„‚Vielfalt‘ ist im Alltagsverständnis eigentlich ein positiv besetzter Begriff […] In Schule und Unterricht wird Vielfalt, dort Heterogenität genannt, jedoch durchaus ambivalent gesehen.“ Unterschiedliche Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler bezüglich ihres Geschlechts, ihres familiären Hintergrundes, ihrer Erfahrungen, ihres Leistungsvermögens usw. stellen besondere Ansprüche an den modernen Englischunterricht, die von vielen Lehrerinnen und Lehrern als nicht realisierbar eingestuft werden.
Ein denkbarer Weg bietet die sogenannte Binnendifferenzierung, durch welche man unter Berücksichtigung der individuellen Voraussetzungen alle SuS zu fördern versucht. Ein Anspruch der Binnendifferenzierung ist es, „immer mehr Schülern solche Lernwege zu ermöglichen, die für sie persönlich am geeignetsten erscheinen“. In der hier vorgestellten Unterrichtseinheit über die Behandlung von Arthur Conan Doyles Kriminalroman „The Sign of Four“ wurde eine Form der Binnendifferenzierung eingesetzt, welche durch die Berücksichtigung multipler Intelligenzen den oben genannten Aspekt der Binnendifferenzierung berücksichtigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Vorüberlegungen
2.1. Begründung des Themas
2.2. Begründung der Buchwahl
2.3. Bildungsplanbezug
2.4. Multiple Intelligenzen
3. Planung und Konzeption
3.1. Rahmenbedingungen: Klasse und Verteilung der Stunden
3.2. Inhaltliche Schwerpunkte
3.3. Didaktisch-methodische Analyse
3.4. Lernziele
3.5. Leistungsmessung
4. Durchführung
4.1. schematischer Verlaufsplan
4.2. Stunde 1: The Setting
4.3. Stunde 2: The Case
4.4. Stunde 3: Secret Messages
4.5. Stunde 4: Characterization
4.6. Stunde 5 und 6: Detective Stories
4.7. Stunde 7: Musical Drawings
4.8. Stunde 8 und 9: Conflicts in SoF
4.9. Stunde 10: Looking back
4.10. Stunde 11: Multiple Intelligences
5. Reflexion
5.1. Reflexion der Durchführung
5.2. Reflexion der Lernziele
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Unterrichtseinheit ist die motivierende Behandlung von Arthur Conan Doyles Kriminalroman „The Sign of Four“ in einer 9. Klasse, wobei durch die Einbindung der Theorie der „Multiplen Intelligenzen“ eine binnendifferenzierte Lernumgebung geschaffen wird, die alle Schülerinnen und Schüler entsprechend ihren individuellen Stärken fordert und fördert.
- Umsetzung binnendifferenzierter Lernwege durch die Berücksichtigung multipler Intelligenzen.
- Erschließung, Deutung und kreative Verarbeitung des Kriminalromans „The Sign of Four“.
- Vermittlung formaler Aspekte der Gattung Detektivroman.
- Förderung der Lesekompetenz sowie der Fähigkeit zum Perspektivenwechsel.
- Einsatz eines Portfolio-Ansatzes zur individuellen Leistungsmessung und kreativen Dokumentation.
Auszug aus dem Buch
2.1. Begründung des Themas
Pfeife im Mund, eine Deerstalker-Mütze auf dem Kopf und immer mit einer Lupe unterwegs – wer hat bei dem Namen Sherlock Holmes nicht dieses Bild im Kopf? Arthur Conan Doyles Romanfigur Sherlock Holmes dürfte so ziemlich jedem bekannt sein. Focus Online bezeichnet ihn sogar als „den berühmtesten Detektiv der Literaturgeschichte“.
SuS sind dieser Figur mit Sicherheit schon bewusst oder unbewusst begegnet, ob durch den Film Sherlock Holmes, der 2010 in den deutschen Kinos lief, die britische TV-Miniserie Sherlock, deren drei Folgen der ersten Staffel im Juli und August 2011 in der ARD ausgestrahlt wurden, oder durch die vielen Anspielungen auf den großen Detektiv, die auch in anderen Filmen oder TV-Serien gemacht werden.
Da eine Lektüre vor allem für die SuS interessant und motivierend sein soll habe ich mich damit auseinandergesetzt, was die Beschäftigung mit Sherlock Holmes für SuS zu bieten hat. Mehrere Argumente sprachen für die Wahl dieses Themas:
Ich ging davon aus, dass die SuS zwar die Figur Sherlock Holmes kennen, so wie sie in Film und Fernsehen verkörpert wird, aber wahrscheinlich nicht die Holmes-Werke Arthur Conan Doyles gelesen haben. Gerade diese Tatsache würde das Interesse der SuS wecken und sie würden herausfinden wollen, warum diese Geschichten seit über einem Jahrhundert immer wieder aufgegriffen werden und was das besondere an diesem weltberühmten Detektiv ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Herausforderungen heterogener Lerngruppen im Englischunterricht und stellt die Binnendifferenzierung mittels multipler Intelligenzen als Lösungskonzept vor.
2. Vorüberlegungen: In diesem Kapitel werden die Themenwahl, die Begründung für die Buchwahl sowie die theoretischen Grundlagen der multiplen Intelligenzen dargelegt.
3. Planung und Konzeption: Hier werden die Rahmenbedingungen der Klasse, didaktisch-methodische Schwerpunkte, Lernziele und das Konzept der Leistungsmessung via Portfolio definiert.
4. Durchführung: Dieses Kapitel dokumentiert detailliert den schematischen Verlaufsplan und die inhaltliche Gestaltung der elf Unterrichtsstunden.
5. Reflexion: Der abschließende Teil reflektiert kritisch den Unterrichtsverlauf, die erreichte Lernzieltransparenz und die Effektivität des gewählten Differenzierungsansatzes.
Schlüsselwörter
Sherlock Holmes, The Sign of Four, Multiple Intelligenzen, Englischunterricht, Binnendifferenzierung, Klassenlektüre, Portfolio, Detektivroman, Lesekompetenz, Perspektivenwechsel, Sekundarstufe, Bildungsstandards, Lernwege, Motivation, Didaktik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert eine Unterrichtseinheit für das Fach Englisch in einer 9. Klasse, in der der Kriminalroman „The Sign of Four“ von Arthur Conan Doyle behandelt wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Fokus stehen die literarische Arbeit mit einer Ganzschrift, die theoretische Anwendung multipler Intelligenzen zur Binnendifferenzierung und die kreative Gestaltung von Schülerportfolios.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, durch die Berücksichtigung verschiedener Intelligenztypen im Unterricht das Interesse und die Motivation der Schülerinnen und Schüler zu steigern und einen individuellen Zugang zur Lektüre zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einem didaktisch-konzeptionellen Ansatz, der empirische Erkenntnisse aus Bildungsplänen und Fachdidaktik mit der Theorie multipler Intelligenzen nach Howard Gardner verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende Planung, eine detaillierte Dokumentation des Unterrichtsverlaufs in elf Stunden sowie eine reflektierende Analyse der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Kernbegriffen zählen: Sherlock Holmes, Binnendifferenzierung, multiple Intelligenzen, Englischunterricht, Portfolio und Detektivgeschichte.
Warum wurde gerade die Macmillan-Ausgabe des Romans gewählt?
Die Wahl fiel auf Macmillan, da die Worterklärungen in einem separaten Glossar enthalten sind, was den Lesefluss weniger stört als Fußnoten im Fließtext und den Schülerinnen und Schülern eine natürlichere Leseerfahrung bietet.
Welche Rolle spielt das Portfolio bei der Leistungsbewertung?
Das Portfolio dient als langfristiges Hausaufgabenprojekt und als alternative Form der Leistungsmessung, bei der Schülerinnen und Schüler ihre Stärken durch die Wahl spezifischer Aufgaben selbst in den Bewertungsprozess einbringen können.
Wie wurde auf die unterschiedliche Motivationslage der Geschlechter eingegangen?
Die Lektüre des Kriminalromans wurde gezielt gewählt, um durch die Einbeziehung kreativer Aufgaben und das Genre des Kriminalfalls besonders Jungen stärker zu motivieren, die laut DESI-Test in Sprachkompetenzen häufig hinter den Mädchen zurückbleiben.
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- Katja Tischer (Autor), 2012, Arthur Conan Doyles Kriminalroman „The Sign of Four“ im Schulunterricht, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/209061