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Kaiser Justinian I. und die Miaphysiten

Title: Kaiser Justinian I. und die Miaphysiten

Seminar Paper , 2011 , 31 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Andreas Lins (Author)

World History - Early and Ancient History
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Um eine Einführung in die Thematik zu geben, wird im ersten Kapitel zunächst auf den Miaphysitismus eingegangen. Seine Entstehung und seine Entwicklung in den ersten Jahren sowie grundsätzliche Denkansätze werden dabei kurz dargestellt. Im zweiten Kapitel wird anhand eines früheren Kaisers dargestellt, warum die Einigung des Christentums in dieser Zeit eine politische und keine rein religiöse Aufgabe war. Das Kapitel gibt auch einen Einblick in Kompromissmöglichkeiten, denen sich später Justinian gegenübergestellt sah. Mit dem dritten Kapitel wird in die Regierungszeit Justinians eingeführt. Sein kaiserliches Selbstverständnis, welches Voraussetzung für das Nachvollziehen seiner Regierungstätigkeit ist, steht dabei im Mittelpunkt der Untersuchung. Im vierten Kapitel wird schließlich der spezifischen Fragestellung dieser Hausarbeit nachgegangen. Ein Anspruch auf Vollständigkeit kann in diesem Rahmen selbstverständlich nicht erhoben werden, doch sind die Beispiele so gewählt, dass sie der Beantwortung der Fragestellung dienlich sind. Es wurde versucht, möglichst viele Meinungen dazu in den Diskurs einzubringen. Am Schluss der Arbeit werden die Erkenntnisse zusammengefasst und es wird versucht, anhand der vorangegangenen Argumentation die Fragestellung abschließend zu beantworten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Herausbildung des Miaphysitismus

1.1. Definition

1.2. Die Ursprünge

1.3. Vorgeschichte und Folgen des Konzils von Chalkedon

2. Erste Kompromissversuche vor Justinian: Zenon und das Henotikon

3. Vorbemerkungen zu Kaiser Justinian

3.1. Herrschaftsauffassung in der Tradition des spätantiken Kaisertums

3.2. Spezifika bei Justinian

3.3. Bemerkungen zur Rolle der Kaisergattin Theodora

4. Justinians Eingriffe in die Orthodoxie

4.1. Diskursbereitschaft bis in die 530er-Jahre

4.1.1. Die Anfänge unter Justin

4.1.2. Die theopaschitische Formel

4.1.3. Die Einsetzung miaphysitischer Patriarchen

4.2. Die Spätphase der Regierungszeit Justinians

4.2.1. Verstärkte theologische Tätigkeit

4.2.2. Das zweite Konzil von Konstantinopel

Zusammenfassung

Zielsetzung und Themenfelder

Diese Arbeit untersucht die Kirchen- und Religionspolitik Kaiser Justinians I. mit einem Fokus auf seinen Umgang mit den Miaphysiten zwischen 527 und 536 n. Chr. Ziel ist es, die Frage zu klären, ob Justinian eine kontinuierliche Politik gegenüber dieser Gruppierung verfolgte oder ob es deutliche Brüche und verschiedene Phasen in seinem Vorgehen gab.

  • Kirchenpolitik und christologische Auseinandersetzungen im 6. Jahrhundert
  • Das kaiserliche Selbstverständnis Justinians im Kontext des spätantiken Kaisertums
  • Die politische Instrumentalisierung von religiösen Einigungsbestrebungen
  • Der Umgang mit den Miaphysiten im Vergleich zu früheren Schlichtungsversuchen wie dem Henotikon
  • Die Rolle von theologischen Debatten und Erlassen bei der Stabilität des Reiches

Auszug aus dem Buch

3.1. Herrschaftsauffassung in der Tradition des spätantiken Kaisertums

Die Legitimation des spätrömischen Kaisers gründete sich auf zwei zentrale Elemente, welche die Tradition und die Veränderung des Herrscherbildes durch das Christentum gleichsam widerspiegelten. Die ursprüngliche Vorstellung des Kaisers als primus inter pares im Rahmen eines consensus omnium hatte eine plebiszitäre Grundlage des Prinzipats geschaffen, die trotz der erfolgreichen Etablierung der Monarchie bis in die Spätantike erhalten blieb. Es war die Legitimation durch das Volk, die gemäß der Prinzipatsidee dafür sorgen sollte, dass ein fähiger Herrscher an der Spitze des Staates stand. Durch die Veränderungen, welche die Bewältigung der Reichskrise des dritten Jahrhunderts sowie die Ernennung des Christentums zur Staatsreligion im vierten Jahrhundert mit sich brachten, wurde jedoch noch eine zusätzliche Legitimation geschaffen, die sich auf die Gnade Gottes bezog.

Das Selbstverständnis, von Gott eingesetzt worden zu sein, gab den Kaisern eine doppelte Legitimation: „Sie waren von Gott berufen und zugleich vom Volk bestimmt“. Dies bedeutete jedoch auch, dass das Volk von Konstantinopel als Akzeptanzgruppe eine gewisse Frömmigkeit als Herrschertugend voraussetzte, was sich sowohl im Hofzeremoniell als auch in der alltäglichen politischen Kommunikation und im Verhalten des Kaisers gegenüber seinen Untertanen widerspiegeln sollte.

Im Osten des Reiches war durch die hellenistische Tradition die kultische Verehrung der Herrscher tiefer verwurzelt als im Westen. Mit dem Einzug des Christentums kann eine Entwicklung vom Gottkaisertum hin zum Gottesgnadentum beobachtet werden. Aus der Vorstellung, der Kaiser sei direkt von Gott eingesetzt, ergeben sich die Kriterien, die ein Herrscher nach christlicher Auffassung erfüllen musste. Dienst an Gott hieß zugleich Dienst am Volk. Der Kaiser musste ein Vorbild an Moral und Rechtgläubigkeit sein, damit er für das Heil seiner Untertanen sorgen konnte. Im Gegensatz zu paganen Pendants musste der christliche Herrscher seine Bemühungen nicht nur auf irdische Belange, sondern auch auf das Leben nach dem Tod, sprich „auf die Rettung des Einzelnen, auf sein Seelenheil, auf Vergebung der Sünden und Überwindung der Macht des Todes“ fokussieren.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der Religionspolitik Justinians I. und Definition der Forschungsfrage bezüglich der Kontinuität im Umgang mit den Miaphysiten.

1. Die Herausbildung des Miaphysitismus: Klärung der dogmatischen Definition des Miaphysitismus sowie der historischen Ursprünge und der Bedeutung des Konzils von Chalkedon.

2. Erste Kompromissversuche vor Justinian: Zenon und das Henotikon: Analyse früherer politischer Schlichtungsversuche im religiösen Streit, insbesondere am Beispiel des Henotikons unter Kaiser Zenon.

3. Vorbemerkungen zu Kaiser Justinian: Untersuchung des kaiserlichen Selbstverständnisses Justinians und der Rolle seiner Ehefrau Theodora.

4. Justinians Eingriffe in die Orthodoxie: Detaillierte Betrachtung der verschiedenen Phasen und Maßnahmen Justinians zur Durchsetzung kirchlicher Einheit bis zur Spätphase seiner Regierungszeit.

Zusammenfassung: Fazit der Ergebnisse hinsichtlich der Handlungsweisen Justinians und der Unmöglichkeit, eine rein konsistente Linie festzustellen, da stets aktuelle politische Situationen die Politik bestimmten.

Schlüsselwörter

Justinian I., Miaphysitismus, Monophysitismus, Chalkedon, Religionspolitik, Kirchenpolitik, Henotikon, Theodora, Orthodoxie, Christologie, spätantikes Kaisertum, Severos von Antiochia, Reichskirche, Glaubensformel, Konstantinopel

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Kirchen- und Religionspolitik des oströmischen Kaisers Justinian I. und dessen Bestrebungen, die christliche Kirche zu einigen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind das Verhältnis von Kaisertum und Kirche, die christologischen Diskurse der Spätantike sowie die politische Behandlung der Miaphysiten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, ob Justinian in seiner Politik gegenüber den Miaphysiten eine kontinuierliche Linie verfolgte oder ob Brüche und Phasen zu erkennen sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine historisch-analytische Methode angewandt, die auf der Auswertung kaiserlicher Zeugnisse und moderner Forschungsliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Grundlagen, Justinians kaiserliches Selbstverständnis und seine konkreten kirchenpolitischen Maßnahmen, inklusive theologischer Debatten und Erlasse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Justinian I., Miaphysitismus, Chalkedon, Religionspolitik, Kaiser, Theodora und das spätantike Christentum.

Welche Rolle spielt die Kaiserin Theodora in der Untersuchung?

Theodora wird als einflussreiche Akteurin diskutiert, die möglicherweise als ausgleichendes Gegengewicht zu den oftmals strengen Maßnahmen ihres Gatten fungierte.

Wie bewertet der Autor den sogenannten „Zick-Zack-Kurs“?

Der Autor verweist auf neuere Forschung, die statt eines bloßen Kurswechsels tiefere, situationsbedingte Handlungslogiken und Kontinuitätslinien aufzeigt.

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Details

Title
Kaiser Justinian I. und die Miaphysiten
College
University of Constance  (Fachbereich Geschichte und Soziologie)
Course
Hauptseminar: Spätrömische Monarchie
Grade
1,3
Author
Andreas Lins (Author)
Publication Year
2011
Pages
31
Catalog Number
V209313
ISBN (eBook)
9783656369257
Language
German
Tags
Justinian Byzanz Konstantinopel Oströmisches Reich Spätantike Kirchenpolitik Miaphysiten Monophysiten Ägypten Syrien Kirche Dogma Naturenlehre Christologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Lins (Author), 2011, Kaiser Justinian I. und die Miaphysiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/209313
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