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Rousseaus Menschenbild im Naturzustand

Titre: Rousseaus Menschenbild im Naturzustand

Dossier / Travail de Séminaire , 2012 , 27 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Hajo Sandner (Auteur)

Philosophie - Philosophie au XVIIe et XVIIIe siècle
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„Die nützlichste und die am wenigsten fortgeschrittene unter allen menschlichen Kenntnissen scheint mir die vom Menschen zu sein“ […] (Rousseau, 1998, S.21).

Mit dieser Feststellung beginnt Rousseau das Vorwort zum zweiten Diskurs und macht gleichzeitig den anthropologischen Charakter seiner Abhandlung unmissverständlich klar. Er erwähnt ein wichtiges und schwieriges Gebot, welches als Tempelstele in Delphi niedergeschrieben ist. Es lautet: „Erkenne dich selbst“ (Rousseau, 1998, S.22 u. 161)! Diese elementare athropologische Aufforderung ist das Ziel seiner Arbeit und beschreibt gleichzeitig den gesellschaftskritischen Hintergund seiner Abhandlung, indem er aufzuzeigen versucht, was den Menschen abzüglich aller gesellschaftlichen Umstände und Einflüsse ausmacht. Rousseau versucht weiterhin das Wesen des Menschen historisch zu begreifen. Mit seiner spekulativ-philosophischen Vorgehensweise unternimmt er das Experiment - in dem er aus dem homme civil unter Subtraktion all dessen, was die historische Entwicklung im Laufe der Zeit mit sich gebracht hat - den Menschen in den Naturzustand zurückzuführen (Müller, 1997, S. 33f). Methodisch möchte Rousseau aufzeigen, was zur eigenen Substanz des Menschen gehört und was im Vergleich zu diesem anfänglichen Zustand durch gesellschaftliche Umstände und Fortschritte hinzugefügt bzw. verändert wurde. Rousseau geht bis in den fiktiv-rekonstruierten Naturzustand zurück, um das Wesen des Menschen unverfälscht untersuchen zu können. „Denn wie will man die Quelle der Ungleichheit unter den Menschen kennen, wenn man nicht zuerst die Menschen selbst kennt“ (Rousseau, 1998, S.21)?

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hinführung

2.1. Zentrale Tendenzen der französischen Aufklärung

2.2. Arten der Ungleichheit

2.3. Der Naturzustand

3. Rousseaus Menschenbild

3.1. Die physischen Eigenschaften des Menschen im Naturzustand

3.2. Geistige und seelische Eigenschaften

3.3. Der Unterschied zwischen Selbstliebe und Eigenliebe

3.4. Mitleid und Liebe

4. Der Weg zur Gesellschaft

4.1. Gesellschaftskritische Aspekte

5. Zusammenfassung, Reflexion und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, Rousseaus Menschenbild im Naturzustand zu untersuchen und textnah die physischen sowie psychischen Eigenschaften des sogenannten "Wilden" zu charakterisieren, um daraus gesellschaftskritische Schlussfolgerungen für den zeitgeschichtlichen Kontext abzuleiten.

  • Analyse des anthropologischen Menschenbildes von Rousseau
  • Untersuchung der Differenzierung zwischen natürlicher und gesellschaftlicher Ungleichheit
  • Gegenüberstellung von Selbstliebe und Eigenliebe als zentrale psychische Regungen
  • Diskussion der Bedeutung des Mitleids im Naturzustand
  • Herausarbeitung der gesellschaftskritischen Perspektiven auf Kultur und Zivilisation

Auszug aus dem Buch

3.1. Die physischen Eigenschaften des Menschen im Naturzustand

Der Mensch im Naturzustand geht nicht etwa gebückt oder auf allen Vieren, wie man aus evolutionsthoerethischer Sicht vielleicht annehmen könnte, sondern es handelt sich um einen an die Natur perfekt angepassten Menschen, der einerseits zwar einem Tier in vieler hinsicht gleicht, aber dennoch den aufrechten Gang aufweist, welcher nur der menschlichen Spezies vorbehalten ist. Rousseau stellt ihn sich folgendermaßen vor: „auf zwei Füßen gehend, sich seiner Hände bedienend, […] seine Blicke auf die gesamte Natur richtend und mit den Augen die weite Ausdehnung des Himmels ermessend“ (Rousseau, 1998, S.35).

Er ist von der Konstituion weniger begünstigt und auch im Hinblick auf die Schnelligkeit den Tieren unterlegen. Im Vergleich zu den Tieren ist der „Wilde“ in einem weiteren Punkt scheinbar benachteiligt. Jede Tierart hat ihren „eigenen Instinkt […], während der Mensch, […] vielleicht gar keinen ihm eigentümlichen hat […]“ (Rousseau, 1998, S.36).

Dennoch ist Rousseau der Ansicht, dass der Mensch „insgesamt am vorteilhaftesten von allen ausgestattet“ (Rousseau, 1998, S.36) sei, weil der Mensch beobachten kann und die „Überlebensstrategien“ von den Tieren übernimmt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in Rousseaus anthropologische Fragestellung ein und erläutert die methodische Rückführung des modernen Menschen in einen fiktiven Naturzustand.

2. Hinführung: Das Kapitel verortet Rousseau in der französischen Aufklärung und definiert die grundlegenden Arten der Ungleichheit.

3. Rousseaus Menschenbild: Dieser Abschnitt analysiert das Wesen des "Wilden" hinsichtlich seiner körperlichen Konstitution, seiner geistigen Fähigkeiten und seiner moralischen Anlage.

4. Der Weg zur Gesellschaft: Hier wird der Prozess der Vergesellschaftung, geprägt durch Arbeitsteilung und Eigentumsbildung, sowie die damit einhergehende Kulturkritik thematisiert.

5. Zusammenfassung, Reflexion und Ausblick: Der Autor resümiert die Kernaussagen des zweiten Diskurses und reflektiert kritisch die Einseitigkeit von Rousseaus Naturzustandstheorie.

Schlüsselwörter

Rousseau, Naturzustand, Menschenbild, Ungleichheit, Selbstliebe, Eigenliebe, Mitleid, Gesellschaftskritik, Aufklärung, Perfektibilität, Zivilisation, Anthropologie, Eigentum, Arbeitsteilung, Philosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit Rousseaus Anthropologie, insbesondere mit der Beschreibung des Menschen im fiktiven Naturzustand.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Charakterisierung des Naturmenschen, die Entstehung gesellschaftlicher Ungleichheit und die Kritik an der kulturellen Entwicklung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist eine textnahe Untersuchung von Rousseaus "Zweitem Diskurs" zur Charakterisierung der physischen und psychischen Eigenschaften des Naturmenschen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine interpretative philosophische Analyse unter Einbezug relevanter Forschungsliteratur zur historischen und theoretischen Einordnung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Hinführung zur Aufklärung, die detaillierte Beschreibung der Eigenschaften des Naturmenschen sowie die Analyse des Übergangs zur Gesellschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Naturzustand, Selbstliebe, Eigenliebe, Mitleid, Ungleichheit und Gesellschaftskritik.

Wie unterscheidet Rousseau zwischen Selbstliebe und Eigenliebe?

Selbstliebe ist ein natürliches, lebensbejahendes Gefühl im Naturzustand, während Eigenliebe ein gesellschaftlich konstruiertes, egoistisches Gefühl von Überlegenheit darstellt.

Warum hält Rousseau den Naturzustand für einen "Optimalpunkt"?

Weil der Mensch im Naturzustand in Freiheit und Gleichheit existiert, ohne die entfremdenden und verderblichen Einflüsse der späteren Zivilisation und Arbeitsteilung.

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Résumé des informations

Titre
Rousseaus Menschenbild im Naturzustand
Université
Martin Luther University
Note
1,3
Auteur
Hajo Sandner (Auteur)
Année de publication
2012
Pages
27
N° de catalogue
V210107
ISBN (ebook)
9783656383390
ISBN (Livre)
9783656386841
Langue
allemand
mots-clé
Rousseau Naturzustand Menschenbild Frankreich Diskurs
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Hajo Sandner (Auteur), 2012, Rousseaus Menschenbild im Naturzustand, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210107
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Extrait de  27  pages
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