Auswirkung veränderter Lebensbedingungen für Kinder im Anfangsunterricht


Seminararbeit, 2002

10 Seiten, Note: gut


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Was ist mit unseren Kindern los?
1.2. Was bedeutet dies alles für die Schule?

2. Die soziale Welt der Kinder im Grundschulalter
2.1. Freunde und Gleichaltrigengruppen
2.2. Die soziale Kinderwelt heute

3. Die Herausforderungen für die Grundschule
3.1. Kinder heute – aus der Sicht der Lehrerinnen und Lehrer
3.1.1. Allgemeine Entwicklung
3.1.2. Sozialverhalten 6-
3.1.3 Vorbereitung auf die Schule
3.2. Auswirkungen auf den Unterricht und auf das Schulleben
3.2.1. Vergleiche mit früher
3.2.2. Veränderungen im Klassenraum und bei der Unterrichtsgestaltung
3.2.3. Auswirkungen auf das Schulleben 8-

4. Abschlußbemerkung

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Was ist mit unseren Kindern los?

Diese Frage wird in letzer Zeit immer öfter gestellt. Sind die Kinder anders geworden? Ja sie sind es. Besser gesagt, die Verhältnisse, in der die Kinder aufwachsen, haben sich verändert – zum Teil radikal. Deshalb sind die Kinder anders geworden.

Die Umwelt der Kinder wird immer stärker durch die Werke der Menschen / Erwachsenen bestimmt. Die Stadt ist wohl das beste Beispiel, wie wir Menschen versuchen unsere Welt einzurichten. Heute leben die meisten Kinder in der Stadt und damit in einer künstlich erbauten Welt. Die Kinder wohnen mit ihrer Familie in Wohnungen, in denen sie kaum Platz für ihre natürliche Lebendigkeit haben, weil die Wohnungen zu klein oder sehr hellhörig sind. Das spielen vor der Haustür ist auch verboten, dafür hat man einzelne Inseln für Kinder gebaut, die meist langweiligen oder kaputten Spielplätze. Auf den Weg dahin müssen sie oft verkehrsreiche Straßen überqueren, was sehr gefährlich ist. Die Kinder werden auch durch gesamtgesellschaftliche Verhältnisse beeinflußt. Wir betreiben einen Luxus, den es in diesem Ausmaß noch nie gegeben hat. So sind die meisten Kinderzimmer völlig überfrachtet. Die Kinderkleidung unterliegt durch den raschen Wandel der Mode einen sehr starken Konsumzwang, wodurch vorallem ökonomisch schwächere Familie in Schwierigkeiten geraten. Auch technische Unterhaltungsgeräte gehören zum selbstverständlichen Bestand der Kinderwelt. Fernseher, Radios, der Walkman, der Computer usw. Nahezu jedes Kind besitze mehrere dieser Geräte. Dies alles und die vielen Reize, die Kinder auch sonst Tag für Tag verarbeiten müssen, hat zu einer Reizintensität geführt, der gegenbüber nur noch mit Abwehr reagiert werden kann.

Es ist also wahrhaft nicht leicht, heute Kind zu sein. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, daß wir an unseren Kindern Symptome beobachten müssen, die beunruhigend sind. Die körperliche Gesundheit unserer Kinder ist nicht optimal. So fällt etwa die Hälfte der Kinder schon bei der Schuleingangsuntersuchung dadurch auf, daß sie erhebliche oder auch weniger dramatische Funktionsstörungen aufweisen. Viele Kinder leiden zum Beispiel an Haltungsschäden, der Anteil der übergewichtigen Kinder ist hoch. In letzter Zeit nimmt außerdem die Magersucht zu.

Auch die psychische Gesundheit ist nicht befriedigend. Bei den Erziehungs- und Familienberatungsstellen werden zunehmend mehr Kinder mit psycho-sozialen Störungen vorgestellt. Lehrkräfte klagen über eine Zunahme von nervösem und hyperaktivem Verhalten und ein Absinken der Leistungsbereitschaft.

Kinder werden zur Reduktion ihrer Eigentätigkeit verführt. Immer stärker setzen sich die konsumierende Aneignungen der Kultur durch. Die bedeutet: Schon für das Kind wird das Haben wichtiger als das Sein. Noch nie wurden zum Beispiel so viele Spielzeuge angeboten. Das Spielzeug wurde auch anders. Durch eingebaute Elektronik „spielt“ schon viel Spielzeug selbst. Die Kinder sind dann nur noch Bediener. Die negative Seite dieses Trends zum Konsum besteht in einem merklichen Verlust an Eigentätigkeit, an Produktivität und Kreativität.

Die Erfahrungen aus zweiter Hand schieben sich immer deutlicher in den Vordergrund. Vor allem das Fernsehen - aber auch die Schule – spielt dabei eine große Rolle. Es beeinflußt sehr entscheidend die Weise der Aneignung vor Wirklichkeit. Die Aneignung durch das Bild spielt dabei eine große Rolle Zurückgetreten ist die praktisch-handelnde und die verbal-argumentative Aneignung.

Viele Kinder meinen auch, daß ihre Zukunftsperspektive viele Risiken enthält. Sie befürchten das weitere Absterben der Natur durch eine wachsende Umweltverschmutzung und die Atomkatastrophe durch Krieg oder Unfall.

1.2. Was bedeute dies alles für die Schule?

Ohne Zweifel muß sie sich auf die jetzige Lebenssituation der Kinder einstellen. Das heißt aber auch: Sie muß sich verändern.

Das wichtigste scheint mir zusein, daß die Schule den einzelnen Menschen, also das Kind, ernster nehmen muß als bisher. Dies gilt für die Kinder ebenso wie für die Lehrer. In letzter Zeit wurde die Schule immer mehr zu einer intensiv verwalteten Institution. In einem solchen System werden die Menschen zu Trägern von Rollen verkürzt. Aus dem Kind wird der Schüler, aus dem Erwachsenen wird der Lehrer. Beide haben die Aufgabe, den Bestand der Institution zu sichern. Dabei wird die Tatsache vergessen, daß alle Menschen in der Schule jeweils unverwechselbare Individuen in der ganzen Bandbreite des Menschseins sind – und diesen Menschen hat die Schule zu dienen, nicht umgekehrt. W. Bärsch[1] meint: Das Humanum muß in unseren Schulen erste Priorität bekommen. Dann wäre auch gesichert, daß die Beziehungen zwischen den Erziehern und den Kindern Verhältnisse sind, in denen sich Menschen begegnen, deren Würde gleich ist. Das Humanum kann man nur schwer in einer „Unterrichtsanstalt“ sichern. Schule muß ein lebendiger sozialer Lebensraum mit vielen Aktivitäten werden, in den sich die Kinder und Lehrer als produktive Menschen einbringen können und durch den die Einzelnen zusammengeführte werden und sich auch als soziale Gemeinschaft erleben können. Dazu gehören nicht nur Aktivitäten, die durch die Lehrpläne vorgeschrieben sind, auch die Bedürfnisse und Wünsche der Kinder müssen betrachtet werden. Auch gemeinsame Feste gehören dazu. Überhaupt sollte die Heiterkeit ein wesentliches Stück der Grundstimmung in der Schule sein.

[...]


[1] W. Bärsch, Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Auswirkung veränderter Lebensbedingungen für Kinder im Anfangsunterricht
Hochschule
Universität Potsdam  (FB Erziehungswissenschaften)
Veranstaltung
Seminar: soziales Leben und Lernen im Anfangsunterricht
Note
gut
Autor
Jahr
2002
Seiten
10
Katalognummer
V2096
ISBN (eBook)
9783638112901
ISBN (Buch)
9783638756129
Dateigröße
421 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Auswirkung, Lebensbedingungen, Kinder, Anfangsunterricht, Seminar, Leben, Lernen
Arbeit zitieren
Katrin Jackisch (Autor), 2002, Auswirkung veränderter Lebensbedingungen für Kinder im Anfangsunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2096

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