem gesellschaftlichen Umgang mit Homosexualität.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Wilde durch literarische Mittel die Heuchelei und die starren Konventionen der viktorianischen Gesellschaft entlarvte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse von Wildes Texten vor dem Hintergrund der historischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten des 19. Jahrhunderts durchgeführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung von Wildes Werken in Bezug auf soziale Schichten, die Darstellung von Eheverhältnissen und die subtile Kritik an moralischen Doppelmoralen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die wichtigsten Begriffe sind Viktorianische Ära, Moral, Heuchelei, Klassengesellschaft, Ehe, Literaturkritik und Rebellion.
Wie verarbeitet Wilde die Institution der Ehe in seinen Stücken?
Wilde stellt die Ehe oft als ökonomische Notwendigkeit oder Farce dar und zeigt die damit verbundene Doppelmoral auf.
Inwieweit beeinflusste Wildes eigene Biografie seine literarische Kritik?
Als Außenseiter und durch seine Erfahrungen mit dem britischen Rechtssystem (Stichwort: Prozesse wegen Homosexualität) entwickelte Wilde einen scharfen Blick für die gesellschaftliche Heuchelei.
- Citar trabajo
- M.A. Adam Galamaga (Autor), 2012, Victorian Values as Reflected in the Writings of Oscar Wilde, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/208347