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Die typische Kindsmörderin? Die soziale Lage der Frauen in der frühen Neuzeit und die möglichen Folgen

Título: Die typische Kindsmörderin? Die soziale Lage der Frauen in der frühen Neuzeit und die möglichen Folgen

Trabajo Escrito , 2013 , 15 Páginas , Calificación: 2,3

Autor:in: René Aderhold (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Infantizid ist ein Phänomen, welches in der Fauna dieser Welt kein seltenes ist. So verwundert es nicht, dass Infantizid und auch Neonantizid auch bei den moralgeprägten Menschen anzutreffen ist. Das Ermorden des Neugeborenen in einer modernen Gesellschaft ist nicht hinnehmbar. Strafrechtliche und soziale Folgen sind nicht abwendbar und dienten der Prävention. Welche Folgen eine Kindsmörderin zu erwarten hatte und ob diese Präventionen dienlich waren, wird im Verlauf dieser Arbeit erläutert.
Die Thematik des Infantizids hatte eine magische Wirkung auf die Autoren des Sturm und Drangs, so wurden zahlreiche Romane, Gedichte und Dramen mit ähnlichem Sujet verfasst und publiziert. So weist Goethes großes Werk ‚Faust‘ diese Thematik in der Gestalt von Gretchen auf und er verfasste ein Gedicht, in der die Angeklagte vorm Amtmann und dem Pfarrer sich rechtfertigt und verteidigt . Beide Werke – ‚Faust‘ und ‚vor Gericht‘ – sollen genutzt werden, um die Intention Goethes und den Zeitgeist des 18. Jahrhunderts aufzufangen. Die im Vorfeld erläuterte soziale Lage des 18. Jahrhunderts und die drohenden Folgen werden anhand beider Werke erläutert und verglichen. Im Ganzen soll ein Bild der Frau gemacht werden, die zur Mörderin wird und allgemein soll die Frage beantwortet werden, ‚gibt es eine typische Kindsmörderin? ‘.
In ihrer Dissertation beschäftigte sich Kerstin Michalik mit der Thematik Kindsmord, sichtete Gerichtsakten aus dem 18. und dem beginnenden 19. Jahrhundert und konzentrierte sich dabei auf das Gebiet Preußen. Somit beziehen sich all ihre Daten und Erhebungen aus diesem Zeitraum nur auf Preußen, stehen also stellvertretend für das restliche Gebiet. Denn das Problem der Forschung zur frühen Neuzeit in Bezug auf Deutschland bzw. das Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation ist, dass das Reich in viele kleine Territorien, Fürstentümer, (Mark)Grafschaften und anderem zersplittert war. In ihrer Arbeit kam sie für sich zu dem Ergebnis; „Keine der Täterinnen war typisch, keine war Durchschnitt.“

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sozialgeschichtliche Aspekte und soziale Lage

2.1. Soziale Lage

2.2. unvermeidliche Folgen und Prävention

3. Soziale Wirklichkeit in der deutschen Literatur.

4. Goethe und der Kindsmord

4.1. Vor Gericht: eine souveräne Angeklagte

4.2. Gretchen die unverhoffte Kindsmörderin

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen des Kindsmordes in der frühen Neuzeit, indem sie die reale soziale Situation der betroffenen Frauen mit deren literarischer Darstellung, insbesondere im Werk von Johann Wolfgang von Goethe, vergleicht, um zu klären, ob es eine „typische Kindsmörderin“ gab.

  • Soziale Lebensbedingungen und Abhängigkeiten von Frauen im 18. und 19. Jahrhundert.
  • Rechtliche Konsequenzen und präventive Maßnahmen wie Findelhäuser und Gebäranstalten.
  • Literarische Verarbeitung des Kindsmordes in der Epoche des Sturm und Drang.
  • Gegenüberstellung von historischer Realität und der Darstellung in Literatur und Männerphantasien.
  • Analyse von Goethes Werk „Faust“ und der Ballade „vor Gericht“.

Auszug aus dem Buch

4.1. Vor Gericht: eine souveräne Angeklagte

Im Gedicht ‚vor Gericht‘ ist das lyrische Ich eindeutig eine Frau, die angeklagt vor Gericht eine provozierende Rede hält. Es ist ein provokantes, aggressives, aber selbstbewusstes Plädoyer gerichtet an den Amtmann und den Pfarrer. Anhand ihrer Aussagen die sie trifft, lässt sich schließen, dass sie eine ledige Frau ist, die von einem Mann geschwängert wurde.

Von wem ich’s habe, das sag‘ ich euch nicht, […] heißt es gleich im ersten Vers. Sie möchte die Identität des Mannes mit dem sie sich traute – so wie sie es im fünften Vers sagt – nicht preisgeben. Es ist ihre Sache und nicht die von der Gesellschaft, wie sie lebt und mit wem. Deswegen Gesellschaft, weil Amtmann und Pfarrer die Gesellschaft vertreten. In diesem Fall steht der Amtmann für die weltliche und der Pfarrer für die geistliche Instanz und Gerichtsbarkeit.

Entgegen der gesellschaftlichen Norm ist es ihr ebenso egal, ob er reich ist oder arm: trägt er eine goldne Kett‘ am Hals, trägt er einen strohernen Hut. Das, was ihr wichtig zu sein scheint ist, dass es ihnen gut geht und er lieb und gut ist. Mit der Wendung [.] Gott weiß auch davon macht sie deutlich, dass ihr Zusammenkommen mit dem Anonymen von „höchster“ Stelle abgesegnet ist und sie damit auch keine Legitimation durch diese beiden Instanzen braucht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Infantizid ein, erläutert die Relevanz des Themas für die Literatur des Sturm und Drang und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Existenz einer typischen Kindsmörderin.

2. Sozialgeschichtliche Aspekte und soziale Lage: Dieses Kapitel analysiert die prekäre Lebenssituation lediger Dienstmägde sowie die drakonischen rechtlichen Strafen und die Einführung erster präventiver Einrichtungen wie Findelhäuser.

3. Soziale Wirklichkeit in der deutschen Literatur.: Hier wird der Kontrast zwischen der oft grausamen literarischen Darstellung des Kindsmordes und der historischen Realität aufgezeigt, wobei die literarische Inszenierung als männlich geprägte Deutung entlarvt wird.

4. Goethe und der Kindsmord: Das Kapitel untersucht Goethes Auseinandersetzung mit dem Motiv des Kindsmordes anhand der Ballade „vor Gericht“ und der tragischen Figur des Gretchen in seinem „Faust“.

5. Fazit: Das Fazit resümiert, dass zwar keine einheitliche „typische Kindsmörderin“ existierte, jedoch eine deutliche Häufung in der sozialen Schicht der Dienstmägde aufgrund finanzieller Notlagen festzustellen ist.

Schlüsselwörter

Kindsmord, Infantizid, frühe Neuzeit, Sturm und Drang, soziale Lage, Dienstmägde, Johann Wolfgang von Goethe, Faust, Gretchen, Sozialgeschichte, Rechtsgeschichte, Prävention, Findelhäuser, Frauenbild, gesellschaftlicher Umbruch.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem historischen und literarischen Phänomen des Kindsmordes im 18. und frühen 19. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Themen umfassen die soziale Situation von Frauen in der frühen Neuzeit, rechtliche Bestimmungen, die Epoche des Sturm und Drang sowie die literarische Verarbeitung von Kindstötungen.

Welches Ziel verfolgt die Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, ob es historische Belege für ein „typisches“ Profil einer Kindsmörderin gibt und inwiefern sich die literarische Darstellung von der gesellschaftlichen Realität unterscheidet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine vergleichende Analyse, indem sie historische Daten und Gerichtsakten (u.a. von Kerstin Michalik) mit literarischen Werken von Goethe gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine sozialgeschichtliche Analyse der Lebensumstände lediger Frauen, eine Untersuchung der rechtlichen Prävention und eine literaturwissenschaftliche Analyse von Goethes Texten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kindsmord, Infantizid, Dienstmägde, soziale Lage, Sturm und Drang, Faust, gesellschaftliche Ächtung und Rechtsgeschichte.

Wie unterscheidet sich die literarische Darstellung von der Realität laut der Autorin?

Die Literatur stilisierte Kindsmörderinnen oft als tragische Opfer in Beziehung zu Männern aus höheren Schichten, während die historische Realität meist prekäre Verhältnisse unter Knechten und Dienstmägden zeigt.

Welche Rolle spielt die Ballade „vor Gericht“ in der Argumentation?

Die Ballade dient als Beispiel für ein selbstbewusstes lyrisches Ich, das den Anspruch auf individuelle Entscheidungsfreiheit gegenüber den gesellschaftlichen Instanzen von Kirche und Staat einfordert.

Final del extracto de 15 páginas  - subir

Detalles

Título
Die typische Kindsmörderin? Die soziale Lage der Frauen in der frühen Neuzeit und die möglichen Folgen
Universidad
Otto-von-Guericke-University Magdeburg  (Institut für Germanistik)
Curso
Kindsmord in der deutschen Literatur
Calificación
2,3
Autor
René Aderhold (Autor)
Año de publicación
2013
Páginas
15
No. de catálogo
V209720
ISBN (Ebook)
9783656374848
ISBN (Libro)
9783656376705
Idioma
Alemán
Etiqueta
Kindsmord Goethe Faust Johann Wolfgang v. Goethe Geschichte Frühe Neuzeit Findelhäuser Vor Gericht Sturm und Drang
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
René Aderhold (Autor), 2013, Die typische Kindsmörderin? Die soziale Lage der Frauen in der frühen Neuzeit und die möglichen Folgen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/209720
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