Nationale und Internationale Geschichte der Tabakregulierung


Seminararbeit, 2012
30 Seiten, Note: 14

Leseprobe

Gliederung

A I Einleitung
A II Entdeckung der Tabakpflanze zu Beginn der Neuzeit und Globalisierungsprozess

B Historische Entwicklung von Rauchverbot und Tabakbesteuerung in der Neuzeit
B I Maßnahmen im Europa der frühen Neuzeit
B I 1 Frühneuzeitliche Tabakkonsumverbote
B I 1a König James I. von England: A Counterblaste to Tobacco - Signalwirkung seines Pamphlets
B I 1b Die Genese der Tabakpolitik frühneuzeitlicher Europäischer Obrigkeiten am Beispiel
des Kantons Bern, 1659 – 1739
B I 1c Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges auf die Tabakkonsumverbote
B I 2 Tabakbesteuerung
B I 2a Tabakbesteuerung und Tabakmonopole als fiskalische Einnahmequelle im 7 frühneuzeitlichen Europa
B I 2b Tabakbesteuerung und -monopole im frühneuzeitlichen Deutschland
B II Europäische Tabakregulierung in der Napoleonischen Periode bis Mitte des 19. Jh.
B II 1 Erlasse gegen das Rauchen zur Zeit der Französischen Revolution in Preußen
B II 2 Entwicklung der Tabaksteuer in den deutschen Einzelstaaten im 19. Jh.
B III Entwicklung der Tabak- und Zigarettenbesteuerung im Deutschen Reich und der Weimarer Republik
B III 1 Entwicklung der Tabaksteuer im Deutschen Reich und Erfindung der Zigarettensteuer
B III 1a Monopolisierungsbestrebungen Bismarcks
B III 1b Entwicklung eines Zigarettensteuergesetzes
B III 2 Neuordnung des Tabaksteuerrechts in der Weimarer Republik
B IV Tabakregulierung in Deutschland zur Zeit des Nationalsozialismus
B IV 1 Maßnahmen gegen den Tabakkonsum durch die Nationalsozialisten
B IV 2 Tabaksteuerrecht im Dritten Reich bis Beginn der Besatzungszeit
B V Tabakregulierung in den Vereinigten Staaten bis Mitte des 20. Jh.
B V 1 Frühe Tabakkonsumverbote
B V 2 Tabaksteuergesetzgebung in den Vereinigten Staaten bis Mitte des 20. Jh.
B VI Die Entwicklung der Tabakregulierung seit 1945
B VI 1 Bundesrepublik Deutschland
B VI 1a Die Entwicklung des Tabaksteuerrechts in der BRD
B VI 1b Nichtsteuerliche Tabakregulierung in der BRD
B VI 1c Nichtraucherschutz in der Bundesrepublik Deutschland
B VI 2 Tabakregulierung auf internationaler und europäischer Ebene
B VI 3 Tabakregulierung in den USA

C Schlussbemerkung und Ausblick

Literaturverzeichnis

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A I Einleitung

Tabakkonsum ist als wichtigste Ursache vermeidbarer Todesfälle in der Europäischen Union jährlich für rund 650 000 vorzeitige Todesfälle verantwortlich. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ging 2011 davon aus, dass weltweit in diesem Jahr fast sechs Millionen Menschen an den Folgen von Tabakkonsum sterben würden.[1] In Deutschland sterben außerdem jährlich mehr als 3300 Nichtraucher[2] an den Folgen des Passivrauchens.[3]

Trotz solcher Zahlen betrug der Anteil der Raucher an der deutschen Gesamtbevölkerung im Jahr 2005 etwa 30,1 %.[4] Tabakgenuss birgt also allgemein bekanntermaßen einerseits für den Konsumenten, und im Falle des Tabakrauchens[5] auch für unbeteiligte Dritte, ernstzunehmende gesundheitliche Risiken, ist aber andererseits in weiten Teilen der Gesellschaft etabliert und, von der drittschädigenden Wirkung einmal abgesehen, wohl auch weitestgehend toleriert.

Auf den ersten Blick muss dies paradox anmuten, allerdings verknüpft die allgemeine gesellschaftliche Sicht mit dem Rauchen nicht nur negative Aspekte. So gilt Rauchen z.B. als kommunikativ, seitens der Medizin ist auch eine körpergewichtsreduzierende und stimmungsverbessernde Wirkung durch Tabakkonsum anerkannt.[6] Dass Tabakkonsum aus dem Alltagsbild kaum wegzudenken ist, dürfte aber zum Großteil an der jahrhundertealten Tradition des Rauchens liegen. Selbst in der höchstrichterlichen deutschen Rechtsprechung wird stellenweise ein grundsätzliches Recht des Rauchers auf den Konsum von Tabak als kultureller Bestandteil unserer Gesellschaft wahrgenommen. In der Darlegung seiner Gegenmeinung zu einem Urteil des BVerfG zum Nichtraucherschutz in Gaststätten, schreibt etwa BVR Masing: „Auch wenn der Tabakkonsum überaus gesundheitsschädlich und der Genuss von Tabak wie der Genuss jeder Droge unvernünftig ist und auch wenn er einen großen Teil der Raucher in bedrückende Abhängigkeit bringt, so ändert das nichts daran, dass er als Bestandteil unserer Kultur von der allgemeinen Handlungsfreiheit geschützt ist.“[7]

In Anbetracht der mit ihm einherschreitenden Gefahren ist evident, dass der Umgang mit Tabak seitens des Gesetzgebers kontrolliert werden muss. Wie weit staatliche Regulierungsmechanismen dabei gehen dürfen und ab welchem Punkt das erforderliche Maß notwendiger Eingriffe überschritten ist, so dass sich der Gesetzgeber in den Bereich von paternalistischer Bevormundung begibt, ist naturgemäß zwischen Gegnern und Befürwortern des Tabakkonsums stark umstritten. Ein weiterer von staatlicher Seite zu berücksichtigender Aspekt, sind die enormen Steuereinnahmen, die durch den Tabakkonsum generiert werden. Die Tabaksteuer ist nach der Energiesteuer die ertragreichste besondere Verbrauchssteuer.[8]

Die Tabakregulierung ist dementsprechend seit ihrer ersten Stunde ein Produkt von Abwägungen zwischen gesetzlichem Eingriff und zugestandener Selbstbestimmung, und zwischen Kosten und Nutzen der Billigung des Tabakkonsums.

Die vorliegende Arbeit stellt die geschichtliche Entwicklung der Tabakregulierung vor allem in nationaler aber auch internationaler Hinsicht chronologisch seit der Entdeckung der Tabakpflanze bis heute dar, wobei sich die Darstellung internationaler Tabakregulierung auf Europa und die Vereinigten Staaten richtet. Die Arbeit versteht sich dabei freilich nicht als abschließende Aufzählung sämtlicher national oder international verabschiedeter Tabakregulierungsgesetze, vielmehr vermittelt sie anhand wichtiger Beispiele einen Überblick darüber, inwiefern sich die obrigkeitlichen Reaktionen auf die Tabakbegeisterung des Volkes in Form von Gesetzgebungen und deren jeweils zugrundeliegenden Intentionen im Laufe der Zeit verändert haben, und wie die Tabakregulierung zu ihrem Status quo gelangt ist.[9]

Im Verhältnis ausführlicher als die frühen Maßnahmen der Neuzeit wird die Tabaksituation im Dritten Reich und die Entwicklung der steuerlichen Regulierung in der BRD dargelegt, bevor die Arbeit nach einem kurzen Abriss der europaweiten Regulierung und der Situation in den USA in der zweiten Hälfte des 20. Jh. abschließt.

A II Entdeckung der Tabakpflanze zu Beginn der Neuzeit und Globalisierungsprozess

Entgegen einer untergeordneten Ansicht[10], schritt nach einhelligem Forschungsstand die Entdeckung des Tabaks[11] durch die alte Welt mit der Entdeckung Amerikas einher[12]: Der erste Kontakt eines Europäers mit der Pflanze erfolgte durch Christopher Kolumbus, als dieser am 15.10.1492 von einem Indianer ein Bündel getrockneter Tabakblätter geschenkt bekam.[13]

Die gezielte Suche der Spanier nach neuen Heilkräutern in den entdeckten Gebieten[14] sowie die mannigfaltigen, von den Ureinwohnern erlernten Anwendungs- und Verabreichungsmöglichkeiten des Tabaks[15], führten von diesem Zeitpunkt an zu einer bemerkenswert schnellen Adaption des Tabakkonsums durch die spanischen Kolonialisten. Tabak wurde von Nord- und Mittelamerika nach Europa überführt und binnen 100 - 120 Jahren von Reisenden, Seeleuten und Soldaten in der gesamten damals bekannten Welt verteilt.[16] Weniger als ein halbes Jahrhundert nach der Kontaktaufnahme durch Kolumbus mit der Pflanze, findet sich etwa in den Unterlagen eines Lissabonner Gerichts die erste offizielle Erwähnung von Tabak in Europa.[17] Anerkannt als wirksame Heilpflanze gegen eine Vielzahl an Beschwerden[18] wurde Tabak 1570 bereits in Belgien, Spanien, Italien, der Schweiz und in England[19] kultiviert, gegen Ende des 16. Jahrhunderts auch in Indien, Java, Japan, West Afrika, auf den Philippinen und in China.[20]

Wie schon bei den amerikanischen Ureinwohnern, erfüllte dabei der Tabak weltweit fast von Beginn seiner Entdeckung an[21] neben dem Einsatz als Heilmittel auch die profanere Rolle eines Konsumguts in Form eines Genuss- und Rauschmittels.[22] Der hedonistische Anstrich, den sich der Raucher durch das Streben nach der entspannenden Wirkung des Nikotins verlieh[23], das Erscheinungsbild des Rauchenden in Form eines Nebelschwaden ausstoßenden Menschen[24], die Geruchsentwicklung und nicht zuletzt die Angst vor Brandgefahr[25] führten neben anderen, weniger vorherrschenden Gründen dazu, dass Tabakkonsum im Allgemeinen, vor allem aber das Rauchen, von der ersten Stunde an in der gesellschaftlichen Rezeption und seitens der Obrigkeiten zu Kontroversen darüber führte, wie mit dem Konsum umzugehen und wie er zu regeln sei. Die Spaltung der Gesellschaft in Tabakgegner und -befürworter hat quasi eine über 500-jährige Tradition.

[...]


[1] Pressemitteilung der Europäischen Kommission vom 27. Juli 2011: „Tabakerzeugnisse: 85.000 Antworten auf Konsultation – Bericht der Kommission wird veröffentlicht.“

[2] Pötschke-Langer/Kahnert/Mons/ua., Tabakatlas Deutschland 2009, S. 48.

[3] Der Begriff „Passivrauchen“ bezeichnet das Einatmen von Tabakrauch aus der Raumluft. – Ebd.

[4] Pötschke-Langer/Kahnert/Mons/ua., a.a.O., S. 31.

[5] Die Begriffe „Tabakkonsum“ und „Tabakrauchen“ dürfen zwar nicht synonym verstanden werden, Zigaretten stellen aber mit 96% den weltweit absolut überwiegenden Anteil am gesamten Tabakkonsum dar. Noch nicht eingerechnet sind hier Zigarren, Zigarillos, Pfeifentabak und Wasserpfeifentabak. Rauchlose Tabakprodukte spielen also eine stark untergeordnete Rolle im weltweiten Tabakkonsum. – Pötschke-Langer/Kahnert/Mons/ua., a.a.O., S. 12, 13.

[6] Musk/De Klerk, Respirology, 2003, Heft 8, S. 289.

[7] BVerfGE, 121, 317 (387)

[8] Die Einnahmen aus der Tabaksteuer betrugen im Jahr 2011 rund 14,4 Mrd. Euro – Statistisches Bundesamt, Absatz von Tabakwaren, 2011, Tabelle 1.4, S. 14.; Der deutsche Tabakmarktwert stieg im Jahr 2010 um 2,9 % auf etwa $ 38,6 Mrd. – Datamonitor, Industry Profile: Tobacco in Germany 2011, S. 2.

[9] Zur umfangreichen Auseinandersetzung mit der Geschichte des Rauchens im Allgemeinen empfiehlt sich Conte Corti: Geschichte des Rauchen, Die trockene Trunkenheit, und Goodman: Tobacco in History, The cultures of dependence.

[10] Balabanova, Antike Welt, 1994, S. 282 ff.

[11] Als „Tabak“ werden die Arten Nicotiana tabacum und Nicotiana rustica bezeichnet, die in Form verschiedener Sorten weltweit kultiviert werden. Der Gattungsname ist nach dem franz. Diplomaten Jean Nicot (1530 - 1600) gewählt, der selbst als einer der ersten Europäer Tabak anbaute. – Hiller/Bickerich, Arznei- und Giftpflanzen, S. 154.

[12] Menninger, Genuss im kulturellen Wandel, I.2.1., S. 69.

[13] Goodman, Tobacco in History, Part I 3, S. 37.

[14] ebd.

[15] Vorwiegende Konsumformen waren das Tabakrauchen, -schnupfen, -kauen und -trinken, wobei das Rauchen unter den Ureinwohnern am verbreitetsten war. Medizinisch wurde in entsprechend hoher Dosierung vor allem die beruhigende und antiseptische Wirkung genutzt. – Menninger, a.a.O., I.2.1., S. 69, 71.

[16] Zimmermann, Die Tabaksteuer, II.3.1., S. 12.

[17] Goodman, a.a.O., Part I 3, S. 37.; Zur Geschwindigkeit der Verbreitung des Tabaks: Der in Lissabon tätige Tabakenthusiast Nicot trug auf diplomatischem Wege zur Verbreitung des Tabaks zwischen Portugal und Frankreich um 1560 bei, der päpstliche Nuntius Kardinal Prospero di Santa Croce versandte Tabak 1561 vom portugiesischen Hof nach Rom, 1565 erhielt der Augsburger Stadtphysiker Occo Tabakblätter vom französischen Hof und sandte diese weiter in die Schweiz zu befreundeten Kollegen. – Menninger, a.a.O., II.3.2., S. 154 f.

[18] Goodman, a.a.O., Part I 3, S. 44.

[19] Die Briten kamen erstmals durch Plünderungen spanischer Schiffe in den Kontakt mit Tabak. – Musk/De Klerk, a.a.O., S. 287.

[20] Von China aus erfolgte die Weiterverbreitung in die Mongolei sowie nach Sibirien. – Goodman, a.a.O., Part I 3, S. 37.

[21] Zwar wurde die Tabakpflanze in Europa zunächst eher als Zier- und Heilpflanze angesehen, doch noch im 16. Jh. begann sich der Tabakgenuss durchzusetzen. – Ueltzhöffer, Die staatliche Einflussnahme auf den Tabakkonsum von Kindern und Jugendlichen in Deutschland, 1.1., S. 5, 6; Das älteste Zeugnis über das Rauchen in Deutschland stammt von einem Franziskanermönch aus dem Jahr 1587: „Die Soldatt außm spanischen lant stoltzyren allhiero umher und fressen feuer zambt deme rauch und daß domp vollk obwundert sich schier“ – Zitiert nach: Conte Corti, Geschichte des Rauchens, S. 99.

[22] Menninger, a.a.O.., I.2.1., S. 72.

[23] Proctor, Blitzkrieg gegen das Rauchen, S. 203.

[24] Hier lag die Assoziation zu Höllenqualm und Teufel nicht sehr fern. – Wippersberg, Der Krieg gegen die Raucher, S. 39.

[25] Proctor, a.a.O., S. 203.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Nationale und Internationale Geschichte der Tabakregulierung
Hochschule
Universität Augsburg
Veranstaltung
Seminar: Tabakproduktion, -distribution und -konsumtion als Regelungsgegenstand des deutschen, europäischen und internationalen Rechts
Note
14
Autor
Jahr
2012
Seiten
30
Katalognummer
V208391
ISBN (eBook)
9783656358374
ISBN (Buch)
9783656358749
Dateigröße
516 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
nationale, internationale, geschichte, tabakregulierung
Arbeit zitieren
Tobias Wagner (Autor), 2012, Nationale und Internationale Geschichte der Tabakregulierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/208391

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