Arbeitsgemeinschaft der deutschen Frau. Berlin, Jerusalem, Shanghai ...


Forschungsarbeit, 2013
53 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort und Danksagung

Einleitung: Frauenvereinslandschaft vor

I. Die Organisation der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Frau im Ausland
1. Gründung und Aufbau
2. Aufgaben und Tätigkeitsbereiche
3. Bestimmungen für Mitgliedschaft und Mitgliedsbeiträge
4. Das Tragen von Abzeichen
5. Schulung der Leiterinnen
6. Selbstverständnis und nationalsozialistisches Frauenbild

II. Die Arbeitsgemeinschaft der deutschen Frau in Palästina
1. Die Gruppe der Palästina-Deutschen
2. Gründung der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Frau in Palästina
3. Weitere Entwicklung
4. Programm, Tätigkeiten und Projekte
5. Zum Wohl der 'Volksgemeinschaft'
6. Zusammenfassung

Ein Nachwort

Bibliographie

Vorwort und Danksagung

Ob Jerusalem oder Shanghai – in sehr vielen Städten und Ländern außerhalb Deutschlands entstanden nach dem 1. August 1933 Orts- und Landesgruppen der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Frau im Ausland, deren Zentrale ab 1935 in Berlin war. Wer sich mit der Verbreitung des deutschen Nationalsozialismus außerhalb der Grenzen des Deutschen Reiches beschäftigt, stößt dabei oft auf kürzere oder längere Ausführungen der Aktivitäten der Arbeitsgemeinschaft, wie zum Beispiel in Astrid Freyeisens Buch über Shanghai und die Politik des Dritten Reiches (Würzburg, 2000: 160-170) oder in Volker Koops Veröffentlichung über die Auslands-Organisation der NSDAP (Berlin, 2009: 25-26). Was jedoch bis heute fehlt, ist eine einführende, allgemeine Zusammenfassung zu dieser Organisation. Wann und mit welcher Zielsetzung ist diese nationalsozialistische Frauenorganisation gegründet worden? In welchen Ländern wurde sie tätig? Welches Frauenbild wurde durch sie vermittelt?

Um diese Forschungslücke zu schließen, wurden für die hier vorliegende Studie vor allem Fakten und Daten aus den Jahrbüchern der Auslands-Organisation (1939-1941) sowie Informationen und Bestimmungen aus den Mitteilungsblättern der Leitung der AO/NSDAP und dem Nachrichtendienst der NS-Frauenschaft aufgenommen. Die Studie gibt in ihrem ersten Teil einen Überblick über Gründung und Aufbau der 1933 entstandenen Organisation sowie über ihre Tätigkeiten, administrativen Bestimmungen und ihr Selbstverständnis. Im zweiten Teil wird den Lesern sehr anschaulich anhand von Dokumenten aus dem Israelischen Staatsarchiv und Yad Vashem (Jerusalem) die Arbeitsgemeinschaft der deutschen Frau im Britischen Mandat Palästina vorgestellt.

Die freundliche Zurverfügungstellung von Fotografien und Dokumenten aus dem Archiv der Tempelgesellschaft (Stuttgart) machte es möglich, auch einen kleinen Einblick in das Frauenvereinswesen in Palästina in den 1920/30er Jahren zu nehmen. Dafür sei an dieser Stelle Herrn Peter Lange und Frau Brigitte Kneher ein besonderer Dank ausgesprochen. Mein Dank gilt auch allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Archive, wissenschaftlichen Institute und Bibliotheken in Deutschland und Israel, die mit ihrer freundlichen Unterstützung und Kooperation, ihren Hinweisen und Informationen zur Fertigstellung dieser Arbeit beigetragen haben.

Jerusalem, Februar 2013.

Einleitung: Frauenvereinslandschaft vor 1933

Von etwa der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts an begann sich die Landschaft der deutschen Frauenvereine sehr vielfältig zu gestalten. Es entwickelte sich ein breites Spektrum an Frauenorganisationen mit unterschiedlichen Zielsetzungen und politischen Ausrichtungen. Von der bürgerlichen Frauenbewegung, die sich in einen gemäßigten und einen radikalen Flügel gliederte, über die sozialdemokratische Frauenbewegung bis hin zu den imperialistischen und nationalistischen Frauenvereinigungen stand der Frau, die sich wohltätig, sozial oder (frauen-)politisch engagieren wollte, alles offen. Viele der bestehenden Frauenvereine und –verbände kämpften für das Recht der Frau, ihren Platz auch im öffentlichen Leben einnehmen zu können. Leitend war dabei der Gedanke, dass es die Pflicht jeder Frau sei, ihre 'Mütterlichkeit' nicht nur in der Familie, sondern auch im öffentlichen Bereich zu praktizieren. Als die Hüterinnen der deutschen Kultur wollten und sollten sich die organisierten Frauen aktiv zum Wohle des Volkes einsetzen.[1] Der Beginn des Ersten Weltkrieges verstärkte innerhalb der deutschen Frauenbewegung die bereits vorhandenen, teils patriotischen, teils nationalistischen Einstellungen und führte 1914 zur Bildung des Nationalen Frauendienstes, in dem sich Frauen aller politischen Couleur für den Kampf an der Heimatfront stark machten.[2]

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges hatten die Ereignisse der deutschen Niederlage, die Revolution von 1918/19 und der Vertrag von Versailles, den die Mehrheit als nationale Demütigung empfand, die deutsche Bevölkerung stark erschüttert. Die Hoffnungen vieler Männer und Frauen auf eine große und mächtige deutsche Nation waren durch den verlorenen Krieg zerstört worden. Diese Erfahrungen sowie die Einführung des Frauenwahlrechts 1918 führten zu einer zunehmenden Politisierung, Radikalisierung und Fragmentierung der Frauenbewegung in der Weimarer Republik. In Konkurrenz zu dem 1894 gegründeten Bund Deutscher Frauenvereine, dem Dachverband der bürgerlichen Frauenbewegung, bildeten sich neue Frauendachverbände, die die nationalistisch, imperialistisch und antisemitisch ausgerichteten Frauenvereine zusammenfassten. Die Errichtung rechtsextremer Frauenvereinigungen – wie z. B. der Ring Nationaler Frauen (1920) und der Bund Königin Luise (1923) – erweiterte zwar Anzahl und Spektrum der Frauengruppen, zeigte aber eine zunehmend (radikal-)rechtsgerichtete Tendenz hin zur völkischen Bewegung.[3]

Auch im Umfeld der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) entstanden um 1923 Zusammenschlüsse von Frauen. Diese arbeiteten eng mit den Ortsgruppen der Nazi-Partei zusammen.[4] Eine dieser Gruppen war der 1923 entstandene Deutsche Frauenorden. Um diese parteinahen Frauenorganisationen auf eine einheitliche politische Linie zu bringen und sie "fester an die Kandare der männlichen Führer der Partei"[5] zu nehmen, wurde der Deutsche Frauenorden aufgelöst und im Oktober 1931 die Gründung der NS-Frauenschaft durchgeführt. Die neugegründete NS-Frauenschaft bemühte sich, Frauen für die NS-Bewegung zu gewinnen. Die NS-Frauenschaft diente von 1933 der 'Gleichschaltung' aller nicht-nationalsozialistischen Frauengruppen und -vereinigungen unter dem Dach der Deutschen Frauenfront bzw. des Deutschen Frauenwerks. An ihrer Spitze stand ab Februar 1934 die Reichsfrauenführerin Gertrud Scholtz-Klink (1902-1999). Gegen Ende August 1934 schien die angestrebte 'Volksgemeinschaft' der Frauen verwirklicht zu sein, und Frau Scholtz-Klink konnte stolz verkünden, dass alle noch bestehenden Frauenverbände nun unter einer, nämlich ihrer Führung zusammenarbeiteten.[6] In diese Zeit der Machtkämpfe "… zwischen den nationalsozialistischen Frauen-Organisationen, die auch untereinander heftige Kompetenzkämpfe ausfochten, und den traditionellen Frauenorganisationen" fiel im August 1933 die Gründung der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Frau im Ausland.[7]

Schon zwei Jahr zuvor, ab 1931, hatte sich die NSDAP der Betreuung der im Ausland lebenden Parteimitglieder verstärkt angenommen. Zu diesem Zweck war die Auslands-Organisation eingerichtet worden, deren offizielle Gründung am 1. Mai 1931 zunächst mit der Bezeichnung Auslands-Abteilung der Reichsleitung der NSDAP erfolgt war. Im Februar 1934 wurde die Auslands-Abteilung umbenannt in Auslands-Organisation der NSDAP; ihr Sitz wurde im März 1935 von Hamburg nach Berlin verlegt.[8] Die Aufgabe der Auslands-Organisation bestand darin, die im Ausland lebenden NSDAP-Mitglieder zu sammeln und sie politisch im Sinne des Nationalsozialismus zu schulen und zu uniformieren, um so den Aufbau und die Entwicklung von NS-Gruppen weltweit zu fördern. NS-Propaganda und politische Aktivitäten hatten zum Ziel, Deutschlands Einfluss auszuweiten und alle Deutschen zu einer großen, weltweiten 'Volksgemeinschaft' zu vereinigen, wobei ab 1938 nach offizieller Regelung die Auslands-Organisation für die deutschen Staatsbürger im Ausland und der VDA (Volksbund für das Deutschtum im Ausland) für die Deutschstämmigen mit fremder Staatsangehörigkeit zuständig war.[9] In das Konzept der weltweiten Ausbreitung der deutschen 'Volksgemeinschaft' fügte sich die neue NS-Frauenorganisation gut ein, denn die deutsche Frau war als Mutter und Erzieherin für die Umsetzung der nationalsozialistischen Idee und die Zukunft einer 'rein arischen' Generation ein unersetzlicher Faktor.[10]

I. Die Organisation der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Frau im Ausland

1. Gründung und Aufbau

Im Juli 1932 schrieb Hans Zeberer von der Auslandsabteilung der NSDAP, dass Frauenarbeit selbstverständlich ein Dienst am deutschen Volk bedeute und es sich deshalb von selbst verstehe, "wenn im Geist wahrer Volksgemeinschaft alle deutschen Frauen der Kolonie ohne Ausnahme in dieser Arbeit zusammengeschlossen würden."[11] In seinem Schreiben soll in Absprache mit der Reichsfrauenschaftsleitung allen NS-Landes- und Ortsgruppenleitern im Ausland befohlen worden sein, "eine Parteigenossin zu beauftragen, in kürzester Zeit mit den verschiedenen Frauen aus den Kreisen der deutschen Kolonie Besprechungen über die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft deutscher Frauen aufzunehmen."[12] Somit könnte Juli 1932 als die eigentliche Geburtsstunde der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Frau im Ausland gesehen werden.[13] Die offizielle Gründung der Arbeitsgemeinschaft erfolgte jedoch am 1. August 1933 im Auftrag von Ernst W. Bohle, dem Leiter der Auslands-Organisation der NSDAP.[14]

Die auswärtigen Arbeitsgruppen der neuen NS-Frauenorganisation wurden von der Auslands-Organisation in Deutschland gesteuert.[15] Das Ziel der Arbeitsgemeinschaft war es, alle im Ausland lebenden, deutschen Frauen, die bereit waren auch außerhalb der Grenzen des Deutschen Reiches die Aufgaben der NS-Frauenschaft zu unterstützen, in Landes- und Ortsgruppen zusammenzuschließen, sie im Sinne des nationalsozialistischen Welt- und Frauenbildes zu schulen und sie im kulturellen, pflegerischen und wohltätigen Bereich für die deutsche 'Volksgemeinschaft' zu mobilisieren. Die Zielsetzung der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Frau im Ausland wurde 1935 kurz und prägnant zusammengefasst: 'Volksgemeinschaft' und Einsatzbereitschaft der Frau für den nationalsozialistischen Gedanken.[16]

Von den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft wurde erwartet, dass sie sich in den Bereichen Kultur, Soziales und Hauswirtschaft engagierten.[17] In der Praxis bedeutete dies, dass die Frauen der neuen Arbeitsgemeinschaft die deutsche Kultur in Form von Volkstänzen, Volksliedern, Volksfesten und deutschen Nationalfeiertage pflegten. Auf sozialem Gebiet sollten sie in ihren deutschen Siedlungen die Armen und Hilfsbedürftigen sowie die kinderreichen Familien hilfreich unterstützen und darüber hinaus auch Spenden für Notleidende in Deutschland sammeln. Ferner wurde vorausgesetzt, dass sie Mädchen und junge Frauen um sich sammelten und diese auf die Führung eines deutschen Haushalts vorbereiteten.[18]

Ähnlich wie die Auslands-Organisation der NSDAP gliederte sich auch die Arbeitsgemeinschaft der deutschen Frau im Ausland in Landesgruppen, Kreise und Ortsgruppen auf. Man sprach daher von Landes-, Kreis- und Ortsfrauenschaften.[19] Im Aufbau der NSDAP wurde das gesamte Ausland als ein Gau gesehen.[20] Zur Frauenschaftsleiterin des Gaus Ausland war Wera Behr ernannt worden. Sie war am 30. November 1898 in Zürich geboren worden, lebte einige Zeit in Hamburg und später ab 1935 in Berlin-Wilmersdorf. Sie gehörte der evangelischen Religion an. Im Bundesarchiv Berlin ist sie mit ihrer Parteimitgliedsnummer 370559 nachgewiesen.[21] Als Gaufrauenschaftsleiterin trug Wera Behr die Verantwortung für die ordnungsgemäße Organisation und Koordination der Arbeitsgemeinschaften im Ausland.[22] Als Mitglied des Hauptamts der NS-Frauenschaft war sie das "Bindeglied" zwischen der NS-Frauenschaft und den Arbeitsgemeinschaften im Ausland. Sie diente somit dem Ziel , die Verbindung und Verbundenheit der deutschen Frauen im Ausland mit den nationalsozialistischen Frauen in der Heimat herzustellen, zu pflegen und zu stärken.[23]

Aufbau der

Arbeitsgemeinschaften der deutschen Frau im Ausland[24]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Auslands-Organisation

und NSDAP-Gruppen im Ausland

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Donald McKale 1977: The Swastika Outside Germany, Seite 203)

Schon vor der Machtergreifung Hitlers im Januar 1933 hatten sich nach Aussagen der Gaufrauenschaftsleiterin Wera Behr viele im Ausland lebende, deutsche Frauen, "die sich zum Nationalsozialismus bekannten und sich für die Idee des Führer eingesetzt haben",[25] mit der deutschen Heimat verbunden gefühlt. Die Einrichtung der Arbeitsgemeinschaft sollte "dieser weltanschaulichen Verbundenheit" Ausdruck und eine äußere Form geben.[26] Wie die NS-Frauenschaft in Deutschland, so war auch die Arbeitsgemeinschaft der deutschen Frau im Ausland eine Gliederung der Partei, d. h. eine Gruppierung der NSDAP ohne Rechtspersönlichkeit und ohne eigenes Vermögen.[27] Ganz entsprechend dem Vorbild der NS-Frauenschaft wurde auch die Arbeitsgemeinschaft in neun Abteilungen aufgeteilt:

Abt. I: Kasse, Kartei, Mitgliedswesen

Abt. II: Schriftführung (Geschäftsleitung)

Abt. III: Organisation, Personalfragen, Statistik

Abt. IV: Presse, Werbung, Funk, Film, Ausstellungen

Abt. V: Kultur, Erziehung, Schulung (Schrifttum, Volkstum – Brauchtum, Feiergestaltung, Heimatgestaltung)

Abt. VI: Mütterdienst

Abt. VII: Volkswirtschaft – Hauswirtschaft

Abt. VIII: Auslandsverbindungen

Abt. IX: Hilfsdienste.[28]

Für den Aufbau und die Leitung der neuen Frauengruppen im Ausland war eine straffe und hierarchische Organisation vorgesehen, deren Richtlinien 1935 von Wera Behr wie folgt im NS-Nachrichtendienst der NS-Frauenschaft vorgestellt wurden:

"1. Die Leiterin der Arbeitsgemeinschaft wird vom jeweils zuständigen Hoheitsträger der NSDAP ernannt und in gleicher Weise abgesetzt. Ihre Ernennung wird der Auslands-Organisation zwecks Bestätigung gemeldet.
2. Die Leiterin erhält die Anweisungen und Anordnungen von dem Leiter der Auslands-Organisation, Berlin, und berichtet ihrerseits regelmäßig dorthin über die Tätigkeit und Entwicklung der Arbeit der Frauengruppe.
3. Die Leiterin der Arbeitsgemeinschaft ernennt ihre Mitarbeiterinnen (Stellvertreterin, Schriftführerin, Kassiererin, Kulturreferentin, Propaganda-Obmännin und Referentinnen für die verschiedenen Arbeitsgebiete, je nachdem der Aufbau und die Arbeit diese Mitarbeiterinnen erfordert), die der Leitung der Auslands-Organisation nach der Ernennung aufzugeben sind. Die Leiterin und ihre Mitarbeiterinnen, wie vorstehend erwähnt, sind Amtsleiterinnen."[29]

Einrichtungen der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Frau im Ausland gab es in vielen europäischen und außereuropäischen Ländern, z. B. in Guatemala, Chile, Brasilien, Italien, Schweden, Belgien, Polen, Japan, China, Ungarn, Britisches Mandat Palästina, Spanien, Bulgarien u.v.m.[30] Aus dem Jahr 1941 ist in einem Bericht der Gaufrauenschaftsleiterin Wera Behr zahlenmäßig über die Arbeit der Arbeitsgemeinschaften im Ausland zu erfahren, dass die Organisation zu der Zeit mehr als 300 Ortsfrauenschaftsleiterinnen und fast 3.000 Amtsleiterinnen umfasste und insgesamt mehr als 35.000 Versammlungen und Zusammenkünfte sowie 3.650 Pflichtversammlungen durchgeführt hatte.[31] Am 1. Juli 1939 wurde die Arbeitsgemeinschaft umbenannt in Auslandsdeutsche Frauenschaft, um auf diese Weise deutlicher die Zugehörigkeit der deutschen Frauen im Ausland zu der NS-Frauengemeinschaft in Deutschland hervorzuheben.[32]

2. Aufgaben und Tätigkeitsbereiche

Die Führung der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Frau im Ausland vertrat in Übereinstimmung mit der Ideologie des NS-Regimes die Vorstellung von der Frau "… als die Hüterin der seelischen Kräfte, als die Mittlerin und Erhalterin deutscher Kultur".[33]

"An ihr [der Frau] liegt es, Mann und Kindern draußen die ferne Heimat zu ersetzen, das fremde Haus im fremden Land mit jener Wärme und Liebe zu erfüllen, die auch aus einer Blockhütte im Urwald ein Heim macht; ihrer Hilfe und ihres Rates bedürfen deutsche Schwestern im gleichen Land, die durch die Ungunst der Verhältnisse in Not geraten sind; sie hat dem fremden Volkstum gegenüber Art und Würde der deutschen Frau zu wahren und falschen Vorstellungen oder bewußten Verleumdungen deutschen Frauentums entgegenzutreten."[34]

[...]


[1] Fassmann 1996: 1968-170

[2] Harvey 2004: 154; Planert 2007: 203; Süchting-Hänger 2002: 90-122, 124; Wawrzyn 1999: 98ff.

[3] Heinsohn 2003, 35: "Völkisch war ein Sammelbegriff für eine außerparlamentarische Bewegung, die sich für die Suche nach den Quellen des 'Deutsch-Germanischen' einsetzte, und gegen die angebliche 'rassische Überfremdung' Deutschlands ankämpfte." (Zitat aus dem Englischen übersetzt: H. Wawrzyn);

Streubel 2006: 106, 114, 118, 120; Streubel 2003: Ein Überblick, 104-105, 110, 135, 151-154; 165-166; Süchting-Hänger 2002:120-121; 393; Heinsohn 2003: 35-36, 39, 45, 50; Harvey 2004: 152-167; Wawrzyn 2011: 170-177.

[4] Wagner 1996: 179, Fußnote 234; Klinksiek 1982: 115-117.

[5] Arendt u. a. 1995: 49.

[6] Wagner 1996: 179-185; Arendt u. a. 1995: 47-50; Schaser 2006: 116ff; Goldhahn 2003: 76-79; Freyeisen 2000: 162; Michel 2007: 116; Klinksiek 1982: 115-117; http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Frauenschaft; http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_Frauenwerk; http://www.dhm.de/lemo/html/nazi/innenpolitik/frauen/index.html

[7] Freyeisen: 160.

[8] Die Leitung hatte Hans Nieland inne, der aber schon im Mai 1933 von Ernst Wilhelm Bohle abgelöst wurde. Siehe: Balke 2001: 32-34.

[9] McKale, Swastika, 1977: 4, 7-8; Koop 2009: 17-18; Balke 2001: 33; vgl. Wawrzyn 2005: 81-83; Wawrzyn 2010: 98; Wawrzyn 2012: 3-4.

[10] Vgl. Klinksiek 1982: 135-136.

[11] Zitat nach Koop 2009: 26.

[12] Zitat nach Koop 2009: 26.

[13] Koop 2009: 26.

[14] Nachrichtendienst der NS-Frauenschaft, 15. Nov. 1935: 430.

[15] Nachrichtendienst der NS-Frauenschaft, 1. Jan. 1935: 15; McKale Swastika, 1977: 50. Mehr Informationen zur Auslands-Organisation siehe Balke 2001: 32-34.

[16] Nachrichtendienst der NS-Frauenschaft, 15. Nov. 1935: 430.

[17] Nachrichtendienst der NS-Frauenschaft, 15. Nov. 1935: 430-432.

[18] Nachrichtendienst der NS-Frauenschaft, 15. Nov. 1935: 430-432.

[19] Jahrbuch AO, 1940: 226. Vgl. auch McKale 1977: The Swastika Outside Germany, Seite 203.

[20] http://archivkarlroche.files.wordpress.com/2010/07/einleitung-aufbau-der-a-o-der-nsdap-16-39.pdf (besonders: Seite 17).

[21] BArch., PK (= Parteikanzlei) (ehem. BDC), AO149, 1000032519-1000032722; NS 9/112.

[22] Jahrbuch AO, 1940: 225.

[23] Nachrichtendienst der NS-Frauenschaft, 15. Okt. 1935: 379.

[24] Vgl. Jahrbuch AO, 1940: 226.

[25] Jahrbuch AO, 1939: 51.

[26] Jahrbuch AO, 1939: 51.

[27] Jahrbuch AO, 1940: 225. Enzyklopädie des Nationalsozialismus, 2. Aufl., 1998: 491.

[28] Jahrbuch AO, 1940: 225. Vgl. auch Goldhahn 2003: 78.

[29] Nachrichtendienst der NS-Fraueschaft, München, 15. Nov. 1935: 430 (Referentin: Wera Behr).

[30] DZ - Deutsche Zeitung für Guatemala und das übrige Mittelamerika. Deutsches Auslandsinstitut, Stuttgart. Wochenzeitung, Guatemala 1932 –1941; Mitteilungsblatt der Leitung der AO der NSDAP, Mitte Nov. 1936; Jahrbuch AO, 1941: 92.

[31] Jahrbuch AO. 1941: 84.

[32] Jahrbuch AO, 1940: 225.

[33] Jahrbuch AO, 1940:224.

[34] Jahrbuch AO, 1940: 224.

Ende der Leseprobe aus 53 Seiten

Details

Titel
Arbeitsgemeinschaft der deutschen Frau. Berlin, Jerusalem, Shanghai ...
Hochschule
Rothberg International School - Hebräische Universität Jerusalem, Israel  (Institutsunabhängiges Forschungsprojekt)
Autor
Jahr
2013
Seiten
53
Katalognummer
V209823
ISBN (eBook)
9783656373858
ISBN (Buch)
9783656374121
Dateigröße
2880 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nationalsozialismus, Auslands-Organisation der NSDAP, Wera Behr, Gertrud Schlotz-Klink, Palästina, Frauenvereine, Britisches Mandat, Antisemitismus, Palästina-Deutsche, Tempelgesellschaft, Nazis
Arbeit zitieren
Dr. Heidemarie Wawrzyn (Autor), 2013, Arbeitsgemeinschaft der deutschen Frau. Berlin, Jerusalem, Shanghai ..., München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/209823

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