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Der junge Sigurd in der Dietrichssaga, Lieder-Edda und Völsungensaga

Eine vergleichende Charakterisierung

Titel: Der junge Sigurd in der Dietrichssaga, Lieder-Edda und Völsungensaga

Hausarbeit , 2011 , 15 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: David Felsch (Autor:in)

Literaturwissenschaft - Skandinavien und Island
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Auf die Heldengestalten der nordischen Sagen ebenso wie der deutschen Nibelungenerzählungen wird seit Jahrhunderten immer wieder Bezug genommen und sie tauchen bis heute in immer neuen Varianten in vielfältigen Erzählungen auf. Daher ist auch die Analyse der verschiedenen Eigenschaften – physische ebenso wie Charaktereigenschaften – dieser Heldengestalten eine wichtige Fragestellung bei der Beschäftigung mit der altnordischen Literatur. Die ursprünglich mündlich vorgetragenen Heldengeschichten wollten wohl zunächst einem Publikum, dessen Alltag meist eintönig aussah, durch Erzählungen über die einzigartigen Erlebnisse großer Helden helfen, „sich unterhaltsam über eine graue Normalität hinwegzusetzen.“
Im höfischen Mittelalter waren die Helden der Sagen Vorbilder für die dem Vortrag lauschenden Ritter. Victor Millet bezeichnet die Heldensage als „Darstellung von Handlungsmodellen, die das Publikum, also der mittelalterliche Adel, als Reflexionsgrundlage für eigenes Agieren gebrauchen konnte.“ Um ein solches Vorbildmodell zu sein muss der Held strahlend dargestellt werden, sein Charakter, sein Wesen, seine Fähigkeiten tragen zum Gesamtbild bei. Dem Sigurd der nordischen Sagen gilt genauso wie dem Siegfried der kontinentalen Nibelungenerzählungen eine besondere Aufmerksamkeit bei der Beschäftigung mit den Sagenstoffen des Mittelalters. Dies hat sicher eine Vielzahl von Gründen. Erwähnt sei hier nur die besondere Rolle, die Sigurd in einigen der nordischen Sagen zukommt: In der Völsungensaga und der in der Handschrift folgenden Ragnarsaga wird er zum Bindeglied zwischen den alten Göttern und dem Norwegischen Königshaus. Er spielt also eine wichtige Rolle in der Genealogie eines Herrschergeschlechts. Sein Wesen und sein Handeln strahlt zwangsläufig auf das Königshaus aus. In der folgenden Arbeit werde ich mir einige Besonderheiten der Figur des Sigurd in der nordischen Literatur genauer anschauen. Dabei konzentriere ich mich auf die Schilderungen des jungen Sigurd in seiner ersten Lebensphase, die durch den Drachenkampf beziehungsweise den Erhalt des Schwertes Gram und des Pferdes Grani abgeschlossen wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Einordnung der Quellen

2. Entwicklung des jungen Sigurd bis zum Drachenkampf

3. Bedeutung und Auswirkung des Drachenkampfes auf Sigurd

4.Schluss

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, eine vergleichende Charakterisierung der Figur des jungen Sigurd in drei zentralen Werken der nordischen Literatur vorzunehmen und dabei insbesondere die Unterschiede in seiner Darstellung in der ersten Lebensphase herauszuarbeiten.

  • Vergleichende Analyse von Sigurd in der Dietrichssaga, der Lieder-Edda und der Völsungensaga.
  • Untersuchung der Herkunft und des sozialen Status des jungen Sigurd in den verschiedenen Quellen.
  • Betrachtung der psychologischen und charakterlichen Entwicklung vom jungen Helden bis zum Drachenkampf.
  • Analyse der Rolle von mythischem Wissen und übernatürlichen Elementen für die Entwicklung des Helden.
  • Einordnung der Figur in den Kontext mittelalterlicher Heldenkonzepte und -ideale.

Auszug aus dem Buch

0. Einleitung

Auf die Heldengestalten der nordischen Sagen ebenso wie der deutschen Nibelungenerzählungen wird seit Jahrhunderten immer wieder Bezug genommen und sie tauchen bis heute in immer neuen Varianten in vielfältigen Erzählungen auf. Daher ist auch die Analyse der verschiedenen Eigenschaften – physische ebenso wie Charaktereigenschaften – dieser Heldengestalten eine wichtige Fragestellung bei der Beschäftigung mit der altnordischen Literatur.

Die ursprünglich mündlich vorgetragenen Heldengeschichten wollten wohl zunächst einem Publikum, dessen Alltag meist eintönig aussah, durch Erzählungen über die einzigartigen Erlebnisse großer Helden helfen, „sich unterhaltsam über eine graue Normalität hinwegzusetzen.“ 1

Im höfischen Mittelalter waren die Helden der Sagen Vorbilder für die dem Vortrag lauschenden Ritter. Victor Millet bezeichnet die Heldensage als „Darstellung von Handlungsmodellen, die das Publikum, also der mittelalterliche Adel, als Reflexionsgrundlage für eigenes Agieren gebrauchen konnte.“ 2 Um ein solches Vorbildmodell zu sein muss der Held strahlend dargestellt werden, sein Charakter, sein Wesen, seine Fähigkeiten tragen zum Gesamtbild bei.

Dem Sigurd der nordischen Sagen gilt genauso wie dem Siegfried der kontinentalen Nibelungenerzählungen eine besondere Aufmerksamkeit bei der Beschäftigung mit den Sagenstoffen des Mittelalters. Dies hat sicher eine Vielzahl von Gründen.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Heldengestalt Sigurd ein und stellt die Relevanz der Untersuchung seiner Charakterisierung im Kontext der altnordischen Literatur dar.

1. Einordnung der Quellen: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die drei zentralen Quellen – Dietrichssaga, Lieder-Edda und Völsungensaga – und erläutert deren Entstehungshintergrund und Überlieferungsgeschichte.

2. Entwicklung des jungen Sigurd bis zum Drachenkampf: Hier werden die unterschiedlichen Ausgangssituationen von Sigurd als Königssohn beziehungsweise Findelkind sowie seine charakterlichen Merkmale in den Quellen gegenübergestellt.

3. Bedeutung und Auswirkung des Drachenkampfes auf Sigurd: Dieses Kapitel analysiert den Wandel der Persönlichkeit Sigurds durch den Drachenkampf sowie das Erwerben von Wissen durch mythische Ereignisse.

4.Schluss: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Vielschichtigkeit der Figur, die sich aus den verschiedenen mündlichen Traditionen und Sichtweisen der Schreiber ergibt.

Schlüsselwörter

Sigurd, Dietrichssaga, Völsungensaga, Lieder-Edda, Heldendichtung, Nordische Philologie, Drachenkampf, Charakterisierung, Mittelalter, Mythologie, Regin, Mime, Heldenmythos, Erzähltradition, Literaturvergleich.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit einer vergleichenden Untersuchung der Heldengestalt Sigurd in drei ausgewählten altnordischen Werken.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum steht die Charakterzeichnung des jungen Sigurd, seine soziale Herkunft sowie die Entwicklung seiner Fähigkeiten vor und nach dem Drachenkampf.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Darstellung der Figur herauszuarbeiten, die aus den unterschiedlichen Quellen und Überlieferungsgeschichten resultieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um einen literaturwissenschaftlichen Vergleich, der auf der Analyse der Primärquellen sowie der Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Quellenkritik, die Untersuchung der Entwicklung Sigurds in seiner Jugendphase und die Bedeutung des Drachenkampfes für seine Persönlichkeitsentfaltung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sigurd, nordische Sagen, Dietrichssaga, Lieder-Edda, Heldendichtung und Literaturvergleich.

Wie unterscheidet sich die Herkunft Sigurds in der Dietrichssaga von den anderen Quellen?

In der Dietrichssaga wächst Sigurd als Findelkind in ärmlichen Verhältnissen bei einem Schmied auf, während er in der Edda und der Völsungensaga als Königssohn bekannt ist.

Welche Rolle spielt der Schmied in der Entwicklung des jungen Helden?

Der Schmied dient als Ziehvater, dessen Handeln und dessen Schmiedehandwerk maßgeblich für Sigurds weiteren Weg, insbesondere den Erwerb des Schwertes Gram, sind.

Warum wird Sigurd in der Dietrichssaga teilweise als schwieriger Charakter dargestellt?

Er wird dort als junger Mann geschildert, der über seine übermenschlichen Kräfte und seine Wut keine Kontrolle hat, was zu einer eher rauen und ungestümen Verhaltensweise führt.

Welche Bedeutung hat das Gespräch mit dem sterbenden Drachen Fáfnir?

Es dient der Initiierung Sigurds in ein mythisches Geheimwissen und markiert einen wichtigen Entwicklungsschritt hin zum Helden mit sapientia (Weisheit) und fortitudo (Stärke).

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Details

Titel
Der junge Sigurd in der Dietrichssaga, Lieder-Edda und Völsungensaga
Untertitel
Eine vergleichende Charakterisierung
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald  (Institut für Fennistik und Skandinavistik)
Veranstaltung
Helden in der altnordischen Literatur
Note
1,3
Autor
David Felsch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
15
Katalognummer
V210067
ISBN (eBook)
9783656380344
ISBN (Buch)
9783656381143
Sprache
Deutsch
Schlagworte
eine charakterisierung sigurd dietrichssaga lieder-edda völsungensaga
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
David Felsch (Autor:in), 2011, Der junge Sigurd in der Dietrichssaga, Lieder-Edda und Völsungensaga, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210067
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Leseprobe aus  15  Seiten
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