Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Psychology - Miscellaneous

Die Posttraumatische Belastungsstörung bei alten Menschen

Das Trauma erwacht im Alter

Title: Die Posttraumatische Belastungsstörung bei alten Menschen

Seminar Paper , 2012 , 14 Pages

Autor:in: Dagmar Härle (Author)

Psychology - Miscellaneous
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Ein früheres Trauma sollte als Ursache für akute physische oder psychische Symptome bei alten Menschen vermehrt in Betracht gezogen werden. Die Diagnose wird durch körperliche Erkrankungen, die eine ähnliche Symtomatik zeigen kann, erschwert.

Bei der Therapie von alten Menschen, vor allem bei verzögert auftretender PTSD, ist eine narrative Therapiemethode angezeigt, da sie den Fokus nicht nur auf den traumatischen Ereignissen sondern auf dem gesamten Leben hat. Der Blick auf das Ganze ermöglicht, Ressourcen zu finden, Gelungenes zu sehen, Schweres zu würdigen mit dem Ziel der Versöhnung und Sinnfindung für das eigene Leben. Die Anamnese sollte ressourcengeleitet sein. Der Fokus liegt auf der Stabilisierung unter Ausnutzung aller zur Verfügung stehenden Ressourcen.

Der Therapeut ist angehalten, sich mit den geschichtlichen Ereignissen des letzen Jahrhunderts auseinandersetzen, so dass er zumindest eine Ahnung erhält, was der betreffende Patient erlebt haben könnte. Kumulative Effekte und ko-existente Störungen dürfen gerade aufgrund der vielen gelebten Jahre nicht ausser Acht gelassen werden.

Eine Exposition ist dann sinnvoll, wenn es sich um ein akutes Trauma handelt. Für chronische und verzögert auftretende PTSD ist sie dann angezeigt, wenn genügend stabilisierende Faktoren vorhanden sind wie eigene Ressourcen, ein unterstützendes System, der Patient dies nach der Psychoedukation wünscht.


Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Meine Beweggründe

1.2 Vorgehensweise

2 Epidemiologie

3 Ursachen für PTSD im Alter

4 Diagnose und Komorbidität

4.1 Diagnostische Besonderheiten

4.2 Komorbidität

4.3 Anpassungsstörung

4.4 Komplizierte Trauer

5. Die Wahl der Therapiemethode

5.1 Entwicklungspsychologische Aspekte

5.2 Traumagedächtnis

5.3 Gesundheitliche Aspekte

6 Narrative Therapiemethoden

6.1 Lebensrückblicktherapie

6.2 Testimony Therapy

6.3 Integrative Testimonialtherapie

7 Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit befasst sich mit der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTSD) bei älteren Menschen. Das primäre Ziel ist es, die diagnostischen Besonderheiten in dieser Altersgruppe zu identifizieren und geeignete, ressourcenorientierte Therapiemethoden zu evaluieren, die den spezifischen Bedürfnissen älterer Patienten gerecht werden.

  • Epidemiologie und Prävalenz von PTSD im höheren Lebensalter
  • Ursachen und Mechanismen der Trauma-Reaktivierung im Alter
  • Diagnostische Herausforderungen und Differenzialdiagnose (Komorbidität, Anpassungsstörung, komplizierte Trauer)
  • Bedeutung narrativer Therapieansätze zur Lebensrückblick- und Sinnfindung
  • Implementierung von Trauma-Resilienz und Stabilisierungsstrategien in der Gerontopsychotraumatologie

Auszug aus dem Buch

5.2 Traumagedächtnis

Alle Informationen von aussen und innen laufen über den Thalamus, welcher 90 % der Reize herausfiltert. Die Amygdala den Informationen aus dem Thalamus eine emotionale Wertigkeit zu. Der Hippocampus, als Organisator des bewusstseinsfähigen Gedächtnisses, ist dafür verantwortlich, dass emotionale Erfahrungen geordnet werden und in einen Kontext mit früheren Ereignissen gestellt werden sowie dafür, dass Gedächtnisinhalte sprachlich ausgedrückt werden können. Seine Aufgabe ist es, die Voraussetzung dafür zu schaffen, dass die Inhalte in das deklarative oder explizite Gedächtnis (semantisch-sprachlich verfügbar) überführt werden.

Kommt es nun unter Extremstress zu einem Zusammenbruch zwischen Amygdala und Hippocampus, erfolgen die hemmenden Reize des Hippocampus nicht mehr und damit wird die im Cortex gespeicherte Information nicht mehr bewertet, was zu dem Ausgeliefertsein von Emotionen bei Traumatisierten führt. Das emotionale, kognitiv faktische und autobiographische Gedächtnis ist nicht mehr verbunden und es kommt zur hippocampalen Amnesie. Menschen mit PTSD unterscheiden sich also von Menschen ohne PTSD in der Art und Weise, wie sie sich andere Ereignisse in ihrem Leben erinnern, das heisst sie haben Schwierigkeiten, sich an spezifische autobiographische Ereignisse zu erinnern (Ehlers, 2010).

Ein biographischer Ansatz, der das Ziel einer kohärenten Narration hat, ermöglicht das Trauma zu integrieren bei gleichzeitigem Auffinden von Ressourcen und Gelungenem. Ein im Alter erlebtes, akutes Trauma auch ohne biographische Lebensbetrachtung aufgearbeitet werden kann. (Kuwert & Knaevelsrud, 2009).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von Traumata bei älteren Menschen ein und erläutert die Motivation sowie die methodische Vorgehensweise der Arbeit.

2 Epidemiologie: Das Kapitel beleuchtet die Datenlage zur PTSD-Prävalenz im Alter und stellt fest, dass das Risiko für die Entwicklung einer PTSD-Symptomatik mit zunehmendem Alter ansteigt.

3 Ursachen für PTSD im Alter: Hier werden Gründe für die Reaktivierung früherer Traumata im Alter diskutiert, darunter entwicklungspsychologische Veränderungen und das Nachlassen defensiver Verdrängungsstrategien.

4 Diagnose und Komorbidität: Dieses Kapitel thematisiert die Schwierigkeit der Diagnosestellung bei älteren Menschen aufgrund von Alterserscheinungen und der Abgrenzung zu Anpassungsstörungen oder komplizierter Trauer.

5. Die Wahl der Therapiemethode: Es werden die entwicklungspsychologischen, gedächtnisbezogenen und gesundheitlichen Faktoren dargelegt, die bei der Wahl der therapeutischen Intervention für ältere Patienten entscheidend sind.

6 Narrative Therapiemethoden: Das Kapitel stellt spezifische narrative Ansätze wie die Lebensrückblicktherapie und die Testimonialtherapie als besonders geeignet für die Zielgruppe vor.

7 Schlussfolgerung: Die Autorin fasst zusammen, dass eine ressourcenorientierte, narrative Therapie bei älteren Menschen besonders indiziert ist, um Sinnfindung und Versöhnung mit der Lebensgeschichte zu ermöglichen.

Schlüsselwörter

Posttraumatische Belastungsstörung, PTSD, Alter, Gerontopsychotraumatologie, Trauma-Reaktivierung, Lebensrückblicktherapie, Testimony Therapy, Integrative Testimonialtherapie, Diagnostik, Komorbidität, Anpassungsstörung, Komplizierte Trauer, Ressourcenorientierung, Gedächtnis, Biographische Arbeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht die Besonderheiten der Posttraumatischen Belastungsstörung bei älteren Menschen und analysiert, wie diese spezifische Gruppe therapeutisch am besten unterstützt werden kann.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit behandelt epidemiologische Daten, die Ursachen für eine Trauma-Reaktivierung im Alter, diagnostische Hürden und verschiedene narrative Therapiemethoden.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine ressourcenorientierte und narrative Therapie bei Senioren eine Versöhnung mit der eigenen Lebensgeschichte und eine Integration traumatischer Erfahrungen erreicht werden kann.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Es handelt sich um eine Literaturanalyse, in der aktuelle epidemiologische Studien, entwicklungspsychologische Modelle und traumatherapeutische Ansätze theoretisch zusammengeführt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Epidemiologie, Ursachenforschung, Differenzialdiagnostik sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Wahl und Umsetzung narrativer Therapiemethoden.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Die Arbeit ist stark geprägt durch Begriffe wie Trauma-Reaktivierung, Lebensrückblick, Narrative Therapie, Gerontopsychotraumatologie und Ressourcenorientierung.

Warum ist die Diagnose einer PTSD bei älteren Menschen so schwierig?

Häufige Alterserscheinungen überlagern das Störungsbild; zudem erschweren eine innere Haltung gegen Schwäche sowie die langfristige Verdrängung der Traumata eine korrekte und frühzeitige Diagnose.

Was zeichnet die "Integrative Testimonialtherapie" aus?

Es handelt sich um eine strukturierte narrative Therapieform, die internetbasiert in sechs Wochen durchgeführt wird und den Patienten durch eine chronologische Aufarbeitung der Lebensphasen und eine kognitive Restrukturierung unterstützt.

Welchen Einfluss hat das Alter auf die Verdrängung von Traumata?

Im Alter verlieren bewährte Strategien zur Verdrängung oft an Wirksamkeit, da der Fokus des Lebens sich auf Innenschau und Sinnfindung verschiebt, wodurch unerledigte Lebensthemen in das Bewusstsein dringen.

Excerpt out of 14 pages  - scroll top

Details

Title
Die Posttraumatische Belastungsstörung bei alten Menschen
Subtitle
Das Trauma erwacht im Alter
College
University of Zurich  (Medizinische Fakultät)
Course
Psychotraumatologie
Author
Dagmar Härle (Author)
Publication Year
2012
Pages
14
Catalog Number
V209768
ISBN (eBook)
9783656375302
ISBN (Book)
9783656375609
Language
German
Tags
posttraumatische belastungsstörung menschen trauma alter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dagmar Härle (Author), 2012, Die Posttraumatische Belastungsstörung bei alten Menschen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/209768
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  14  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint