Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit ausgewählten Reaktionen von Linguisten und Pädagogen, die auf die Oakland Ebonics Resolution von 1996 folgten. Sie möchte Ansätze zu Ebonics vorstellen und klären, ob es sich bei den in der Resolution thematisierten Phänomenen im Bezug auf Ebonics um Probleme mit primär linguistischen oder pädagogischen Problemstellungen handelt, wenn es um schlechte Schulleistungen afro-amerikanischer Schüler geht. Die Entstehungsgeschichte von Ebonics als sprachliches System will die Hausarbeit nicht thematisieren.
Struktur der wissenschaftlichen Arbeit
0. Einleitung
1. Der Begriff Ebonics
2. Das SEP
3. Die Oakland Ebonics Resolution
3.1 Die überarbeitete Fassung vom 12. Januar 1997
4. Stellungnahmen zum praktischen Einsatz von AAVE in amerikanischen Schulen
4.1 Hafeezah Adama Davia Dalji
4.2 Carrie Secret
4.3 Arthur Palacas
4.4 William J. Drummond
4.5 John Russel Rickford
4.6 John McWhorter
5. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Reaktionen von Linguisten und Pädagogen auf die kontroverse "Oakland Ebonics Resolution" von 1996. Ziel ist es, die pädagogischen und linguistischen Dimensionen des Einsatzes von "African American Vernacular English" (AAVE) in Schulen zu beleuchten und zu klären, inwieweit Sprachprobleme als Ursache für akademische Minderleistungen afro-amerikanischer Schüler fungieren.
- Definition und konzeptionelle Einordnung von Ebonics, SEP und der Oakland Resolution.
- Analyse divergierender Expertenmeinungen zu AAVE im schulischen Kontext.
- Diskussion über die Identität von Ebonics als eigenständige Sprache gegenüber einem Dialekt des Englischen.
- Kritische Würdigung von Bridging-Ansätzen und separatischer Tendenzen in der Sprachdebatte.
Auszug aus dem Buch
4.6 John McWhorter
John McWhorter, afro-amerikanischer Linguist, ist nicht der Meinung das AAVE eine Sprache ist: “The fact is that Black English is not diferent enough from standard English to pose any signifant obstacle to speaking, reading, or writing it. Black English is simply a dialect of English, just as standard English.“
Insofern lässt er die Behauptung, AAVE wäre sprachlich viel zu weit von SAE entfernt, um afro-amerikanischen Schülern ein leichtes Erlernen des SAE zu ermöglichen, nicht gelten. Er begründet dies damit, dass zum einem auf der ganzen Welt Dialekte gesprochen werden und trotzdem die Amtssprache problemlos erlernt wird und zum anderem viele Dialekte in anderen Ländern linguistisch wesentlich entfernter von der Amtssprache seien, als AAVE von SAE.
Dies veranschaulicht er, in dem er Hochdeutsch, dem Schwytzerdütsch und Schwäbischem gegenüberstellt. Hierbei wird einmal deutlich, dass die letztgenannten Dialekte vom Hochdeutschen wesentlich entfernter sind als AAVE vom SAE, und er führt er schlüssig an, dass es in Schwaben und der Schweiz nahezu keine Probleme gibt wenn Dialekt sprechende Schüler das Hochdeutsche erlernen. Seines Erachtens trifft die Behauptung, dialektsprechende Schüler würden schlechte schulische Leistungen erbringen, nur auf afro-amerikanische Schüler zu. Im Umkehrschluss heisst die für ihn, dass die Sprache nicht der Kern des Problems sei.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Vorstellung der Problemstellung, der Relevanz der Oakland Resolution und der Zielsetzung der Analyse.
1. Der Begriff Ebonics: Erörterung der Namensgebung, der sprachwissenschaftlichen Einordnung und der afro-zentrischen Thesen zur Herkunft von AAVE.
2. Das SEP: Erläuterung des Standard English Proficiency Programs als pädagogisches Instrument zur Förderung afro-amerikanischer Schüler.
3. Die Oakland Ebonics Resolution: Analyse des Resolutionsbeschlusses von 1996 und der Hintergründe zur Anerkennung von Ebonics.
3.1 Die überarbeitete Fassung vom 12. Januar 1997: Darstellung der Modifikationen des ursprünglichen Resolutionsentwurfs aufgrund öffentlicher Kritik.
4. Stellungnahmen zum praktischen Einsatz von AAVE in amerikanischen Schulen: Detaillierte Auseinandersetzung mit verschiedenen Positionen von Pädagogen und Linguisten zum Einsatz von AAVE.
5. Schlusswort: Fazit zur Separatismus-Debatte und kritische Würdigung der integrativen Ansätze im schulischen Umfeld.
Schlüsselwörter
Ebonics, AAVE, African American Vernacular English, Oakland Resolution, Standard English Proficiency Program, SEP, Linguistik, Pädagogik, Sprachdebatte, Bildungsbenachteiligung, Identität, Integration, Separatismus, Dialekt, Standard American English.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit?
Die Arbeit befasst sich mit den linguistischen und pädagogischen Reaktionen auf die Oakland Ebonics Resolution von 1996 und deren Auswirkungen auf den Unterricht afro-amerikanischer Schüler.
Welche Themenfelder werden zentral behandelt?
Zentral sind die Einordnung von Ebonics als Sprache vs. Dialekt, die Rolle des SEP-Programms und die ethisch-politische Debatte über Sprachförderung im US-Schulsystem.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Die Untersuchung zielt darauf ab, zu klären, ob Ebonics ein rein linguistisches oder ein pädagogisches Problem darstellt und wie verschiedene Experten zur Integration von AAVE im Unterricht stehen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die Fachliteratur, Stellungnahmen von Linguisten und Pioniere der Debatte (wie McWhorter, Rickford oder Palacas) kritisch vergleicht und bewertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Fachbegriffen, die Analyse der Oakland Resolution sowie die detaillierte Vorstellung und Diskussion unterschiedlicher Expertenpositionen zur schulischen Praxis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Ebonics, AAVE, die Oakland Resolution, Bildungsbenachteiligung und das Spannungsfeld zwischen Integration und kulturellem Separatismus.
Warum wird John McWhorter in der Arbeit besonders hervorgehoben?
McWhorter nimmt eine Sonderrolle ein, da er als einer der wenigen afro-amerikanischen Linguisten die Anerkennung von Ebonics als eigenständige Sprache ablehnt und soziale Faktoren höher gewichtet als linguistische.
Welche Kritik übt die Arbeit an den Belegen von Rickford?
Der Autor bemängelt, dass Vergleiche mit skandinavischen Sprachmodellen unzulässig seien, da das sozio-politische Umfeld und die Problematik des Rassismus in den USA mit denen in Skandinavien nicht vergleichbar sind.
- Arbeit zitieren
- M. A. Manoucher Thomas Shareghi-Boroujeni (Autor:in), 2002, Ebonics als Fremdsprache oder pädagogisches Problem, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/209547