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Vollzeitpflege als Hilfe zur Erziehung

Welche Chancen bietet das Aufwachsen eines Kindes in einer Pflegefamilie? Eine Betrachtung im Hinblick auf den Familienbegriff

Title: Vollzeitpflege als Hilfe zur Erziehung

Term Paper , 2013 , 14 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Zeynep Ören (Author)

Pedagogy - Family Education
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Der deutsche Staat hat den Schutzauftrag, Kinder zu schützen und das Recht bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung in den privaten Raum der Familie einzugreifen. Eine mögliche Intervention ist die Fremdunterbringung der Kinder in Pflegefamilien. Im Jahr 2005 befanden sich in Deutschland ca. 50.000 Kinder in Pflegefamilien, weil die leiblichen Eltern die notwendige Erziehung und Versorgung des Kindes nicht leisten können oder wollen.
Hinzukommt, dass der Staat weiterhin beauftragt ist, das Kindeswohl auch innerhalb der Pflegefamilie zu schützen. Die Vollzeitpflege stellt eine große Herausforderung für die aufnehmende Pflegefamilie dar, denn sie ist für die weitere Entwicklung des Kindes verantwortlich.
Aus sozialpädagogischer Sicht ist es deshalb wichtig, zu fragen, welche Chancen das Aufwachsen eines Kindes in einer Pflegefamilie im Vergleich zu der Herkunftsfamilie bietet?
Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit der obigen Fragestellung im Hinblick auf den Familienbegriff.
Zu Beginn wird versucht den Begriff „Familie“ zu definieren.
Der zweite Abschnitt handelt von dem Spannungsfeld zwischen Elternrecht und dem Schutzauftrag des Staates. Hierbei sollen die Rechte und Pflichten der Eltern auf der einen Seite und die Rechte und Pflichten des Staates auf der anderen Seite aufgezeigt werden.
Anschließend widmet sich die Hausarbeit der Vollzeitpflege als „Hilfe zur Erziehung“. Dieser Abschnitt ist in vier Unterpunkte aufgeteilt. Der erste Punkt beschreibt die Pflegefamilie und ihre Herausforderung bei der Entscheidung ein Kind aufzunehmen. Im nächsten Punkt werden das Kind und seine Entwicklung in einer Pflegefamilie näher beleuchtet. Der letzte Punkt erklärt die Aufgaben des Jugendamtes innerhalb des Hilfeplans.
Abschließend folgt ein Resümee mit Ausblick auf die Zukunft des Pflegekinderwesens.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Familie

2.1 Definition

3. Staat und Familie

3.1 Elternpflichten und Kinderrechte

4. Hilfe zur Erziehung - Vollzeitpflege

4.1 Die Pflegefamilie als Form der Vollzeitpflege

4.2 Die Pflegefamilie und ihre Herausforderung

4.3 Das Kind und seine Entwicklung

4.4 Das Jugendamt und seine Aufgabe

5. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Chancen, die das Aufwachsen in einer Pflegefamilie für Kinder bietet, wobei der Fokus auf einer kritischen Auseinandersetzung mit dem traditionellen Familienbegriff liegt. Es wird analysiert, inwiefern Pflegefamilien als alternatives Beziehungssystem eine förderliche Umgebung für die kindliche Entwicklung darstellen können.

  • Definition und Wandel des Familienbegriffs aus soziologischer, rechtlicher und psychologischer Sicht
  • Das Spannungsfeld zwischen staatlichem Schutzauftrag und elterlichem Erziehungsrecht
  • Die Vollzeitpflege als spezifische Form der „Hilfe zur Erziehung“ nach SGB VIII
  • Herausforderungen für Pflegefamilien und Anforderungen an eine professionelle Vorbereitung
  • Die Bedeutung von Bindungsaufbau und Identitätsentwicklung für Pflegekinder
  • Die Rolle des Jugendamtes in der Begleitung und Kontrolle des Pflegeverhältnisses

Auszug aus dem Buch

4.3 Das Kind und seine Entwicklung

Im Mittelpunkt der Hilfe zur Erziehung der Kinder- und Jugendhilfe steht nach wie vor das Wohl des Kindes. Folglich ist es von großer Bedeutung die Zukunft des Kindes so zu gestalten, dass eine weitere förderliche Entwicklung gewährleistet ist.

Die Psychologen Westermanm und Nienstedt haben festgestellt, dass die Trennung von den leiblichen Eltern und die Integration in eine Pflegefamilie vielen Kindern die Chance bietet, traumatische Erfahrungen zu bewältigen. Nutzt ein Kind die Beziehungen zu den »neuen« Eltern als Übertragungsbeziehung wie in einer therapeutischen Beziehung, so können frühere Erfahrungen korrigiert und befriedigende Eltern-Kind-Beziehungen entwickelt werden. Diese Auffassung bestätigt ebenfalls die eingangs genannte psychologische Definition der Familie, indem die Qualität eines „intimen Beziehungssystems“ eine größere Rolle spielt als der Grad der Verwandtschaft.

So ist auch Gruen, ein schweizerischer Psychoanalytiker, der Meinung, dass in der frühen Kindheit eine Chance für das Kind ist, noch einmal Bindungen zu sozialen Eltern zu finden: „Es ist die Qualität der Beziehung zwischen Kind und Eltern, die erst jene Grundlage schafft, welche Identität ermöglichen – oder auch nicht. Identität kommt gar nicht zustande, wenn diese Grundlagen nicht hergestellt werden. Dadurch ist aber auch die Möglichkeit gegeben, dass Kinder einen Neubeginn für sich schaffen können, gerade weil keine wahre Identität zustande kam, vorausgesetzt, dass eine auf sie eingehende Umgebung gesichert werden kann“ (Ertmer, H.: 3).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die gesetzliche Problematik der Kindeswohlgefährdung ein und stellt die zentrale Frage nach den Entwicklungschancen in Pflegefamilien im Vergleich zur Herkunftsfamilie.

2. Familie: Dieses Kapitel definiert Familie aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven und verdeutlicht, dass Familie als dynamisches Konstrukt und nicht nur als biologische Verwandtschaft zu verstehen ist.

3. Staat und Familie: Hier wird das Spannungsfeld zwischen dem staatlichen Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung und den natürlichen Rechten und Pflichten der Eltern beleuchtet.

4. Hilfe zur Erziehung - Vollzeitpflege: Dieser Abschnitt analysiert die Pflegefamilie als Leistungsangebot der Jugendhilfe, inklusive der Anforderungen an Pflegeeltern, der kindlichen Entwicklungschancen und der Aufgaben des Jugendamtes.

5. Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass Vollzeitpflege trotz der Herausforderungen einer „geteilten Elternschaft“ eine große Chance für eine kindgerechte Entwicklung bietet.

Schlüsselwörter

Vollzeitpflege, Hilfe zur Erziehung, Pflegefamilie, Familienbegriff, Kindeswohl, Jugendamt, Bindungsentwicklung, Identitätsfindung, SGB VIII, Herkunftsfamilie, Kindeswohlgefährdung, Sozialisation, Erziehungsverantwortung, Elternrecht, Pflegekinderwesen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Vollzeitpflege als Form der „Hilfe zur Erziehung“ und untersucht, welche Chancen Pflegekinder in diesem Umfeld haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der rechtliche und soziologische Familienbegriff, die rechtlichen Grundlagen des SGB VIII sowie die psychologischen Aspekte der Kindesentwicklung in Pflegefamilien.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, welche Chancen das Aufwachsen in einer Pflegefamilie bietet und wie dies den herkömmlichen Familienbegriff in Frage stellt.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Hausarbeit, die auf einer Literaturanalyse aktueller sozialpädagogischer und rechtlicher Fachquellen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung von Familie, die Analyse staatlicher Eingriffsbefugnisse, die Erläuterung der Vollzeitpflege sowie die kindliche Entwicklung und Aufgaben des Jugendamtes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Vollzeitpflege, Kindeswohl, Familienbegriff, Bindungsentwicklung und Jugendhilfe.

Welche Bedeutung hat der „psychologische Familienbegriff“ in der Arbeit?

Dieser Begriff ist zentral, da er zeigt, dass Qualität der Beziehung wichtiger als biologische Verwandtschaft ist, was die Legitimation der Pflegefamilie stärkt.

Warum wird die Rolle des Jugendamtes kritisch hinterfragt?

Das Jugendamt hat eine wichtige Kontrollfunktion inne, die auch nach der Vermittlung des Kindes bestehen bleiben muss, um den Schutz des Kindeswohls dauerhaft zu gewährleisten.

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Details

Title
Vollzeitpflege als Hilfe zur Erziehung
Subtitle
Welche Chancen bietet das Aufwachsen eines Kindes in einer Pflegefamilie? Eine Betrachtung im Hinblick auf den Familienbegriff
College
Free University of Berlin
Grade
1,7
Author
Zeynep Ören (Author)
Publication Year
2013
Pages
14
Catalog Number
V208442
ISBN (eBook)
9783656358022
ISBN (Book)
9783656361237
Language
German
Tags
vollzeitpflege hilfe erziehung welche chancen aufwachsen kindes pflegefamilie eine betrachtung hinblick familienbegriff
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Zeynep Ören (Author), 2013, Vollzeitpflege als Hilfe zur Erziehung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/208442
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