NICHT MAL SATT UND SAUBER – UNTERERNÄHRUNG IN PFLEGEHEIMEN: Analyse eines Magazinbeitrages der ARD-Sendung KONTRASTE


Hausarbeit (Hauptseminar), 2003
32 Seiten, Note: sehr gut (1,3)

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Protokollierung
2.1 Strukturprotokoll der Sendung
2.1 Einstellungsprotokoll des Beitrags

3. Bildanalyse
3.1 Bildsprache
3.2 Filmsprache

4. Tonanalyse
4.1 Geräusche
4.2 Sprache

5. Bild-Ton-Verhältnis

6. Inhaltsanalyse
6.1 Sequenzprotokoll
6.2 Dramaturgie und journalistische Botschaft

7. Moderation

8. Resümee

9. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Thema dieser Hausarbeit ist die quantitative und qualitative Analyse eines Fernsehbeitrags. Der ausgewählte Beitrag beschäftigt sich mit dem Zustand der Pflege in Seniorenheimen. Ausgestrahlt wurde das Stück „Nicht mal satt und sauber - Unterernährung in Pflegeheimen“ am 14.08.2003 im Rahmen des ARD-Politikmagazins „KONTRASTE“.

Der Grund für die Auswahl dieses Beitrages liegt darin, dass der Beitrag durch seine einseitige Darstellung in Bezug auf die Versorgungssituation in einem bestimmten Pflegeheim auffällt. Mittels empirischer und inhaltlicher Analyse soll überprüft werden, wie der Beitrag durch den Einsatz von Bild und Ton und dem Zusammenspiel dieser Elemente zu seiner eindeutigen journalistischen Aussage kommt.

Dazu werden zunächst ein Strukturprotokoll der kompletten Sendung und ein Einstellungsprotokoll des zu analysierenden Beitrags als Arbeitsgrundlage erstellt. Diese sollen das flüchtige Fernsehbild schriftlich festhalten.

Die darauf folgende Bildanalyse untersucht die Bild- und Filmsprache des Beitrags, die Tonanalyse die Aspekte Geräusche und Sprache. Bei der Sprachanalyse steht vor allem die Logik der Gedankenführung im Mittelpunkt des Interesses. Auf die getrennte Analyse der Faktoren Bild und Ton folgt dann die Bewertung des Zusammenspiels dieser Faktoren im Abschnitt Bild-Ton-Verhältnis.

Quantitative Ergebnisse werden in den einzelnen Abschnitten des bisherigen Analyseteils mit integriertem Theorieteil nie für sich stehen, eine analytische qualitative Auswertung der empirischen Ergebnisse wird sich also immer anschließen. Denn Bild und Ton dienen der Hinführung und Untermauerung des Aussagewunsches, und damit wäre eine reine Beschreibung dieser Elemente nicht hinreichend.

Der Aussagewunsch ist Untersuchungsobjekt der Inhaltsanalyse. Dazu wird zunächst ein Sequenzprotokoll angelegt, das die inhaltliche Struktur des Beitrags aufdeckt, um dann die Beitragsdramaturgie und journalistische Botschaft nachzuvollziehen. Anschließend soll der Beitrag im Kontext zu seiner Moderation gesichtet werden.

Das Resümee will versuchen, zu einer abschließenden Bewertung des Beitrags zu kommen. Dabei wird nachzufragen sein, ob Intention und Aussage übereinstimmen und wie die Umsetzung der Beitragsidee zu beurteilen ist.

2. Protokollierung

2.1 Strukturprotokoll der Sendung

Das Strukturprotokoll soll die Struktur der kompletten Sendung schriftlich fixieren. Damit liefert es Informationen über den Rahmen, in dem der zu untersuchende Beitrag erschienen ist. Der Beitrag „Nicht mal satt und sauber - Unterernährung in Pflegeheimen“, welcher der Analyse unterzogen werden soll, ist im Protokoll grau unterlegt.

Sendung: „KONTRASTE“

Ausstrahlung: am 14. August 2003 um 20.15 Uhr in der ARD

Moderation: Petra Lidschreiber

Länge: 44.34 min

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.1 Einstellungsprotokoll des Beitrags

Im Einstellungsprotokoll wird die Struktur des kompletten Beitrags offen gelegt. Jede Einstellung ist in ihrer Länge festgehalten und getrennt nach Bild- und Tonebene beschrieben.

Beitrag: Nicht mal satt und sauber - Unterernährung in Pflegeheimen

Länge: 07.08 min

Autoren: Sandra Hochleitner, Marcus Weller

Kamera: keine Angaben (auch im Abspann der Sendung keine Zuordnung)

Schnitt: keine Angaben (auch im Abspann der Sendung keine Zuordnung)

Moderation Petra Lidschreiber:

„Die Pflegeversicherungen schlagen Alarm: Die Kosten explodieren. Aber die eigentliche Katastrophe: das ist die Versorgung unserer Alten in den Heimen. Die Hälfte, die Hälfte aller Pflegeheim-Patienten sind unterernährt!

Nicht irgendwo in Afrika, sondern in Niedersachsen oder Bayern oder Nordrhein-Westfalen oder Berlin. Es könnten also Ihre Eltern sein, die dort für sehr viel Geld untergebracht sind. Das hat eine Studie herausgearbeitet.

Sandra Hochleitner und Marcus Weller zeigen Ihnen, was sich hinter den kühlen Zahlen verbirgt: verwahrloste, schikanierte und völlig wehrlose alte Menschen.“

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abmoderation Petra Lidschreiber:

„Ja, die Kollegen machen weiter. Und die beiden mutigen Pflegerinnen, die ihren Beruf wirklich ernst genommen haben, die sind ohne Job, nur weil sie es waren, die die Missstände ausgesprochen haben.“

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3. Bildanalyse

3.1 Bildsprache

In der Bildanalyse steht die Bildgestaltung des Beitrages im Vordergrund. Unter diesem Punkt werden nun zuerst die Mittel der Bildsprache untersucht. Für die Mittel der Bildsprache, dazu gehören Einstellungsgrößen, Perspektiven, Bildaufbau, Bildästhetik und Grafiken, bietet sich eine qualitative Analyse an, dabei wird die Analyse wie in den darauf folgenden Punkten den Theorieteil integrieren und exemplarisch dessen Umsetzung am Beitrag aufzeigen.

Der vorliegende Beitrag „Nicht mal satt und sauber - Unterernährung in Pflegeheimen“ besteht neben der An- und Abmoderation aus insgesamt 36 Einstellungen. Bei der Bildbetrachtung scheint es sinnvoll, die Einstellungen in Bildgruppen zu unterteilen, die durch die Ähnlichkeit des Bildgegenstands oder durch ihre Funktion gekennzeichnet sind.

Zum einen gibt es die Bildgruppe der O-Ton-Bilder. Es gibt im Beitrag drei Befragte für neun Statements (E12, E15, E17, E22, E26, E27, E32, E35, E36), seitens der Pflegekräfte taucht Carola Raab insgesamt sechsmal (E12, E15, E22 E27, E32, E36), und Michelle Görnig zweimal (E17, E28) auf, der Sozialwissenschaftler Jürgen Brüggemann kommt einmal zu Wort (E35). Zusätzlich gibt es noch beschreibende, „impressionsartige“ O-Töne aus einem Gespräch einer Mitarbeiterin des Medizinischen Dienstes (MDK) und einer Seniorenheimbewohnerin (E04 bis E05), diese werden hier zu einer anderen noch folgenden Gruppe gezählt.

Zur zweiten Bildgruppe können aufgrund ihrer Funktion die Antextbilder gezählt werden. Eine Grundregel beim Bildschnitt ist, dass der Zuschauer eine Ortsbestimmung braucht und die handelnden Personen identifizieren kann.[1] So wird meist vor O-Tönen das Antextbild gestellt, welches die Person in einen Umgebungskontext setzt.

Alle drei Befragten werden jeweils vor ihrem ersten O-Ton mit Antextbildern eingeführt, bei späteren O-Tönen entfällt dies. Als „klassisches“ Antextbild kann der Gang des Sozialwissenschaftlers Jürgen Brüggemann zum Bücherregal und sein anschließendes Lesen / Blättern in einem Buch gelten (E34). Die HT gibt anfangs einen deutlichen Blick auf die Bücher frei und bringt ihn neben der räumlichen Orientierung auch sofort in den Kontext eines Experten bzw. Wissenschaftlers, durch den Einstellungswechsel (Zoom HTàN) wird er uns näher gebracht. Aber auch die anderen Antextbilder in diesem Beitrag sind typisch: Die Pflegekraft Carola Raab wird auf dem Weg zu ihrem Haus begleitet (E10/E11), Altenpflegerin Michelle Görnig geht durch einen Park oder Garten (E16). Alle drei werden in den Antexteinstellungen halbnah gezeigt, in den O-Tönen dann jeweils groß, bzw. der Wissenschaftler an der Grenze zu nah.

Der nächsten Gruppe zuzurechnen sind alle Aufnahmen, die das Berliner Seniorenstift betreffen (E01 bis E09), weil sie beschreiben, der inhaltlichen Orientierung dienen und eine Verbindung zum Aussagekern herstellen. Aus diesem Grunde werden auch die bereits erwähnten „impressionsartigen O-Töne“ (E04 bis E05) dazugerechnet (Gespräch: MDK-Mitarbeiterin und Seniorenheimbewohnerin).

Aufnahmen vom Bürgermeister-Jordan-Heim (E13, E14, E18, E19, E20, E21, E23, E25, E26, E29, E30, E31) bilden die größte Bildgruppe. Zumeist handelt es sich dabei um Außenaufnahmen vom Gebäude in verschiedenen Einstellungen (in Bezug auf das Gebäude von HT bis G). Hervorzuheben ist dabei eine Szene bestehend aus den Einstellungen 25 und 26: Die zweite Einstellung zeigt eine alte Frau in einem Bett liegend in der Nahaufnahme. Eine Hinführung dazu erfolgt in E25, man sieht das Gebäude von außen und durch die Tür in den Raum hinein, es wird sozusagen „angetextet“.

Zur letzten Bildgruppe gehört die Textgrafik, die mit ihrer animierten Einblendung einen schriftlichen Textausschnitt (Brief) visualisiert (E24).

Die schon bei den Antextbildern erwähnten Einstellungsgrößen definieren sich an der Größe des abgebildeten Menschen im Verhältnis zur Bildgrenze.[2] Diese Definition ist jedoch zu hinterfragen bei den Bildern ohne abgebildete Person. Der Mensch als Bemessungsmaßstab fehlt hier. Als Beispiel dafür können die Einstellungen 29 und 30 gelten. Laut Theorie sind es in Bezug auf das Haus Groß- oder Detailaufnahmen, in Bezug auf das Objekt Fenster könnten jedoch auch andere Einstellungen gelten. Noch gravierender tritt das Problem in der ersten Einstellung auf: Bezogen auf das Hauptmotiv Gehwagen im Vordergrund ist die Einstellung im Detail. Bezieht man sich jedoch auf den Raum und die Menschen dahinter, könnte man von einer Halbtotalen sprechen. In diesem Fall ist eine objektbezogene Bewertung vorzuziehen, auch deshalb weil nur die unteren Körperhälften der Menschen sichtbar sind. Die Einstellungsgröße kann sich also verändern. Ähnliches gilt für die Außenaufnahmen vom Seniorenheim: Da dieses Objekt als Hauptmotiv gilt, sind die Einstellungen darauf zu beziehen, ggf. auch wenn Menschen zu sehen sind, Bsp.: E18-E20, sie dienen hier nur als zufälliges „Beiwerk“.

In der Fernsehanalyse haben sich die Begriffe „Weit“ (W), „Totale“ (T), „Halbtotal“ (HT), „Halbnah“ (HN), „Nah“ (N), „Groß“ (G), und „Detail“ (D) durchgesetzt. Gelegentlich ist auch von der „Amerikanischen“ die Rede, auf diese Einstellungsgröße wird in dieser Analyse jedoch verzichtet, da diese Kategorie nicht immer verwendet wird.

Die Einstellungsgröße ist nicht nur formal als Größe des Ausschnitts zu betrachten, sondern sie regelt auch ein ganz bestimmtes Verhältnis zwischen Zuschauer und Abgebildetem, nämlich das von Nähe und Distanz.[3] Es handelt sich zwar nur um eine fiktive Nähe oder Distanz, doch diese ist durchaus beabsichtigt. So vermittelt uns das Detail der Hand der alten Frau in Einstellung 06 eine gewisse Nähe, fast möchte man die Hand ergreifen und sich zu der Dame ans Bett setzen. Durch den Wechsel von Einstellungen innerhalb einer Einstellungsfolge (z.B. E04: G à E05: HN à E06: D) werden Nähe und Distanz wirksam. Durch den Wechsel der Einstellungsgrößen werden wir den Objekten näher gebracht oder von ihnen entfernt. Für die emotionale Steuerung spielt das eine wesentlich Rolle, und auch für die Informationsvermittlung. Ansatzweise geschieht das auch in diesem Beitrag, so z.B. in den Einstellungen E25 / E26. Der Zuschauer sieht zunächst halbnah das Seniorenheim von außen und eine offene Terrassentür mit einem Bett im Inneren (E25), im Anschluss daran in nah das Bett mit einer alten Frau darin liegend (E26). Typischer wäre ein langsames Vordringen in das Innere des Heimes gewesen, also zunächst draußen vor dem Gebäude oder den Eingangsbereich, dann ein Bewohnerzimmer oder den Flur und nach den orientierungsgebenen Totalen ein Nähern an Senioren und Pflegekräfte in der Nahen und Halbnahen.

Durch die bestimmte Einstellungsgröße, isoliert sich das Bild von der Realität.[4] Durch den Rahmen wird unser Blick also gerichtet, die Bildgrenze hat damit eine „konzentrierende, das Auge auf das Bild lenkende und heftende Wirkung“.[5] Durch die Einengung des Blickwinkels, durch die Ausschließlichkeit, nähert man sich der gewünschten Aussage und es wird verhindert, dass sich die Zuschauerwahrnehmung auf etwas konzentriert, was nicht Aussagewunsch ist. Besonders drastisch wird das Prinzip der Ausschließlichkeit bei der Aufnahme der alten Frau, die einen kleinen Schluck aus einer Tasse trinkt (E 09). Es wird nur die Einstellungsgröße Detail verwendet, um den Blick ganz auf sie und ihre trockene, faltige Haut zu richten. Auf der Tonebene unterstreicht im Kommentar das Reizwort „Austrocknung“ zusätzlich die Ausschließlichkeit des Bildes und spricht einen ganz bestimmten Verständnishintergrund an.

Das Zuschauerauge erwartet unterschiedliche Einstellungsgrößen, ein Verzicht auf Wechsel wird als störend und anstrengend empfunden, da das Prinzip des Wechsels als kulturelle Konvention in unserer Wahrnehmung verankert ist.[6] Beispielhaft ist hier im Berliner Seniorenstift die alte Frau im Bett (E04 – E05 – E06): Die Bildinhalte unterscheiden sich immer durch die unterschiedliche Größe ihres Ausschnittes: der Kopf in Groß, die Frau im Bett in halbnah, die Hand im Detail.

Nicht nur wechselnde Einstellungsgrößen, sondern auch wechselnde Kameraperspektiven von einer Einstellung zur anderen werden als angenehm empfunden. Besonders bei aneinander geschnittenen O-Tönen wie bei denen des Wissenschaftlers und der Pflegekraft (E35 – E36) ist dies wichtig, um dem Zuschauer die Orientierung zu erleichtern, dass die Protagonisten wechseln.

Die Kameraperspektive definiert sich durch den Standpunkt der Kamera im Raum und bestimmt so den Bezug des Zuschauers zum Abgebildeten.[7] Regel der klassischen Filmgestaltung ist es, dass das gleiche Objekt nicht vom gleichen Standpunkt in anderen Größen in aufeinander folgenden Einstellungen aufgenommen werden darf.[8] Am deutlichsten kommt diese Regel in den Bildern vom Bügermeister-Jordan-Heim zur Anwendung (E18 bis E28). Alle Außenaufnahmen vom Heim zeigen dieses von unterschiedlichen Kamerastandpunkten, Bildausschnitten oder Einstellungen. Aber auch am Menschen lässt sich die Regelnachvollziehen, Beispiel hier die Aufnahmen der vom Medizinischen Dienst befragten alten Frau in ihrem Bett (E04-E06). Die Einstellungsgrößen (G, HN, D) und der Standpunkt wechseln.

Die Kameraperspektive dient neben der Wahrnehmungslenkung auch als elementares Mittel für die Gestaltung: Unterschiedliche Perspektiven geben dem Dargestellten eine andere Qualität und drängen den Zuschauer - meistens unmerklich, nur bei extremen Perspektiven für ihn sichtbar - in eine Wahrnehmungsrolle. Er sieht mit der Kamera auf die perspektivisch gestaltete Person bzw. das Geschehen und hat - wegen des Filmtempos - auch kaum Zeit, eine Alternative zur angebotenen Perspektive selbst zu entwickeln.[9] Ein hervorragendes Beispiel wird dem Zuschauer gleich in der ersten Einstellung vermittelt. Die Kamera befindet sich auf dem Boden, bzw. ein wenig oberhalb. Durch die extreme Froschperspektive kann sich der Zuschauer der Realitätsverschiebung nicht entziehen, die für ihn gewohnten Größenverhältnisse geraten durcheinander. Mit dem anfangs unscharfen Objekt im Vordergrund wird die Wahrnehmung auf den Bildmittel- bzw. Hintergrund gelenkt. Üblicherweise machen Schärfeverschiebungen Zusammenhänge deutlich, im vorliegenden Beitrag dient es einerseits der Orientierung aber auch dem Spannungsaufbau zu Beginn.

An den O-Ton-Einstellungen lässt sich die Struktur des Bildfeldes, der Bildaufbau, analysieren. Das Bild weist eine Bildmitte auf, auf diese Bildmitte schauen wir bei ungelenkter Wahrnehmung zuerst. Die Bildmitte ist jedoch nicht die grafische Bildmitte, sondern liegt als optische Mitte leicht über dieser.[10] So sind die Augen der Befragten immer über der grafischen Mitte angeordnet (siehe O-Ton-Einstellungen).

Die Bildkomposition, die Darstellung von Räumen in den Bildern oder von Hintergründen für die Befragten, ist nicht Selbstzweck, sondern dient dazu die abgebildeten Menschen in ihrem Verhältnis zur Umgebung zu zeigen.[11] Die Umgebung soll in einer Beziehung zur dargestellten Person stehen, sie bestimmen und prägen. Allein das Präsentieren setzt bereits voraus, dass wir die Bedeutung des Präsentierten auch erkennen. Umgesetzt wird dies am besten beim Experten (E36): Er wird vor Bücherregalen gezeigt. Die Ausstattung des Ortes, der Hintergrund, unterstreicht die Kompetenz des Befragten, die auch noch dadurch verstärkt wird, dass er im Antextbild in einem Buch blättert / liest.

Weiteres wichtigstes Instrument der Bildsprache ist die Lichtgestaltung, da die Ausleuchtung des Raumes Stimmungen und Atmosphäre schafft.[12] Wenn die Handlung keine Abweichung vom Normalempfinden verlangt, bietet sich ein Normalstil an. So ist es in Informationsformaten typisch, dass für O-Töne Protagonist und Hintergrund normal ausgeleuchtet sind.

[...]


[1] vgl.: Schult / Buchholz 1997, S. 58

[2] vgl.: Hickethier 2001, S.58

[3] vgl.: Hickethier 2001, S.59.

[4] vgl.: Hickethier 2001, S. 46.

[5] Hamann 1983, S. 9.

[6] vgl.: Hickethier 2001, S. 56.

[7] vgl.: Schult/Buchholz 1997, S. 25.

[8] vgl.: Schult/Buchholz 1997, S. 30.

[9] vgl.: Gast 1993, S. 24.

[10] vgl.: Hickethier 2001, S. 51

[11] vgl. :Hickethier 2001, S. 52.

[12] vgl.: Hickethier 2001, S. 77.

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
NICHT MAL SATT UND SAUBER – UNTERERNÄHRUNG IN PFLEGEHEIMEN: Analyse eines Magazinbeitrages der ARD-Sendung KONTRASTE
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft)
Veranstaltung
Medienseminar Fernsehen
Note
sehr gut (1,3)
Autor
Jahr
2003
Seiten
32
Katalognummer
V20861
ISBN (eBook)
9783638246262
Dateigröße
757 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Der Theorieteil ist integriert, ebenso das Strukturprotokoll der Sendung, das Einstellungsprotokoll des Beitrags und das Sequenzprotokoll. Der Beitrag kann unter www.kontraste.de im Archiv des RBB (Sendung vom 14.08.2003) angesehen werden.
Schlagworte
NICHT, SATT, SAUBER, UNTERERNÄHRUNG, PFLEGEHEIMEN, Analyse, Magazinbeitrages, ARD-Sendung, KONTRASTE, Medienseminar, Fernsehen
Arbeit zitieren
Torsten Schaletzke (Autor), 2003, NICHT MAL SATT UND SAUBER – UNTERERNÄHRUNG IN PFLEGEHEIMEN: Analyse eines Magazinbeitrages der ARD-Sendung KONTRASTE, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20861

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