Die Marketingkommunikation steht vor gewaltigen Herausforderungen: Virtuelle Kommunikationsinstrumente wie die Sozialen Medien und auch die Live-Communication übernehmen verstärkt die Funktionen der klassischen Werbung. Die Einwegkommunikation wird mehr und mehr von der Dialogkommunikation ergänzt oder sogar ersetzt:
Passives Verhalten wird zur Interaktion, Werbemonolog wird zum Kundendialog, Anonymität wird zum Individuum, der mediale Auftritt wird zum Live-Erlebnis und die Information zur Emotion.
Diese fundamentalen Veränderungen und die dadurch wachsende Bedeutung der Instrumente der Live-Communication, wie Messen und Events, machen eine systematische und sorgfältige Kommunikationsplanung und eine daraus resultierende zielgerichtete Kommunikationsstrategie unabdingbar.
Unternehmen müssen auf diese veränderten Bedingungen aktiv reagieren und ihre Kommunikation entsprechend anpassen, um die Aufmerksamkeit und Erinnerung der Rezipienten zu erhalten. Kommunikation ist daher systematisch zu planen und umzusetzen. In Marketingabteilungen von Unternehmen mangelt es häufig an einer Professionalisierung des Live-Communication-Managements. So werden die vielseitigen Potentiale, die sich aus einer Live-Communication-Strategie ergeben können, häufig nicht voll ausgeschöpft. Es gilt diese zu optimieren, um nachhaltige ökonomische Erfolge durch den effektiven und zugleich effizienten Einsatz der Live-Communication garantieren zu können.
Diese Arbeit soll sich auf das Live-Communication Instrument Messe fokussieren. Die Hypothese Einsatz optimierter Kommunikationsstrategien auf Messen erhöht Ihren Wirkungsgrad soll hier ausführlich mit kommunikationstheoretischen Argumenten analysiert werden. Primär soll untersucht werden, in wie weit mit multisensualen Reizen die strategische Messekommunikation Einfluss auf das Rezipientenverhalten nehmen kann. Dabei sollen die grundlegenden Prozesse der Kommunikation beleuchtet und mögliche Auswirkungen analysiert, sowie die Relevanz für die Messekommunikation bewertet werden. Dabei soll insbesondere auf die Auswirkungen der menschlichen Kommunikation und auf die kommunikativen Auswirkungen von multisensualen Stimuli eingegangen werden. Als Fazit soll ein Idealzustand bzw. Optimum für eine Kommunikationsstrategie für internationale Leitmessen entwickelt werden. Aus diesem sollen Handlungsempfehlungen für zukünftige Kommunikationsstrategien auf Messen abgeleitet werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Paradigmenwechsel in der Kommunikation
1.2 Abgrenzung des Themas
1.3 Aufbau und Vorgehensweise
2 Rollen von Messen
2.1 Relevanz für den Marketing-Mix
2.2 Relevanz von Messen in der Kommunikationspolitik
2.3 Funktionen von Messen
2.4 Messeziele
2.4.1 Qualitative und quantitative Messeziele
2.4.2 Kommunikative und psychologische Zielsetzungen
2.5 Zielgruppen auf Messen
3 Kommunikation als Live-Communication
3.1 Grundregeln der Kommunikation
3.2 Merkmale von Live-Communication
3.3 Problemfelder der Live-Communication
3.4 Die Laswell Formel
4 Kommunikationsstrategie für Messen
4.1 Typen von Kommunikationsstrategien
4.2 Systematische Kommunikationsplanung für Messen
4.3 Instrumente der Messekommunikation
4.3.1 Messestand
4.3.2 Standpersonal
4.3.3 Exponate
4.3.4 Kommunikationsmaßnahmen
5 Auswirkungen von Kommunikationsstrategien
5.1 Prozesse der Kommunikationswirkung
5.2 Wirkungen der Live-Communication
5.2.1 Psychografische Wirkungen
5.2.2 Ökonomische Wirkungen
5.2.3 Multisensuale Wirkungen
5.3 Besonderheiten der Wirkung von Live-Communication
5.4 Wirkungsmessung
5.4.1 Methoden und Instrumente der Wirkungsmessung
5.4.2 Probleme der Wirkungsmessung
5.5 Effizienz und Effektivität von Messebeteiligungen
5.6 Wirkungsgrad von Messebeteiligungen
6 Optimierung von Kommunikationsstrategien
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelor-Arbeit untersucht, inwiefern optimierte Kommunikationsstrategien den Wirkungsgrad von Messeauftritten steigern können. Unter dem Fokus des „Live-Communication“-Ansatzes wird analysiert, wie multisensuale Reize das Rezipientenverhalten beeinflussen und wie Unternehmen ihre Messekommunikation systematisch planen und messen können, um nachhaltige ökonomische Erfolge zu erzielen.
- Paradigmenwechsel von der klassischen Kommunikation zur erlebnisorientierten Live-Communication
- Messe als multifunktionales Instrument im Marketing-Mix
- Kommunikationspsychologische Grundlagen und deren Anwendung im Messekontext
- Strategische Planung und instrumenteller Einsatz (Messestand, Personal, Exponate)
- Herausforderungen und Methoden der Erfolgskontrolle (Effizienz und Effektivität)
Auszug aus dem Buch
Axiom 1: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“
Kommunikation umfasst nicht nur Worte. Der Mensch kommuniziert überwiegend durch Körpersprache, Körperhaltung, Betonung, Sprechweise und die Geschwindigkeit der Sprache. Diese sogenannte non-verbale Kommunikation bzw. dieses grundlegende Verhalten kann schwer gesteuert werden. Worte hingegen können einfach lügen. Sowohl Worte als auch Verhalten haben einen beeinflussenden Mitteilungscharakter und kommunizieren dadurch automatisch. Kommunikation ist Verhalten. Man kann sich daher nicht nicht Verhalten und folglich auch nicht nicht kommunizieren.
Beispiel: Eine Messe-Hostess steht an einem Empfangs-Counter und schaut dauerhaft auf ihren Bildschirm. Dabei teilt sie dem interessierten Messebesucher non-verbal mit, dass sie nicht angesprochen werden möchte.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung beschreibt den Paradigmenwechsel von der klassischen Einwegkommunikation hin zur erlebnisorientierten Live-Communication und skizziert die methodische Vorgehensweise der Arbeit.
2 Rollen von Messen: Dieses Kapitel ordnet Messen in den Marketing-Mix ein und erläutert deren vielfältige Funktionen sowie die Ableitung von quantitativen und qualitativen Messezielen.
3 Kommunikation als Live-Communication: Hier werden die theoretischen Grundlagen der zwischenmenschlichen Kommunikation (insb. nach Watzlawick) und die spezifischen Merkmale der Live-Communication als Erfolgsfaktor auf Messen dargelegt.
4 Kommunikationsstrategie für Messen: Dieses Kapitel widmet sich der strategischen Planung und den spezifischen Instrumenten der Messekommunikation, wie Messestand, Personal und Exponate.
5 Auswirkungen von Kommunikationsstrategien: Dieser Teil analysiert die psychografischen, ökonomischen und multisensualen Wirkungen von Messeauftritten sowie die Problematiken der Wirkungsmessung.
6 Optimierung von Kommunikationsstrategien: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und leitet Handlungsempfehlungen für zukünftige, optimierte Messeauftritte ab.
Schlüsselwörter
Live-Communication, Messekommunikation, Kommunikationsstrategie, Messebeteiligung, Marketing-Mix, Wirkungsmessung, Multisensualität, Kundengewinnung, Messestand, Standpersonal, Markenauftritt, Erfolgsfaktoren, Edutainment, Zielgruppenorientierung, Kommunikationsziele
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die strategische Bedeutung von Kommunikationsmaßnahmen auf Messen vor dem Hintergrund eines Paradigmenwechsels in der Marketingkommunikation.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Rolle von Messen im Marketing-Mix, die psychologischen Grundlagen der Kommunikation, die strategische Planung von Messeauftritten und deren Erfolgsbewertung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen durch den gezielten, strategischen Einsatz von Kommunikationsmitteln und multisensualen Reizen den Wirkungsgrad ihrer Messebeteiligungen optimieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literatur- und theoriebasierte Analyse, die kommunikationstheoretische Modelle auf die Praxis des Messe- und Eventmanagements überträgt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Rollen von Messen, die Besonderheiten der Live-Communication, die strategische Gestaltung von Messeauftritten und die detaillierte Analyse von Wirkungs- und Messmethoden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Live-Communication, Messekommunikation, Kommunikationsstrategie und Erfolgskontrolle beschreiben.
Wie wichtig ist das Standpersonal für den Erfolg?
Das Standpersonal ist ein kritischer Erfolgsfaktor, da es als Repräsentant des Unternehmens die direkte Interaktion ("High Touch") mit dem Besucher gestaltet und somit wesentlich zur Atmosphäre und Botschaftsvermittlung beiträgt.
Was ist das Hauptproblem bei der Erfolgskontrolle von Messen?
Das Hauptproblem liegt in der schwierigen Messbarkeit, da oft eine klare Zurechenbarkeit zwischen spezifischen Maßnahmen und dem wirtschaftlichen Erfolg fehlt (Ursache-Wirkungs-Problem, Time-Lag-Effekte).
Welche Rolle spielen multisensuale Reize?
Multisensuale Reize (Sehen, Hören, Tasten etc.) steigern die Erinnerungsleistung bei den Besuchern erheblich, da sie Informationen emotionaler und intensiver vermitteln, was in einer reizüberfluteten Messeumgebung entscheidend ist.
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- Arne Dübbert (Author), 2012, Einsatz multisensualer Reize in der strategischen Messekommunikation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/209035