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Friedrich Dürrenmatt - Das Versprechen. Fall durch Zufall? Charakterisierung der Hauptfigur Kommissar Matthäi

Titel: Friedrich Dürrenmatt - Das Versprechen. Fall durch Zufall? Charakterisierung der Hauptfigur Kommissar Matthäi

Seminararbeit , 2001 , 18 Seiten , Note: 2

Autor:in: Marina Bock (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Ich möchte in meiner Hausarbeit im Rahmen des Seminars ,,Verbrechen und Verbrecher in der deutschen Literatur des 18. bis 20. Jahrhunderts" mit einer Charakterisierung der Hauptfigur ihre Entwicklung darstellen und aufzeigen, welche zufälligen Geschehnisse Wendungen in ihrem Leben hervorgerufen haben.

,,Das Versprechen" trägt den Untertitel ,,Requiem auf den Kriminalroman" - Requiem wird in der Encarta Enzyklopädie wie folgt definiert: ,,Messe, bei der man für einen Toten betet". Nicht nur mit dem nicht positiven Plot des Romans will Friedrich Dürrenmatt deshalb mit dem herkömmlichen Kriminalroman abschließen, auch seine Hauptfigur Kommissar Matthäi trägt dazu bei. Sie weist Charaktermerkmale auf, die Parallelen zu berühmten Romanfiguren wie Arthur Conan Doyles Sherlock Holmes oder Dame Agatha Christies Hercule Poirot aufzeigen - aber Dürrenmatt dekonstruiert seine Hauptfigur im Laufe des Romans mit Hilfe des Zufalls so, dass für den herkömmlichen Kommissar wahrlich ein Requiem gelesen werden kann. Dieser These möchte ich ebenfalls in meiner Hausarbeit nachgehen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Inhaltsverzeichnis

2. Einleitung

3. Autor und Werk

3.1 Friedrich Dürrenmatt – Kurzbiografie

3.2 Tabellarischer Überblick über Dürrenmatts wichtigste Werke

3.3 Das Versprechen - Inhaltsangabe und Werkgeschichte

4. Literaturwissenschaftliche Grundbegriffe der Personenanalyse

5. Hauptteil

5.1 Schematische Darstellung sechs Stationen der Persönlichkeitsentwicklung Matthäis

5.2 Detaillierte Persönlichkeitsanalyse Matthäis im Rahmen der sechs genannten Stationen

5.2.1 Matthäi – Der geniale Logiker und Ebenbild des klassischen Detektivtypus

5.2.2 Emotionalisierung – Der erste Wendepunkt: Das Versprechen

5.2.3 Zeitweilige Stabilisierung – Matthäi wieder der Alte?

5.2.4 Durchbruch des empathischen Impulses – Die Flughafenszene

5.2.5 Persönlichkeitsveränderung – Der Fall Matthäis

5.2.6 Wahn – Ein bodenständiger Kommissar am Zufall gescheitert?

6. Schluss

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Charakterisierung der Hauptfigur Kommissar Matthäi in Friedrich Dürrenmatts Roman „Das Versprechen“. Ziel ist es, die Entwicklung der Figur unter dem Einfluss unvorhersehbarer, zufälliger Ereignisse darzustellen und aufzuzeigen, wie Dürrenmatt durch diese Dekonstruktion der klassischen Detektivfigur sein „Requiem auf den Kriminalroman“ inszeniert.

  • Analyse der Persönlichkeitsentwicklung von Kommissar Matthäi
  • Untersuchung der Rolle des Zufalls als kontrastierendes Element zur rationalen Logik
  • Anwendung literaturwissenschaftlicher Begriffe auf die Personenanalyse
  • Vergleich der Figur Matthäi mit klassischen Detektivarchetypen
  • Psychologische Deutung des moralischen und sozialen Zerfalls des Protagonisten

Auszug aus dem Buch

5.2.1 Matthäi – Der geniale Logiker und Ebenbild des klassischen Detektivtypus

In Kapitel 2 beschreibt der Kommandant Matthäi, wie er ihn vor neun Jahren gesehen und geschätzt hat – versucht sachlich und objektiv.

„ ‚ Matthäi [...] einer meiner Oberleutnants, [...]. Er war Jurist wie ich. [...]. Er war ein einsamer Mensch, stets sorgfältig gekleidet, unpersönlich, formell, beziehungslos, der weder rauchte noch trank, aber hart und unbarmherzig sein Metier beherrschte, ebenso verhasst wie erfolgreich. [...] Ich war wohl der einzige, der ihn mochte – weil ich klare Menschen überhaupt liebe, wenn mir auch seine Humorlosigkeit oft auf die Nerven ging. Sein Verstand war überragend, doch durch das allzu solide Gefüge unseres Landes gefühllos geworden. Er war ein Mann der Organisation, der den Polizei – Apparat wie einen Rechenschieber handhabte. Verheiratet war er nicht, sprach überhaupt nie von seinem Privatleben und hatte wohl auch keines. Er hatte nichts im Kopf als seinen Beruf, den er als ein Kriminalist von Format, doch ohne Leidenschaft ausübte. So hartnäckig und unermüdlich er auch vorging, seine Tätigkeit schien ihn zu langweilen, [...].’ “

Dürrenmatt lässt Dr. H. eine Figur beschreiben, die dem Leser sehr einseitig, fast programmiert erscheint. Der Kommandant entzieht Matthäi jeglichen menschlichen Charakterzug – wo eine individuelle Art erkennbar wäre, wird sie gleich widerlegt. Matthäi versucht sich selbst jeglichem Leben, das Persönlichkeit und Individualität ausdrückt, zu entziehen. Er wohnt in einem Hotel und versucht auch sonst jeglichen Kontakt mit sich und der Außenwelt zu meiden. Es gelingt ihm auch nicht mehr, eine Verbindung zur Welt und den Menschen herzustellen, weil er emotional und sozial absolut isoliert ist. Sein größtes Ziel ist es, hinter seiner imaginären Mauer zur Welt zu bleiben und sich mit nichts zu konfrontieren, was um ihn herum geschieht.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Es wird die Forschungsfrage vorgestellt, die sich mit der Dekonstruktion der klassischen Detektivfigur durch den Zufall bei Dürrenmatt befasst.

Autor und Werk: Dieser Abschnitt bietet eine biografische Übersicht zu Friedrich Dürrenmatt sowie eine Einordnung der Entstehungsgeschichte und des Inhalts von „Das Versprechen“.

Literaturwissenschaftliche Grundbegriffe der Personenanalyse: Es werden methodische Ansätze zur systematischen Charakteranalyse nach Jost Schneider und Elke Platz-Waury dargelegt.

Hauptteil: Der Kern der Arbeit analysiert in sechs Phasen den psychologischen Wandel Matthäis vom rationalen Logiker bis zum wahnhaften, isolierten Privatmann.

Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung bezüglich der Fallentwicklung und der persönlichen Veränderung der Hauptfigur zusammen.

Schlüsselwörter

Friedrich Dürrenmatt, Das Versprechen, Kommissar Matthäi, Kriminalroman, Detektiv, Zufall, Personenanalyse, Persönlichkeitsentwicklung, Isolation, Wahn, Requiem, Literaturwissenschaft, Logik, Triebverbrecher, Gerechtigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Figur des Kommissar Matthäi in Friedrich Dürrenmatts Roman „Das Versprechen“ und untersucht dessen Entwicklung vom klassischen, rationalen Ermittler hin zu einer vom Wahn getriebenen, isolierten Existenz.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Themenbereiche Kriminalität, die Dekonstruktion literarischer Genres, psychologische Persönlichkeitsanalyse sowie die philosophische Auseinandersetzung mit dem Zufall als zerstörerische Kraft.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie zufällige Ereignisse das Leben des Protagonisten maßgeblich beeinflussen und wie Dürrenmatt durch die Figur des Matthäi mit dem konventionellen Bild des „genialen“ Detektivs bricht.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine systematische literaturwissenschaftliche Vorgehensweise, wobei insbesondere Analysekategorien von Jost Schneider und Methoden der Figurencharakterisierung nach Elke Platz-Waury angewandt werden.

Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird Matthäis Entwicklung in sechs festgelegten Stationen detailliert analysiert, angefangen bei seiner Rolle als rationaler Logiker über die Erschütterung durch das gegebene Versprechen bis hin zum totalen Scheitern seines Plans und dem damit verbundenen Realitätsverlust.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Dürrenmatt, Matthäi, Zufall, Personenanalyse, Detektivroman und psychologische Entwicklung.

Wie genau wirkt sich das „Versprechen“ auf Matthäis Charakter aus?

Das Versprechen wirkt als Katalysator, der die „imaginäre Mauer“ durchbricht, hinter der Matthäi seine emotionale Isolation schützte. Es zwingt ihn in eine moralische und emotionale Verantwortung, mit der seine auf reine Logik ausgerichtete Persönlichkeit nicht umgehen kann.

Warum scheitert Matthäi letztlich an seiner Aufgabe?

Matthäi scheitert, da er versucht, in einer unberechenbaren Welt weiterhin mit einer rein rationalen, systematischen Logik zu agieren. Sein Festhalten an der fixen Idee, den Mörder fassen zu müssen, führt ihn in die soziale Isolation und letztlich in den Wahn.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Friedrich Dürrenmatt - Das Versprechen. Fall durch Zufall? Charakterisierung der Hauptfigur Kommissar Matthäi
Hochschule
Europa-Universität Flensburg (ehem. Universität Flensburg)  (FB Germanistik)
Veranstaltung
Verbrechen und Verbrecher in der Deutschsprachigen Literatur vom 18. bis 20. Jahrhundert
Note
2
Autor
Marina Bock (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2001
Seiten
18
Katalognummer
V2084
ISBN (eBook)
9783638112826
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Friedrich Dürrenmatt Versprechen Fall Zufall Charakterisierung Hauptfigur Kommissar Matthäi Verbrechen Verbrecher Deutschsprachigen Literatur Jahrhundert
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marina Bock (Autor:in), 2001, Friedrich Dürrenmatt - Das Versprechen. Fall durch Zufall? Charakterisierung der Hauptfigur Kommissar Matthäi, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2084
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  18  Seiten
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