Gott angesehen wurde. Im Folgenden wird zu klären sein, ob es sich bei diesen Auszügen um Ausnahmen handelt, oder ob Octavian/Augustus bereits während seines Lebens überhöht wurde. Konkret soll abschließend geklärt werden können, ob Augustus einzig durch Ehrungen eine sakrale Überhöhung erlangte die Andeutungen eines Göttlichen rechtfertigte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ehrungen nach der Schlacht von Actium und im Jahre 27 v. Chr.
2.1. Ehrenname Augustus
2.2. Lorbeer
2.2.1. Nähe zu Apoll
2.3. corona civica
2.4. clipeus virtutis
3. Schlussfolgerungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die dem Herrscher Octavian/Augustus nach der Schlacht von Actium und im Jahr 27 v. Chr. verliehenen Ehrungen maßgeblich zu seiner sakralen Überhöhung beitrugen und den Übergang zur gottähnlichen Verehrung des princeps ebneten.
- Analyse der Bedeutung ausgewählter Ehrungen (Ehrenname Augustus, Lorbeer, corona civica, clipeus virtutis).
- Untersuchung der symbolischen Verbindung zwischen dem Herrscher und römischen Gottheiten wie Apoll und Iuppiter.
- Chronologische Aufarbeitung der frühen Phase der Überhöhung des princeps.
- Interdisziplinäre Auswertung antiker Quellen (Res gestae, Sueton, Cassius Dio).
- Herausarbeitung der sakralen Aura, die den Übergang vom Menschen zum potenziell göttlich verehrten Herrscher markiert.
Auszug aus dem Buch
2.1. Ehrenname Augustus
Wie bereits erwähnt, war eine der Ehrungen die Octavian zuteilwurde der Beiname Augustus. Cassius Dio erläutert, dass die Wahl letzten Endes auf diesen Namen fiel, da „die kostbarsten und heiligsten Gegenstände […] allesamt mit 'augusta' bezeichnet [werden].“. Zwar hatte Augustus ebenfalls den Namen Romulus in Erwägung gezogen, doch wurde dieser zu sehr mit dem Königtum assoziiert, was Augustus, um seine Herrschaft nicht mit den rex und der Tyrannis in Verbindung zu bringen, zu vermeiden versuchte. Mit dem Beinamen Augustus konnte eine unverfängliche Verknüpfung des Gründers Roms und seiner Person als „Neugründer Roms“ hergestellt werden.
Wie in dem Zitat von Cassius Dio bereits angedeutet, verweist der Begriff 'augusta' auf etwas Heiliges. Der Geschichte nach hatte Romulus die Götter in einer „erhabenen Befragung“, lateinisch augurium augustum, um ihre Erlaubnis gebeten Rom an jener Stelle gründen zu dürfen und „fungierte [als] der erste Befrager (primus augur)“. Weiter bedeutet der Begriff augere ebenfalls 'mehren', was retrospektiv gesehen sehr passend erscheint für den Mehrer des Reiches. Betrachtet man nun die erstere Bedeutung näher wird deutlich, dass Augustus nicht nur eine Verbindung zu Romulus als ersten Staatsgründer herstellt, sondern sein Name auch eine religiöse Konnotation enthält.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, ob Augustus bereits zu Lebzeiten als Gott angesehen wurde, und definiert die Zielsetzung der Untersuchung anhand ausgewählter Quellen.
2. Ehrungen nach der Schlacht von Actium und im Jahre 27 v. Chr.: Dieses Kapitel analysiert systematisch die nach dem Sieg über Antonius und Kleopatra sowie nach der res publica restituta verliehenen Ehrungen.
2.1. Ehrenname Augustus: Es wird die religiöse und politische Bedeutung des Beinamens sowie dessen Verbindung zu Romulus und dem Begriff des Heiligen untersucht.
2.2. Lorbeer: Das Kapitel erläutert die Funktion des Lorbeers als Symbol der Sieghaftigkeit und dessen sakrale Aufladung durch die Verbindung zum Haus des princeps.
2.2.1. Nähe zu Apoll: Es wird die Identifikation des Augustus mit dem Gott Apoll thematisiert, die durch Mythen, Baumaßnahmen und bildliche Darstellungen gestützt wurde.
2.3. corona civica: Dieses Kapitel betrachtet den Eichenkranz als mehrdeutiges Symbol, das über die Rettung der Bürger hinaus eine Verbindung zu Iuppiter herstellt.
2.4. clipeus virtutis: Die Verleihung des Tugendschildes wird als Bestätigung für göttliche Tugenden und als legitimes Mittel zur sakralen Distanzierung vom Menschsein interpretiert.
3. Schlussfolgerungen: Die Arbeit resümiert, dass die Häufung der Ehrungen eine grundlegende sakrale Überhöhung schuf, die den Weg zum späteren Kaiserkult maßgeblich vorbereitete.
Schlüsselwörter
Augustus, princeps, Kaiserkult, sakrale Überhöhung, Schlacht von Actium, Res gestae, Lorbeer, corona civica, clipeus virtutis, Romulus, Apoll, Iuppiter, res publica restituta, Herrscherverehrung, römische Geschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Anfänge der sakralen Überhöhung des römischen Herrschers Augustus durch die Analyse spezifischer senatorischer Ehrungen nach der Schlacht von Actium.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der frühe Kaiserkult, die politische Symbolik von Herrscherehrungen und die bewusste Identifikation des princeps mit göttlichen Attributen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist zu klären, ob Augustus bereits zu Lebzeiten durch die systematische Anhäufung von Ehrungen eine sakrale Aura erlangte, die seine Überhöhung über das normale Menschsein hinaus rechtfertigte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Untersuchung folgt einem chronologischen Ansatz und stützt sich auf eine quellenkritische Analyse der Res gestae, sowie Schriften von Sueton und Cassius Dio.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert im Detail den Beinamen Augustus, die symbolische Bedeutung des Lorbeers, die Nähe zu Apoll, die corona civica und das clipeus virtutis als Instrumente der sakralen Erhöhung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe umfassen Augustus, princeps, Kaiserkult, sakrale Überhöhung, Herrscherverehrung und römische Geschichte.
Warum wurde der Name „Romulus“ von Augustus abgelehnt?
Augustus vermied den Namen Romulus, um seine Herrschaft nicht mit den Assoziationen des Königtums (rex) und der Tyrannis zu belasten.
Wie verstärkte die Nähe zu Apoll den Status des Augustus?
Durch die Inszenierung als Schützling des Apoll, die bauliche Verbindung seines Hauses mit dem Apollon-Tempel und die Identifikation in Münzbildnissen schuf Augustus eine göttliche Nähe, die seinen sakralen Status festigte.
- Citation du texte
- Ann Greenberg (Auteur), 2013, Ehrungen als Begründung der sakralen Überhöhung des 'princeps', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/209579