Der Tod von Eduard dem Bekenner löste in England im Krisenjahr 1066 einen Streit um seine Nachfolge aus. Sowohl Harald Godwinson, der angeblich von Eduard selbst als Nachfolger auserkoren wurde, als auch Wilhelm, Herzog der Normand (William the Conquerer) hielten sich für die legitimierten Nachfolger.
Unter der Fragestellung, warum es zu einem Thronfolgestreit nach dem Tod König Eduards zwischen Harald II. und Wilhelm dem Eroberer kommen konnte, wird sowohl die Situation vor dem Tode Eduards als auch während und nach Haralds Königsherrschaft erläutert, in der die Legitimation einer Herrschaft Haralds II. der abweichenden Legitimation von Wilhelm gegenübergestellt und anschließend verglichen wird. Außerdem werden die unterschiedlichen Wege zur Machtergreifung beider Hauptprotagonisten dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Quellenlage zum Krisenjahr 1066 in England
2.1. The Anglo-Saxon Chronicle
2.2. Carmen de Hastingae Proelio
3. 1066 – Der Thronfolgestreit Englands
3.1. König Harald II. von England
3.2. Wilhelms Anspruch auf den Thron
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die umkämpfte Thronfolge in England im Jahr 1066 nach dem Tod Eduards des Bekenners. Ziel ist es, die konkurrierenden Legitimationen von Harald II. und Wilhelm dem Eroberer sowie deren unterschiedliche Wege zur Machtergreifung unter Berücksichtigung zeitgenössischer Quellen kritisch zu beleuchten.
- Analyse des Thronfolgestreits nach dem Tod von Eduard dem Bekenner
- Gegenüberstellung der Legitimation von Harald II. und Wilhelm dem Eroberer
- Untersuchung der Rolle zeitgenössischer Quellen (Anglo-Saxon Chronicle und Carmen de Hastingae Proelio)
- Darstellung der unterschiedlichen Wege zur Machtergreifung
- Betrachtung der Rolle der Kirche und des Adels im Legitimationsprozess
Auszug aus dem Buch
3.2. Wilhelms Anspruch auf den Thron
Wilhelms Thronanspruch unterscheidet sich deutlich von dem Haralds, dennoch ist der Thronanspruch auch hier nicht ungerechtfertigt, sondern basiert auf Versprechungen, Eiden, einer entfernten Verwandtschaft mit Eduards Mutter Emma und Macht.
König Eduard entschied sich bereits 1051 für Wilhelm als seinen Nachfolger und ließ diesen Entschluss vom Erzbischof von Canterbury Robert von Jumièges persönlich in die Normandie überbringen. Auf diese Nachricht hin, stattete Wilhelm König Eduard einen Besuch ab und ließ sich persönlich von Eduard und den wichtigsten Männern Englands, fast alle normannisch und in Abwesenheit von Godwin, der zu diesem Zeitpunkt wegen eines Aufstandes gegen Eduards Königsherrschaft von jenem ins Exil geschickt worden war, die Thronnachfolge bestätigen. Ab diesem Zeitpunkt galt Wilhelm, Duke der Normandie, als legitimer Nachfolger König Eduards von England. Wie bereits oben erwähnt, lässt sich eine pro-normannische Politik von Eduard nicht leugnen. Aufgrund seiner Verbundenheit zur Normandie – seine Mutter als Normannenprinzessin und seine Zeit in der Normandie prägten sein Leben und später seine Politik – ist es wahrscheinlich, dass Eduard einen normannischen Nachfolger haben wollte. So überging er jedenfalls die mächtigsten angelsächsischen Adligen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Krise des Jahres 1066 ein und erläutert die Forschungsfrage hinsichtlich der Thronfolgestreitigkeiten zwischen Harald II. und Wilhelm dem Eroberer.
2. Die Quellenlage zum Krisenjahr 1066 in England: Dieses Kapitel stellt die für die Untersuchung zentralen Quellen vor, insbesondere die Angelsachsenchronik und das Carmen de Hastingae Proelio, und bewertet deren Sichtweisen.
3. 1066 – Der Thronfolgestreit Englands: Hier werden die unterschiedlichen Thronansprüche, die Legitimationen durch Eid, Abstammung oder Wahl sowie die militärische Durchsetzung der Macht durch die Hauptprotagonisten detailliert analysiert.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Quellenanalyse zusammen und bewertet die unterschiedlichen Legitimationsansprüche im Kontext des historischen Ereignisses.
Schlüsselwörter
1066, England, Thronfolge, Eduard der Bekenner, Harald II., Wilhelm der Eroberer, Angelsachsenchronik, Carmen de Hastingae Proelio, Legitimation, Schlacht bei Hastings, Normannen, witenagemot, Thronfolgestreit, Herrschaft, Mittelalter
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die politische Krise in England im Jahr 1066, die durch den Tod des kinderlosen Königs Eduard des Bekenners und den darauf folgenden Thronfolgestreit ausgelöst wurde.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Legitimation von Herrschaft, der Vergleich zwischen angelsächsischen und anglo-normannischen Quellen sowie die Machtpolitik der Kontrahenten Harald II. und Wilhelm dem Eroberer.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Gründe für den Thronfolgestreit zu erforschen und zu erläutern, warum und wie sowohl Harald II. als auch Wilhelm der Eroberer ihren Anspruch auf den englischen Thron legitimierten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Quellenanalyse, bei der zeitgenössische Quellen wie die "Anglo-Saxon Chronicle" und das "Carmen de Hastingae Proelio" gegenübergestellt und durch moderne Sekundärliteratur ergänzt werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Quellenkritik sowie eine detaillierte Untersuchung der Legitimationsgrundlagen und der Machtergreifungsstrategien von Harald II. und Wilhelm.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Thronfolge, 1066, Legitimation, Schlacht bei Hastings und die genannten historischen Quellen charakterisiert.
Welche Rolle spielte die Kirche bei der Legitimation von Wilhelm?
Die Kirche legitimierte Wilhelms Feldzug gegen Harald, indem Papst Alexander II. ihm ein Petersbanner übersandte, was den Angriff als rechtmäßig bestätigte.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Quellenlage?
Die Quellenlage wird als sehr gut bewertet, da sie es durch unterschiedliche Sichtweisen ermöglicht, Thesen zu überprüfen und mögliche Widersprüche in der historischen Überlieferung aufzuklären.
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- Christoph Gwisdeck (Author), 2011, Wege zur Macht. Die Legitimation zur Thronfolge Eduards I., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/209492