Bei Neugeborenen, insbesondere dem Frühgeborenen, ist es die unreife zentrale Regulation, die zu Apnoen und Bradycardien führt. Im jungen Säuglingsalter überwiegen die zentralen Apnoen (fehlende Atembewegungen mit fehlendem Flow Nasal) und der Anteil der obstruktiven Apnoen (fehlende Flow nasal bei vorhandener Atmungsaktivität) beträgt weniger als 10%. Zahlreiche Frühgeborene unter der 35. Gestationswoche brauchen eine Atemstimulation mittels Medikamenten oder gar einer maschinellen Unterstützung der Atmung mittels Nasen –CPAP (über nasopharyngealen Tubus oder spezielle nasale Prongs); wenige ganz unreife Frühgeborene bedürfen sogar einer Druckbeatmung via Nasotrachealtubus [1]. Einengungen und neuromotorische Dysfunktionen der oberen Atemwege führen in zahlreichen Fällen zu einer behinderten Atmung, vor allem im Schlaf, wenn der Muskeltonus der oberen Atemwege abnimmt und die Obstruktion zunimmt. Dazu gehören Choanalstenosen /-Atresie, Makroglossie, Mikro-/Retrognathie, nasale Fremdkörper, Polypen, Speicherkrankheiten, allergische Rhinitis, Zustand nach Gaumenspaltenverschluss oder im Rahmen von zahlreichen Syndromen mit kraniofazialen Missbildungen wie das Apert-Syndrom, Crouzon-Syndrom, Pfeiffer-Syndrom, Pierre-Robbin-Sequenz, Achondroplasie, Trisomie 21, Treacher-Collins-Sydrom, Tumore und viele mehr[1]. Sher untersuchte Kinder mit craniofazialen Fehlbildungen, mit Hilfe von Nasopharyngoskopien und fand heraus, dass es vier verschiedene Mechanismen gibt, die eine Obstruktion der oberen Atemwege verursachen, die in Abbildung 1- 4 Dargestellt werden [2, 4].
Mit der pre-epiglottischen Platte mit beweglichem Sporn können Säuglinge mit der Typ-1-Obstruktion und Typ-2-Obstruktion behandelt werden. Die Atemwegsverlagerung in Zusammenhang mit Mikro- oder Retrognathie wurde erstmals 1911 von Shukowski beschrieben, er beobachtete bei Patienten mit infantiler Micrognathie einen von vorne nach hinten verkürzten Unterkiefer, der durch die tief in den Rachen gesenkte Zungenbasis, die auf die Epiglottis drückte, zu schwerwiegender respiratorischer Insuffizienz führte und nannte diese Erscheinung „Stridor inspiratorius congenitus“ [3]. [...]
Inhaltsverzeichnis
- 1.0 Einleitung
- 2.0 Klinik
- 3.0 Ätiopathogenese
- 4.0 Therapieplan
- 5.0 Material und Methoden
- 6.0 Ergebnisse
- 7.0 Diskussion
- 8.0 Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Behandlung von Säuglingen mit obstruktiver Atemwegsstörung unter Einbeziehung der Eltern als "Ko-Therapeuten". Sie konzentriert sich auf den Einsatz von pre-epiglottischen Platten mit beweglichem Sporn bei Säuglingen mit Typ-1- und Typ-2-Obstruktion, die durch Mikro- oder Retrognathie verursacht werden.
- Obstruktive Atemwegsstörung bei Säuglingen
- Die Rolle der Eltern als "Ko-Therapeuten"
- Pre-epiglottische Platten mit beweglichem Sporn
- Typ-1- und Typ-2-Obstruktion
- Mikro- und Retrognathie
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Das Kapitel beleuchtet die Ursachen und den Verlauf obstruktiver Atemwegsstörungen bei Säuglingen, insbesondere im Zusammenhang mit Frühgeborenen. Es werden verschiedene anatomische und pathologische Faktoren sowie relevante Krankheitsbilder und Syndrome erwähnt, die zu Atemwegsobstruktionen führen können.
- Klinik: Dieses Kapitel beschreibt die klinischen Symptome und die Diagnose obstruktiver Atemwegsstörungen bei Säuglingen. Es wird auf die verschiedenen Arten der Obstruktion eingegangen und die entsprechenden Behandlungsmöglichkeiten vorgestellt.
- Ätiopathogenese: Der Fokus dieses Kapitels liegt auf den Ursachen und der Entstehung von obstruktiven Atemwegsstörungen bei Säuglingen. Es wird die Rolle der unreifen zentralen Regulation, der anatomischen Besonderheiten und der verschiedenen Krankheitsbilder im Zusammenhang mit Atemwegsobstruktionen beleuchtet.
- Therapieplan: Dieses Kapitel beschreibt den Therapieplan für Säuglinge mit obstruktiver Atemwegsstörung. Es geht auf die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten ein, die je nach Art und Schweregrad der Obstruktion zum Einsatz kommen können, darunter die Verwendung von pre-epiglottischen Platten mit beweglichem Sporn.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf die Themen Obstruktive Atemwegsstörung, Säuglinge, Frühgeborene, pre-epiglottische Platten, Typ-1- und Typ-2-Obstruktion, Mikro- und Retrognathie, Ko-Therapie, Elternrolle.
Häufig gestellte Fragen
Was ist eine pre-epiglottische Platte mit beweglichem Sporn?
Es handelt sich um ein kieferorthopädisches Gerät zur Behandlung von Säuglingen mit Atemwegsobstruktionen, das die Zungenbasis nach vorne verlagert, um den Atemweg freizuhalten.
Welche Säuglinge profitieren von dieser Behandlung?
Säuglinge mit Typ-1- und Typ-2-Obstruktionen, die oft im Rahmen von Fehlbildungen wie der Pierre-Robin-Sequenz oder kraniofazialen Missbildungen auftreten.
Was bedeutet Mikro- oder Retrognathie?
Mikrognathie bezeichnet einen zu kleinen Unterkiefer, Retrognathie einen zurückliegenden Unterkiefer. Beides kann dazu führen, dass die Zunge den Rachenraum einengt.
Warum werden Eltern als "Ko-Therapeuten" einbezogen?
Da die Platte dauerhaft getragen werden muss, spielen die Eltern eine entscheidende Rolle bei der täglichen Handhabung, Überwachung und Pflege des Kindes während der Therapie.
Was ist der Unterschied zwischen zentralen und obstruktiven Apnoen?
Zentrale Apnoen entstehen durch fehlende Atembewegungen (Steuerungsproblem), während obstruktive Apnoen durch eine mechanische Blockade der Atemwege bei aktiver Atmung entstehen.
- Citar trabajo
- Carsten Matuschek, M.Sc. (Autor), 2012, Behandlung mit pre-epiglottischen Platten mit beweglichem Sporn bei Säuglingen mit obstruktiver Atemwegsstörung unter Einbeziehung der Eltern als "Ko-Therapeuten", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/208818