Heutzutage wird es immer selbstverständlicher gerüstet zu sein, um sich auch über Ländergrenzen hinweg für interessante Jobangebote zu bewerben. Gerade innerhalb der Europäischen Union wurden in den letzten Jahren viele Barrieren abgebaut und es wird leichter sich als Ausländer auf eine Stelle in Deutschland zu bewerben. Aber auch diejenigen, die nach Deutschland immigrieren, werden, insofern sie hier arbeiten wollen, früher oder später damit konfrontiert, sich auf eine Stelle zu bewer-ben und in einem Bewerbungsgespräch (synonym auch Vorstellungsgespräch) zu überzeugen.
Darüber hinaus ist das Interesse und die Auseinandersetzung mit dem vielfältigen Thema Bewerbungsgespräch in Deutschland unumgänglich, da nahezu jeder Er-wachsene sich mindestens einmal im Leben in der Lage befindet, sich bei einem Unternehmen vorzustellen. Meistens entscheidet sich in den ersten Minuten des Kennenlernens zwischen dem Bewerber und dem potenziellen Arbeitgeber, der Ausgang des Gesprächs. Der Bewerber kann die Situation zu seinen Gunsten beeinflussen, wenn er die Erwartungen seines Gegenübers im Bereich Körperspra-che, Auftreten und Kommunikation souverän erfüllt und dabei natürlich und authen-tisch wirkt. Bewerber, die unsicher sind oder auch ausländische Bewerber, die ungeübt sind in der deutschen Gesprächsführung, sollten gut vorbereitet sein um zu überzeugen und bleibenden Eindruck zu hinterlassen.
Vor diesem Hintergrund ist es nicht bloß wichtig, sich mit dem formalen Rahmen, wie zum Beispiel der Stellenanzeige und der Aufbereitung der Bewerbungsunterla-gen zu beschäftigen, sondern auch mit kulturellen Gesprächsbesonderheiten im Rahmen eines Vorstellungsgesprächs in Deutschland und zu wissen worauf es Personalern ankommt. Ein gut vorbereiteter Bewerber hat die Chance, sich gegen seine Konkurrenten durchzusetzen und den Arbeitgeber davon zu überzeugen, dass er genau der Richtige für diese Stelle ist. Da es ungünstig wäre, den Ge-sprächsverlauf dem Zufall zu überlassen, wollen wir in dieser schriftlichen Ausarbei-tung insbesondere die Aspekte darlegen, die aus Sicht des Bewerbers vor und im Vorstellungsgespräch von zentraler Bedeutung sind.
Im Folgenden soll zunächst die Vorbereitung für den Vorstellungstermin thematisiert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Vorbereitung auf das Bewerbungsgespräch
2.1 Organisatorische Vorbereitung
2.2 Kleidung und Auftreten
2.3 Informationen über das Unternehmen
2.4 Gedankliche Vorbereitung
3. Das Bewerbungsgespräch
3.1 Ablauf und Phasen eines Bewerbungsgespräches
3.1.1 Begrüßung und Einleitung des Gespräches
3.1.2 Fragen zum beruflichen Werdegang
3.1.3 Fragen zur beruflichen Eignung
3.1.4 Fragen zur Person und das soziale Umfeld
3.1.5 Eigene offene Fragen
3.1.6 Ende des Gesprächs und Verabschiedung
3.2 Häufig gestellte Fragen im Bewerbungsgespräch
3.3 Rechtlich zulässige Fragen im Bewerbungsgespräch
3.4 Körpersprache
3.5 Die häufigsten Fehler im Vorstellungsgespräch
4. Kritischer Vergleich eines fachspezifischen Lehrwerks mit einschlägiger Bewerbungsliteratur
5. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen und Erfolgsfaktoren von Bewerbungsgesprächen in Deutschland, insbesondere mit Blick auf ausländische Bewerber. Ziel ist es, Strategien für eine fundierte Vorbereitung und Gesprächsführung zu entwickeln und diese mit bestehenden Lehrmaterialien für den berufsorientierten Fremdsprachenunterricht zu vergleichen.
- Struktur und Ablauf eines professionellen Bewerbungsgespräches
- Kulturelle Besonderheiten und Erwartungen deutscher Personaler
- Strategien zur Vorbereitung (organisatorisch, inhaltlich, gedanklich)
- Analyse und kritische Bewertung fachspezifischer Lehrwerke
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Begrüßung und Einleitung des Gespräches
Werden Vorstellungsgespräche professionell geführt, gibt es in der Regel einen ganz bestimmten Ablauf, an dem sich viele Personalentscheider orientieren. Im besten Fall sollte das Bewerbungsgespräch als eine Art Dialog stattfinden und die Redeanteile paritätisch aufgeteilt sein zwischen dem Bewerber und dem Arbeitgeber. In der ersten Phase geht es meistens um die Begrüßung und die Einleitung des Gespräches. Nach List (2003, S. 64) kann man in der Fachliteratur lesen, dass die Entscheidung, wer eingestellt wird, schon während der ersten vier Minuten des Vorstellungsgesprächs fällt. Man beruft sich dabei auf Untersuchungen von amerikanischen Sozialpsychologen. Den ersten Eindruck sollte ein Bewerber in Deutschland nicht dem Zufall überlassen, denn die ersten Augenblicke seines Auftretens und Verhaltens können weitreichende Konsequenzen haben.
Zu Beginn eines Gespräches, geht es meist darum eine gemeinsame Gesprächsatmosphäre, unter anderem durch Small Talk, aufzubauen. Der Personalentscheider sollte in dieser Phase die Initiative behalten dürfen. Die Sitzwahl bestimmt der Interviewer. Im Anschluss nach dem warm-up präsentiert sich das Unternehmen gerne selbst und informiert über die zu vergebene Stelle. Gegebenenfalls wird der Bewerber auch gefragt, was dieser über das Unternehmen weiß und wie er sich die Tätigkeit vorstellt (Hofert, 2008, S. 34).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit einer guten Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche in Deutschland, insbesondere für internationale Bewerber.
2. Vorbereitung auf das Bewerbungsgespräch: Hier werden organisatorische, inhaltliche und mentale Aspekte beleuchtet, um souverän und professionell aufzutreten.
3. Das Bewerbungsgespräch: Dieses Kapitel erläutert den typischen Ablauf, wichtige Fragebereiche, rechtliche Rahmenbedingungen sowie die Bedeutung von Körpersprache und die Vermeidung häufiger Fehler.
4. Kritischer Vergleich eines fachspezifischen Lehrwerks mit einschlägiger Bewerbungsliteratur: Es erfolgt eine Gegenüberstellung von Lehrwerken für den Fremdsprachenunterricht mit gängiger deutscher Fachliteratur zur Bewerbungspraxis.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass fremdsprachliche Lehrbücher zwar nützlich zur Reduktion auf ein sprachliches Niveau sind, aber oft zu oberflächlich bleiben und durch gängige deutsche Fachliteratur ergänzt werden sollten.
Schlüsselwörter
Bewerbungsgespräch, Vorstellungsgespräch, Deutschland, Personaler, Berufsorientierter Fremdsprachenunterricht, Vorbereitung, Körpersprache, Lebenslauf, Fachliteratur, Kompetenzen, Gesprächsführung, Berufseinstieg, kulturelle Besonderheiten, Fragestrategien, berufliche Eignung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Anforderungen an Bewerbungsgespräche in Deutschland und wie sich Bewerber, speziell solche mit ausländischem Hintergrund, erfolgreich auf diese Situationen vorbereiten können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der gründlichen Vorbereitung, dem Ablauf des Gesprächs, den rechtlichen Aspekten sowie der Wirkung von Auftreten und Körpersprache.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Bewerber den Gesprächsverlauf durch gezielte Vorbereitung positiv beeinflussen können und eine kritische Einordnung von Lehrmaterialien vorzunehmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse und vergleicht dabei fachspezifische Lehrwerke für den Fremdsprachenunterricht mit allgemeiner deutscher Fachliteratur zum Thema Bewerbung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Phasen des Bewerbungsgespräches, typische Fragen von Arbeitgebern, den Umgang mit Fehlern und die Bedeutung von Kleidung sowie Auftreten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe umfassen Bewerbungsgespräch, Vorbereitung, Personaler, Körpersprache, berufliche Eignung und interkulturelle Aspekte.
Warum ist die Unterscheidung zwischen fremdsprachlichen Lehrwerken und Fachliteratur wichtig?
Die Analyse zeigt, dass fremdsprachliche Lehrbücher zwar sprachlich zugänglich sind, aber in der inhaltlichen Tiefe und Aktualität oft hinter der allgemeinen Fachliteratur zurückbleiben.
Welche Rolle spielt die Körpersprache laut der Arbeit?
Die Körpersprache ist ein entscheidender Sympathiefaktor, der das gesprochene Wort unterstützen oder konterkarieren kann; ein authentisches Auftreten ist hierbei essenziell.
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- Bachelor of Science Wirtschaftspädagogik Lorraine Möller (Author), 2012, Bewerbungsgespräche in Deutschland für ausländische Bewerber, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/208670