There are no absolute rules which determine how a particular noun forms its plural

Ein Vergleich von Grammatiken für englische DaF-Lernende im In- und Ausland


Hausarbeit (Hauptseminar), 2012

21 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der deutsche Plural

3. Grammatiken für die deutsche Sprache
3.1 Deutschsprachige Grammatiken für DaF-Lerner
3.1.1 PONS – Grammatik Deutsch, kurz und bündig
3.1.2 Langenscheidt – Kurzgrammatik Deutsch
3.1.3 Vergleich
3.2 Englischsprachige Grammatiken für DaF-Lerner
3.2.1 German Grammar by Jenny Russ
3.2.3 Vergleich

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis
5.1 Primärliteratur
5.2 Sekundärliteratur

1. Einleitung

Die vorliegende Arbeit verfolgt die Fragestellung nach der Unterstützung der DaF-Lernenden durch die ihnen zur Verfügung stehenden Lehrwerke. Neben dem Deutschunterricht, der im In- und Ausland besucht wird, nutzt man beim Erlernen von Fremdsprachen oft zusätzliche Hilfsmittel, wie Wörterbücher, Hörtexte oder Grammatiken. Letztere dienen als allgemeine Nachschlagewerke, wenn man beispielsweise selbst einen Text schreiben oder einen Test bestehen muss bzw. wenn man ein grammatisches Phänomen der Sprache verstehen möchte. Im Folgenden werden vier verschiedene Grammatiken auf ihren Nutzen für englische Muttersprachler untersucht und bewertet. Dazu ist es zunächst einmal notwendig zu klären, was den deutschen Plural auszeichnet und worin die Schwierigkeiten für die Lerner liegen könnten. Zur möglichst umfangreichen Darstellungen wurden v.a. die Monographie von Ana Marija Muster[1] und das Standartwerk Richtiges Deutsch[2] von Walter Heuer verwendet. Danach werden die in Deutschland bekannten Verlage Langenscheidt und Ernst Klett und ihr Konzept der Kurzgrammatiken hinterfragt. Im Anschluss folgt die Auswertung zweier englischer, einer britischen und einer amerikanischen, Grammatik.

Die Arbeit bietet innerhalb jeden Kapitels Plateaus auf welchen ein kurzer Zwischenstand und eine Analyse des soeben dargelegten Beispiels realisiert werden. Jeweils zwei Grammatiken, die beiden Kurzgrammatiken, sowie die englischsprachigen treten dann im direkten Vergleich zueinander und werden nach Art und Weise der Darstellung und Übersichtlichkeit, sowie ihre Formen der Erläuterungen miteinander verglichen. Das abschließende Fazit zieht eine Bilanz unter die Qualität der beschriebenen Lehrwerke und bietet Möglichkeiten, wie die grammatische Hilfestellung, aufbauend auf den vier beschriebenen Lehrwerken, verbessert werden könne.

2. Der deutsche Plural

Um die Schwierigkeiten, die der Plural für die DaF-Lerner mit sich bringt, zu erkennen, ist es vorab erst einmal notwendig die Komplexität dieses sprachlichen Phänomens zu verstehen und die verschiedenen Aspekte zunächst näher herauszustellen.

Im Lexikon zur deutschen Morphologie wird der Plural folgendermaßen beschrieben:

Morphologische Markierung für ͵Mehrzahl΄ oder ͵Vielzahl΄. Ab welcher Anzahl von zu bezeichnenden Objekten ein Plural gebraucht wird und welche Zahl er somit impliziert, hängt davon ab, welche weiteren Numeri eine Sprache aufweist. Während der Plural im Deutschen die Bedeutung ͵mehr als eins΄ trägt, hat er in einer Sprache mit einem Dual die Bedeutung ͵mehr als zwei΄, in einer Sprache mit einem Paucal die Bedeutung ͵mehr als einige΄.[3]

Diese Definition hilft zwar den deutschen Plural von anderen fremdsprachigen Pluralformen abzugrenzen, aber impliziert eine relative einfache Handhabung dessen. Auch in der deutschen Sprache sei es nicht grundsätzlich so, dass man Numerus mit den vermeintlichen Wörtern Einzahl und Mehrzahl gleichsetzen kann. Der Singular könne kollektives (Der Zebrafink ist ein Vogel), wie auch ungegliederte Vielheiten (das Laub, das Gebüsch) meinen. Ebenso sei es dem Plural möglich die Gegliedertheit eines Objektes (die Alpen, die Wirren) auszudrücken. Solche Substantive seien v.a. bei geographischen Bezeichnungen (die Anden, die Azoren), Personengruppen (die Eltern, die Geschwister), Krankheiten (die Blattern, die Masern), Zeitbegriffen (die Ferien, die Flitterwochen), kaufmännischen Bezeichnungen (die Aktiva, die Auslagen, die Kosten) oder Rechtsbegriffen (die Diäten, die Personalien) zu finden.[4] Manche Wörter seien auch nicht pluralfähig (das Gold).[5] Generell ist es aber erst einmal möglich zu sagen, dass der Numerus eine semantische Funktion erfülle, indem er grammatisch die Anzahl an Entitäten eines Objektes markiere, also die Einzahl dem Singular zugeordnet werden könne und ebenso die Mehrzahl dem Plural.[6]

Um den Plural zu bilden nutze das Deutsche verschiedene Allomorphe, wie (-e) bei Beine oder (-e) mit Umlaut bei Gänse.[7] Des Weiteren gäbe es noch die Suffixe (-er) mit oder ohne Umlaut oder den Endsilben (-en), (-s) oder (-n). In einigen Wörtern entfällt das Suffix ganz, weshalb man hier oft vom sog. Nullplural (-) spricht.[8] Bei jenen Substantiven seien aber gewisse Teilregelmäßigkeiten erkennbar. In jenen Gruppen seien alle maskulinen (außer Käse) und neutralen Nomen, welche auf (-el), (-em), (-en) oder (-er) enden und sich nur partiell im Umlaut unterscheiden. Auch Neutra mit den Diminutivsuffixen (-chen), (-lein), (-le), (-erl) oder den diskontinuierlichen Affix Ge-…-e fallen in diese Kategorie.[9]

Bei Feminina gäbe es nur die zwei Formen, Mutter und Tochter, die beide den Umlaut im Plural bilden.[10]

Die Pluralendung (-s) findet sich häufig bei vokalisch auslautenden Fremdwörtern, wie das Kino, das Auto oder die Kamera oder/und auch bei Wörtern aus der Französischen (das Restaurant, das Abonnement) oder Englischen (das Team, der Hit) wieder.[11] Das Suffix (-s) werde auch bei manchen einsilbigen deutschen Substantiven, die konsonantisch auslauten, verwendet (das Deck, das Wrack, das Tief). Ebenso verhalte es sich mit vokalisch auslautenden Kurzwörtern und Abkürzungen (die Mutti, der PKW). Auch Familiennamen, wenn alle Mitglieder mit eingeschlossen sein sollen, haben ein zusätzliches (-s) am Ende des Wortes (die Meiers, die Müllers).[12] Im mündlichen Sprachgebrauch kämen noch verschiedene Personenbezeichnungen dazu[13], welche mitunter abwertend gemeint sein können (die Kerls, die Jungs, die Mädels).

Walter Heuer [14] benennt außerdem fremde und gemischte Plurale. Durch die Vielzahl an Fremdwörtern kamen auch „fremde Pluralbildungen“[15] in die deutsche Sprache, welche in Wörtern wie das Visum- die Visa, der Modusdie Modi oder auch der Kibbuz – die Kibbuzim zu finden seien.[16]

Oft wurden die fremden Pluralbildungen durch deutsche ersetzt – aber nicht immer vollständig. Man spricht von Mischbildungen, wenn zwar statt der fremden Endung eine deutsche angefügt worden ist, andere Eigenarten der fremden Pluralbildung […] erhalten geblieben sind.[17]

Darunter fallen Wörter mit Wegfall des Wortausganges (die Praxis - die Praxen, das Album - die Alben), mit Stammerweiterung (das Prinzip - die Prinzipien, das Klima - die Klimate), mit einem Betonungswechsel (der Akkumul a tor-die Akkumulat o ren) oder einer stärkeren Veränderung im Stamm (der Atlas - die Atlanten, der Kaktus - die Kakteen).[18] Insbesondere in der deutschen Sprache komme es zu einer Vielzahl an Doppelformen, wie das Schema-die Schemata/die Schemen/die Schemas oder das Album – die Albums/Alben.[19] Eine weitere Sonderform sei die Zusammensetzungen mit dem Substantiv Mann. Eine Verbindung mit –leute bezeichne verschiedene Berufsgruppen (Kaufmann/-leute, Seemann/-leute), während die Pluralform mit –männer Einzelpersonen benennt (der Ersatzmann – die Ersatzmänner, der Weihnachtsmann – die Weihnachtsmänner).[20] Im deutschen Plural finden sich außerdem zahlreiche Homonyme, die es selbst Muttersprachlern nicht immer einfach machen genaue Unterscheidungen im Sprachgebrauch zu treffen (wie das Wort als Einzelwort oder als Aussage – der Unterschied kann nur im Plural festgestellt werden: die Wörter bzw. die Worte).[21]

Dieser Überblick soll helfen die Schwierigkeiten, die sich für den Deutschlernenden ergeben, zu verstehen. Im Folgenden werden verschiedene Lehrwerke genau auf diese Probleme untersucht. Es soll analysiert werden, inwiefern sich der DaF-Lerner in Grammatiken Hilfe suchen können und inwieweit diese Unterstützung auch wirklich den englischen Muttersprachlern im ersten und späteren Aneignungsprozess nütze.

[...]


[1] Ana Marija Muster: Morphologie der deutschen Gegenwartssprache. Universitätsverlag der Universität Ljubljana. Ljubljana 2002, S. 114-115.

[2] Walter Heuer: Richtiges Deutsch. Praktische Grammatik der deutschen Sprache. Neu bearbeitet von Max Flückiger und Peter Gallmann. Verlag Neue Züricher Zeitung, Zürich 1988.

[3] Elke Hentschel/Petra M. Vogel (Hrsg.): Deutsche Morphologie. De Gruyter, Berlin 2009, S. 325.

[4] Ausschnitt einer Auflistung der häufigsten Pluraliatantum, welche zu finden ist bei: Ana Marija Muster: Morphologie der deutschen Gegenwartssprache, S. 114-115.

[5] Vgl. Christine Römer: Morphologie der deutschen Sprache. Narr Francke Attempto Verlag, Tübingen 2006, S. 121.

[6] Vgl. Sebastian Kürschner: Deklinationsklassen im Wandel. Eine diachron-kontrastive Studie zur Entwicklung der Pluralallomorphie im Deutschen, Niederländischen, Schwedischen und Dänischen. De Gruyter, Berlin 2008, S. 20.

[7] Vgl. Hilke Elsen: Grundzüge der Morphologie des Deutschen. De Gruyter, Berlin 2011, S. 52.

[8] Eine ausführliche Tabelle mit zahlreichen Beispielen und Ausnahmen findet sich bei: Ana Marija Muster: Morphologie der deutschen Gegenwartssprache, S. 111.

[9] Vgl. Wus van Lessen Kloeke: Deutsche Phonologie und Morphologie. Merkmale und Markiertheit. Max Niemeyer Verlag, Tübingen 1982, S. 172.

[10] Vgl. Ebd.

[11] Vgl. Ana Marija Muster: Morphologie der deutschen Gegenwartssprache, S. 112.

[12] Vgl. Ebd.

[13] Vgl. Ebd.

[14] Walter Heuer: Richtiges Deutsch, S. 60.

[15] Vgl. Ebd.

[16] Vgl. Ebd.

[17] Vgl. Ebd.

[18] Vgl. Ebd., S. 61.

[19] Vgl. Ana Marija Muster: Morphologie der deutschen Gegenwartssprache, S. 113.

[20] Vgl. Ebd.

[21] Vgl. Walter Heuer: Richtiges Deutsch. Praktische Grammatik der deutschen Sprache, S. 62-63.

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Details

Titel
There are no absolute rules which determine how a particular noun forms its plural
Untertitel
Ein Vergleich von Grammatiken für englische DaF-Lernende im In- und Ausland
Hochschule
Universität Potsdam  (Institut für Germanistik)
Veranstaltung
Nominale Morphologie
Note
1,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
21
Katalognummer
V209170
ISBN (eBook)
9783656371304
ISBN (Buch)
9783656371908
Dateigröße
558 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Englisch, Plural, Deutsch, DaF, Lehrwerk, Lehrbuch, Sprachförderung, Grammatik
Arbeit zitieren
Christina Gierschick (Autor), 2012, There are no absolute rules which determine how a particular noun forms its plural, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/209170

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