Checkliste zur Auswahl benutzerfreundlicher Web Content Management Systeme (CMS)


Bachelorarbeit, 2012
112 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Aufbau der Arbeit

3 Forschungsproblem und Forschungsziel
3.1 Stand der Forschung
3.2 Forschungsproblem
3.3 Forschungsziel

4 Forschungsdesign
4.1 Literaturgrundlage
4.2 Forschungsmethode
4.3 Operationalisierung „funktionale Anforderungen“
4.4 Methodenkritik

5 Webpublishing
5.1 Personaltechnischer Wandel
5.2 Systemtechnischer Wandel
5.3 Content Management Systeme
5.3.1 Definition von Web Content Management System
5.3.2 Kategorisierung von WCMS

6 Gebrauchstauglichkeit von Software
6.1 DIN 9241 Ergonomie der Mensch-System-Interaktion
6.2 Definition der Gebrauchstauglichkeit
6.3 Das Konzept der Gebrauchstauglichkeit
6.3.1 Die Grundsätze der Dialoggestaltung ISO 9241-110
6.3.1.1 Aufgabenangemessenheit
6.3.1.2 Selbstbeschreibungsfähigkeit
6.3.1.3 Erwartungskonformität
6.3.1.4 Lernförderlichkeit
6.3.1.5 Steuerbarkeit
6.3.1.6 Fehlertoleranz
6.3.1.7 Individualisierbarkeit
6.4 Leitlinien zur Informationsdarstellung – ISO 9241-12
6.4.1 Klarheit
6.4.2 Unterscheidbarkeit
6.4.3 Kompaktheit
6.4.4 Erkennbarkeit
6.4.5 Lesbarkeit
6.4.6 Verständlichkeit

7 Normen zu Interaktionstechniken 9241-140 bis 149
7.1 ISO 9241-14 – Dialogführung mittels Menüs
7.2 ISO 9241-15 – Dialogführung mittels Kommandosprachen
7.3 ISO 9241-16 – Dialogführung mittels direkter Manipulation
7.4 ISO 9241-17 – Dialogführung mittels Bildschirmformularen

8 DIN EN ISO 9241-129 Leitlinien für die Individualisierung von Software
8.1 Sicherheitskritische Funktionen
8.2 Konfiguration
8.3 Benutzerprofile
8.4 Individualisierung von Schnittstellenkomponenten
8.4.1 Benutzerschnittstellen-Elemente
8.4.2 Farbschemata
8.4.3 Layout
8.5 Benutzerführung
8.5.1 Kontextsensitive Benutzerführung bei Online-Hilfe
8.5.2 Benutzersensitive Benutzerführung
8.6 Systeminterne Hilfe umgehen
8.7 Individualisierung der Darstellung von Inhalten
8.8 Berücksichtigung der Aufgaben und des Informationsbedarfs

9 Formulardialoge DIN 9241-143
9.1 Übersicht über die Struktur eines Formulars
9.2 Modale Dialogboxen
9.3 Informationsdarstellung
9.3.1 Reihenfolge von Pflichtfeldern und optionalen Feldern
9.3.2 Ausrichtung numerischer Felder
9.3.3 Zulässige Feldwerte
9.4 Symbole oder Einheiten
9.5 Ausrichtung und Beschriftung von Formularelementen
9.5.1 Benennung von Elementen und Elementgruppen
9.5.2 Alphanumerische- und Textfelder
9.5.3 Radio Buttons und Kontrollkästchen
9.5.4 Beschriftung bei Gruppen von Feldern
9.5.5 Großschreibung bei Feldbeschriftungen
9.6 Darstellung optionaler und Pflichtfelder, geschützter Felder und Eingabefelder
9.7 Eingabeformat bei Formularfeldern
9.8 Eingabehinweise bei Schaltflächen
9.9 Navigation in den Feldern
9.10 Formularbereiche
9.10.1 Sich gegenseitig ausschließende Felder
9.10.2 Navigation in Formularbereichen
9.10.3 Bildlauf des Feldinhalts
9.11 Eingabefokus und Cursor
9.11.1 Ausgangsposition des Fokus
9.11.2 Indirektes Wiedererlangen des Tastaturfokus
9.11.3 Indikatoren und Cursor bei Mehrfach- und Einfachauswahl
9.12 Benutzersteuerung
9.12.1 Änderungen und Korrekturen
9.12.2 Identifikation und Lokalisierung von Fehlern
9.12.3 Angaben zur Benutzersteuerung
9.13 Rückmeldungen
9.13.1 Fokus-Indikator
9.13.2 Fehler in Feldern
9.13.3 Modifikation des Datenbestandes einer Datenbank
9.14 Zugriffsmechanismen bei Formularen
9.14.1 Direktzugriff
9.14.2 Rückkehr zum Ausgangsformular
9.15 Default Aktionen für Formularelemente
9.15.1 Defaultaktionen
9.15.2 Eingabehinweise für Default-Aktionen
9.16 Validierung von Daten in Formularfeldern
9.16.1 Einzelfeldvalidierung
9.16.2 Mehrfeldvalidierung
9.17 Auswahl von Formularelementen
9.17.1 Radiobuttons
9.17.2 Listenfelder für die Einfach- und Mehrfachauswahl
9.18 Mehrzeilige Textfelder
9.19 Layout von Radiobuttons und Kontrollkästchen
9.20 Auswahl von Elementen

10 Web Usability
10.1 Orientierung auf der Webseite
10.1.1 Navigationen mit Rollover-Funktion
10.1.2 Treeviews
10.2 Menüs
10.2.1 Aufklappende Menüs
10.2.2 Expandierende Menüs
10.2.3 Pulldown Menüs
10.3 Breadcrumbs zur Navigationsunterstützung
10.4 Hervorheben des aktiven Menüpunktes
10.5 Sitemap
10.6 Verlinkung des Logos mit der Startseite
10.7 Seitentitel
10.8 Sprechende URL
10.9 Bestätigungsemails
10.10 Opt-in bei Newslettern
10.11 Kontaktformulare und Kontaktmöglichkeiten
10.12 Bereitstellen von PDF Dokumenten
10.13 Plug-ins für Java Script
10.14 Performance der Webseite
10.15 Suchfunktion
10.16 Mehrsprachige Websites
10.17 Mobile Inhalte
10.18 Bilder, Grafiken und Textgrafiken
10.19 Browserkompatibilität
10.20 Scrollen minimieren
10.21 „Zurück-Button“
10.22 Visuelle Interface Metaphern Icons
10.23 PDF Dokumente
10.24 Feedback von Grafiken
10.25 Feedback von Links und farbliche Hervorhebung
10.26 News und RSS Feeds
10.27 Frames und Framesets
10.28 Skalierbarkeit von Webseiten und Inhalten
10.29 Schriften
10.30 Texte im Web
10.30.1 Textstrukturen erzeugen
10.30.2 Optimale Länge von Texten im Web
10.30.3 Texte anteasern
10.31 404 Fehlermeldungen
10.32 Druckfunktion
10.33 Sicherheit und Vertrauen

11 Suchmaschinenoptimierung
11.1 XML Sitemap
11.2 Doppelte Inhalte, Duplicate Content
11.3 301 Weiterleitung
11.4 Meta Tags
11.4.1 Zusätzliche Meta-Tags einfügen
11.4.2 Title-Tag
11.4.3 Meta-Tag Description
11.4.4 Meta-Tag Keywords
11.4.5 Nofollow und robots.txt
11.4.6 Meta-Tag Robot
11.5 Textgestaltung
11.5.1 H-Tags bei Überschriften
11.5.2 Wichtige Textattribute Hervorhebungen, Aufzählungen
11.6 ALT-Attribut und Titel-Attribut
11.7 Verlinkung bei größerer Ansicht
11.8 PDF Dokumente
11.9 Linktexte
11.10 Flash
11.11 Java Script und AJAX
11.12 Code Validität
11.13 Ladezeitfreundliche Webseiten
11.13.1 Komprimierung von PHP Dateien
11.13.2 Kompression aktivieren in der .htaccess
11.13.3 Browsercache
11.13.4 Hintergrundfarben Hintergründe
11.13.5 Hintergrundgrafiken
11.13.6 Cascading Style Sheets auslagern

12 Weitere Aspekte
12.1 Technische Besonderheiten bei Newsletter
12.1.1 Double-Opt-In
12.1.2 Import von Kundendaten per .csv
12.1.3 Multipartformat
12.1.4 Erfolgskontrolle von Newslettern
12.1.5 Spamordner
12.1.6 Unsubscriberate
12.2 Workflowprozesse
12.2.1 Qualitätssicherung
12.2.2 Zeitversetzte Ausgabe
12.2.3 Simultaner Zugriff
12.2.4 Frontediting
12.2.5 Kollaboration
12.2.6 Keyworddichte
12.3 Schutz und Sicherheit
12.3.1 Passwortsicherheitscheck
12.3.2 Datensicherheit
12.3.3 Gesicherte Verbindungen
12.3.4 Schutz vor Datenverlust
12.3.5 Schutz vor Broken Links
12.3.5.1 Updatehinweise für den Core
12.3.5.2 Hinweis auf Kompatibilitätsprobleme mit Erweiterungen
12.3.5.3 Updatehinweise für Erweiterungen
12.3.5.4 Schutz vor Überlastung
12.3.5.5 Datenschutz
12.4 Assetmanagement
12.5 Zukünftige Anforderungen
12.5.1 Long Term Editions
12.5.2 Erweiterbarkeit
12.5.3 Weiterentwicklung
12.5.4 Skalierbarkeit
12.5.5 Multisitemanagement
12.5.6 Schnittstellen

13 Kategorienbildung
13.1 Oberkategorien Software- und Web Usability
13.2 Oberkategorie SEO
13.2.1 Onpage-Optimierung
13.2.2 Offpage-Optimierung
13.3 Oberkategorie Technik
13.3.1 Sicherheitstechnik
13.3.2 Informationstechnik
13.3.3 Workflowtechnik
13.3.4 Assetmanagement-Technik
13.4 Recht
13.5 Zukunftsfähigkeit

14 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

Die Bedeutung von Onlinekommunikation ist gewachsen und in Internetredaktionen gilt mittlerweile das Prinzip „Online-First“. Mit der Ausweitung und Weiterentwicklung ist die Präsentation von Unternehmensinformationen auf Webseiten im Internet und Intranet fester Bestandteil im Kommunikationsmix. Mitarbeiter sowie externe Interessensgruppen nutzen das Internet oder Intranet als Informationsquelle[1]. Einerseits werden qualifizierte Mitarbeiter benötigt, die relevante Inhalte erstellen und in kurzer Zeit publizieren können, damit die Aktualität gewährleistet ist und andererseits entsprechende Softwareprogramme, die es ermöglichen.

Im Vergleich zu den Anfängen des World Wide Web fand bis heute ein Wechsel in vielerlei Hinsicht statt.

2 Aufbau der Arbeit

Nach der Einführung in das Thema und die Problematik wird die für diese Arbeit relevante Literatur vorgestellt und die Forschungsmethode beschrieben. Im Anschluss daran folgt eine Definition von Content Management Systemen und eine Einteilung, um Unterschiede aufzuzeigen.

In den Kapiteln 6 bis 9 werden ausgewählte Normen und Unterreihen der DIN 9241 „Ergonomie der Mensch-System-Interaktion“ analysiert, die Rückschlüsse auf die Gebrauchstauglichkeit[2] von Systemen ermöglichen.

In den Kapiteln 10 und 11 werden zentrale Bausteine guter Onlinemedienarbeit analysiert. Web Usability ist eng mit der Systemauswahl verknüpft, da jedes CMS die Realisierungsmöglichkeiten einschränkt (vgl. Manhartsberger, Musil 2001:342), was ebenfalls auf die Suchmaschinenoptimierung zutrifft. Dort spielt die Technik und Beschaffenheit einer Softwareplattform eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, Inhalte möglichst gut und vollständig für Suchmaschinen erfassbar zu machen. Denn der Arbeitsprozess der Inhaltserstellung wird umso effektiver und wirtschaftlicher, je mehr Hürden ein System aus dem Weg schafft (vgl. Coenen 2011:44). In Kapitel 12 werden weitere Aspekte analysiert, die nach Auffassung des Autors ebenfalls berücksichtigt werden sollten. Am Ende der Arbeit erfolgt die Operationalisierung und Kategorisierung, gefolgt vom Fazit.

3 Forschungsproblem und Forschungsziel

Zunächst erfolgt ein Überblick zum Stand der Forschung, aus dem sich das Forschungsproblem ableiten lässt und im Anschluss wird das Forschungsziel erklärt.

3.1 Stand der Forschung

Welche Kriterien eine gute Webseite erfüllen muss, darüber existiert ausreichend Literatur. Wer vor der Auswahl für ein neues Web Content Management System (WCMS) steht, findet kaum Literatur, die explizit darauf eingeht oder eine nützliche Hilfestellung bietet, welche Anforderungen ein gutes CMS berücksichtigen muss. Vereinzelt existieren Fallstudien, die den Einsatz eines speziellen WCMS fokussieren. Bei einer Durchsicht von Onlineergebnissen fand sich Laienwissen in unzähligen Hilfeforen, aber vereinzelt auch Checklisten, die meist technische Aspekte fokussierten. In diesem Kontext wurde die Benutzerfreundlichkeit bzw. Gebrauchstauglichkeit von Softwaresystemen entweder komplett ignoriert oder nur sehr oberflächlich[3] abgehandelt, ohne genauer auf die Kriterien einzugehen, die sie ausmachen.

3.2 Forschungsproblem

Die Auswahl eines geeigneten Web Content Management ist aufgrund der beträchtlichen Anzahl schwierig (vgl. Manhartsberger, Musil 2001:342) und sehr komplex, da vieles berücksichtigt werden muss. Hierfür wäre aber interdisziplinäres Wissen im Vorfeld nötig!

Nach Auffassung des Autors lässt sich die Auswahl vorab nur auf Basis der Produktbeschreibungen[4] treffen. Die darin enthaltenen Aussagen beschreiben zwar den Funktionsumfang, lassen aber nur vage Rückschlüsse auf die bereits angesprochene Benutzerfreundlichkeit des Systems selbst zu. Damit aber am Ende ein weit gefasster Personenkreis in die Lage versetzt werden kann, Inhalte problemlos mit Hilfe eines Systems zu publizieren, müssen diese Kriterien genauer analysiert werden, um negative Auswirkungen zu vermeiden. Ein weiteres Problem in diesem Kontext sind unterschiedliche Gruppen, die unterschiedliche Ansprüche an ein System stellen. Diese Anforderungen werden in der Regel in einem Lasten- und Pflichtenheft festgehalten, wobei es bereits zu Problemen kommen kann. Aufgrund eindeutig geregelter Hierarchien[5] werden nicht alle Aspekte der Beteiligten bei der Lösungsfindung gehört (vgl. Broschart 2011:43). Diese komplexe Problematik soll anhand der nachfolgenden Grafik verdeutlicht werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Divergierende Ansprüche während der Systemauswahl. (eigene Darstellung).

Bei der Anfertigung eines Lasten- und Pflichtenheftes müssen Ansprüche interner sowie indirekt auch externer Anspruchsgruppen berücksichtigt werden. Die Unternehmensleitung verfolgt übergeordnete Unternehmensziele wie bsw. erfolgreiches Onlinemarketing durch relativ günstige Suchmaschinen-optimierung (vgl. Winkler 2008:162; ebenso Broschart 2011:5).

IT Abteilungen fokussieren vornehmlich technische Aspekte, wie Stabilität, System- und Datensicherheit, Integration in bestehende Softwareumgebungen, Erweiterung des Systems und technischer Support. Redakteure mit ihren Mitarbeitern favorisieren eine einfache Bedienung des Systems im Backend, die Effektivität und Effizienz fördert und sie bei der Arbeit optimal unterstützt. Externe Anspruchsgruppen[6], die eigentlichen Webseitenbesucher, möchten relevante Informationen in Suchmaschinenergebnissen finden, um im Anschluss daran auf eine Webseite zu gelangen, die sich an Web Usability Standards orientiert. Werden diese unterschiedlichen Ansprüche im Lasten- und Pflichtenheft berücksichtigt, kann Konsens entstehen.

3.3 Forschungsziel

Das Ziel dieser Arbeit ist die Erstellung einer standardisierten „Checkliste zur Unterstützung der Auswahl von WCMS“, wodurch sich mehrere Vorteile ergeben.

Die Komplexität des Themas wird reduziert. Erkenntnisse bzw. Konventionen relevanter Disziplinen werden zentral zur Verfügung gestellt. Der Prozess zur Herstellung eines Lasten- und Pflichtenheftes wird unterstützt und beschleunigt. Konsens wird ermöglicht, da alle Anspruchsgruppen berücksichtigt werden.

Folgende Forschungsfragen sollen daher mit dieser Arbeit geklärt werden:

1. Welche Anspruchsgruppen sind bei der Auswahl eines WCMS zu berücksichtigen? Welche Ansprüche stellen sie?
2. Welche Disziplinen müssen zur Klärung des Forschungsproblems herangezogen werden?
3. Welche Kriterien der jeweiligen Disziplin lassen Rückschlüsse auf die Beschaffenheit eines Systems zu?
4. Welche weiteren Aspekte müssen bei der Auswahl eines Web Content Management Systems berücksichtigt werden?
5. Wodurch unterscheiden sich kleine, mittlere und große Systeme?

4 Forschungsdesign

In diesem Kapitel wird die Literatur vorgestellt sowie die Forschungsmethode mit ihren Schwächen.

4.1 Literaturgrundlage

Für diese Arbeit wurde unter anderem Fachliteratur aus dem Schwerpunkt Onlinemedienarbeit zugrunde gelegt. Relevante Vertreter zentraler Bausteine guter Onlinemedienarbeit sind:

Steven Broschart

Er st ein führender Spezialist für Onlinemarketing in Deutschland und Buchautor. Er verschmilzt die Bereiche SEO und Usability miteinander (vgl. Broschart 2011:7) und betrachtet ebenfalls psychologische und subjektive Aspekte der User Experience (vgl. Broschart 2011:330).

Jan Winkler

Ist Buchautor und Geschäftsführer eines Internetvermarktungsunternehmens. Er beschreibt den kompletten Entstehungsprozess einer Webseite und geht unter anderem auf Suchmaschinenoptimierungsaspekte ein sowie Onlinemarketing.

Manhartsberger/Musil

Die beiden Autoren behandeln das Thema Web Usability als eine Mischung aus Marketing, User Centered Design sowie Vertrauen als zentralem Aspekt und beschreiben die Konzeption bis zur fertigen Webseite. Allerdings handelt es sich um Literatur, die in Teilen veraltet ist.

Des Weiteren wurde Literatur aus den Ingenieurwissenschaften analysiert. Die DIN 9241 Ergonomie der Mensch-System-Interaktion gibt in mehreren Normen Aufschluss über die Gebrauchstauglichkeit von Software. Aufgrund mangelnder Literatur zum Forschungsgegenstand wurden Studienarbeiten herangezogen und diverse Onlinequellen. Die Kriterien im Kapitel 12 basieren unter anderem auf einem ebook, das verschiedene Systeme detailliert vorstellt[7].

4.2 Forschungsmethode

Um das Forschungsziel zu erreichen, wurde die zugrunde gelegte Literatur einer quantitativen Analyse unterzogen, um eine möglichst hohe Anzahl Kriterien für eine allgemeingültige Checkliste zu erheben.

Es handelt sich hierbei um eine systematische Vorgehensweise, bei der Ergebnisse regelgeleitet erhoben werden. Dadurch werden Ergebnisse intersubjektiv nachvollziehbar und überprüfbar.

4.3 Operationalisierung „funktionale Anforderungen“

Um Kriterien aus den Bereichen Web Usability und Suchmaschinenoptimierung zu erheben, wurde der Begriff funktionale Anforderungen operationalisiert, um ein regelgeleitetes Vorgehen zu ermöglichen. Ein Kriterium wurde erhoben, wenn es die nachfolgenden Bedingungen erfüllte.

Eine funktionale Anforderung lässt sich nur dann eindeutig ableiten, wenn ein Kriterium der jeweiligen Disziplin Rückschlüsse auf untergeordnete Funktionen eines Systems zulässt, die unabhängig von übergeordneten menschlichen Fähigkeiten[8] sind, die für das Erreichen des Kriteriums nötig wären.[9]

4.4 Methodenkritik

Die aus der DIN 9241 erhobenen Kriterien wurden bewusst ausgewählt, da nicht alle Kriterien für diese Arbeit relevant sind. Eine regelgeleitete und intersubjektiv nachvollziehbare Erhebung war nicht möglich, da die in der Norm enthaltenen Empfehlungen für Software allgemein gelten, zu der webbasierte Anwendungen ebenfalls zählen. Hier konnte keine trennscharfe Einteilung erfolgen. Ebenfalls wurden die Kriterien im Abschnitt „Weitere Aspekte“ bewusst ausgewählt, wenn der Autor der Meinung war, dass sie relevant für diese Arbeit waren.

5 Webpublishing

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, wird nun der Wandel des

Webpublishing Prozesses erklärt.

5.1 Personaltechnischer Wandel

Das Webpublishing war früher abhängig von einem Webprogrammierer, der als einziger über Expertenkenntnisse verfügte und für diesen Bereich verantwortlich war (vgl. Krueger 2006:8). Dadurch entstand eine Art „Nadelöhr“, da die Veröffentlichung nur über den „Umweg“ des Webmasters erfolgen konnte (vgl. Krueger 2006:12). Heutzutage ist der Prozess der Inhaltspflege arbeitsteilig und auf mehrere Abteilungen verteilt. Die Betreuung des Internet/Intranet fällt laut der Contentstudie[10] 2011 in den Verantwortungsbereich der Marketing- und Kommunikationsabteilung (vgl. Contentstudie 2011:9), die aus kleinen Redaktionsteams aus bis zu 5 Personen bestehen, die sich über die Hälfte der Zeit hauptberuflich mit der Internetredaktion beschäftigen. Dabei werden sie von vielen Redakteuren in Nebenfunktion[11] unterstützt (vgl. Contentstudie 2011:19), die technisch nicht so versiert sind (vgl. Krüger 2006:26).

5.2 Systemtechnischer Wandel

Die Technik hinter diesen Publikationsprozessen wurde aufgrund der Weiterentwicklung immer weiter vereinfacht. Content Management Systeme[12] wurden zugunsten von Editorenprogrammen[13] eingesetzt, die die gesteigerte Informationsflut bzw. –verarbeitung sicherstellten.

Dabei handelt es sich entweder um serverseitige Systeme, die dezentral in jedem Internetbrowser über eine grafische Benutzeroberfläche (GUI=Graphical User Interface) bedient werden oder um clientseitige Systeme, die Bestandteil eines ECM[14] sind und nur zentral auf dem Desktop installiert und genutzt werden können. Alle Inhalte (Content) werden mit Hilfe einer Datenbank verwaltet (Management) und vom Layout getrennt. Durch diese Trennung und den Einsatz von Templates kann die „Time to web“ verkürzt (vgl. Krüger 2006:26) und ein einheitliches Layout vorgegeben werden. Die Administration und Dateneingabe erfolgt im so genannten Backend[15] und die Ausgabe der Inhalte auf der Webseite im so genannten Frontend[16]. Der Zugriff der Mitarbeiter wird über ein Rollensystem mit unterschiedlichen Zugriffsrechten gesteuert.

Nachgeschaltete, workflowgestützte Publikationsprozesse dienen als Kontrollmechanismus, um die Qualität und Aktualität der Inhalte zu sichern (vgl. Büren/Riempp 2002:8).

Waren früher nur statische Webseiten möglich, so lassen sich heute aus Gründen der Performance dynamische oder Mischformen aus teils statisch und teils dynamisch generieren (vgl. Krüger 2006:18).

Durch den modularen Aufbau lässt sich der Funktionsumfang dieser Systeme in den allermeisten Fällen ohne explizite Expertenkenntnisse durch „Extensions[17] “ erweitern.

5.3 Content Management Systeme

Am Markt befinden sich CMS unterschiedlichster Ausprägungen. Dazu zählen Open Source Systeme, die von einer Community entwickelt werden und deren Quellcode öffentlich ist[18]. Somit können eigene Schnittstellen programmiert werden, um eine Integration in unternehmensweite Systeme zu gewährleisten. Daneben gibt es geschlossene Systeme[19] kommerzieller Art. Der Quellcode ist nicht öffentlich und erlaubt keine Anpassung. Der Vollständigkeit halber werden an dieser Stelle ebenfalls Agenturlösungen[20] genannt, auf die nicht weiter eingegangen wird. Alle Systeme unterscheiden sich hinsichtlich ihres Einsatzgebietes, Zwecks und ihres Funktionsumfanges in vielerlei Hinsicht, wie in Abbildung 2 zu sehen ist.

5.3.1 Definition von Web Content Management System

In Anlehnung an C. Heck ist ein Web Content Management System eine spezielle Ausprägung eines Content Management Systems (CMS)[21]. Letzteres dient als Werkzeug zur Gestaltung, Verwaltung, Speicherung und Darstellung von elektronischen Inhalten in einem Unternehmen. Unter Content versteht man beliebige Inhalte, die in digitaler Form vorliegen. Ein WCMS dient letztendlich zur einfachen und schnellen Verwaltung und Pflege von Content auf Webseiten (vgl. Heck 2005:19). Daher lautet die korrekte Bezeichnung Web Content Management System.

5.3.2 Kategorisierung von WCMS

Der Autor weist darauf hin, dass eine trennscharfe Einteilung dieser Systeme in kleine, mittlere oder große Systeme nicht möglich ist. Nachfolgend sollen dennoch allgemeine Besonderheiten kleinerer, mittlerer und großer Systeme dargestellt werden, um Einsteigern gewisse Unterscheide aufzuzeigen. Es wird bewußt nicht auf spezielle Web CMS eingegangen und die nachfolgend aufgeführten Punkte können je nach gewähltem System abweichen!

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Allgemeine Besonderheiten von WCMS (eigene Darstellung).

WCMS der Kategorie „klein“ verfügen in der Standardversion zunächst über einen eingeschränkten Funktionsumfang und sind daher intuitiver[22] zu bedienen und werden vornehmlich im privaten Bereich eingesetzt. Sie lassen sich bei Bedarf erweitern. Der Webseitenbetreiber erstellt die Inhalte selbst und aktualisiert sie eher selten. Die Anzahl der einzelnen Seiten ist überschaubar und es gibt kaum spezielle Anforderungen an den Webspace, so dass das kleinste Webhostingpaket ausreichend ist. Der Installationsaufwand ist eher gering. Unter anderem handelt es sich dabei um frei verfügbare Open Source Systeme, die von einer Community entwickelt werden oder Bestandteil eines Webhostingpaketes sind. Hier kann es unter anderem zu Problemen kommen, wenn die Aktualisierungsfrequenz sehr gering ist, so dass Sicherheitslücken nicht sofort behoben werden oder die Zeitspanne bis zum nächsten großen Release zu lange dauert. Ebenso ist man darauf angewiesen, dass die Community benötigte Erweiterungen zur Verfügung stellt und das System weiterentwickelt. Das ist zunächst abhängig von der Größe der Community.

WCMS der mittleren Kategorie werden überwiegend geschäftlich eingesetzt und verfügen in der Standardausführung über je nach System über einen höheren Funktionsumfang was zu Problemen beim „einfachen Erlernen“ eines Systems führen kann (vgl. Krüger 2006:13). Mehrere Personen pflegen Inhalte simultan ein und aktualisieren diese mehrmals täglich. Die Anzahl der einzelnen Webseiten schwankt von überschaubar bis höher und es gelten besondere Anforderungen an das Webhostingpaket (unter anderem Stabilität durch Rootserver etc.). Der Installationsaufwand ist höher, da teilweise Expertenwissen benötigt wird[23]. Da Open Source WCMS von mehreren Programmierern[24] einer Community programmiert werden, kann es zu Inkonsistenzen kommen, da jeder Programmierer eine andere Richtung verfolgt. Die Aktualisierungsfrequenz ist höher, so dass schneller auf Sicherheitslücken reagiert wird oder ein neues Release herausgegeben wird. Die Verfügbarkeit von Systemerweiterungen ist wie auch bei kleinen WCMS abhängig von der Community die dahinter steht und sie kostenlos anbietet. Eingriffe in den Quellcode sind erlaubt, um ihn individuell anpassen zu können. Es gibt keinen zentralen Ansprechpartner bei Problemen. Hier muss man in Foren der Community suchen. Bei Systemabsturz oder Datenverlust kann niemand haftbar gemacht werden! Da diese Web CMS meist von einer Community programmiert werden, sind diese Systeme zukunftssicher und nicht von Insolvenz bedroht.

WCMS der Kategorie „groß“ sind meistens Bestandteil eines Enterprise Content Management Systems (ECM) und werden in Großunternehmen eingesetzt. Sie verfügen theoretisch über einen uneingeschränkten Funktionsumfang, da sie gegen Entgelt individualisiert werden können. Sie werden täglich simultan von vielen Mitarbeitern verschiedener Abteilungen rund um den Globus genutzt. Ergo müssen diese Systeme eine Vielzahl an Eingaben verarbeiten. Es gelten spezielle Anforderungen an den Webspace, um die Stabilität des Systems zu gewährleisten. Gerade bei vielen simultanen Aufrufen der Webseite müssen die Webserver flexible reagieren. Dadurch, dass die Systeme sehr komplex sind und der Installationsaufwand ist sehr hoch ist, kann die Installation nur von erfahrenen Experten durchgeführt werden. Die Installation und Nutzung ist desktopbasiert und zentral. Die Anpassung des Systems verursacht zusätzliche Kosten, da benötigte Erweiterungen nicht selbst programmiert werden können. Sie müssen zusätzlich erworben werden. Da es sich um einen Systemanbieter handelt, erhält man ein komplettes, konsistentes System aus einem Guss. Sicherheitslücken werden allein aus Haftungsgründen sofort behoben und das System ständig aktualisiert, was den Einsatz dieser Systeme sehr sicher macht. Es gibt einen zentralen Ansprechpartner bei Problemen. Bei diesen Systemen besteht die Gefahr der Insolvenz des Anbieters. Die Gesamtkosten für diese Systeme sind sehr hoch.

6 Gebrauchstauglichkeit von Software

Das Deutsche Institut für Normung (DIN) erarbeitet mit Vertretern interessierter Kreise konsensbasierte Normen und ist die nationale Normierungsorganisation für Deutschland (vgl. Gebrauchstauglichkeit von Software 1 2011:VIII).

6.1 DIN 9241 Ergonomie der Mensch-System-Interaktion

„Die Normenreihe 9241 deckt ergonomische Aspekte der Mensch-Maschinen-Interaktion ab, die Hardware und Software betreffen.“ Die Normen zur Software-Ergonomie gelten für all jene Softwarekomponenten eines interaktiven Systems, die die Gebrauchstauglichkeit beeinflussen. Dazu zählt unter anderem Anwendungssoftware, einschließlich web-basierter Anwendungen (vgl. Gebrauchstauglichkeit von Software 1 2011:36). Alle Angaben sind allgemein gehalten. Ein WCMS ist eine web-basierte Anwendung, weshalb diese Norm darauf angewendet werden kann.

6.2 Definition der Gebrauchstauglichkeit

Gebrauchstauglichkeit ist das Ausmaß, in dem ein Produkt durch bestimmte Benutzer in einem Nutzungskontext genutzt werden kann, um bestimmte Ziele effektiv, effizient und zufriedenstellend zu erreichen.

Der Nutzungskontext bezieht sich dabei auf die Benutzer selbst, ihre Arbeitsaufgaben, Arbeitsmittel (inkl. Software) sowie der physische und soziale Umgebung, in der das Produkt genutzt wird (Gebrauchstauglichkeit von Software 1 2011:38)[25].

Daraus resultiert, dass die Belastung der Anwender einerseits steigt und die Effektivität bei der Erledigung von softwaregestützten Aufgaben sinkt, wenn sich Software nicht immer einwandfrei und reibungslos benutzen lässt (vgl. Gebrauchstauglichkeit von Software 1 2011:V). Hier wird die Relevanz von Gebrauchstauglichkeit im Hinblick auf WCMS deutlich.

6.3 Das Konzept der Gebrauchstauglichkeit

Das Konzept der Gebrauchstauglichkeit besagt, dass die Art und Weise, wie Informationen dargestellt werden (DIN 9241-12), die Grundsätze der Dialoggestaltung (DIN 9241-11) unterstützen. Daraus resultiert für den Benutzer eine Unterstützung der Effizienz, Effektivität und Zufriedenstellung (vgl. Gebrauchstauglichkeit von Software 1 2011:152), wie Abbildung 3 verdeutlicht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Konzept der Gebrauchstauglichkeit (ISO 9241-11). Beziehung zwischen diesem Teil von ISO 9241 und ISO 9241-11 sowie ISO 9241-12 (vgl. Gebrauchstauglichkeit von Software 1 2011:153)

6.3.1 Die Grundsätze der Dialoggestaltung ISO 9241-110

Die Grundsätze der Dialoggestaltung sind Bestandteil dieses Konzeptes und stellen eine Unterreihe der Normen zur Software-Ergonomie dar. Sie enthalten sieben Grundsätze guter Praxis zur Gestaltung des Dialogs zwischen dem Benutzer und der Benutzungsschnittstelle (vgl. Gebrauchstauglichkeit von Software 1 2011:43). Sie bilden die Grundlage auf die sich andere Normen beziehen (vgl. Gebrauchstauglichkeit von Software 1 2011:43 ff).

6.3.1.1 Aufgabenangemessenheit

Ein System ist aufgabenangemessen, wenn es einen Benutzer unterstützt, seine Arbeitsaufgabe zu erledigen, d.h., wenn Funktionalität und Dialog auf den charakteristischen Eigenschaften der Arbeitsaufgabe basieren, anstatt auf der zur Aufgabenerledigung eingesetzten Technologie. Es sollten nur Informationen seitens des Systems angezeigt werden, die im Zusammenhang mit der Erledigung der Aufgabe stehen, ansonsten steigt die mentale Belastung. Die Form der Ausgabe sollte der Arbeitsaufgabe angepasst sein. Wenn ganz bestimmte Eingabewerte[26] für eine Aufgabe typisch sind, sollten diese Werte für Benutzer automatisch als voreingestellte Werte verfügbar sein.

Es sollten nur notwendige Dialogschritte im Arbeitsablauf enthalten sein, um unnötige Interaktionen zu minimieren. Die unnötigen[27] werden automatisch vom System ausgeführt. Werden Quelldokumente für eine Arbeitsaufgabe verwendet, so sollte die Benutzungsschnittstelle kompatibel zu Charakteristika der Quelldokumente sein (vgl. Gebrauchstauglichkeit von Software 1 2011:139 f).

6.3.1.2 Selbstbeschreibungsfähigkeit

„Ein Dialog ist in dem Maße selbstbeschreibungsfähig, in dem für Benutzer zu jeder Zeit offensichtlich ist, in welchem Dialog, an welcher Stelle im Dialog er sich befindet, welche Handlungen unternommen werden können und wie diese ausgeführt werden können

(Gebrauchstauglichkeit von Software 1 2011:141).

Während der Nutzung des Systems sollte minimal auf Handbücher und andere externe Hilfen zurückgegriffen werden und die bei jedem Dialog angezeigten Informationen[28] sollten den Benutzer leiten, den Dialog erfolgreich abschließen zu können.

Das System sollte auf Eingaben hinweisen die es erwartet und einen Überblick über die nächsten Dialogschritte geben[29]. Es sollte Informationen über die zu erwartende Eingabe bereitstellen, wie bsw. erforderliche Formatierungen oder Einheiten (bsw. cm, $). Dialoge sollten so gestaltet sein, dass die Interaktion für den Benutzer offensichtlich ist (vgl. Gebrauchstauglichkeit von Software 1 2011:141).

6.3.1.3 Erwartungskonformität

„Ein Dialog ist erwartungskonform, wenn er aus dem Nutzungskontext heraus vorhersehbaren Benutzerbelangen entspricht sowie allgemein anerkannten Konventionen entspricht“ (Gebrauchstauglichkeit von Software 1 2011:142).

„Die Software muss den Kenntnissen und Erfahrungen der Benutzer entsprechen. Dazu gehören beispielsweise die Kenntnisse aus dem Arbeitsgebiet des Benutzers, seine Ausbildung und seine Erfahrung ...“ (Verwaltungs-Berufsgenossenschaft 2003:7).

„Ein System sollte Vokabular verwenden, das dem Benutzer bei der Ausführung der Arbeitsaufgabe vertraut ist oder von ihm auf Grund seiner Kenntnisse und Erfahrungen verwendet wird“ [30] oder übliches Vokabular darstellt. „Auf Handlungen des Benutzers sollte unmittelbar eine passende Rückmeldung folgen, soweit dies den Erwartungen des Nutzers entspricht“ (Gebrauchstauglichkeit von Software 1 2011:142).[31]

Ist eine erhebliche Abweichung seitens des Systems von der vom der vom Benutzer erwarteten Antwortzeit zu erwarten, dann sollte der Benutzer hiervon unterrichtet werden[32]. Die Art und Länge von Rückmeldungen oder Erläuterungen sollte den Benutzerbelangen entsprechen.[33]

Die Bedienung eines Systems sollte über vergleichbare Aufgaben hinweg konsistent sein, damit der Benutzer sie routiniert durchführen kann. Eine bestimmte Eingabeposition, die vorhersehbar ist, sollte für die Eingaben voreingestellt sein[34]. Rückmeldungen sollten objektiv und konstruktiv formuliert sein (vgl. Gebrauchstauglichkeit von Software 1 2011:142 f).

6.3.1.4 Lernförderlichkeit

Ein Dialog ist lernförderlich, wenn der Benutzer beim Erlernen der Nutzung des interaktiven Systems unterstützt und angeleitet wird. Regeln und zugrunde liegende Konzepte die für das Erlernen nützlich sind, sollten dem Nutzer zugänglich gemacht werden[35], damit ein Benutzer eigene Ordnungsschemata und Merkregeln aufbauen kann. Wird ein Dialog selten gebraucht und sollte eine geeignete Unterstützung erforderlich sein, sollte sie bereitgestellt werden. Das führt dazu, dass der Benutzer mit dem Dialog vertraut wird[36]. Je nach Benutzer kann der Unterstützungsbedarf unterschiedlich ausfallen. Das System sollte durch Rückmeldungen und Erläuterungen dabei helfen, ein konzeptionelles Verständnis vom interaktiven System zu bilden. Dialoge sollten grundsätzlich so gestaltet sein, dass sie sowohl für Anfänger sowie für erfahrene Benutzer geeignet sind und ausreichende Rückmeldungen über Zwischen- und Endergebnisse von Handlungen bereitstellen, damit Benutzer aus erfolgreich ausgeführten Handlungen lernen können. Falls es zu den Arbeitsaufgaben und Lernzielen passt, dann sollte das System dem Nutzer erlauben, Dialogschritte ohne nachteilige Auswirkungen neu auszuprobieren[37]. Ein System sollte es immer ermöglichen, eine Arbeitsaufgabe mit minimalen Lernaufwand auszuführen, indem es den Dialog mit minimaler Eingabe von Informationen ermöglicht[38], bei Bedarf jedoch zusätzlich Informationen bereitstellt (vgl. Gebrauchstauglichkeit von Software 1 2011:143 f).

6.3.1.5 Steuerbarkeit

„Ein Dialog ist steuerbar, wenn der Benutzer in der Lage ist, den Dialogablauf zu starten sowie seine Richtung und Geschwindigkeit zu beeinflussen, bis das Ziel erreicht ist“ (Gebrauchstauglichkeit von Software 1 2011:144).

Der Benutzer sollte die Steuerung darüber haben, wie ein Dialog fortgesetzt wird. Er sollte ebenfalls die Möglichkeit haben, den Wiederaufnahmepunkt der Fortsetzung des Dialoges zu bestimmen, falls der Dialog unterbrochen wurde und es die Arbeitsaufgabe erlaubt. Es sollte eine Möglichkeit besteht, wenigstens den letzten Dialogschritt zurückzunehmen. Der Benutzer sollte die Möglichkeit haben, die Anzeige der dargestellten Datenmenge zu steuern, wenn diese für eine Arbeitsaufgabe von Bedeutung ist. Dem Benutzer sollte ebenfalls die Möglichkeit gegeben werden, dort wo es geeignet ist, verfügbare Eingabe-/Ausgabemittel zu nutzen[39]. Voreingestellte Werte sollten geändert werden können (vgl. Gebrauchstauglichkeit von Software 1 2011:144 f).

6.3.1.6 Fehlertoleranz

„Ein Dialog ist fehlertolerant, wenn das beabsichtigte Arbeitsergebnis trotz erkennbarer, fehlerhafter Eingaben entweder mit keinem oder mit minimalem Korrekturaufwand seitens des Benutzers erreicht werden kann“ (Gebrauchstauglichkeit von Software 1 2011:145). Dies wird erreicht durch Fehlererkennung und

-vermeidung, Fehlerkorrektur oder Fehlermanagement.

Ein fehlertolerantes System unterstützt den Benutzer dabei, Eingabefehler zu entdecken und zu vermeiden[40] und gibt ihm eine Erläuterung, um den Fehler leichter beseitigen zu können. Ein System sollte verhindern, dass Systemabbrüche oder undefinierte Systemzustände aus einer Benutzer-Handlung resultieren. Sollen sich aus einer Benutzerhandlung schwerwiegende Auswirkungen ergeben, sollte das System eine Bestätigung anfordern, bevor die Handlung ausgeführt wird[41]. Das System sollte Erläuterungen bereitstellen, um die Fehlerbeseitigung zu erleichtern. Die aktive Unterstützung zur Fehlerbehebung[42] sollte dort zur Verfügung stehen, wo der Fehler aufgetreten ist. Die zur Fehlerkorrektur nötigen Schritte sollten minimiert sein. Wenn eine automatische Fehlerkorrektur seitens des Systems vorgenommen wird, sollte es den Benutzer über die Ausführung der Korrektur informieren und ihm Gelegenheit geben, zu korrigieren. Auf Verlangen sollten weiterführende Informationen zum Fehler und seiner Behebung zur Verfügung gestellt werden. Bevor eine Verarbeitung der Daten stattfindet, sollte das System die Daten auf Gültigkeit und Korrektheit prüfen (vgl. Gebrauchstauglichkeit von Software 1 2011:145 f).

6.3.1.7 Individualisierbarkeit

„Ein Dialog ist dann individualisierbar, wenn Benutzer die Mensch-System-Interaktion und die Darstellung von Informationen ändern können, um diese an ihre individuellen Fähigkeiten und Bedürfnisse anzupassen“ (Gebrauchstauglichkeit von Software 1 2011:146).

Dort, wo typischerweise unterschiedliche Benutzerbelange vorkommen, sollten dem Benutzer Techniken zur individuellen Anpassung bereitgestellt werden.

Das System sollte es dem Benutzer ermöglichen, zwischen verschiedenen Formen der Darstellung zu wählen, wenn es zweckmäßig ist[43]. „Der Umfang von Erläuterungen (z.B. Details in Fehlermeldungen) sollte entsprechend dem individuellen Wissen des Benutzers veränderbar sein“[44]. Es sollte die Möglichkeit bestehen, soweit zweckmäßig eigenes Vokabular einzubinden, um Objekte und Funktionen individuell benennen zu können. Weiterhin sollten unterschiedliche Dialogtechniken angeboten werden, wenn der Benutzer bsw. eine direkte Eingabe in einem Feld eingeben möchte, ohne dass er gezwungen ist, sie aus einer Liste auszuwählen.

Das Niveau und die Methoden der Mensch-System-Interaktion sollten so ausgewählt werden können, dass es den individuellen Bedürfnissen entspricht.[45]

Ebenso sollte der Benutzer im Hinblick auf Format und Typ die Art auswählen können, wie Eingabe und Ausgabedaten dargestellt werden sollen (vgl. Gebrauchstauglichkeit von Software 1 2011:146 ff).

6.4 Leitlinien zur Informationsdarstellung – ISO 9241-12

Diese Richtlinie ist ebenfalls Bestandteil des Konzeptes der Gebrauchstauglichkeit und befasst sich mit den Merkmalen von dargestellten Informationen, die enorme Auswirkung auf die Benutzer haben.

6.4.1 Klarheit

bedeutet, dass die angezeigten Informationen schnell und genau vermittelt werden sollen (vgl. Gebrauchstauglichkeit von Software 1 2011:45).

6.4.2 Unterscheidbarkeit

meint, dass die angezeigten Informationen genau zu unterscheiden sein müssen (vgl. Gebrauchstauglichkeit von Software 1 2011:45).

6.4.3 Kompaktheit

Es sollen nur die relevanten Informationen angezeigt werden, die für das Erledigen einer Aufgabe notwendig sind (vgl. Gebrauchstauglichkeit von Software 1 2011:45).

6.4.4 Erkennbarkeit

soll die Aufmerksamkeit des Benutzers auf die benötigten Informationen lenken (vgl. Gebrauchstauglichkeit von Software 1 2011:45).

6.4.5 Lesbarkeit

meint einfach, dass Informationen leicht zu lesen sein sollten (vgl. Gebrauchstauglichkeit von Software 1 2011:45).

6.4.6 Verständlichkeit

Eindeutig interpretierbare Informationen werden bereitgestellt, die leicht zu verstehen sind (vgl. Gebrauchstauglichkeit von Software 1 2011:45).

7 Normen zu Interaktionstechniken 9241-140 bis 149

„Diese Unterreihe beinhaltet Leitlinien zu unterschiedlichen Techniken, die zur Unterstützung der Dialoge im Rahmen der Mensch-System-Interaktion angewendet werden“ (vgl. Gebrauchstauglichkeit von Software 1 2011:47).

Dem Benutzer eines WCMS stehen die nachfolgend genannten Möglichkeiten zur Verfügung, mit denen er mit dem System interagieren kann.

7.1 ISO 9241-14 – Dialogführung mittels Menüs

In Menü-Dialogen bietet das System dem Benutzer eine oder mehrere Optionen an, von denen er eine oder mehrere auswählen kann, damit der Computer den gewünschten Prozess ausführt, der durch die Optionen angezeigt wurde (vgl. Gebrauchstauglichkeit von Software 1 2011:47).

7.2 ISO 9241-15 – Dialogführung mittels Kommandosprachen

Hierbei geben Benutzer Befehle in Form einer Syntax ein, darunter versteht man die Kommandosprache des Systems. Dadurch ist es möglich bestimmte Aktionen auszuführen (vgl. Gebrauchstauglichkeit von Software 1 2011:47).

7.3 ISO 9241-16 – Dialogführung mittels direkter Manipulation

Hierbei kann der Benutzer Operationen dadurch auslösen, dass auf dem Bildschirm angezeigte Objekte (z.B. Schieberegler) ähnlich wie physikalische Gegenstände behandelt werden (vgl. Gebrauchstauglichkeit von Software 1 2011:47).

7.4 ISO 9241-17 – Dialogführung mittels Bildschirmformularen

Bei dieser Form der Dialogführung füllen Benutzer Bildschirmformulare aus und wählen oder verändern Eingabewerte, die Auswirkung auf eine Aktion haben (vgl. Gebrauchstauglichkeit von Software 1 2011:48).

[...]


[1] Das bestätigt ebenfalls eine veraltete GFK Studie aus dem Jahr 2001, die Manhartsberger/Musil auf Seite 71 erwähnen und aus der hervorgeht, dass das Internet hauptsächlich zum Auffinden von Informationen genutzt wird.

[2] Bzw. Benutzerfreundlichkeit

[3] So auch in der Masterarbeit von Johannes Krüger auf Seite 45.

[4] Viele Systeme werben mit Buzzwords wie Benutzerfreundlichkeit.

[5] Broschart sprach in diesem Kontext von der Planung von Suchmaschinenoptimierungsmaßnahmen, was sich nach Auffassung des Autors ebenfalls auf den Auswahlprozess von CMS übertragen lässt.

[6] Im übertragenen Sinne ebenfalls die Robots der Suchmaschinen.

[7] Hierbei handelt es sich um eine bewusste Auswahl.

[8] Die Fähigkeit bsw. Web Usability oder SEO Standards einzuhalten, ist abhängig von den Kenntnissen des Individuums.

[9] Beispiel: Verfügt der Text über eine hohe Keyworddichte? Daraus lässt sich keine eindeutige Funktion ableiten, weil die Keyworddichte übergeordnet von menschlichen Fähigkeiten abhängig ist (bsw. seinen Kenntnissen über das Schreiben für gute Webtexte) und das System für die Einhaltung dieses Kriteriums, untergeordnet nur die Möglichkeit bereitstellen muss, Texte im System eingeben zu können. Ob dieses Kriterium eingehalten wird, ist abhängig vom Menschen.

[10] Verantwortliche von Onlineredaktionen aus 187 (=n) Unternehmen verschiedener Branchen im Raum Deutschland wurden zu ihrer Arbeitsweise befragt. Siehe Anhang.

[11] Sie weisen unterschiedliche Kenntnisse und Fähigkeiten auf.

[12] Dieser Begriff hat sich im allgemeinen Sprachgebrauch etabliert, ist aber nicht korrekt.

[13] Bsw. Frontpage oder Dreamweaver.

[14] Enterprise Content Management System

[15] So nennt man den Dateneingabebereich eines WCMS.

[16] So nennt man den Bereich, wo der Internetnutzer die eigentliche Seite im Browser sieht.

[17] Fertig programmierte Erweiterungen, die aus dem System heraus installiert werden können, um den Funktionsumfang des Systems zu erweitern.

[18] Dabei kann es sich um kommerzielle oder frei verfügbare Systeme handeln.

[19] Bsw. Enterprise Content Management Systeme wie RedDot.

[20] Sie sind ebenfalls kostenpflichtig und werden individuell von einer Agentur programmiert.

[21] Umgangssprachlich wird fälschlicherweise der Ausdruck CMS verwendet.

[22] Aufgrund des geringen Funktionsumfangs.

[23] Es gibt mittlerweile Webhoster wie Mittwald.de, die vorinstallierte WCMS anbieten.

[24] Bei Typo3 entwickeln 50 Personen den „Core“ des WCMS.

[25] Diese Definition wird ebenfalls im Zusammenhang mit Web Usability genannt.

[26] z.B. aktueller Standort oder wiederkehrende Emailadresse

[27] z.B. automatische Anzeige der Stadt in Kombination mit der PLZ

[28] Informationen wie bsw. Anleitungen, Rückmeldungen, Zustandsinformationen oder beschriftete Tasten.

[29] Beispiel: Ein WCMS weist den Benutzer beim Update von Erweiterungen darauf hin, dass im nächsten Schritt die Tabellen in der Datenbank aktualisiert werden müssen.

[30] Diese Forderung ist sehr individuell.

[31] Z.B. ein Hinweis über den erfolgreichen Updateprozess des WCMS.

[32] Beispiel: Der Updateprozess des WCMS dauert noch 3 Min.

[33] Hilfeinformationen orientieren sich am Schwierigkeitsgrad und beschreiben komplexe Arbeitsaufgaben

bei Bedarf.

[34] Beispiel: Das erste Feld im Formular erhält automatisch den Tastaturfokus.

[35] Darunter fallen nach Auffassung des Autors Live-Demoversionen, die vorab getestet oder ein Dialogschritt kann durch Drücken der Eingabetaste abgeschlossen werden.

[36] Das könnten Anleitungen in Form eines FAQ sein oder eine Systeminterne Hilfe.

[37] Das kann durch betätigen einer „Undo-Taste“ geschehen.

[38] Beispiel: Der Updateprozess wird durch einfaches drücken des Update-Buttons gestartet oder durch drücken der Eingabetaste kann ein Dialogschritt abgeschlossen werden.

[39] Die Suchfunktion sollte mit der Eingabetaste oder einem Klick auf das Lupensymbol gestartet werden können.

[40] Das kann schon ein Hinweis auf ein Pflichtfeld sein, welches ausgefüllt werden muss.

[41] „Wenn Sie bestätigen wird die Seite gelöscht“.

[42] Die Positionsmarke befindet sich dort wo die Korrektur nötig ist.

[43] Beispielsweise der Einsatz eines Screenreaders für Personen mit Sehschwäche.

[44] Indem man bsw. die systeminterne Hilfe für Experten abschaltet.

[45] Datei speichern über eine Menüoption oder über ein Symbol oder ein Tastaturkürzel.

Ende der Leseprobe aus 112 Seiten

Details

Titel
Checkliste zur Auswahl benutzerfreundlicher Web Content Management Systeme (CMS)
Hochschule
Hochschule Osnabrück  (Institut für Kommunikationsmanagement)
Veranstaltung
Onlinemedienarbeit
Note
2,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
112
Katalognummer
V209978
ISBN (eBook)
9783656375241
ISBN (Buch)
9783656381280
Dateigröße
1062 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Arbeit wurde im Vorfeld der Bachelorabeit erstellt und stellt das wissenschaftliche Projekt dar.
Schlagworte
benutzerfreundlich, Usability, CMS, Web Content Management Systeme, WCMS, DIN 9241, DIN 9241 ERGONOMIE DER MENSCH-SYSTEM-INTERAKTION, KONZEPT DER GEBRAUCHSTAUGLICHKEIT, GRUNDSÄTZE DER DIALOGGESTALTUNG ISO 9241-110, LEITLINIEN ZUR INFORMATIONSDARSTELLUNG – ISO 9241-12, NORMEN ZU INTERAKTIONSTECHNIKEN 9241-140, DIN EN ISO 9241-129 LEITLINIEN FÜR DIE INDIVIDUALISIERUNG VON SOFTWARE, FORMULARDIALOGE DIN 9241-143, Suchmaschinenoptimierung
Arbeit zitieren
Paolo Lombardo (Autor), 2012, Checkliste zur Auswahl benutzerfreundlicher Web Content Management Systeme (CMS), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/209978

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