„China wird zum zweitgrößten Pharmamarkt der Welt“, „Chinas Unternehmen streben nach Europa“, „Evonik setzt auf asiatische Märkte“, „Weltbank: China strebt an die Spitze“
Ein Auszug von Schlagzeilen aus der Frankfurter Allgemeine im Februar 2012 über China. Das Reich der Mitte ist als ein fernes Land im Osten zu einem der wichtigsten Länder der Welt geworden. Sei es als Exportland, günstiger Produzent oder politische Macht. Die größten Gewinne werden im fernen Osten erzielt und jedes größere Unternehmen sieht sich gezwungen die Fertigung nach Asien zu verlagern um konkurrenzfähig zu bleiben. Die Welt ist vernetzter und dadurch ein Stück kleiner geworden. Von all dem profitierte China am meisten und steht nun als Land mit dem zweitgrößten Bruttoinlandsprodukt und einer Bevölkerung von ca. 1,3 Milliarden Menschen an der Spitze der mächtigsten und größten Länder.
In dieser Facharbeit wird untersucht, wie China diesen „Sprung nach vorn“ schaffte. Maßgeblich zu diesem Prozess hat die Globalisierung beigetragen.
Um die Globalisierung verstehen zu können, muss man zuerst nach den Ursachen suchen. Aus diesen kann man auf die Bedeutung der Globalisierung schließen und erklären, auf welche Weise sie ihre Wirkung hat. Hierbei wird ein besonderes Augenmerk auf die Wirkung der Globalisierung auf China gelegt.
Wie auch die Globalisierung entwickelte sich China in derselben Zeit weiter. Wie und auf welche Weise wird ab den 1980-ern beleuchtet. Mit dem Wissen über Globalisierung und China kann man nun sich der heutigen Rolle Chinas in der Globalisierung widmen. Bei dieser Aufgabe bietet es sich an, diese Rolle an einem konkreten Beispiel einer chinesischen Firma zu erläutern.
Abschließend versuche ich eine Prognose zu geben, wie sich China in den nächsten Jahren entwickeln wird und welche Rolle China in der Zukunft zugeteilt wird. Wird China in den kommenden Jahren weiter wachsen oder ist der Zenit schon erreicht?
Gliederung
1. China und die Globalisierung
2. Definition der Globalisierung, historische Entwicklung und Folgen
3. Einordnung Chinas in Globalisierungsprozess seit den 80-ern
4. Rolle und Mitwirken Chinas an der Globalisierung der Gegenwart
5. Beispiel der Globalisierung an einer chinesischen Firma (Li & Fung)
6. Fazit und Ausblick in die Zukunft
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Facharbeit untersucht den Aufstieg Chinas zu einer globalen Wirtschaftsmacht und analysiert, wie das Land den Prozess der Globalisierung seit den 1980er-Jahren für seine Entwicklung nutzte und welche Rolle es heute im internationalen Gefüge einnimmt.
- Historische Ursachen und politische Rahmenbedingungen der Öffnung Chinas.
- Die Transformation der chinesischen Wirtschaftsstruktur und deren Auswirkungen.
- Wirtschaftliche Interdependenzen zwischen China und dem Westen.
- Analyse der globalen Expansionsstrategie am Beispiel der Firma Li & Fung.
- Herausforderungen und Zukunftsperspektiven der chinesischen Volkswirtschaft.
Auszug aus dem Buch
4. Rolle und Mitwirken Chinas an der Globalisierung der Gegenwart
Im Unterschied zu anderen Ländern herrscht in China eine „sozialistische Marktwirtschaft“ als Wirtschaftsordnung, eine Kombination aus Zentralverwaltungswirtschaft und freier Marktwirtschaft. Dieser Fakt ist von besonderer Bedeutung, da die Politik unter anderem durch den Fünf- Jahres Plan die Wirtschaft stärker limitiert als die westlichen Länder. Insbesondere die Energie- und Wasserversorgung ist in Staatshänden, da eine Verstaatlichung moderate Preise gewährleisten soll.
Der Einfluss auf die Globalisierung wird meist größtenteils durch die Wirtschaft determiniert. Aufgrund der Verlagerung der Produktionsstätte nach China, insbesondere durch die Automobilindustrie, werden ausländische Unternehmen immer abhängiger von chinesischen Fertigern. Des Weiteren ist China selbst ein lukrativer Absatzmarkt. Für die deutschen Automobilhersteller ist China der größte Absatzmarkt. Bei VW beispielsweise gehen 28 Prozent der weltweiten Verkäufe nach China und sind damit das „mit Abstand wichtigste Absatzgebiet“.
Auch in anderen Industriezweigen lässt sich dieser Trend verfolgen: Der britische Konzern Astra- Zeneca ist wichtigster Anbieter von verschreibungspflichtigen Arzneien in China mit einem Umsatz von einer Milliarde Dollar. Dieser große Absatzmarkt basiert auf der höchsten Bevölkerung der Erde, von 1,3 Milliarden Menschen. Dadurch ergibt sich ein hohes Maß an potenziellen Käufern. Gleichzeitig ist das Reich der Mitte neben Absatzmarkt auch Exporteur. Mit Hilfe von staatlichen Subventionsprogrammen und niedrig gehaltenen Zinsen fördert die chinesische Regierung massiv die Privat- sowie Staatsunternehmen des Landes. Daher konnte man den technologischen Rückschritt aufholen und findet sich nun unter den Global Playern wieder. Ein Beispiel ist hier die Chipindustrie. Mittlerweile befindet sich China auf Platz fünf der größten Hersteller für Halbleiter nach vorangegangen Subventionsprogrammen. Damit verdrängte China auch Deutschland vom fünften auf den sechsten Platz. Ein weiteres Beispiel ist Petro China. Zwischenzeitlich schaffte es Petro China den jahrelangen Branchenführer Exxon Mobil den Rang als größtes börsennotiertes Unternehmen abzulaufen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. China und die Globalisierung: Einleitung in die Thematik des wirtschaftlichen Aufstiegs Chinas und Erläuterung der Zielsetzung dieser Facharbeit.
2. Definition der Globalisierung, historische Entwicklung und Folgen: Theoretische Herleitung des Globalisierungsbegriffs sowie Darstellung der historischen Voraussetzungen nach dem Kalten Krieg.
3. Einordnung Chinas in Globalisierungsprozess seit den 80-ern: Analyse der marktwirtschaftlichen Reformen unter Deng Xiaoping und der wirtschaftlichen Entwicklung Chinas bis zur WTO-Mitgliedschaft.
4. Rolle und Mitwirken Chinas an der Globalisierung der Gegenwart: Untersuchung der heutigen Wirtschaftsordnung Chinas und der gegenseitigen Abhängigkeiten mit globalen Akteuren.
5. Beispiel der Globalisierung an einer chinesischen Firma (Li & Fung): Fallstudie eines großen chinesischen Handelshauses, das den Wandel vom reinen Produzenten zum globalen Berater illustriert.
6. Fazit und Ausblick in die Zukunft: Zusammenfassung der Ergebnisse und Einschätzung der künftigen wirtschaftlichen sowie politischen Rolle Chinas in der Welt.
Schlüsselwörter
Globalisierung, China, Wirtschaftswachstum, Sozialistische Marktwirtschaft, Außenhandel, Li & Fung, Direktinvestitionen, Export, Import, Seltene Erden, Handelsüberschuss, BIP, Reformpolitik, Wirtschaftspolitik, Weltwirtschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Aufstieg Chinas zur globalen Wirtschaftsmacht und untersucht, inwiefern der Globalisierungsprozess seit den 1980er-Jahren diesen Wandel ermöglicht und geprägt hat.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die politische und wirtschaftliche Öffnung Chinas, die Transformation der Wirtschaftsstruktur, die Rolle Chinas als Exporteur und Absatzmarkt sowie die Auswirkungen auf westliche Industriestaaten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, den „Sprung nach vorn“ Chinas im Rahmen der Globalisierung zu erklären, die heutigen wirtschaftlichen Abhängigkeiten aufzuzeigen und eine Prognose für die zukünftige Entwicklung des Landes zu wagen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse der wirtschaftshistorischen Entwicklung, statistische Auswertungen von Wirtschaftsdaten sowie eine qualitative Fallstudie eines chinesischen Unternehmens.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Definition von Globalisierung, der historische Kontext, die statistische Aufarbeitung des chinesischen Wachstums, aktuelle wirtschaftliche Rahmenbedingungen und eine detaillierte Fallstudie zu Li & Fung beleuchtet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Globalisierung, Sozialistische Marktwirtschaft, Export, Handelsüberschuss, Direktinvestitionen und die Bedeutung Chinas als Wirtschaftsmotor.
Warum ist das Beispiel Li & Fung für diese Arbeit so aufschlussreich?
Das Unternehmen verdeutlicht beispielhaft den Wandel vieler chinesischer Firmen vom reinen Lieferanten für westliche Marken hin zum global agierenden, beratenden Anteilseigner mit eigenem Know-how.
Wie reagiert China aktuell auf die wirtschaftliche Stagnation?
China versucht, der sinkenden Nachfrage durch eine stärkere Förderung des Binnenmarktes und gegebenenfalls durch eine Abwertung der Währung Yuan entgegenzuwirken, wobei dies mit Risiken wie Inflation verbunden ist.
Welche Bedeutung haben die seltenen Erden für Chinas Rolle?
China nutzt seine Dominanz bei der Förderung seltener Erden als machtpolitisches Instrument, um Preise zu beeinflussen und die industrielle Entwicklung im Bereich High-Tech-Produkte global zu steuern.
- Citar trabajo
- Björn Lederer (Autor), 2012, Chinas Rolle in Zeiten der Globalisierung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/209644