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Arbeits- und Sozialstandards. Internationale Akteure und Ihre Instrumente

Titel: Arbeits- und Sozialstandards. Internationale Akteure und Ihre Instrumente

Hausarbeit , 2009 , 22 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Martin Schröter (Autor:in)

Sozialwissenschaften allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die nachfolgende Arbeit soll einen Überblick über die verschiedenen Konzepte zur internationalen Arbeitsregulierung geben, ihre Arbeitsweise verdeutlichen und Kritik aufzeigen. Dazu werden zunächst die Begriffe Erwerbsregulierung und Sozialstandards erläutert. Im Folgenden wird die ILO und ihre Kernarbeitsnormen vorgestellt. Anschließend erfolgt die Unterteilung in Ansätze internationaler Organisationen und freiwillige Initiativen, die von Unternehmen selbst ausgehen. Das Fazit soll die Ergebnisse schließlich zusammenfassen und einen Ausblick auf die zukünftige Situation geben.

Seit der Industrialisierung im 19.Jahrhundert stellen sich die Fragen nach Erwerbsregulierung und Sozialstandards in der Wirtschaft. Durch den Globalisierungsprozess haben diese Fragen eine neue, internationale Dimension angenommen: Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung stehen heute nicht mehr ausschließlich Nationalstaaten, sondern zunehmend international agierende Akteure wie Internationale Organisationen, Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen und multinationale Konzerne. Schließlich ist auch das gesellschaftliche Interesse an der Durchsetzung von Sozialstandards größer denn je und insbesondere das Interesse der Industrieländer an den Arbeitsbedingungen in den Entwicklungsländern in den letzten Jahren deutlich gewachsen.

Die Vielzahl der verschiedenen Akteure führt zu unterschiedlichen - teils konkurrierenden - Ansätzen und Konzepten zur Umsetzung der Erwerbsregulierung. Versuchen einige Organisationen wie beispielsweise die International Labour Organisation ILO weltweit gültige und allgemein anerkannte Arbeitsstandards durchzusetzen, konzentrieren sich multinationale Konzerne auf die Festsetzung eigener, innerbetrieblicher Standards.

Gilt beispielsweise die Reichweite der ILO-Arbeitsstandards als unbestritten und konnten bereits einige der Konzepte deutliche Erfolge erzielen, sind die verschiedenen Initiativen doch nach wie vor großer Kritik ausgesetzt: Im Fokus der Kritik steht vor Allem die Durchsetzungsfähigkeit der Instrumente und insbesondere die Arbeit der International Labour Organisation. Selbst Befürworter der Organisation sprechen inzwischen von einer Identitätskrise der ILO.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition: Erwerbsregulierung und Sozialstandards

3. Die International Labour Organisation (ILO)

3.1 Kernarbeitsnormen

4. Sozialstandards anderer internationaler Organisationen

4.1 Corporate Social Responsibility (CSR)

4.2 Global Compact

4.3 OECD-Guidelines

5. Freiwillige Sozialstandards

5.1 Verhaltenskodizes (Codes Of Conduct)

5.2 International Framework Agreement (IFA)

5.3 Soziale Gütesiegel

6. Fazit / Ausblick

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die verschiedenen Konzepte und Instrumente internationaler Akteure zur Durchsetzung von Arbeits- und Sozialstandards im Kontext der Globalisierung. Dabei wird analysiert, wie sich die Anforderungen an eine internationale Erwerbsregulierung durch Akteure wie die ILO, multinationale Konzerne und zivilgesellschaftliche Organisationen verändert haben und welche Möglichkeiten sowie Grenzen der praktischen Umsetzung bestehen.

  • Wirkungsweise und Kritik der International Labour Organisation (ILO)
  • Methoden der Corporate Social Responsibility (CSR) und des Global Compact
  • Die Rolle der OECD-Leitsätze für internationale Unternehmen
  • Analyse freiwilliger Standards wie Verhaltenskodizes und Rahmenabkommen
  • Herausforderungen durch informelle Sektoren und Durchsetzungsdefizite

Auszug aus dem Buch

3. Die International Labour Organisation (ILO)

Die „wohl wichtigste internationale Organisation für Fragen von Arbeit und Beschäftigung“ ist die International Labour Organisation ILO. Sie wurde 1919 im Rahmen des Völkerbundes auf der Friedenskonferenz in Versailles gegründet. Sie ist seit dem Jahr 1946 eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen (UNO) und ist gleichzeitig die älteste Organisation der UNO. Sie besteht aus 182 Mitgliedsstaaten und hat ihren Sitz in Genf. Insgesamt beschäftigt sie ca. 2500 Mitarbeiter und hat einen regulären Jahresetat von ca. 265 Mio. Euro. Die ILO verfügt über eine eigene Verfassung, Ihr Status als „Specialized Agency“ innerhalb der UNO gewährt ihr eine rechtlich selbstständige Position, „die jedoch in einem engen arbeitsteiligen Verhältnis zur UNO“ steht. Somit ist sie kein Organ der UNO. Ihre selbst erklärten Ziele sind die „Formulierung und Durchsetzung internationaler Arbeits- und Sozialnormen, insbesondere der Kernarbeitsnormen, die soziale und faire Gestaltung der Globalisierung sowie die Schaffung von menschenwürdiger Arbeit als einer zentralen Voraussetzung für die Armutsbekämpfung“

Diese Aufgaben übernehmen die drei Hauptorgane: der International Labour Conference, der Governing Body und das International Labour Office. In ihnen findet sich die besondere, dreigliedrige Struktur („Tripartismus“) der ILO wieder: Neben Staatsvertretern setzt sie sich als einzige Organisation innerhalb der UNO auch aus Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter zusammen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung der Erwerbsregulierung und identifiziert die Internationalisierung durch neue Akteure als zentrales Spannungsfeld.

2. Definition: Erwerbsregulierung und Sozialstandards: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe und leitet die Bedeutung von Sozialstandards aus den Kernarbeitsnormen der ILO ab.

3. Die International Labour Organisation (ILO): Es wird die Struktur der ILO, ihre dreigliedrige Organisation und das Instrumentarium zur Normsetzung und Überwachung vorgestellt.

4. Sozialstandards anderer internationaler Organisationen: Hier werden CSR, der Global Compact der UNO und die OECD-Richtlinien als komplementäre Ansätze zur ILO analysiert.

5. Freiwillige Sozialstandards: Das Kapitel untersucht unternehmenszentrierte Instrumente wie Verhaltenskodizes, Rahmenabkommen und Gütesiegel auf ihre praktische Wirksamkeit.

6. Fazit / Ausblick: Das Fazit fasst die Potenziale der verschiedenen Ansätze zusammen und diskutiert zukünftige Herausforderungen wie den informellen Sektor.

Schlüsselwörter

Erwerbsregulierung, Sozialstandards, Globalisierung, ILO, Kernarbeitsnormen, Tripartismus, Corporate Social Responsibility, Global Compact, OECD-Guidelines, Verhaltenskodizes, International Framework Agreement, Soziale Gütesiegel, Informeller Sektor, Arbeitsrechte, Arbeitnehmervertretung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der internationalen Regulierung von Arbeits- und Sozialstandards im Zuge der fortschreitenden Globalisierung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Konzepte und Instrumente internationaler Organisationen sowie freiwillige Initiativen von Unternehmen zur Verbesserung von Arbeitsbedingungen.

Welches Ziel verfolgt der Autor mit dieser Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, einen Überblick über die unterschiedlichen Ansätze der internationalen Arbeitsregulierung zu geben, deren Arbeitsweisen zu verdeutlichen und deren Wirksamkeit kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse und Zusammenführung der verschiedenen Konzepte zur internationalen Erwerbsregulierung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der ILO, die Analyse von CSR, Global Compact und OECD-Richtlinien sowie die detaillierte Betrachtung freiwilliger Standards wie Kodizes und Rahmenabkommen.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Erwerbsregulierung, Sozialstandards, Globalisierung, ILO und diverse freiwillige unternehmerische Instrumente.

Wie unterscheidet sich der Global Compact der UNO von den Kernarbeitsnormen der ILO?

Während die ILO auf völkerrechtlich bindenden Konventionen und dreigliedrigen Strukturen basiert, ist der Global Compact eine freiwillige Initiative, die primär auf die Kooperation mit Unternehmen abzielt.

Warum wird die „Freiwilligkeit“ bei vielen der untersuchten Konzepte kritisch gesehen?

Kritiker bemängeln, dass bei rein freiwilligen Ansätzen häufig Sanktionsmechanismen fehlen, was die Transparenz verringert und das Risiko birgt, dass Standards lediglich als Werbemaßnahme missbraucht werden.

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Details

Titel
Arbeits- und Sozialstandards. Internationale Akteure und Ihre Instrumente
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Fakultät für Sozialwissenschaft)
Veranstaltung
Globalisierung, Arbeit und Geschlecht
Note
1,0
Autor
Martin Schröter (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
22
Katalognummer
V209601
ISBN (eBook)
9783656372042
ISBN (Buch)
9783668387805
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ILO International Labour Organisation CSR Arbeitsstandards core standards Sozialstandards Global Compact OECD Guidelines International Framework Agreement Kernarbeitsnormen Code Of Conduct Corporate Social Responsibility Globalisierung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Martin Schröter (Autor:in), 2009, Arbeits- und Sozialstandards. Internationale Akteure und Ihre Instrumente, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/209601
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  22  Seiten
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