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Matrimonium - Patrimonium. Vermögensrechtliche Aspekte der römischen Ehe

Title: Matrimonium - Patrimonium. Vermögensrechtliche Aspekte der römischen Ehe

Seminar Paper , 2012 , 12 Pages , Grade: 1

Autor:in: Eric Steiner (Author)

Law - Philosophy, History and Sociology of Law
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Im Rahmen dieser Seminararbeit werde ich mich mit den Sanktionen des Ehebruchs, sowie der Scheidungsgesetzgebung in der Spätantike, so die moderne Bezeichnung dieser Übergangsepoche von der Antike zum Mittelalter, und den damit verwobenen Sitten- und Moralvorstellungen Konstantins des Großen (270/288 n. Chr. - 337 n. Chr.) auseinandersetzen.

Die Abstammung Konstantins, sowie die abgefassten Kaisergesetze im Corpus Iuris Civilis und im Codex Theodosianus werden uns wertvolle Aufschlüsse über die Denk- und Sichtweise des Mitbegründers der konstantinischen Kaiserdynastie gewinnen lassen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Konstantins historische Wurzeln

3. Das „lanificium“ als Korrektiv der Sittlichkeit römischer Frauen

4. Betrachtung der erlassenen Kaisergesetze im Bezug auf den Ehebruch

5. Betrachtung des erlassenen Kaisergesetzes im Bezug auf die Ehescheidung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die spätantiken Sanktionen bei Ehebruch sowie die Scheidungsgesetzgebung unter Kaiser Konstantin dem Großen und analysiert deren tiefgreifende Auswirkungen auf die damaligen Moral- und Sittlichkeitsvorstellungen.

  • Historische Einordnung der konstantinischen Herrschaftszeit im Dominat.
  • Die Bedeutung von Herkunft und sozialem Status für die rechtliche Stellung der Frau.
  • Analyse der Kaisergesetze bezüglich Ehebruch und Scheidung im Corpus Iuris Civilis und Codex Theodosianus.
  • Die Diskrepanz zwischen moralischem Idealbild („lanificium“) und rechtlicher Realität.
  • Untersuchung der ungleichen rechtlichen Voraussetzungen für Frauen und Männer bei einer Ehescheidung.

Auszug aus dem Buch

Kaiser Konstantin an Afrikanus:

Es muss untersucht werden ob die Frau, welche Ehebruch begangen hat, eine Schankwirtin oder ein Dienstmädchen war, welches einer Serviertätigkeit nachging, und ob sie sich selbst jenem Wein hingegeben hat, welcher das Verlangen nach Unterhaltung stimuliert. Wenn sie die Schankwirtin war, so ist sie nicht von den Bestimmungen des Gesetzes ausgenommen. Wenn sie aber die Anwesenheit der Gäste gesucht hat, so werden die des Ehebruchs beschuldigten Personen frei, da der moralische Verfall der Frau diese von der Verfolgung ausschließt. Denn Keuschheit wird nur von jenen Frauen verlangt, für welche das Gesetz Geltung entfaltet, und welche den Namen der Hausfrau (Matrone) tragen. Frauen jedoch, welche durch ihr entwürdigendes Leben nicht für Wert befunden werden vom Gesetz beachtet zu werden, sind immun gegen die Härte des Gesetzes. (Im Falle von Ehebruch oder Unkeuschheit)

Die beiden oben zitierten Stellen stammen aus zwei unterschiedlichen Gesetzeswerken.

Die erstgenannte Stelle stammt aus dem Codex Theodosianus, der ersten offiziellen Kodifikation des römischen Rechts, welche vom oströmischen Kaiser Theodosius II. in Auftrag gegeben wurde. Das 16 bändige Werk nahm ein Jahrzehnt in Anspruch und wurde schließlich 438 n. Chr. fertiggestellt und veröffentlicht. In ihm wurden alle Konstitutionen von allgemeiner Bedeutung die von Konstantin und den nachfolgenden Kaisern erlassen wurden vereint.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der spätantiken Ehebruchs- und Scheidungsgesetzgebung ein und ordnet die Regierungszeit Konstantins des Großen in den historischen Kontext des Dominats ein.

2. Konstantins historische Wurzeln: Das Kapitel beleuchtet die Herkunft Konstantins und die biografischen Hintergründe, die seine persönliche Sicht auf Sitte, Moral und das römische Konkubinat maßgeblich geprägt haben.

3. Das „lanificium“ als Korrektiv der Sittlichkeit römischer Frauen: Hier wird das soziale Idealbild der „Hausfrau“ analysiert, das Frauen, die in Gaststätten arbeiteten, rechtlich und gesellschaftlich als minderwertig oder unkeusch einstufte.

4. Betrachtung der erlassenen Kaisergesetze im Bezug auf den Ehebruch: Dieses Kapitel analysiert spezifische Gesetzestexte, die den Status einer Frau (z. B. Schankwirtin vs. Dienstmädchen) zur Bedingung für ihre Schuld- und Straffähigkeit im Falle eines Ehebruchs machten.

5. Betrachtung des erlassenen Kaisergesetzes im Bezug auf die Ehescheidung: Es wird untersucht, wie Konstantin die Scheidungsgesetzgebung durch die Einführung spezifischer Gründe reformierte und dabei dennoch eine deutliche rechtliche Benachteiligung der Frau aufrechterhielt.

Schlüsselwörter

Spätantike, Konstantin der Große, Ehebruch, Scheidungsrecht, Römisches Recht, Dominat, Codex Theodosianus, Corpus Iuris Civilis, Matrona, Lanificium, Sittenbild, Geschlechterrollen, Rechtsgeschichte, Konkubinat, Moralvorstellungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die strafrechtlichen Folgen von Ehebruch und die Bedingungen für eine Scheidung in der Spätantike unter der Herrschaft von Kaiser Konstantin dem Großen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die rechtliche Stellung der Frau, die moralische Bewertung verschiedener Berufsstände (insbesondere in der Gastronomie) und die Entwicklung römischer Kaisergesetze.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie persönliche Erfahrungen Konstantins und zeitgenössische moralische Vorstellungen in die Gesetzgebung einflossen und welche Auswirkungen dies auf die Rechtsstellung der Frau hatte.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Der Autor nutzt eine historisch-juristische Analyse, bei der primäre Gesetzestexte (Corpus Iuris Civilis, Codex Theodosianus) herangezogen und in ihrem historischen Kontext interpretiert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der historischen Wurzeln Konstantins, das soziale Bild des „lanificium“ sowie die detaillierte Untersuchung der kaiserlichen Gesetze zu Ehebruch und Scheidung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Spätantike, Römisches Recht, Ehebruchsgesetzgebung, Matrona und gesellschaftliche Sittenbilder definieren.

Welche Rolle spielte der soziale Status bei Ehebruchsprozessen?

Der soziale Status, insbesondere ob eine Frau als „ehrbare“ Matrone oder als „unkeusche“ Schankwirtin eingestuft wurde, entschied maßgeblich darüber, ob sie überhaupt schuld- und straffähig war.

Warum war das Scheidungsrecht für Frauen in der Praxis schwierig?

Frauen konnten den Ehemann nur bei gravierenden Verbrechen wie Mord oder Grabschändung verlassen, während für den Ehemann bei Vorwürfen gegen die Frau niedrigere Hürden galten.

Welche Bedeutung hat das „lanificium“ in diesem Kontext?

Das „lanificium“ (Wollspinnen) diente als Symbol für die tugendhafte, arbeitende Hausfrau und bildete den Gegenpol zum gesellschaftlich geächteten Bild der Gastwirtin.

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Details

Title
Matrimonium - Patrimonium. Vermögensrechtliche Aspekte der römischen Ehe
College
University of Graz  (Römisches Recht)
Course
Vermögensrechtliche Aspekte der römischen Ehe
Grade
1
Author
Eric Steiner (Author)
Publication Year
2012
Pages
12
Catalog Number
V210174
ISBN (eBook)
9783656379447
ISBN (Book)
9783656382096
Language
German
Tags
Römisches Recht Matrimonium Patrimonium Römische Ehe Römisches Eherecht Konstantin lanificium Codex Theodosianus Corpus Iuris Civilis Dominat
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Eric Steiner (Author), 2012, Matrimonium - Patrimonium. Vermögensrechtliche Aspekte der römischen Ehe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210174
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