Die internationale Aufstellung von Dienstleistern der Informationstechnologie hat sich während der vergangenen Jahre zu einem brisanten Thema entwickelt. Die Teilnahme am internationalen Wettbewerb ist sowohl für große als auch für kleine und mittlere IT-Unternehmen zu einem Muss geworden. Die Globalisierung sowie der zunehmende Innovations- und Kostendruck führen zu der Notwendigkeit, globale Strategien zu entwickeln um auf dem Weltmarkt bestehen und sich behaupten zu können. Die stetige Kontrolle der Wettbewerbsfähigkeit und die damit verbundenen organisatorische Neustrukturierungen in Unternehmen rücken neue
Internationalisierungsmodelle in den Mittelpunkt.
Von besonderer Relevanz ist dieser Trend für die IT-Dienstleister, die einen Ruf als innovative, technologisch fortgeschrittene Unternehmen mit einem breiten Angebot an Produktneuheiten zu bestätigen haben. Die Branche ist zunehmend durch eine aggressive Geschäftspolitik und einen stetigen Kampf um ausländische Marktanteile gekennzeichnet. Dies erfordert eine selbstkritische Auseinandersetzung mit der Frage, ob ein IT-Anbieter seinen Rivalen tatsächlich überlegen ist.Die Identifikation strategischer Wachstumsfelder und die Formulierung Erfolg versprechende Zukunftsstrategien stehen auf der Agenda ganz oben. Da die internationale Wettbewerbsstruktur keine einheitliche Struktur besitzt und die Unternehmen der Informationstechnologie unterschiedliche Rahmenbedingungen aufweisen, existiert keine universelle, Erfolg versprechende Internationalisierungsstrategie.
Der globale Trend zur Internationalisierung wird durch vielfältige Impulse vorangetrieben. Diese Entwicklungstendenz ist zum einen durch die schnelle Veränderung der politischen Rahmenbedingungen weltweit geprägt: Neue Chancen ergeben sich durch die EU-Erweiterung und das Entstehen einer neuen Wachstumsregion im asiatischen Raum. Diese haben sich bereits zu bedeutenden Offshore-Standorten entwickelt.
Zum anderen wird die Internationalisierung von IT-Dienstleistungen durch die Ausbreitung der Informations- und Kommunikationstechnologien begünstigt, ebenso durch die Modularisierung von Dienstleistungen, Standardisierung von Technologien und Prozessen und die zunehmende Rolle des Internets.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffliche Grundlagen
2.1. Begriff der Dienstleistung
2.1.1. Definitionsansätze
2.1.2. Typologisierung und Handelbarkeit
2.2. Klassifikationsansätze von IT-Dienstleistungen
2.3. Der IT-Dienstleistungsmarkt
2.4. Begriff und Typen von Internationalisierungsstrategien
2.4.1. Strategiedefinition
2.4.2. Erschließung neuer Märkte
2.4.3. Verlagerungsstrategie
2.4.4. Follow-the-Customer
3. Grundsatzentscheidungen der Internationalisierung
3.1. Marktwahlentscheidung
3.1.1. Überblick
3.1.2. Internationalisierungsmotiv und Standortwahl
3.2. Formen des internationalen Markteintritts
3.2.1. Export
3.2.2. Kooperative Transaktionsformen
3.2.3. Integrative Transaktionsformen
3.3. Timing-Strategien
3.3.1. Länderspezifische Timing-Strategien
3.3.2. Länderübergreifende Timing-Strategien
4. Theoretische Erklärungsansätze der Internationalisierung
4.1. Überblick
4.2. Ressourcenbasierter Ansatz
4.3. Marktorientierter Ansatz
4.4. Branchenstrukturanalyse von Porter
4.5. Der Ansatz von Jarillo/Martinez und Zentes
4.6. Theorie der Direktinvestitionen von Hymer/Kindleberger
4.7. Das eklektische Paradigma von Dunning
5. Die Verlagerungsstrategie
5.1. Das Global Sourcing Modell von NIIT Technologies AG
5.1.1. Unternehmensgeschichte
5.1.2. Der Dual-Shore Ansatz
5.1.3. Erfolgsfaktoren
5.2. Fallbeispiel T-Systems International GmbH
5.2.1. Unternehmensgeschichte
5.2.2. Die organisatorische Neuordnung
5.2.3. Das Strategische Partnerschaftsmodell
6. Kritische Erfolgsfaktoren
6.1. Unternehmensspezifika
6.1.1. Unternehmensgröße und Unternehmenserfahrung
6.1.2. Immaterielle Vermögensgegenwerte
6.2. Spezifika der Dienstleistungserstellung
6.2.1. Technologischer Wandel
6.2.2. Komplexität und Intensität der Interaktion
6.3. Unternehmensexterne Faktoren
6.3.1. Kulturunterschiede
6.3.2. Kommunikation
7. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist es, die spezifischen Erfolgsvoraussetzungen und Potenziale der Internationalisierung von IT-Dienstleistern zu analysieren. Dabei wird untersucht, wie Unternehmen durch verschiedene Strategien in einem dynamischen Marktumfeld bestehen können und welche Faktoren dabei entscheidend sind.
- Grundlagen der Internationalisierung im IT-Dienstleistungssektor
- Analyse strategischer Internationalisierungsansätze (Erschließung, Verlagerung, Follow-the-Customer)
- Einsatz theoretischer Erklärungsmodelle zur Internationalisierung
- Untersuchung von Praxisbeispielen (NIIT Technologies AG und T-Systems)
- Identifikation kritischer Erfolgsfaktoren wie Unternehmenskultur und Prozesskomplexität
Auszug aus dem Buch
2.4.1. Strategiedefinition
Zunächst ist es wichtig, den Strategiebegriff, der dem logischen Vorgehen dieser Arbeit entspricht, aus einer Vielzahl möglicher Betrachtungsweisen zu spezifizieren. Im Folgenden wird unter einer Strategie ein abgestimmtes Maßnahmenbündel aus langfristig ausgelegten, miteinander koordinierten, grundsätzlichen Entscheidungen zur Erreichung der Unternehmensziele verstanden. Diese Maßnahmen werden nicht isoliert, sondern in Bezug auf das gesamte Unternehmen und dessen Einheiten getroffen. Als strategische Maßgröße der Strategieorientierung wird das Erfolgspotenzial herangezogen. Eine Strategie dient dem Zweck, die Existenz eines Unternehmens langfristig sicherzustellen, indem sie Konzepte für dessen Zukunftssicherung liefert. (Macharzina/Wolf 2005, S.257ff.)
Der Internationalisierungsbegriff wird in der Literatur ebenfalls unterschiedlich weit gefasst. Einige Autoren legen den Intensitätsgrad, andere den Internationalitätsgrad als Kriterien bei der Differenzierung zugrunde. Bei der ersten Klassifizierung, die ihren Ursprung in den 60er Jahren hat, ist allerdings schwierig die Intensitätsstufen klar voneinander abzugrenzen. Dagegen hat sich eine Differenzierung der Internationalisierung aufgrund der Existenz eines direktinvestiven Engagements und der Einrichtung institutionellen Einheiten im Ausland über die Jahre hinweg als beständig ergeben. Dies macht eine Berücksichtigung sowohl der institutionellen als auch der funktionalen Aspekt der Internationalisierung notwendig.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung der Internationalisierung für IT-Dienstleister aufgrund von Globalisierungsdruck und technologischem Wandel.
2. Begriffliche Grundlagen: Dieses Kapitel definiert IT-Dienstleistungen und grenzt verschiedene Typen sowie Strategien der Internationalisierung voneinander ab.
3. Grundsatzentscheidungen der Internationalisierung: Hier werden die zentralen Optionen wie Marktwahl, Markteintrittsformen und Timing-Strategien detailliert erörtert.
4. Theoretische Erklärungsansätze der Internationalisierung: Das Kapitel bietet einen Überblick über verschiedene ökonomische Ansätze, die das Internationalisierungsverhalten von Unternehmen theoretisch begründen.
5. Die Verlagerungsstrategie: Anhand der Fallbeispiele NIIT Technologies AG und T-Systems wird die Offshoring- und Partnerschaftsstrategie in der Praxis analysiert.
6. Kritische Erfolgsfaktoren: Hier werden unternehmensinterne und -externe Faktoren wie Größe, Kultur und Kommunikation identifiziert, die den Erfolg der Internationalisierung bestimmen.
7. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Erkenntnisse und unterstreicht die Notwendigkeit einer differenzierten Strategiewahl.
Schlüsselwörter
Internationalisierung, IT-Dienstleister, Globalisierung, Offshoring, Markteintritt, Strategie, Wettbewerbsvorteil, Outsourcing, IT-Beratung, Systemintegration, Unternehmenserfolg, Know-how-Transfer, Dienstleistungsmanagement, Kompetenzen, Wertschöpfungskette
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Strategien und Erfolgsfaktoren bei der Internationalisierung von Unternehmen der IT-Dienstleistungsbranche.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Themen sind die theoretischen Grundlagen der Internationalisierung, spezifische Markteintrittsformen wie Export oder Direktinvestitionen sowie praktische Ansätze wie Offshoring.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Herausarbeitung der Erfolgspotenziale und Voraussetzungen, die IT-Dienstleister bei ihrem Vorhaben der Internationalisierung berücksichtigen müssen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse, ergänzt durch die Untersuchung von Fallbeispielen aus der gegenwärtigen IT-Praxis.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt theoretische Erklärungsansätze, verschiedene Internationalisierungsstrategien (z.B. Follow-the-Customer) und die Analyse kritischer Erfolgsfaktoren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind IT-Dienstleistungen, Internationalisierung, Offshoring, Markteintrittsstrategien und Wettbewerbsvorteile.
Wie unterscheidet sich die Strategie bei großen IT-Konzernen im Vergleich zu KMU?
Große Konzerne verfügen über mehr Ressourcen und Erfahrung, während KMU oft flexibler sind, aber stärker mit den Herausforderungen von Autonomie und Ressourceneinsatz kämpfen.
Welche Bedeutung hat das "Dual-Shore-Modell"?
Dieses Modell verbindet Onsite-Präsenz beim Kunden mit Offshore-Entwicklungskapazitäten, um so eine Balance zwischen Qualität und Kosteneffizienz zu erzielen.
- Citar trabajo
- Dipl.-Kffr. Tsvetelina Valkova (Autor), 2008, Internationalisierungsstrategien von IT-Dienstleistern. Analyse der Erfolgspotenziale und -voraussetzungen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/209940