Sich mit dem Eisen, den Eisenmineralien und Eisenminen auf Elba zu beschäftigen, dafür gab es mehrere Auslöser, wie signifikante Anregungen aus einem Trip durch diese Insel im Jahre 2012 sowie aus einer damit im Zusammenhang stehenden mineralogischen Visite der dortigen von vor über fünf Millionen Jahren stammenden Mineralien. Ad hoc entsprang daraus der Drang Elbas Mineralienreichtum, Eisenerz, Eisenerzbergbau, temporäre Eisengewinnung und Eisenhandel zu autorisieren. So nehmen im vorliegenden Buch die elbanischen Eisenerze, der Erzbergbau, die Metallurgie der Etrusker und ihr Nachlass von vor über 2700 Jahren einen wichtigen Raum ein. Hilfreiche Wurzeln für das Buch waren die Quellen der Geschichtsschreiber des Altertums, wie das Nationalepos der Römer „Aeneis“ von Publius Vergilius Maro (70 bis 19 v.u.Z) aus der Zeit zwischen 29 und 19 v.u.Z., die Universalgeschichte „Diodori Siculi Bibliotheca historica“ von Diodorus Siculus (i. 1. Jh.), das 37-Bände-Werk „Naturalis historia“ mit 2.493 Kapiteln von 500 Autoren der Antike von Gaius Plinius Secundus Maior (etwa 23/79). Sie liefern bedeutende Einblicke in den frühen Bergbau auf Elba und Oberhoheit der Etrusker über die Mineralien und Erze Elbas. Gleichzeitig bildeten sie mit ihren Nachlass eine gute Basis für das Buch. Sehr unterstützend für die Abhandlung waren außerdem die Bücher, Periodika und Lexika wie von Vannoccio Biringuccio das Werk „De la pirotechnica libri X“, übersetzt und erläutert von Otto Johannsen, Gregorius Agricola Werk „De re metallica libri XII“, Ludwig Becks fünf Teile „Die Geschichte des Eisens“, ebenso Otto Johannsens „Geschichte des Eisens“, die Periodika: „Aus der Natur. Die neuesten Entdeckungen auf dem Gebiete der Naturwissenschaften. Die mineralischen Schätze der Insel Elba.“. Dazu lieferten Graziano Rinaldis Buch „Mineralien, Gesteine und Erzlagerstätten der Insel Elba“, Thomas Seilnachts „Mineralienatlas Lexikon“ wie auch die Enzyklopädien „Meyers Konversations-Lexikon“, „Meyers Lexikon“ und „Meyers Neues Lexikon“ einen guten Grundstock, die dreißig wichtigsten elbanischen Eisenmineralien darzustellen wie auch über Elbas Eisenerzabbau und Eisenhandel vom Altertum bis hin ins 20. Jahrhunderts zu informieren. Darüber hinaus soll das vorliegende Buch den Leser näher mit Eisenhüttenwesen ins Benehmen setzen.
Inhaltsverzeichnis
Plinius über das Eisen.
Inhaltsverzeichnis.
Einleitung.
Die Insel Elba.
Eisenerzabbau und Eisengewinnung auf Elba.
Mines Capoliveri auf der Insel Elba.
Capoliveri – Rudimente elbanischer Eisenerzbergwerke in Wort und Bild.
Liste der größten elf Roheisenerzeuger und die Weltgesamterzeugung 1970 bis 2011.
Die Eisenstatistik Europas für Hochofenprodukte, Stabeisen, Stahl um 1838 und 1848.
Eisengestein-Fundstellen, Mineralien, Gesteine von Italien/Toskana/Livorno/Insel Elba.
Eisengehalt der wichtigsten Eisenminerale auf Elba.
Elbas Eisenmineralien.
Almandin, Andradite.
Antigorit
Arsenopyrit,
Biotit.
Chalkopyrit, Columbit-(Mn) (Manganocolumbit).
Epidot.
Eulite (Ferrosilit), Ferrocolumbit
Goethit. Zur Geschichte des Goethits.
Granat.
Hämatit. Zur Geschichte des Hämatits. Die rote Erde des Alten Testaments.
Hedenbergit, Ilvait (Ilvait).
Ilmenit, Jarosit.
Limonit, Magnetit.
Zur Geschichte des Magnetits.
Markasit, Minguzzit
Melanterit, Pyrit.
Zur Geschichte des Pyrits.
Pyrrhotin, Schörl.
Siderit.
Zur Geschichte des Siderits.
Sphalerit, Tremolit.
Tsilaisit, Turmalin.
Wolframo-Ixiolith.
Aus der Natur: Die mineralischen Schätze der Insel Elba.
Zielsetzung & Themen
Das Ziel dieser Arbeit ist es, den Mineralienreichtum, den historischen Eisenerzbergbau sowie die Eisengewinnung auf der Insel Elba fundiert aufzuarbeiten und die Bedeutung dieses Standortes für das Eisenhüttenwesen im Altertum und bis in die Moderne darzustellen.
- Geologische Entstehung und mineralogische Besonderheiten der Insel Elba.
- Die historische Entwicklung des Eisenerzbergbaus von den Etruskern bis zum 20. Jahrhundert.
- Technologische Aspekte der Eisengewinnung, von antiken Rennherden bis zur modernen Verhüttung.
- Detaillierte Analyse der wichtigsten elbanischen Eisenminerale und ihrer chemischen Eigenschaften.
- Wirtschaftshistorische Einordnung der elbanischen Erzproduktion im europäischen Kontext.
Auszug aus dem Buch
Eisenerzabbau und Eisengewinnung auf Elba.
Ein Segen für Elba war das Eisenerz, hauptsächlich die zweitreichste Sauerstoffverbindung des Eisens, der Eisenglanz*) mit einem spezifischen Gewicht von 5,10-5,23 bzw. 5,12-5,30 g/cm3, s.S. 39/40 und bis zu 70 % Eisengehalt ([1], S. 9). Die Entdeckung, Gewinnung, Verarbeitung dieses reichen und wertvollen Erzes reicht u.a. nach dem schottischen Bauingenieur und Schiffsbauer Williams Fairbairn1) (1789-1874) bis in die graue Vorzeit zurück ([2], S. 17/8). Für Italien haben da die Erzvorkommnisse, so Prof. John Percy, ihre größte Bedeutung ([3], S. 423). Gängiger Abbau Elbas war Anstehendes, Halden, Schürfe, Bergwerke, Tagebaue, Lesesteine.
Zum elbanischen Montanwesen ist ferner zu vermerken, Elbas Eisenerzabbau und das Geschick der Eisengewinnung wie auch Verfertigung von Eisen im Etrusker Kernland zwischen Rom und Florenz geht möglicherweise bis in das 10. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung zurück. Denn archäologische Spuren, wie da aufgespürte offene Abbaue wie auch riesige Schlackenhalden am Strand von Baratti nahe von Piombino, lassen den Schluss zu, das relativ rohstoffreiche Elba war nicht nur ihr Eisenerzzentrum, sondern dies Territorium war auch die Gegend von der aus die hohe Kunst der Metallverarbeitung sowohl des simplen Eisens in grober Technik wie auch des edlen Goldes in filigraner Ausführung in Mittelitalien seine Verbreitung nahm [4].
So sollen nach [5] die Etrusker bereits im 7. Jahrhundert v.u.Z. Eisen abgebaut und in den gesamten Mittelmeerraum geliefert haben. Von ihnen wurde insbesondere der Hämatit als Eisenglanz bereits seit Beginn der Eisenzeit auf der Insel Elba abgebaut, welcher heute noch wichtigstes Eisenerz ist [6]. Berichtet wird in [5] auch, dass die Hochöfen der Etrusker Tag und Nacht in Gange gewesen seien, um aus den Eisenmineralien das Eisen zu erschmelzen. Hinterlassenschaften dieser 500-jährigen etruskischen Eisenzeit auf Elba sind u.a. Ruinen ihrer Schmelzöfen wie auch einige Nekropolen. Eine Fortsetzung fand der Bergbau noch in der Antike durch die Römer. Im Mittelalter war es dann die einstige Seemacht und frühere Handelsmetropole Pisa, die sich den Bergbau, die Minenausbeute und das Eisen sicherte.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Beweggründe des Autors, sich mit dem Bergbau und den Mineralien Elbas zu befassen, und verweist auf die antiken und historischen Quellen, die als Basis für dieses Buch dienen.
Die Insel Elba: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über die geologische Chronik und die geographischen Gegebenheiten der Insel Elba, eingebettet in den Kontext der tektonischen Entwicklung des Mittelmeerraums.
Eisenerzabbau und Eisengewinnung auf Elba: Hier wird die historische Bedeutung der Eisengewinnung auf Elba beleuchtet, beginnend bei den Etruskern über die römische Antike bis hin zu den industriellen Entwicklungen des 19. und 20. Jahrhunderts.
Mines Capoliveri auf der Insel Elba: Dieses Kapitel fokussiert sich auf die spezifischen Bergbauareale und Minen rund um Capoliveri und deren Bedeutung für die Gewinnung verschiedener Eisenminerale.
Capoliveri – Rudimente elbanischer Eisenerzbergwerke in Wort und Bild: Ein bebilderter Abschnitt, der die historischen Überreste und die bergbauliche Tradition der Region Capoliveri und Rio Marina dokumentiert.
Liste der größten elf Roheisenerzeuger und die Weltgesamterzeugung 1970 bis 2011: Eine statistische Aufarbeitung, die die globale Roheisenproduktion in den letzten Jahrzehnten des 20. und zu Beginn des 21. Jahrhunderts vergleicht.
Die Eisenstatistik Europas für Hochofenprodukte, Stabeisen, Stahl um 1838 und 1848: Eine historische Auswertung der europäischen Eisenproduktion Mitte des 19. Jahrhunderts basierend auf zeitgenössischen Statistiken.
Eisengestein-Fundstellen, Mineralien, Gesteine von Italien/Toskana/Livorno/Insel Elba: Eine tabellarische Übersicht der wichtigsten Fundorte und der dort vorkommenden Mineralvorkommen in Italien mit Schwerpunkt auf der Region Elba.
Eisengehalt der wichtigsten Eisenminerale auf Elba: Eine systematische Aufstellung, die die prozentualen Eisenanteile der verschiedenen Mineralien sowie deren chemische Formeln detailliert auflistet.
Elbas Eisenmineralien: Dieses umfangreiche Kapitel präsentiert eine detaillierte mineralogische Charakterisierung der dreißig wichtigsten Eisenminerale, die auf der Insel Elba gefunden wurden.
Aus der Natur: Die mineralischen Schätze der Insel Elba: Eine historische Dokumentation aus dem Jahr 1868, die Einblicke in die naturwissenschaftliche Erforschung der mineralischen Ressourcen Elbas gewährt.
Literaturverzeichnis: Ein umfassendes Verzeichnis aller verwendeten Quellen, Lexika, Karten und Internet-Links, die der Arbeit zugrunde liegen.
Meist verwendete Abkürzungen: Ein Verzeichnis zur Klärung der in der Arbeit verwendeten Fachbegriffe und Abkürzungen.
Vita des Autors: Eine kurze biographische Darstellung des Verfassers Dr.-Ing. Wolfgang Piersig.
Veröffentlichungen des Autors: Eine Liste der bisherigen Publikationen des Autors mit Fokus auf Technikgeschichte und Materialkunde.
Abstract: Eine prägnante Zusammenfassung der Zielsetzung und der wissenschaftlichen Basis des Werkes.
Schlüsselwörter
Elba, Eisenerz, Eisenmineralien, Bergbau, Metallurgie, Etrusker, Hämatit, Magnetit, Industriegeschichte, Mineralogie, Geologie, Roheisen, Italien, Toskana, Montanwesen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Buch grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Geschichte des Eisenerzabbaus, der Eisengewinnung und den mineralischen Schätzen der italienischen Insel Elba von der Antike bis in die moderne Zeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Geologie der Insel, den historischen Bergbaumethoden, der Bedeutung des elbanischen Eisens für die Etrusker und Römer sowie der detaillierten mineralogischen Dokumentation der elbanischen Funde.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die umfassende Dokumentation des elbanischen Bergbauerbes und die wissenschaftliche Einordnung der dortigen Mineralvorkommen im Kontext der historischen Eisenhüttenkunde.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, wertet historische Lexika, antike Geschichtsschreiber und statistische Daten des 19. bis 21. Jahrhunderts aus und ergänzt diese durch mineralogische Analysedaten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in historische Analysen der verschiedenen Minen, tabellarische statistische Vergleiche der Roheisenproduktion und eine detaillierte mineralogische Aufstellung der wichtigsten auf Elba vorkommenden Eisenmineralien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Elba, Eisenerz, Eisenmineralien, Bergbau, Metallurgie, Etrusker und Industriegeschichte charakterisiert.
Welche Bedeutung hatten die Etrusker für den Bergbau auf Elba?
Die Etrusker nutzten Elba als zentrales Eisenerzzentrum des Mittelmeerraums, etablierten komplexe Verhüttungsprozesse und legten damit den Grundstein für die wirtschaftliche Entwicklung der Region.
Warum wurde der Bergbau auf Elba im 20. Jahrhundert eingestellt?
Die Einstellung erfolgte aus mehreren Gründen, darunter die Erschöpfung wirtschaftlich rentabler Erzvorkommen bei gleichzeitig verschlechternder Erzqualität (Pyritsohle) sowie geänderte weltweite Marktbedingungen für Eisenerze.
- Quote paper
- Dipl.-Ing., Dr.-Ing. Wolfgang Piersig (Author), 2013, Über das Eisen, die Eisenmineralien und Eisenerzminen auf der Insel Elba, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/208530