Identitäten und Rollenkonstruktionen, Transformationen und Selbstrepräsentationen - prägende Schlüsselbegriffe, die einem die Türen der Methodiken der Kunst öffnen können. Durch alle Spielarten des Kunstbetriebes ziehen sich diese Begrifflichkeiten, wie ein roter Faden in den Lebenslinien der Protagonisten. Ob im literarischen, visuellen oder darstellenden Werk - die „Verkleidung“, das Übernehmen von Rollen ist oft Bestandteil der schöpferischen Arbeit und zum Teil auch darüber hinaus.
Das „darüber hinaus“ ist bedingt vom „gesehen werden“. Es ist weniger ein temporärer Performancegedanke als künstlerische Praxis, sondern vielmehr das Streben nach Identitätenfindung im Prozess einer ständigen Transformation. Keine bloße Rollenaneignung, geschweige eine vorhersehbare Selbstdarstellung auf Basis verbreiteter Gesellschaftserwartungen. Es geht vielmehr, um die Repräsentation des Selbst, in potentia, mannigfaltiger Weise, jedes Mal auf ein Neues.
Die Genese künstlicher und künstlerischer Identitäten aus einem Subjekt heraus und auf das Selbige projiziert, geprägt durch den Prozess der Transformation - erzeugt Vielschichtigkeit. Die Überlagerung des Selbst erzeugt einerseits Verstärkungen in der Wahrnehmung des Subjekts, sorgt durch Verschiebungen ebenso für Unklarheiten.
Die Erschaffung, im Sinne einer Repräsentation in actu, des Selbst als ein Kunstwerk spielt mit dem Erkenntnisgewinn über die wahre Identität - sofern es diese gibt - schafft den Nährboden für die Entstehung von Mythen.
Die Abstraktion, die sich selbst als Marionette der eigenen Manipulation betrachtet, ist Karl Lagerfeld. Als „König der Mode“ wird er überschwänglich von der Boulevard-Presse weltweit gefeiert und in seiner Selbstrepräsentation ist er sich der Erscheinung als Modezar durchaus bewusst. Der Begriff der Selbstrepräsentation soll an verschiedenen Entwürfen der Personenwahrnehmung Lagerfelds erörtert werden. Die vorherrschende Kluft in der Definition zwischen dem Selbst und dem Subjekt soll, wenn möglich in der Erarbeitung zu Gunsten der Transformationsanalyse nicht abgedeckt werden. Der Fokus wird sich auf die Details der Transformationen und ihre Spezifika in der Wirkung konzentrieren. Es sind vielmehr Entwürfe, aus der Perspektive den Transformator „Lagerfeld“ sichtbar zu machen, aufzuweisen und die Mechanismen der Wandlung zu identifizieren.
Inhaltsverzeichnis
Leitgedanken
Einleitung
Lebenswege
Ansätze der Selbstsrepräsentation
Abschlussgedanken
Bibliographie
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Hausarbeit untersucht die Mechanismen künstlerischer Selbstrepräsentation am Beispiel von Karl Lagerfeld. Ziel ist es, die Transformationen seiner Personenwahrnehmung über Jahrzehnte hinweg zu analysieren und aufzuzeigen, wie Lagerfeld sein Selbst als stetiges Werk inszeniert, um sich den Erwartungen der Öffentlichkeit zu entziehen und gleichzeitig als Ikone präsent zu bleiben.
- Analyse der Identitätskonstruktion und Transformation im Modekontext.
- Untersuchung der Wechselwirkung zwischen öffentlicher Inszenierung und privatem Selbst.
- Betrachtung von Lagerfelds Biografie unter dem Aspekt der Mythenbildung.
- Anwendung von Foucaults "Künsten der Existenz" auf das Subjekt Lagerfeld.
Auszug aus dem Buch
Einleitung
„Ich bin eine Abstraktion. Eine Marionette, die von mir selbst manipuliert wird. Will ich auch so sein. Ich habe mit irdischen Problemen wenig zu tun.“
Die Abstraktion, die sich selbst als Marionette der eigenen Manipulation betrachtet, ist Karl Lagerfeld. Als „König der Mode“ wird er überschwänglich von der Boulevard-Presse weltweit gefeiert und in seiner Selbstrepräsentation ist er sich der Erscheinung als Modezar durchaus bewusst. Der Begriff der Selbstrepräsentation soll an verschiedenen Entwürfen der Personenwahrnehmung Lagerfelds erörtert werden. Die vor- herrschende Kluft in der Definition zwischen dem Selbst und dem Subjekt soll, wenn möglich in der Erarbeitung zu Gunsten der Transformationsanalyse nicht abgedeckt werden. Der Fokus wird sich auf die Details der Transformationen und ihre Spezifika in der Wirkung konzentrieren. Es sind vielmehr Entwürfe, aus der Perspektive den Transformator „Lagerfeld“ sichtbar zu machen, aufzuweisen und die Mechanismen der Wandlung zu identifizieren.
Zusammenfassung der Kapitel
Leitgedanken: Dieser Abschnitt führt in die zentralen Begriffe Identität, Rollenkonstruktion und Transformation ein und verortet sie im künstlerischen sowie persönlichen Kontext von Karl Lagerfeld.
Einleitung: Das Kapitel definiert den Rahmen der Arbeit, indem es Lagerfeld als inszeniertes Subjekt betrachtet und die methodische Herangehensweise zur Analyse seiner Selbsttransformation vorstellt.
Lebenswege: Hier wird die Biografie Lagerfelds beleuchtet, wobei der Fokus auf der bewussten Konstruktion seiner Lebensgeschichte und der Rolle von Dokumenten und Mythenbildung liegt.
Ansätze der Selbstsrepräsentation: Dieses Kapitel analysiert Lagerfelds Strategien der Selbstdarstellung, insbesondere im Kontext seiner Rolle als "Superstar" und der Nutzung medialer Aufmerksamkeit.
Abschlussgedanken: Die Arbeit resümiert, dass Lagerfelds Selbstrepräsentation eine ständige Abkehr von vergangenen Identitäten darstellt, um im "Hier und Jetzt" als permanente Neuerfindung präsent zu bleiben.
Bibliographie: Dieses Verzeichnis listet sämtliche verwendete Literatur, Quellen und filmografische Angaben auf, die für die Untersuchung herangezogen wurden.
Schlüsselwörter
Karl Lagerfeld, Selbstrepräsentation, Transformation, Identitätskonstruktion, Mode, Subjektkonstitution, Inszenierung, Mythos, Biografie, Ästhetik, Medien, Performance, Modezar, Rollenbild, Selbst.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die künstlerische und mediale Selbstrepräsentation von Karl Lagerfeld als Prozess der ständigen Identitätstransformation.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder sind die Konstruktion von Identität, die Rolle der Transformation in der Biografie sowie die Inszenierung des Selbst als künstlerisches Werk.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Mechanismen der Personenwahrnehmung und Wandlung bei Karl Lagerfeld zu identifizieren und zu verstehen, wie er das Bild seiner selbst als "Kunstwerk" steuert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine analytische Herangehensweise gewählt, die Theorien (u.a. von Michel Foucault und Diedrich Diederichsen) mit biografischen Daten und einer Analyse der öffentlichen Inszenierung verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Biografie (Lebenswege), die Analyse der Inszenierungsansätze und die Dekonstruktion des Mythenbildungsprozesses um das Subjekt Lagerfeld.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind Transformation, Selbstrepräsentation, Identitätskonstruktion, Inszenierung, Mythos und Ästhetik.
Welche Bedeutung spielt die "Abstraktion" in Lagerfelds Selbstverständnis laut der Einleitung?
Lagerfeld nutzt die Abstraktion als Methode, um sich als "Marionette" seiner selbst zu betrachten, was ihm ermöglicht, eine steuerbare Identität jenseits "irdischer Probleme" zu erschaffen.
Wie bewertet der Autor die Rolle der Presse in Lagerfelds Selbstrepräsentation?
Die Presse fungiert als wichtiges Instrument, das Lagerfelds Geschichten reproduziert und recycelt, wodurch sie aktiv an der Legendenbildung und der Transformation seiner Erscheinung mitwirkt.
- Citation du texte
- Wilkin Schröder (Auteur), 2011, "Transform yourself!" Entwürfe künstlerischer Selbstrepräsentation am Beispiel von Karl Lagerfeld, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/208419