Eine kritische Reflektion der verschiedenen Ebenen des Ichs (I, Me und Self) im Bezug auf die soziale Konditionierung.
Inhaltsverzeichnis
1. Vernunft ...
2. Das Leben im Rudel ...
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das menschliche Identitätsverständnis im Spannungsfeld zwischen angeborener Intuition und sozialer Konditionierung, um die Frage nach dem Wesen der menschlichen Identität in der Gesellschaft zu beantworten.
- Analyse der Rolle von Intuition und Vernunft in der menschlichen Entscheidungsfindung.
- Übertragung soziologischer Theorien von Mead auf das Konzept des Rudelverhaltens.
- Untersuchung der sozialen Konditionierung durch Erziehung und Gemeinschaft.
- Reflektion über das Spannungsfeld zwischen individuellem Ich und gesellschaftlichen Anforderungen.
- Einordnung menschlichen Verhaltens als Strategie zum Artenerhalt.
Auszug aus dem Buch
Das Leben im Rudel ...
erleichtert das Überleben für viele Tierarten, aber auch für Menschen. Um dies zu gewährleisten muss es eine soziale Konditionierung geben. Wenn das Zusammenleben mit anderen Artgenossen das Überleben sichert, dann muss man sich dieses Zusammenleben auf eine Art und Weise arrangieren. Darauf kann das Modell von Mead übertragen werden. Die impulsiven Handlungen des „I“ müssen manchmal zugunsten des Gelingens des Zusammenlebens zurückgestellt werden, dies sind die Erwartungen der Gruppe an das „Me“. Beide zusammen ergeben die Identität des „Rudelmitglieds“, also das „Self“. Dies ist ebenfalls als die zweite Stufe der präkonventionellen Ebene der Moralentwicklung nach Lawrence Kohlberg zu betrachten. Worte wie Gerechtigkeit und Loyalität, sowie deren tiefere Bedeutung spielen hier noch keine Rolle, es handelt sich also eher um eine Zusammenarbeit zum gegenseitigen Vorteil. Es steht im Vordergrund, dass die eigenen Bedürfnisse und die der anderen erfüllt werden.3 Das alles ist ein Balanceakt, denn wenn ein Rudelmitglied sich nicht „regelkonform“ verhält, wird es bestraft - es entsteht für ihn ein Nachteil der so gravierend ist, dass er sich durch erneute Anpassung an die Regeln wieder in das Rudel integriert.
Als kleines Gedankenspiel kann man sich einmal vorstellen wie der Mensch ohne das Rudel, oder nennen wir es ab jetzt Gemeinschaft, existieren würde. Kann der Mensch überhaupt ohne Artgenossen aufwachsen? Menschliche Kinder werden als Nesthocker geboren, sie sind bis zu einem relativ hohen Alter allein lebensunfähig. Sie benötigen den Schutz der Eltern, das ist schon eine kleine Gemeinschaft. Würde man ein Baby einem Kaspar-Hauser-Versuch unterziehen, dann würde es vermutlich sterben. Selbst wenn man diesen Versuch erst ab dem Kleinkindalter beginnen würde, wäre die soziale Konditionierung, die im Kontakt mit Artgenossen zwangsläufig bereits aufgetreten ist wohl schon zu stark, als dass sie für das Experiment genullt werden könnte. Wenn man sogar noch einen Schritt weiter geht, kann man sagen, dass die Vorstufe der Konditionierung bereits der pränatale Kontakt des Ungeborenen zu seiner Mutter ist, sei es über indirekte Berührungen, die Bewegungen der Mutter oder durch Akustik.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vernunft ...: Dieses Kapitel erörtert die menschliche Entscheidungsfreiheit im Gegensatz zum rein instinktiven Handeln und führt das Modell von Mead zur Identitätsbildung ein.
2. Das Leben im Rudel ...: Der Autor beleuchtet die Notwendigkeit sozialer Konditionierung als überlebenswichtige Strategie für den Menschen und diskutiert die Übernahme von gesellschaftlichen Werten als Teil der Identitätsentwicklung.
Schlüsselwörter
Soziale Konditionierung, Intuition, Identität, George Herbert Mead, Rudelverhalten, Vernunft, Nesthocker, Sozialisation, Gemeinschaft, Artenerhalt, Pierre Bourdieu, Moralentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das menschliche Selbstverständnis und die Frage, inwieweit unser Verhalten durch soziale Konditionierung und unser Bedürfnis nach Gemeinschaft geprägt ist.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die menschliche Intuition, die Identitätstheorie nach Mead, die Rolle des Menschen als „Rudeltier“ und der Einfluss soziokultureller Normen auf das Individuum.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu ergründen, was den Menschen als „vernunftbegabtes Wesen“ ausmacht und ob unsere Identität eher durch biologische Instinkte oder durch die soziale Anpassung an die Gemeinschaft bestimmt wird.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Der Autor nutzt eine theoretische Analyse unter Einbeziehung soziologischer Modelle, insbesondere von George Herbert Mead und Pierre Bourdieu, sowie biologischer Perspektiven von Nikolaas Tinbergen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Abgrenzung von Instinkt und Intuition, der Definition des „I“, „Me“ und „Self“ sowie der Bedeutung der sozialen Einordnung für das menschliche Überleben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Soziale Konditionierung, Identitätsbildung, Intuition, Gemeinschaft, Rudelverhalten und Sozialisation sind die maßgeblichen Begriffe.
Wie definiert der Autor das „Self“ in Bezug auf das Zusammenleben?
Das „Self“ entsteht laut dem Autor aus der Synthese des impulsiven „I“ und den Erwartungen der Umwelt an das reflektierte „Me“, wodurch das Individuum zu einem funktionierenden Mitglied der Gemeinschaft wird.
Warum bezeichnet der Autor den Menschen als „Rudeltier“?
Aufgrund der biologischen Hilflosigkeit bei der Geburt (Nesthocker) ist der Mensch zwingend auf die Fürsorge und damit die soziale Einbindung in eine Gemeinschaft angewiesen, um zu überleben.
- Quote paper
- Richard Paul Unger (Author), 2013, Die soziale Konditionierung als Erhalt der menschlichen Spezies, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210076