Geschichte der ökonomischen Theorie

Neuere Ansätze der Außenhandelstheorie


Hausarbeit, 2011

20 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungen

Abkürzungen

Symbole

1 Einleitung
1.1 Außenwirtschafts- und Außenhandelstheorie sowie Ziele dieser Arbeit

2 Neuere Ansätze der Außenhandelstheorie
2.1 Überblick
2.2 Der „Mill-Marshall-Meade Außenhandelsschmetterling“
2.3 Intertemporaler Handel nach Obstfeld und Rogoff (1996)

3 Resumé

Anhang A – Erklärung vorangegangener Erkenntnisse

Anhang B – Pragmatische Differenzierung des Außenhandels

Anhang C – Formale Erklärung intertemporaler Handel

Abbildungen

Abbildung 2.2.1: Der „Mill-Marshall-Meade Außenhandelsschmetterling“,

Abbildung 2.3.1: Intertemporaler Handel nach Obstfeld und Rogoff (1996),

Abkürzungen

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1 Einleitung

1.1 Außenwirtschafts- und Außenhandelstheorie sowie Ziele dieser Arbeit

Der thematische Schwerpunk dieser Arbeit - ‚Außenhandelstheorie’ - ist als „Teilbereich der realen Außenwirtschaftstheorie“ zu verstehen, der „die Bestimmungsgründe für die Existenz und Struktur“ internationaler Ströme von Gütern und Dienstleistungen und „internationalen Faktorwanderungen, sowie deren Implikationen für die heimische Wohlfahrt und die heimische Einkommensverteilung“ analysiert.[1] Außenwirtschaftstheorie hat „die internationalen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Ländern oder Regionen zum Gegenstand“[2], wobei monetäre und reale Modelle der Außenwirtschaftstheorie unterschieden werden. Die untersuchten Auswirkungen auf die heimische Wohlfahrt und Einkommensverteilung der Außenhandelstheorie haben zur Folge, dass außenhandelstheoretische Entwicklungen eng mit politischen Diskursen verflochten waren und auch heute noch sind.[3]

Kategorisiert man die geschichtlichen Entdeckungen der außenhandelstheoretischen Forschung, so ergeben sich Stoßrichtungen, die jeweils den Aspekt Kosten, Nachfrage, Produktionsfaktoren, Kapitalbewegungen und Beschäftigung fokussieren.[4],[5]

Im Folgenden wird ein Überblick über die neueren Ansätze des Außenhandels gegeben. Exemplarisch werden im Anschluss zwei Ansätze vorgestellt, die bei relativ simpler und dennoch plakativen Konzeption einen hohen Erklärungsgehalt haben, und so dem Ansatz „small is beautiful“ genügen. Der Beitrag schließt mit einem Resumé.

2 Neuere Ansätze der Außenhandelstheorie

2.1 Überblick

Neuere Forschungsentdeckungen im Bereich der Kosten wurden im Rahmen der jüngeren Wiener Schule durch Haberler[6] (1930) hervorgebracht, indem er Transformationskurven in die Theorie komparativer Kostenvorteile von Ricardo (1821) und Torrens (1826) integrierte, und somit den Begriff der Opportunitätskosten anwendbar machte. Während zuvor Randlösungen, in denen sich die am Handel beteiligten Länder vollständig auf ein Gut spezialisieren, als Ober- und Untergrenzen des Gütertausches fungierten, wurden durch Haberlers Modell präzise Lösungen ermöglicht. McKenzie (1953, 1954, 1955) ergänzte diese Theorie um handelbare Zwischenprodukte der getauschten Güter, indem er einen linearen Programmierungsansatz aufstellte.

Lerner (1932) und Leontief (1933) kombinierten Haberlers Beitrag mit einem nachfragetheoretischen Edgeworth-Box[7] Ansatz und fügten Indifferenzkurven hinzu, um in die Ermittlung von Importen und Exporten wohlfahrtsmaximierende Aspekte einfließen zu lassen. De Scitovszky (1942) nahm diesen Beitrag später zum Anlass, Anregungen für die Zolltheorie zu formulieren. Meade (1952) ergänzte den Ansatz von Lerner (1932) und Leontief (1933) um die Produktionssphäre der handelnden Länder. Somit wurde eine Perspektive auf gesamte Produktion und Konsum ermöglicht. Meades Ansatz zog einen beachtlichen wissenschaftlichen Diskurs nach sich.[8] Fortschritte nachfragetheoretischer Natur, die losgelöst von Haberler entwickelt wurden, sind unter anderem Graham (1923, 1932, 1948) zuzurechnen. Graham erweiterte Mills (1844) Gedanken über Gesetze des internationalen Handels und die Verteilung von Handelsvorteilen um multilaterale Ansätze, die über den Handel zwischen zwei Ländern hinausgehen. Ein weiterer nachfragetheoretischer Beitrag wurde durch Samuelson (1938, 1939) geliefert, der mit Präferenzaxiomen bewies, dass die Option freien Handels die beteiligten Länder gegenüber der Autarkiesituation mindestens gleich gut stellt. Zusätzlich führte Samuelson an, dass durch Verteilungswirkungen innerhalb der Staaten auf individueller Ebene durchaus Gewinner und Verlierer aus freiem Handel resultieren können. Das Wohlstandskalkül von Fleming (1951) und vorgenannte wohlfahrtstheoretische Entwicklungen brachten Meade (1955) in die Lage, Empfehlungen einer „Zweitbesten Lösung“ bezüglich Handelshindernissen wie Einfuhrquoten oder -zöllen zu geben, die sogar zu einer allgemeinen Methodologie heranreifte. Meade modellierte Kausalzusammenhänge von geschützten Märkten über Märkte von Komplementären und Substituten die zu Handelsbilanzeffekten führen. Seiner Ansicht nach sollten Handelshemmnisse größenabhängig absteigend abgebaut werden. Corden (1971) ergänzte Meades Theorie dahingehend, dass Handelshemmnisse auf Industriemärkten zu teureren Produktionsmitteln führen, was im Wohlstandskalkül zu Handelshemmnissen berücksichtig werden muss.

[...]


[1] Siehe Weerth (2010a).

[2] Weerth (2010b) führt zusätzlich an, dass eine „trennscharfe“ Typisierung Modelle anhand der Kategorien ‚real’ und ‚monetär’ aufgrund enger Verzahnung dieser Bereiche nicht möglich ist.

[3] Anhaltspunkt hierfür sind beispielsweise Feenstra, Taylor (2008). Dieses Standardwerk der Außenwirtschaftstheorie behandelt Außenhandelstheorie explizit im Kontext zu Außenhandelspolitik.

[4] Niehans (1995), S. V, betont, dass eine entdeckungsorientierte Unterscheidung gegenüber einer anschauungsorientierten Unterscheidung von Außenwirtschaftstheorien den Vorteil aufweist, „innere Dynamik [...] Kontinuität und [...] kumulativen Charakter“ besonders zugänglich zu machen.

[5] Eine pragmatische Differenzierung kann in jenen Außenhandel, der durch Nichtverfügbarkeiten begründet ist und solchen, der aufgrund unterschiedlicher Preisverhältnisse entsteht, erfolgen, vgl. Göcke und Köhler (2002) als auch Anhang B.

[6] Haberler wurde im Jahr 1936 Professor an der Harvard University in Cambridge und gilt als Verfasser eines kritischen Standardwerks über Konjunkturtheorien, vgl. Niehans (1995), S. 35.

[7] Vgl. Edgeworth (1925). Kollektive Nutzenfunktionen bergen gewisse Probleme in sich, auf die hier nicht weiter eingegangen werden soll, siehe Niehans (1995), S. 60.

[8] Siehe Chipman (1965a,b, 1966), Appleyard und Ingram (1979), Chipman (1979).

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Geschichte der ökonomischen Theorie
Untertitel
Neuere Ansätze der Außenhandelstheorie
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Geschichte der ökonomischen Theorie)
Autor
Jahr
2011
Seiten
20
Katalognummer
V209417
ISBN (eBook)
9783656372134
ISBN (Buch)
9783656372349
Dateigröße
677 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
geschichte, theorie, neuere, ansätze, außenhandelstheorie
Arbeit zitieren
Tim Ebner (Autor), 2011, Geschichte der ökonomischen Theorie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/209417

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