Die Menschen in Deutschland werden immer älter. Gesundheit, auch im letzten Lebensabschnitt, ist zum Maßstab der Lebensqualität und marktfähigen Konsumgut geworden.
Seit etwa zwanzig Jahren befindet sich der Gesundheitsmarkt im Wandel. Anhaltspunkte hierfür gibt es zur Genüge. Zum einen das schier unüberschaubare Angebot an Medikamenten, Nahrungsergänzungsmitteln oder auch Wellness- und Fitnessangeboten. Zum anderen wird im Fernsehen und in den Zeitschriften fortwährend über Gesundheitsthemen aller Art diskutiert. Die Bevölkerung hat ein immer größer werdendes Interesse an Medizin, Fitness und Wohlbefinden. Wellness hat sich zu einem festen Begriff im deutschen Sprachgebrauch etabliert. Es gibt ständig neue Innovationen, die die stetig wachsende Nachfrage bedienen.
Dabei ändert sich der Gesundheitsmarkt in Deutschland rasant und zwar für alle Marktteilnehmer: Pharmaindustrie, Ärzte, Apotheker, Handelsunternehmen und schließlich auch den Verbraucher. Während das medizinisch-technische Fortschrittsparadigma immer mehr ins Wanken gerät, rücken kulturelle Wertvorstellungen immer mehr in den Vordergrund. Dies ist Neuland für alle Beteiligten. Statt Fakten gilt es Tendenzen zu ermitteln und die Wünsche der Verbraucher systematisch miteinzubeziehen. Wenn Kunden zu selbstbewussten Marktteilnehmern werden und eine Skepsis gegenüber neuen Versprechungen der Gesundheitsindustrie aufbauen, kommt der Vertrauensbildung eine immer gewichtigere Rolle zu.
Die Gesundheitswirtschaft hat schon heute Entwicklungspotenzial und wird der Motor für ein zukünftiges Wirtschaftswachstum sein.
Inhaltsverzeichnis
1 Grundlagen der Untersuchung
1.1 Einleitung
1.2 Ziel und Methodik
1.3 Ausgangssituation
1.4 Definition Gesundheitsmarkt
1.5 Definition Gesundheitsprodukte
1.5.1 Arzneimittel
1.5.1.1 Verschreibungspflichtige Arzneimittel
1.5.1.2 Nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel
1.5.1.3 Freiverkäufliche Arzneimittel
1.5.2 Nahrungsergänzungsmittel
1.5.3 Functional Food und diätetische Lebensmittel
1.5.4 Hilfsmittel
1.6 Definition der unterschiedlichen Marktteilnehmer
1.6.1 Marktteilnehmer des Einzelhandels
1.6.1.1 Apotheken
1.6.1.2 Versandapotheken
1.6.1.3 Mass Market
1.6.1.4 Sanitätshäuser
1.6.2 Marktteilnehmer des Großhandels
1.6.2.1 Pharmagroßhändler
1.7 Gesetzliche Rahmenbedingungen
1.7.1 Gesundheitsmodernisierungsgesetz
1.7.2 GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz
1.8 Strukturelle Treiber zukünftiger Entwicklungen
2 Der deutsche Gesundheitsmarkt
2.1 Marktstruktur, -volumen und -entwicklung
2.1.1 Erster Gesundheitsmarkt
2.1.1.1 Gesundheitswaren
2.1.1.2 Arzneimittelmarkt
2.1.2 Zweiter Gesundheitsmarkt
3 Marktrelevante Unternehmen
3.1 Offizin-Apotheken
3.2 Versandapotheken
3.2.1 Sanicare
3.2.2 DocMorris
3.2.3 Europa Apotheek Venlo
3.3 Pharmagroßhändler
3.3.1 Phoenix
3.3.2 Gehe
3.3.3 Anzag
3.3.4 Sanacorp
3.4 Reformhäuser
3.5 Drogerien
3.5.1 Schlecker
3.5.2 dm-Drogeriemarkt
3.5.3 Rossmann
3.5.4 Müller
3.6 Lebensmitteleinzelhändler
3.6.1 Metro Group
3.6.2 Edeka Gruppe
3.6.3 Rewe Group
3.6.4 Aldi Süd und Aldi Nord
3.6.5 Schwarz-Gruppe
3.6.6 Alnatura
3.7 Sanitätshäuser
4 Handelsstrukturen
4.1 Offizin-Apotheken
4.1.1 Aktuelle Handelsstrukturen
4.1.1.1 Marktstruktur
4.1.1.2 Umsatzstruktur
4.1.1.3 Verbrauch und Preisentwicklung der GKV
4.1.1.4 Rabattverträge, Arzneimittelhöchstbeträge und Generika
4.1.2 Zukünftige Handelsstrukturen
4.1.2.1 Risiken
4.1.2.2 Potenziale
4.1.2.3 Markt- und Umsatzsentwicklung
4.1.2.4 Kooperationen
4.2 Versandapotheken
4.2.1 Aktuelle Handelsstrukturen
4.2.1.1 Umsatzstruktur
4.2.2 Zukünftige Handelsstrukturen
4.2.2.1 Risiken
4.2.2.2 Potenziale
4.2.2.3 Umsatzsentwicklung
4.3 Pharmagroßhändler
4.3.1 Aktuelle Handelsstrukturen
4.3.1.1 Marktstruktur
4.3.1.2 Umsatzstruktur
4.3.1.3 Direktvertrieb
4.3.1.4 Effizienz der Versorgung
4.3.1.5 Parallelimporte
4.3.2 Zukünftige Handelsstrukturen
4.3.2.1 Risiken
4.3.2.2 Potenziale
4.3.2.3 Markt- und Umsatzentwicklung
4.4 Reformhäuser
4.4.1 Aktuelle Handelsstrukturen
4.4.1.1 Markt- und Umsatzstruktur
4.4.2 Zukünftige Handelsstrukturen
4.4.2.1 Risiken
4.4.2.2 Potenziale
4.4.2.3 Markt- und Umsatzentwicklung
4.5 Drogerien
4.5.1 Aktuelle Handelsstrukturen
4.5.1.1 Umsatzstruktur der Gesundheitsmittel
4.5.1.2 Pharmapunkte
4.5.2 Zukünftige Handelsstrukturen
4.5.2.1 Risiken
4.5.2.2 Potenziale
4.5.2.3 Umsatzentwicklung der Gesundheitsmittel
4.5.2.4 Pharmapunkte
4.6 Lebensmitteleinzelhändler
4.6.1 Aktuelle Handelsstrukturen
4.6.1.1 Sortimentsbreite
4.6.1.2 Umsatzstrukturen der Gesundheitsmittel
4.6.1.3 Functional Food
4.6.2 Zukünftige Handelsstrukturen
4.6.2.1 Umsatzentwicklungen der Gesundheitsmittel
4.6.2.2 Handelskonzepte
4.6.2.3 Functional Food
4.7 Sanitätshäuser
4.7.1 Aktuelle Handelsstrukturen
4.7.1.1 Markt- und Umsatzstruktur
4.7.2 Zukünftige Handelsstrukturen
4.7.2.1 Risiken
4.7.2.2 Potenziale
4.7.2.3 Markt- und Umsatzentwicklung
5 Schlussfolgerungen
5.1 Erster Gesundheitsmarkt
5.1.1 Gesundheitswaren
5.1.2 Arzneimittelmarkt
5.2 Zweiter Gesundheitsmarkt
5.3 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die gegenwärtigen Distributionsstrukturen im deutschen Gesundheitsmarkt und analysiert das Potenzial zukünftiger Entwicklungen, um die Marktpositionen der verschiedenen Handelsakteure unter dem Einfluss gesetzlicher Reformen zu bewerten.
- Marktanalyse von Arzneimitteln und Hilfsmitteln.
- Untersuchung von Handelskonzepten wie Offizin-Apotheken, Versandapotheken, Drogerien und Lebensmitteleinzelhandel.
- Auswirkungen gesetzlicher Rahmenbedingungen (z.B. Gesundheitsmodernisierungsgesetz).
- Bewertung zukünftiger Risiken und Marktpotenziale.
- Analyse von Kooperationsmodellen zwischen verschiedenen Marktteilnehmern.
Auszug aus dem Buch
1.3 Ausgangssituation
Die europäische Arzneimitteldistribution befindet sich im Umbruch. „Konzerne in den Starlöchern“ hieß dazu ein Titel im Ärzteblatt. Gemeint war dabei der mögliche Markteintritt großer Handelskonzerne in den bisher geschützten Apothekermarkt. Anstoß hierfür war unter anderem die Klage der regionalen Apothekenkammer des Saarlandes gewesen, die mit der Eröffnung der DocMorris Filiale in Saarbrücken eine Verletzung des Fremdbesitzverbots anmahnten. DocMorris sah sich wiederum durch sein Recht zur Niederlassungsfreiheit innerhalb der EU bestätigt. Eine Zeit lang galt eine Aufhebung des Fremdbesitzverbots als sicher. Gegner des Fremdbesitzverbots erkannten im Urteil des Europäischen Gerichtshofs zum Optikermarkt in Griechenland einen Präzedenzfall. Dort konnten in der Vergangenheit lediglich ausgebildete Optiker ein Optikergeschäft führen. Nicht-Optiker oder gar Konzernen war dieser Wirtschaftszweig verwehrt geblieben. Der Europäische Gerichtshof entschied jedoch, dass diese Verordnung gegen das allgemeine, freie Niederlassungsrecht der EU verstoßen hat. Die restriktiven Bestimmungen wurden gekippt. Eine ähnliche Entscheidung wurde für den deutschen und italienischen Markt erwartet.
Diesen Erwartungen dürfte am 16. Dezember 2008 durch den Schlussantrag des Generalanwalts am Europäischen Gerichtshof, Yves Bot, der Wind aus den Segeln genommen worden sein. Bot konnte in der unbestreitbaren Beeinträchtigung der Niederlassungsfreiheit nämlich keinen Verstoß gegen das Gemeinschaftsrecht erkennen, weil er sie „durch das Ziel des Gesundheitsschutzes des Bevölkerung für gerechtfertigt hält“. Der Schlussantrag gilt als Handlungsempfehlung für das Gericht, nicht als bindendes Urteil. Allerdings schließen sich die Richter in neun von zehn Fällen dem Plädoyer des Generalanwalts an. Die Chancen für eine Liberalisierung des Apothekermarktes stehen schlecht. Doch auch ohne eine Lockerung des Fremdbesitzverbots werden schon heute in den verschiedensten Wirtschaftszweigen zahlreiche Gesundheitsprodukte angeboten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Grundlagen der Untersuchung: Definiert den Gesundheitsmarkt und seine Akteure sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen der Arzneimittel- und Hilfsmittelversorgung.
2 Der deutsche Gesundheitsmarkt: Analysiert die Struktur, das Volumen und die Entwicklung des ersten und zweiten Gesundheitsmarktes in Deutschland.
3 Marktrelevante Unternehmen: Porträtiert wichtige Akteure wie Apotheken, Versandapotheken, Pharmagroßhändler, Drogerien und Lebensmitteleinzelhändler.
4 Handelsstrukturen: Untersucht detailliert die aktuellen und zukünftigen Handelsstrukturen sowie Marktpotenziale und Risiken für alle relevanten Branchensegmente.
5 Schlussfolgerungen: Fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Marktentwicklung und die strategischen Notwendigkeiten für die verschiedenen Akteure.
Schlüsselwörter
Gesundheitsmarkt, Arzneimittel, Apotheken, Versandapotheken, Pharmagroßhandel, Hilfsmittel, Gesundheitsreform, Drogeriemärkte, Lebensmitteleinzelhandel, Distributionsstrukturen, Kooperationen, Marktentwicklung, Fremdbesitzverbot, OTC, Gesundheitsmittel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Analyse und Darstellung der Handelsstrukturen im deutschen Gesundheitsmarkt und prognostiziert deren künftige Entwicklung.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Themen umfassen den Arzneimittel- und Hilfsmittelmarkt, die Rolle von Apotheken, Versandhändlern, Drogerien und Lebensmitteleinzelhändlern sowie gesetzliche Reformen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Darstellung aktueller Distributionsstrukturen und die Schärfung des Blicks für zukünftige Entwicklungen im Gesundheitshandel.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Untersuchung basiert auf einer Auswertung einschlägiger Fachliteratur sowie relevanter Studien und wird durch Experten- und Unternehmensmeinungen gestützt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden detailliert die verschiedenen Marktteilnehmer (Apotheken, Großhandel, Drogerien etc.), deren aktuelle Handelsstrukturen, Risiken und Potenziale analysiert.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Neben dem zentralen Begriff Gesundheitsmarkt sind Apotheken, Handelsstrukturen, Versandapotheken und gesetzliche Regulierungen wie das GMG zentrale Charakteristika.
Wie bewertet die Arbeit die Zukunft von stationären Apotheken?
Stationäre Apotheken bleiben die wichtigste Institution, müssen sich aber durch Spezialisierung, Kooperationen und technologische Innovationen gegen den wachsenden Druck behaupten.
Welche Rolle spielen Versandapotheken im Markt?
Versandapotheken sind ein ernsthafter Wettbewerber, besonders für rezeptfreie Präparate, stoßen jedoch bei verschreibungspflichtigen Medikamenten an gesetzliche und präferenzbedingte Grenzen.
- Quote paper
- Marius Sienel (Author), 2009, Strukturen in der Distribution des deutschen Gesundheitsmarkts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/208541