Aufgrund der Vielzahl verschiedener aktueller Entwicklungen wie beispielsweise der zunehmenden Dynamik der Umwelt, der Intensivierung des Wettbewerbs, der verstärkten Internationalisierung der Arbeitsmärkte und gesellschaftliche Veränderungen bedingt durch demografische Umgestaltungen gewinnt die Personalwirtschaft als Teilbereich des Führungssystems im Unternehmen zunehmend an Bedeutung. Der Faktor Mensch wird so wieder verstärkt bei unternehmerischen Entscheidungen und Analysen fokussiert.
Das Funktionieren einer jeden Organisationsform ist ohne den Einsatz des Faktors Mensch unvorstellbar. Die Erstellung von Gütern sowie die Bereitstellung von Dienstleistungen begründen sich letztendlich stets auf den zielorientierten Einsatz von Humanressourcen, d. h. neben Kapital und Boden auf den originären Produktionsfaktor Arbeit. Der Mensch im Unternehmen gilt deshalb als unabdingbarer Leistungs-, Wertschöpfungs- und Erfolgsfaktor, aufgrund der Charakteristika eines sozialen Wesens mit individuellen Interessen, Erwartungen und Bedürfnissen allerdings auch als Risikofaktor. In diesem Zusammenhang spielt besonders die nachhaltige und effiziente Humanressourcennutzung, um die langfristige Sicherung von qualifizierten und motivierten Mitarbeitern zur Erreichung des Unternehmensziels zu gewährleisten, eine immer bedeutungsvollere Rolle im Unternehmen. Durch den Ausbau und die Relevanzzunahme einer nachhaltigen Personalwirtschaft wird eine Koordinations- und Abstimmungsnotwendigkeit dessen offensichtlicher. Hier knüpfen der Gegenstandsbereich sowie Methoden und Instrumente des Personalcontrollings an, welches also daraus resultierend ebenfalls eine Bedeutungs- und Notwendigkeitszunahme erfährt.
Die Gestaltung eines betriebswirtschaftlichen Personalcontrollings bei gleichzeitiger nachhaltiger und effizienter Ressourcenorientierung bildet die Problemstellung der vorliegenden Arbeit.
Im Folgenden wird zunächst ein Überblick über die begrifflichen Definitionen gegeben. Auf-bauend auf diese Grundlagen umfasst Gliederungspunkt 3 mit Methoden und Instrumenten zur zielgerichteten Umsetzung eines nachhaltigen Personalcontrollings den Schwerpunkt dieser Arbeit. Zusammenfassend erfolgt eine abschließende Beurteilung innerhalb des Fazits.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffliche Grundlagen
2.1 Einordnung des Personalcontrollings in die Gesamtunternehmung
2.2 Bedeutung der nachhaltigen und ethisch-orientierten Unternehmensverantwortung
3 Bedeutung und Notwendigkeit eines nachhaltigen Personalcontrollings
3.1 Ableitung des Funktionsbereichs Personalcontrolling
3.1.1 Problemstellung
3.1.2 Aufgaben und Ziele
3.1.3 Strategische und operative Sicht
3.1.4 Ausgewählte Instrumente
3.2 Zielgerichtete Sicherung eines nachhaltigen Personalcontrollings im Unternehmen
3.2.1 Die Bedeutung eines nachhaltigen Controllings
3.2.2 Personalcontrolling im Kontext der Nachhaltigkeit
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Gestaltung eines betriebswirtschaftlichen Personalcontrollings, das gleichzeitig eine nachhaltige und effiziente Ressourcenorientierung integriert. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, wie durch die Etablierung eines nachhaltigen Personalcontrollings die langfristige Sicherung von qualifizierten Humanressourcen zur Erreichung der Unternehmensziele unter Berücksichtigung ethischer Standards gewährleistet werden kann.
- Integration von Nachhaltigkeit in das Personalcontrolling
- Strategische und operative Instrumente des Personalcontrollings
- Unternehmensethik und moralische Verantwortung
- Ressourcenorientierung im Personalmanagement
- Verknüpfung von Personalplanung und Unternehmensplanung
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Problemstellung
Controlling im Allgemeinen und Personalcontrolling im Speziellen gewinnen als Querschnittsfunktionen im Unternehmen zunehmend an Bedeutung. Diese gesteigerte Aufmerksamkeit resultiert aus der Entwicklung, dass Humanressourcen immer bewusster als Kosten-, Erfolgs- und Risikofaktoren im Unternehmen wahrgenommen werden und wird bedingt durch den Wandel des Personalmanagements von einer verwaltungsorientierten Ausführungsfunktion hin zu einer Ausrichtung auf Personen und Wertschöpfung. So wird der Produktionsfaktor menschliche Arbeit im Rahmen des Personalcontrollingansatzes verstärkt als Basis und Voraussetzung der Wertschöpfung in Leistungsprozessen hervorgehoben. Im Fokus der Betrachtung stehen hier das eigentliche Humanpotenzial, das Leistungsverhalten und –ergebnis.
Der Einsatz und die Etablierung einer Personalcontrollingfunktion als spezielles Bereichs-Controlling im Unternehmen begründen sich durch die Aufdeckung vielseitiger Problemfelder der Ist-Situation im Personalbereich und damit abgeleitet durch die Feststellung eines erhöhten Handlungsbedarfs. Beispielsweise sind die wachsende Anzahl von Einflussgrößen sowie die erhöhte Anzahl von Entscheidungsalternativen, resultierend in einer zunehmenden Unsicherheit über Prognosen von Handlungskonsequenzen, Probleme des Status Quo, aus denen ein Handlungsbedarf für das Personalcontrolling ersichtlich wird. Auch die Erschwernis der Messbarkeit der Größen aufgrund der primären Verwendung von qualitativen Kennzahlen und damit einhergehend die oft nicht darstellbare Ursache-Wirkungs-Beziehung vieler beobachtbarer Größen sowie das Bedürfnis nach mehr Transparenz stellen Anknüpfungspunkte für das Personalcontrolling dar. Handlungsbedarf besteht vor allem in der Integration der Personalcontrollingfunktion in das Unternehmenscontrolling sowie die Verknüpfung der Planungsebenen von Personal- und Unternehmensplanung. Auch die systematische und kontinuierliche Arbeit mit Kennzahlen bildet ein bedeutendes Handlungsfeld. Weiterhin ist der Auf- und Ausbau eines umfassenden Personalinformationssystems notwendig, um eine Bereitstellung von zweckorientierten Informationen über den Personalbereich, beispielsweise die Messung und Identifizierung von Personalrisiken im Rahmen des „Basel II“, zu gewährleisten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung skizziert die wachsende Bedeutung der Personalwirtschaft durch dynamische Umweltveränderungen und leitet daraus die Notwendigkeit für ein nachhaltiges Personalcontrolling ab.
2 Begriffliche Grundlagen: Dieses Kapitel ordnet das Personalcontrolling in die Gesamtunternehmung ein und erläutert die Bedeutung einer nachhaltigen und ethisch-orientierten Unternehmensverantwortung.
3 Bedeutung und Notwendigkeit eines nachhaltigen Personalcontrollings: Hier wird der Funktionsbereich des Personalcontrollings detailliert hergeleitet, Instrumente analysiert und die zielgerichtete Sicherung der Nachhaltigkeit im Unternehmen untersucht.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit einer steuernden Abstimmungsinstanz zusammen und betont, dass Personalcontrolling die Anforderungen an Nachhaltigkeit und ökonomische Zielerreichung harmonisieren muss.
Schlüsselwörter
Personalcontrolling, Nachhaltigkeit, Humanressourcen, Unternehmensethik, Controllinginstrumente, Ressourcenorientierung, Personalmanagement, Strategische Planung, Wertschöpfung, Kennzahlen, Corporate Social Responsibility, Personalrisikocontrolling, Humankapital, Unternehmenssteuerung, Nachhaltiges Controlling
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Etablierung eines nachhaltigen Personalcontrollings als Führungsteilfunktion, um in einem dynamischen Unternehmensumfeld Effizienz und soziale Verantwortung zu verbinden.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Schnittstellenfunktion des Personalcontrollings, der strategischen Personalplanung, dem Einsatz von Kennzahlen und der Einbettung unternehmensethischer Aspekte.
Was ist das primäre Ziel dieser Publikation?
Das Ziel ist die Analyse der Möglichkeiten, wie Personalcontrolling durch Koordination und Steuerung dazu beitragen kann, den Unternehmenserfolg nachhaltig und ressourcenschonend zu sichern.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine theoretisch-konzeptionelle Arbeit, die auf der Analyse bestehender Fachliteratur und Controlling-Ansätzen, wie etwa dem Modell des Internationalen Controller Vereins (ICV), basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Problemstellung der Ist-Situation, definiert Aufgaben und Ziele des Personalcontrollings, stellt operative und strategische Instrumente vor und erörtert die Bedeutung der Nachhaltigkeit im Personalmanagement.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Personalcontrolling, Nachhaltigkeit, Humanressourcen, Unternehmensethik und die Wertschöpfung durch Personalprozesse.
Warum spielt die Schnittstellenfunktion eine so große Rolle?
Die Schnittstellenfunktion ist entscheidend, da das Personalcontrolling als Brücke zwischen der Personalabteilung, dem Management und anderen betrieblichen Bereichen fungiert, um eine ganzheitliche Steuerung zu ermöglichen.
Welche Rolle spielt die Unternehmensethik für das Controlling?
Unternehmensethik dient als Basis, um Konflikte zwischen kurzfristigen Gewinninteressen und der langfristigen Sicherung humaner Ressourcen aufzulösen und moralische Normen in die Steuerungsprozesse zu integrieren.
- Citation du texte
- Matthias Weisbrich (Auteur), Marko Pink (Auteur), 2012, Personalcontrolling und Nachhaltigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/209052