In dieser Arbeit wird das Präfix „in-“ analysiert und in Opposition zum Verneinungspartikel „no“ gesetzt. Fokus der Analyse liegt also auf dem Präfix in seiner Funktion als Negationspräfix, das je nach Kontext und Base verschiedenartig realisiert wird.
“A grandes rasgos, la concepción tradicional de la formación de palabras describe la prefijación como un proceso de creación léxica en el que una partícula, de carácter más o menos independiente, según su origen sea prepositivo u otro, se añade en posición anterior a una palabra preexistente, base y núcleo del proceso de creación léxica.”
Diese komplexe Definition eines Präfixes rechnet den Prozess der Präfigierung der Wortbildung zu, der das Lexikon erweitert, indem ein Wortbildungsmorphem einer bestimmten Basis vorangestellt wird. Des Weiteren wird sowohl das Basislexem als auch das Präfix genauer definiert.
Das Präfix kann gebunden sein, also nicht ohne eine Basis existieren. Oder es entstammt dem Bereich der Lexik, kann ungebunden vorkommen und andere Funktionen besitzen. Der Versuch ein Präfix genau zu definieren, ist sehr problematisch, da in vielen Fällen ein Präfix im Wort die Funktion einer Präposition erfüllen kann. Rechnet man die Präfigierung der Wortbildung zu, differenziert man nicht zwischen Derivation und Komposition. Wenn das Präfix also die Funktion einer Präposition erfüllt, steht sie näher der Komposition, ist es gebunden, liegt Derivation vor.
Inhaltsverzeichnis
1. Zur Definition von Präfix
2. Formale Analyse
2.1 Das Präfix „in-“
2.1.1 Lateinischer Ursprung
2.1.2 Das Präfix und seine Realisierungen
2.2 Das Adverb „no“
2.2.1 Lateinischer Ursprung
2.2.2 Das Adverb und seine Realisierungen
3. Inhaltliche Analyse
3.1 Semantische Negationskategorien
3.1.1 Kontradiktion
3.1.2 Kontrarität
3.1.3 Privation
3.2 Semantische Klassifikation der Präfigierung
3.2.1 Disponibilität in lexikalischen Feldern
3.2.2 Syntaktische Grenzen von „in-“ und „no“
4. Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die morphologischen und semantischen Aspekte der spanischen Verneinungspartikel „in-“ und „no“. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, unter welchen Bedingungen diese Einheiten als Präfixe fungieren, wie sie etymologisch begründet sind und welche syntaktischen sowie semantischen Grenzen ihre Verwendung im modernen Spanisch bestimmen.
- Analyse der formalen und etymologischen Grundlagen der Verneinungspartikel.
- Unterscheidung der semantischen Kategorien Kontradiktion, Kontrarität und Privation.
- Untersuchung der Produktivität und Verfügbarkeit von „in-“ und „no“ in verschiedenen lexikalischen Feldern.
- Erforschung syntaktischer Beschränkungen bei der Wortbildung durch Präfigierung.
- Betrachtung der subjektiven Bewertungskomponente bei der Verwendung dieser Partikel.
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Kontrarität
“Dos elementos establecen una relación de contriedad si la negación de uno de ellos no implica la afirmación del otro.”
Konträre Negationskategorien drücken einen Bedeutungsgegensatz aus, viele Theoretiker verwenden auch den Terminus Antonymie. Zwei Gegensätze stellen hierbei zwei Pole dar, die graduierbar sind und Zwischenwerte zulassen. Das in Beispiel 1 verwendete Adjektiv „infeliz“ bildet eine konträre Beziehung zu „feliz“. Das Präfix „in-“ wird also genutzt, um Kontrarität auszudrücken. Ein Kind, das nicht glücklich ist, ist nicht automatisch unglücklich. „[D]ie Negation des einen Terms [impliziert] nicht die Assertion des oppositären Begriffs.“ Es gibt außerdem die Möglichkeit, dass ein Zwischenbereich zutrifft. Um auf Aristoteles’ Negationstheorie zurückzukommen, ist das Prinzip des tertium datur ein wesentliches Kriterium zur Abgrenzung der Kontrarität von der Kontradiktion. Ljung spricht bei zwei gegensätzlichen Begriffen von zwei äußersten Polen, die durch ihre Graduierbarkeit ein unbestimmtes Mittelfeldfeld zurücklassen. Diesem Mittelfeld ist in der Lexik keine Grenze auferlegt, es kann unendlich groß werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Zur Definition von Präfix: Einführung in die theoretische Auffassung von Präfixen und deren Abgrenzung innerhalb der Wortbildungsprozesse.
2. Formale Analyse: Darstellung der etymologischen Herkunft und der lautlichen Realisierungen der Partikel „in-“ und „no“.
3. Inhaltliche Analyse: Vertiefende Untersuchung der semantischen Negationskategorien und deren Anwendungsgrenzen bei der Präfigierung.
4. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Komplexität von Sprache und der kontextabhängigen Verwendung der untersuchten Verneinungspartikel.
Schlüsselwörter
Spanisch, Präfigierung, Verneinungspartikel, Derivation, Kontradiktion, Kontrarität, Privation, Wortbildung, Allomorphe, Etymologie, Morphologie, Semantik, Syntax, Neologismen, Sprachwandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die formalen und inhaltlichen Eigenschaften der spanischen Verneinungspräfixe „in-“ und „no“ und deren Anwendung im Wortbildungsprozess.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen sind die Etymologie der Partikel, die semantische Kategorisierung von Negation sowie syntaktische Restriktionen bei der Bildung neuer Wörter.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Klärung der Kontexte, in denen die Verwendung von „in-“ und „no“ möglich ist, sowie die semantische Unterscheidung zwischen verschiedenen Arten der Negation.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Es handelt sich um eine linguistische Analyse, die diachronische Hintergründe mit einer synchronen Betrachtung der Wortbildung und semantischen Einordnung verknüpft.
Was steht im Hauptteil der Arbeit im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in eine formale Analyse der Partikel und eine inhaltliche Untersuchung, die Konzepte wie Kontradiktion, Kontrarität und Privation detailliert gegenüberstellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Präfigierung, Kontradiktion, Kontrarität, Wortbildung und morphologische Derivation im spanischen Sprachraum.
Worin liegt der Unterschied zwischen Kontradiktion und Kontrarität?
Die Kontradiktion folgt dem Prinzip des ausgeschlossenen Dritten, während die Kontrarität Pole beschreibt, die graduierbar sind und Zwischenwerte zulassen.
Welche Rolle spielt die Subjektivität bei der Verwendung von Präfixen?
Die Untersuchung zeigt, dass das Präfix „in-“ im Gegensatz zum neutraleren „no“ oft eine subjektive, teilweise pejorative Haltung des Sprechers implizieren kann.
- Arbeit zitieren
- Alexander Kraus (Autor:in), 2008, Morphologie des Spanischen. Die unterschiedliche Verwendung der präfigierten Verneinungspartikel „in-“ und „no“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/209516