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Anhaltspunkte zur Täterprofilerstellung bei Brandstraftaten

Einfach- und Mehrfachbrandstifter im Vergleich

Title: Anhaltspunkte zur Täterprofilerstellung bei Brandstraftaten

Master's Thesis , 2012 , 161 Pages , Grade: 2,4

Autor:in: MA in Criminology and Police Science Martin Awe (Author)

Sociology - Law and Delinquency
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Summary Excerpt Details

Der Druck auf Ermittlungsbehörden Brandstiftungen aufzuklären ist groß. Im Gegensatz zu anderen Delikten weisen Brandstiftungen jedoch eine Besonderheit auf: Bedingt durch die Tatfolgen sind in der Regel sämtliche objektiven Spuren am Brandort zerstört oder so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass sie für die weitere Ermittlungsarbeit nur noch bedingt oder gar nicht mehr herangezogen werden können. Dies bringt die Ermittlungsbehörden regelmäßig an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit.
Die vorliegende Arbeit soll einen Beitrag leisten, um diese Lücke zu schließen. Dazu wird die Annahme zu Grunde gelegt, dass anhand von empirischen Häufigkeitsverteilungen auf mögliche Tatverdächtige geschlossen werden kann. Anhand dieser Merkmalsverteilungen ist es möglich Wahrscheinlichkeiten für vorhandene Kriterien auszuweisen. Diese sollen zur Erstellung eines Täterprofils, aber auch für den Abgleich mit schon ermittelten Tatverdächtigen für den Brandermittler vor Ort verfügbar sein. Weiterhin soll durch die Auswertung von Daten aus dem Brandstifter Informations- und Auskunftssystems (BIAS) aufgezeigt werden, wie wichtig ein Vorhalten von polizeilichen Erkenntnis- und Speicherungssystemen ist. Gerade bei spurenarmen Delikten könnten Informationen aus polizeilichen Datenbanken zu neuen Ermittlungsansätzen führen. Hier ist eine entsprechende Datenspeicherung zu schon einmal in Erscheinung getretenen Tatverdächtigen durchaus sinnvoll, da von Wiederholungstaten durch diese ausgegangen werden muss. Auf Grund der Kombination der beiden Faktoren Spurenarmut und Wiederholungstäter, stellt die Erfassung und Auswertung zu Wesensmerkmalen der Täter unter Umständen ein probates Hilfsmittel bei der Ermittlung zu möglichen Tatverdächtigen dar. Solche Datensammlungen stellen, bei Dokumentation von Begehungsweisen, einen nicht zu unterschätzenden Erfahrungsschatz für den Ermittler dar. So wären auch Analogieschlüsse auf Grund der Begehungsweise denkbar, welche auf Spuren hinweisen, die bei der jeweiligen Tatbegehung vorhanden sein müssten.
Zielstellung der vorliegenden Arbeit ist also das Präsentieren von Häufigkeitsverteilungen zu Merkmalen von Brandstraftätern, um so Kriterien für die Täterermittlung, den Abgleich von schon ermittelten Tatverdächtigen und für die Eingrenzung eines Tatverdächtigenkreises zu schaffen. Weiterhin soll durch diese Ergebnisse die Wichtigkeit der Unterhaltung von spezifischen polizeilichen Erkenntnisdateien aufgezeigt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Datenbanken – Neue Wege in der Brandermittlung

2. Definitionen

2.1 Brandstiftung/Brandkriminalität

2.2 Tätertypen

2.2.1 Einfach bzw. Einmaltäter

2.2.2 Mehrfachtäter

2.2.3 Serientäter

2.2.4 Intensivtäter

3. Forschungsstand und theoretische Grundlagen

3.1 Wissenschaftlicher Hintergrund im geschichtlichen Kontext

3.2 Erkenntnisse der Polizeilichen Kriminalstatistik

4. Täterprofil und Fallanalyse

4.1 Täterprofil

4.1.1 Deduktive Methoden

4.1.2 Induktive Methoden

4.2 (Operative) Fallanalyse

4.2.1 Kriminalistische Fallanalyse

4.2.2 Operative Fallanalyse

5. Projekt „Täterprofil von Brandstiftern“

6. Methoden und Methodenkritik

6.1 Datenerhebung im Rahmen des Projektes

6.2 Fehlerbetrachtungen zur Projekterhebung

6.3 Datengewinnung für die vorliegende Arbeit

6.4. Fehlerbetrachtungen im Rahmen der vorliegenden Arbeit

6.5 Datenauswertung

7. Auswahl der Untersuchungskriterien

8. Datendarlegung und Auswertung

8.1 Allgemeine Erkenntnisse

8.2 Geschlechterverteilung (Frage 103)

8.3 Nationalität (Frage 104)

8.4 Schulbildung und -abschluss (Frage 108)

8.5 Derzeitiger Status Berufs-/Erwerbstätigkeit (Frage 112)

8.6 Familienstand/Kinder/Beziehungen zur Zeit der Tat (Frage 114)

8.7 Gab es in der kindlichen Entwicklung Verhaltensstörungen?(Frage 117)

8.8 Stellung im sozialen Umfeld (Frage 119)

8.9 Persönlichkeit, erkennbare Tendenzen für...? (Frage 120)

8.10 Aktenkundig erwähnte Intelligenz (Frage 126)

8.11 Persönliche oder berufliche Schwierigkeiten (Frage 127)

8.12 Aktuelle physische oder psychische Auffälligkeiten (Frage 129)

8.13 Galt der Täter als suizidgefährdet? (Frage 131)

8.14 War der Täter Alkoholiker? (Frage 132)

8.15 Entfernung vom Brandort zum Wohnort in Kilometern (Frage 136)

8.16 Entfernung vom Brandort zum Tätigkeitsort in Kilometern (Frage 137)

8.17 Persönliche Beziehung des Täters zu Brandort und/oder Bewohnern (Frage 138)

8.18 Wurden besondere berufliche oder persönliche Fähigkeiten oder Fertigkeiten für die Brandlegung genutzt? (Frage 140)

8.19 Mitglied der Feuerwehr (Frage 122)

8.20 Vorstrafen (Frage 133)

8.21 Ergebniszusammenfassung

9. Resümee

Zielsetzung & Themen

Ziel dieser Arbeit ist die empirische Analyse von Brandstraftätern auf Basis von Daten aus polizeilichen Informationssystemen, um Kriterien für die Täterermittlung zu identifizieren und die Bedeutung polizeilicher Erkenntnisdateien hervorzuheben.

  • Differenzierung zwischen Einmal- und Mehrfachtätern bei Brandstiftungen
  • Analyse sozio-demografischer Merkmale und Täterpersönlichkeiten
  • Untersuchung der räumlichen Nähe von Brandort und Wohnort
  • Bewertung der Rolle polizeilicher Datenbanken (BIAS)
  • Ableitung praxisnaher Erkenntnisse für die Fallanalyse

Auszug aus dem Buch

1. Datenbanken – Neue Wege in der Brandermittlung

Schon Friedrich Schiller setzte sich in diesem Gedicht, einem seiner bekanntesten Werke, mit der produktiven und destruktiven Wirkung des Feuers auseinander. Auf der einen Seite zeigt er auf, dass der Mensch dem Element Feuer viele seiner Errungenschaften verdankt; auf der anderen Seite jedoch ist das Feuer, wenn es nicht mehr unter Kontrolle des Menschen gehalten werden kann, eine entfesselte Naturgewalt, welcher der Mensch nur wenig entgegen zu setzen hat. Weiterhin kommt hinzu, dass die, durch Menschenhand geschaffenen, Besitztümer aufgrund der verwendeten Baumaterialien wie z. B. Holz, leicht durch ein Feuer zerstört werden können.

Aus einem unkontrollierten Feuer, das sich zu einem Großbrand ausweitet, resultieren einige der verheerendsten Katastrophen der Weltgeschichte, wie z. B. der Stadtbrand von Rom durch Nero im Jahr 64 n. Chr. Auch aktuell erlangen Brände sowohl regional, überregional und international ein großes Medieninteresse. So konnte im Januar 2012 ein mutmaßlicher Brandstifter in Los Angeles festgenommen werden, der innerhalb von vier Tagen 52 Brände an Fahrzeugen gelegt haben soll. Dadurch wurde ein Sachschaden von etwa 3 Millionen US-Dollar verursacht. Dieser Fall zeigt, dass gerade durch die enorme Zerstörungskraft der verursachte Schaden oft enorm hoch ist. So zahlten die deutschen Hausrat- und Wohngebäudeversicherer im Jahr 2009 die Summe von etwa 1,2 Milliarden Euro für Feuerschäden.

Entsprechend groß ist auch der Druck, welcher auf den Ermittlungsbehörden lastet, solche Taten aufzuklären. Besonders durch die Berichterstattung über neu angefallene Taten bei Serienbrandstiftungen, wird der Druck auf die Ermittlungsbehörden zusätzlich verstärkt. Im Gegensatz zu anderen Delikten weisen Brandstiftungen jedoch eine Besonderheit auf, die an dieser Stelle herausgestellt werden muss: Bedingt durch die Tatfolgen sind in der Regel sämtliche objektiven Spuren am Brandort zerstört oder so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass sie für die weitere Ermittlungsarbeit nur noch bedingt oder gar nicht mehr herangezogen werden können. Dies bringt die Ermittlungsbehörden regelmäßig an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Datenbanken – Neue Wege in der Brandermittlung: Einleitende Betrachtung der Problematik von Brandstiftungen und der Notwendigkeit systematischer Datenerfassung.

2. Definitionen: Abgrenzung von Brandstiftungsdelikten und Definition verschiedener Tätertypen wie Mehrfach- und Intensivtäter.

3. Forschungsstand und theoretische Grundlagen: Historische Entwicklung und aktuelle Erkenntnisse zur Brandkriminalität in der Polizeilichen Kriminalstatistik.

4. Täterprofil und Fallanalyse: Theoretische Einordnung von Profiling-Methoden sowie kriminalistischen und operativen Fallanalysen.

5. Projekt „Täterprofil von Brandstiftern“: Vorstellung der Projektziele und der Erhebungsmethodik mittels Fragebögen.

6. Methoden und Methodenkritik: Detaillierte Darstellung der empirischen Vorgehensweise und Fehleranalyse der Datenerhebung.

7. Auswahl der Untersuchungskriterien: Auswahl der relevanten Persönlichkeits- und Tätermerkmale für die Analyse.

8. Datendarlegung und Auswertung: Präsentation und Diskussion der empirischen Ergebnisse zu den verschiedenen Untersuchungsmerkmalen.

9. Resümee: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.

Schlüsselwörter

Brandstiftung, Brandstifter, Täterprofil, Fallanalyse, Kriminalistik, Kriminologie, Mehrfachtäter, Operative Fallanalyse, BIAS, Ermittlung, Brandermittlung, Täterstruktur, Spurenarmut, Brandkriminalität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Tätermerkmale bei Brandstiftungen, um durch eine empirische Datenbasis aus polizeilichen Systemen (BIAS) die Täterermittlung effektiver zu gestalten.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Kategorisierung von Brandstiftern, die Bedeutung von Täterprofilen sowie die Analyse spezifischer Merkmale wie soziale Integration, Vorstrafen und Persönlichkeitsstrukturen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, Häufigkeitsverteilungen zu Tätermerkmalen aufzuzeigen, um den Kreis der Tatverdächtigen bei Brandstiftern präziser eingrenzen zu können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich primär um eine Sekundäranalyse von Datenbeständen der BIAS-Datenbank, ergänzt durch eine Literaturanalyse kriminalistischer Konzepte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der methodischen Erhebung, der Definition von Tätertypen und der detaillierten Auswertung zahlreicher kriterienbasierter Fragen zur Täterpersönlichkeit und Tatbegehung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Brandstiftung, Täterprofil, operative Fallanalyse, Kriminalistik und Täterstruktur.

Welche Rolle spielt die Feuerwehr in Bezug auf Brandstifter?

Die Arbeit analysiert kritisch, ob und warum Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr in der Täterstatistik bei Brandstiftungen überdurchschnittlich häufig vertreten sind.

Wie gehen Täter bei der Brandlegung meist vor?

Die Daten zeigen, dass ein Großteil der Täter den Brand in räumlicher Nähe zum eigenen Wohnort legt, oft innerhalb eines Umkreises von fünf Kilometern.

Excerpt out of 161 pages  - scroll top

Details

Title
Anhaltspunkte zur Täterprofilerstellung bei Brandstraftaten
Subtitle
Einfach- und Mehrfachbrandstifter im Vergleich
College
Ruhr-University of Bochum  (Juristische Fakultät - Lehrstuhl für Kriminologie)
Grade
2,4
Author
MA in Criminology and Police Science Martin Awe (Author)
Publication Year
2012
Pages
161
Catalog Number
V209487
ISBN (eBook)
9783656386186
ISBN (Book)
9783656386575
Language
German
Tags
anhaltspunkte täterprofilerstellung brandstraftaten einfach- mehrfachbrandstifter vergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
MA in Criminology and Police Science Martin Awe (Author), 2012, Anhaltspunkte zur Täterprofilerstellung bei Brandstraftaten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/209487
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