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Die Entlarvung der Wachstumseuphorie: Warum dauerhaftes Wirtschaftswachstum nicht möglich ist

Title: Die Entlarvung der Wachstumseuphorie: Warum dauerhaftes Wirtschaftswachstum nicht möglich ist

Bachelor Thesis , 2011 , 59 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Reinhold Uhlmann (Author)

Economics - Other
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit geht der Frage nach, ob weiteres Wirtschaftswachstum möglich ist, oder ob es Beschränkungen gibt, wie zum Beispiel die Endlichkeit nicht-erneuerbarer Ressourcen.
Da Wirtschaftswachstum ein ökonomisches Konzept ist und sich die wirtschaftswissenschaftliche Literatur umfangreich mit den Grenzen des Wirtschaftswachstums beschäftigt, soll an die Frage ökonomisch herangegangen werden. Zunächst soll dabei auf den fundamentalen Unterschied zwischen erneuerbaren und nicht-erneuerbaren Ressourcen eingegangen werden, der für die Fragestellung eine große Bedeutung hat. Anhand der wesentlichen Argumentationen, die in den Wirtschaftswissenschaften hervorgebracht wurden, versucht die Arbeit dann eine Antwort auf die Wachstumsfrage zu finden. Dabei können die meisten Argumentationen in zwei Lager eingeordnet werden, in die Neoklassik auf der einen und in die Ökologische Ökonomik auf der anderen Seite (Illge/Schwarze 2005: 295). Im Folgenden soll daher der wirtschaftswissenschaftliche Mainstream (insbesondere die Neoklassik), dargestellt werden, der dauerhaftes Wachstum prinzipiell für möglich hält. An dieser Stelle soll auch kurz auf zwei Ansätze eingegangen werden, die zwar nicht explizit neoklassisch daherkommen, allerdings im Prinzip ebenfalls am Wirtschaftswachstum festhalten und auf Effizienzverbesserungen setzen. Im Anschluss folgt die Darstellung wachstumskritischer Positionen, die sich insbesondere im Paradigma der Ökologischen Ökonomik finden. Am Ende dieses Abschnitts wird außerdem ein Ansatz vorgestellt, der zwar Wachstum für möglich hält, allerdings wesentliche Prinzipien der Ökologischen Ökonomik befolgt. Auch wenn man heute weiß, dass die zunehmende Senkenbelastung eher ein Engpassfaktor ist als begrenzte Ressourcen (Luks 2001: 33), soll auf dieses Problem nur am Rande eingegangen werden. Schließlich kann dies, zumindest theoretisch, durch den Einsatz erneuerbarer Ressourcen weitgehend beseitigt werden. Wohl aber wird auf die Rolle von natürlichen Ressourcen insgesamt für den Wirtschaftsprozess eingegangen. Da sich Wirtschaftswachstum allerdings nicht nur am Einsatz von Ressourcen bemisst, sondern vor allem auch an der monetären Bewertung von Produkten und Dienstleistungen, wird im Folgenden diskutiert, ob trotz beschränkter materieller Basis immer größere monetäre Werte geschaffen werden können. Am Ende folgt die Darstellung der Ergebnisse der Arbeit.

Excerpt


1. Einleitung

2. Erneuerbare und nicht-erneuerbare natürliche Ressourcen

3. Wachstumsbefürwortende Ansätze

3.1 Der wirtschaftswissenschaftliche Mainstream: Die Neoklassik

3.2 „Faktor Fünf. Die Formel für nachhaltiges Wachstum“

3.3 Wuppertaler Ansatz

3.4 Zwischenfazit

4. Die Ökologische Ökonomik

4.1 Einordnung und Entstehung der Ökologischen Ökonomik

4.2 Kritik an der Neoklassik

4.3 Thermodynamik und vollständiges Recycling

4.4 Substitution

4.5 Technischer Fortschritt und Unsicherheit

4.6 Herman Daly

4.7 Der Ansatz von Keil

5. Wirtschaftswachstum bei konstanter materieller Basis?

6. Zusammenfassung und Ergebnisse

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die zentrale Forschungsfrage, ob ein dauerhaftes Wirtschaftswachstum theoretisch möglich ist. Dabei wird der Fokus auf das Spannungsfeld zwischen den neoklassischen Wachstumstheorien und den ökologisch-ökonomischen Kritikpunkten unter Berücksichtigung physikalischer Grenzen gelegt.

  • Grundlagen natürlicher Ressourcen (erneuerbar vs. nicht-erneuerbar)
  • Analyse neoklassischer Wachstumsmodelle und ihre Kritik
  • Die Rolle der Thermodynamik und Entropie in Wirtschaftsprozessen
  • Möglichkeiten der Substitution und des technischen Fortschritts
  • Diskussion über Entkopplungspotenziale und Steady-State-Ökonomik

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

In den letzten 200 Jahren erlebte die Menschheit ein beträchtliches Wirtschaftswachstum, welches im Vergleich zur sonstigen viel längeren Menschheitsgeschichte außergewöhnlich ist. Wirtschaftswachstum ist dabei die Zunahme des volkswirtschaftlichen Gesamteinkommens, „verstanden als die Wertsumme der volkswirtschaftlichen Produktion“ (Felderer/Homburg 2003: 38) von Gütern und Dienstleistungen (vgl. auch Mankiw 2003: 211; Luks 2001: 23). Wirtschaftswachstum hat damit sowohl eine materielle („Produktion von Gütern und Dienstleistungen“) als auch eine monetäre Seite („Wertsumme“) - ein Unterschied der für die Behandlung der hier aufgeworfenen Frage noch wichtig wird.

Das Sozialprodukt wird oft auch als „Wohlstandsindikator“ angesehen (Felderer/Homburg 2003: 38), wobei natürlich fraglich ist, ob der Wert der produzierten Güter und Dienstleistungen mit Wohlfahrt, geschweige denn mit Lebensqualität gleichzusetzen ist, oder ob zu diesen Konzept nicht noch mehr Faktoren gehören, wie zum Beispiel Gesundheit, Umweltqualität oder niedrige Kriminalität (Jacobs 1991: 222-241; Ekins 1993: 270; Ekins/Jacobs 1994: 1; vgl. Luks 2001: 23). Trotz dessen hat das am Sozialprodukt gemessene Wirtschaftswachstum in der öffentlichen Debatte eine herausragende Bedeutung (Luks 2002: 62). Schließlich sei es „das meistakzeptierte Ziel der Welt, weil es die Aussicht auf mehr für alle mit Opfer für niemanden biete“ (Daly 1991: 8, zitiert nach Luks 2000: 44). Auch bei der Betrachtung der meisten politischen Programme erscheint Wirtschaftswachstum als eine der wichtigsten Absichten. Es wird oft argumentiert, dass es notwendig ist, um andere (wirtschaftspolitische) Ziele zu erreichen, wie z.B. die Bekämpfung von Armut oder Arbeitslosigkeit.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die historische Bedeutung des Wirtschaftswachstums und Darlegung der zentralen Forschungsfrage sowie der ethischen Prämissen.

2. Erneuerbare und nicht-erneuerbare natürliche Ressourcen: Analyse des Unterschieds zwischen Ressourcenarten und deren Bedeutung für eine nachhaltige Entwicklung.

3. Wachstumsbefürwortende Ansätze: Darstellung der neoklassischen Positionen sowie Ansätze wie Faktor Fünf und der Wuppertaler Ansatz.

4. Die Ökologische Ökonomik: Kontrastierung der neoklassischen Sicht mit wachstumskritischen Paradigmen, inklusive thermodynamischer und institutioneller Kritik.

5. Wirtschaftswachstum bei konstanter materieller Basis?: Untersuchung der theoretischen Möglichkeiten einer Entkopplung von monetärem Wachstum und materiellem Verbrauch.

6. Zusammenfassung und Ergebnisse: Synthese der Argumente und Fazit zur mittelfristigen Plausibilität von dauerhaftem Wirtschaftswachstum.

Schlüsselwörter

Wirtschaftswachstum, Neoklassik, Ökologische Ökonomik, Nachhaltigkeit, Thermodynamik, Entropie, Ressourceneffizienz, Substitution, technischer Fortschritt, Steady-State-Economy, intergenerative Gerechtigkeit, Entkopplung, Sozialprodukt, Naturkapital, Umweltschutz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob dauerhaftes Wirtschaftswachstum angesichts begrenzter natürlicher Ressourcen theoretisch möglich ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen die neoklassische Wachstumstheorie, ökologische Ökonomik, Thermodynamik und Konzepte für eine nachhaltige Wirtschaftsgestaltung.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage lautet: „Ist dauerhaftes Wirtschaftswachstum theoretisch möglich?“

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und den Vergleich unterschiedlicher ökonomischer Denkschulen, insbesondere den Kontrast zwischen Neoklassik und Ökologischer Ökonomik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert wachstumsbefürwortende Theorien, kritisiert diese anhand thermodynamischer Gesetze und diskutiert Möglichkeiten der Entkopplung von Wachstum und Ressourcenverbrauch.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wachstum, Nachhaltigkeit, Thermodynamik, Ressourcen, Substitution und ökonomische Paradigmen.

Wie bewertet der Autor die Rolle des technischen Fortschritts?

Der Autor ordnet dem technischen Fortschritt zwar ein Entkopplungspotenzial zu, betrachtet es aber als begrenzt und nicht ausreichend für ein langfristig unbegrenztes Wachstum.

Warum ist das Konzept der Steady-State-Economy für den Autor relevant?

Weil es eine physisch konstante Wirtschaft anstrebt, die als Antwort auf die Grenzen des materiellen Wachstums und zur Wahrung intergenerativer Gerechtigkeit dient.

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Details

Title
Die Entlarvung der Wachstumseuphorie: Warum dauerhaftes Wirtschaftswachstum nicht möglich ist
College
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald  (Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät)
Grade
2,3
Author
Reinhold Uhlmann (Author)
Publication Year
2011
Pages
59
Catalog Number
V208951
ISBN (eBook)
9783656367970
ISBN (Book)
9783656370147
Language
German
Tags
wirtschaftswachstum dauerhaft wachstum vwl ökologische ökonomie daly substitution technischer fortschritt naturkapital
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Reinhold Uhlmann (Author), 2011, Die Entlarvung der Wachstumseuphorie: Warum dauerhaftes Wirtschaftswachstum nicht möglich ist, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/208951
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