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Interpretation eines Minneliedes von Ulrich von Lichtenstein mit Blick auf seinen 'Roman' „Vrouwen dienest“

Titre: Interpretation eines Minneliedes von Ulrich von Lichtenstein mit Blick auf seinen 'Roman' „Vrouwen dienest“

Dossier / Travail , 1990 , 15 Pages , Note: 1,66

Autor:in: Magister Artium Bernhard Paha (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Ancienne, Littérature Médiévale
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Résumé Extrait Résumé des informations

Gegenstand der Untersuchung ist das Minnelied XLVI von Ulrich von Lichtenstein. Das Minnelied ist eines von 58 Minneliedern, die in den „Vrouwen dienest“ eingebunden sind, der eine Art von 'Roman' bildet.

Die Interpretation betrachtet das Minnelied im Kontext des Romans und wirft darauf einen neuen Blick, der aus neueren Forschungen resultiert. Diese Neubewertung versteht den „Frauendienst“ und so auch das Minnelied XLVI weniger als ein Werk, das als Quelle für Informationen zu höfischen Lebenswelt und politisch-sozialen Realität des Spätmittelalters dienen kann. Vielmehr entwickelt Ulrich von Lichtenstein im „Frauendienst“ eine völlig neue Auffassung der 'minne', die sich zunächst am Modell des klassischen Minnesangs orientiert.

Das Resultat ist schließlich eine modellhafte Gesellschaftsordnung, die das Leben des Adels stabilisieren soll.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Forschungslage zum „Frauendienst“

3. Ulrichs Neukonzeption des Minnemodells

4. Das Minnelied XLVI im Kontext des 'Romans'

5. Minnelied XLVI: Interpretation der ersten Strophe

6. Minnelied XLVI: Interpretation der zweiten Strophe

7. Minnelied XLVI: Interpretation der dritten Strophe

8. Minnelied XLVI: Interpretation der vierten Strophe

9. Minnelied XLVI: Interpretation der fünften Strophe

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit interpretiert das Minnelied XLVI von Ulrich von Lichtenstein vor dem Hintergrund seines 'Romans' „Vrouwen dienest“. Dabei steht die Untersuchung des Minnemodells und der spezifischen, auf 'vreude' basierenden Gesellschaftsordnung im Zentrum der Analyse.

  • Interpretation des Minneliedes XLVI im Kontext von Ulrichs Gesamtwerk
  • Analyse der Neukonzeption des Minnemodells durch Ulrich von Lichtenstein
  • Untersuchung der Bedeutung der 'vreude' als soziale Verhaltensform
  • Darstellung der fiktiven Versuchsanordnung im „Vrouwen dienest“
  • Verhältnis zwischen adeliger Lebenswelt und literarischer Fiktion

Auszug aus dem Buch

3. Ulrichs Neukonzeption des Minnemodells

Gegenstand meiner Untersuchung ist das Minnelied XLVI (Lachmann, S. 536). Dieses Minnelied singt Ulrich in seinem zweiten Dienstverhältnis zu einer 'vrowe'. Die Einbettung des Minneliedes in den Kontext des Romans erläutere ich noch. Hier schon möchte ich den Begriff der 'vreude' in den Blick bringen. Zwar ist die 'vreude' auch im klassischen Minnesang wichtig, doch nicht in dieser exponierten Stellung.

Die 'vreude' nimmt im Minnelied XLVI die zentrale Stelle ein. Um diesen Begriff und die Auffassung von 'minne' zu verstehen, möchte ich zunächst mein Verständnis des ersten Minnedienstes ausführen. Denn eine solche Betrachtung macht deutlich, welche Veränderung die 'minne' im zweiten Dienstverhältnis durchläuft. Das Verständnis diese Entwicklung bildet dann auch den Hintergrund meiner Gedichtsinterpretation.

Im ersten Minnedienst findet die Auseinandersetzung Ulrichs mit dem klassischen Minnesang, mit der 'hohe minne' Reinmarscher Prägung (Kühnel, S. 137) statt. Ulrich legt eine ganz eigene Auffassung des Minnemodells an den Tag. Zwar orientiert er sich genauestens an dem dort Ausgesagten, nur nimmt er das, was dort ausschließlich als literarische Fiktion konzipiert ist, beim Wort. Es soll gelebt werden und muss dazu auf das übertragen werden, „was aller Erfahrung nach [...] möglich ist, wird dementsprechend korrigiert und mit sozialer Wirklichkeit angefüllt.“ (Kühnel, S. 131) Hieraus entstehen dann die in der Forschung in unterschiedlicher Weise ausgelegten grotesken und burlesken Szenen, die dem Geschehen in ihrer Lebendigkeit den Anschein von Autobiografischem geben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Themas, des Autors Ulrich von Lichtenstein und dessen Werk „Vrouwen dienest“.

2. Die Forschungslage zum „Frauendienst“: Überblick über die wissenschaftliche Diskussion hinsichtlich des autobiografischen Gehalts und der historischen Authentizität des Werkes.

3. Ulrichs Neukonzeption des Minnemodells: Erörterung der neuen 'minne'-Konzeption Ulrichs, die eine Synthese aus 'herzliebe' und 'minne' anstrebt.

4. Das Minnelied XLVI im Kontext des 'Romans': Verortung des Liedes innerhalb des zweiten Minnedienstes im 'Roman' und Einbeziehung der umgebenden 'maere'.

5. Minnelied XLVI: Interpretation der ersten Strophe: Analyse der tanzliedhaften Struktur und der zentralen Rolle des frohen Sängers.

6. Minnelied XLVI: Interpretation der zweiten Strophe: Untersuchung der Warnung vor dem 'trûren' und dessen Abgrenzung zum gesellschaftlich geforderten 'vreude'-Verhalten.

7. Minnelied XLVI: Interpretation der dritten Strophe: Deutung der 'vreude' als gesellschaftliche Tugend und ihrer religiösen Dimension in Bezug auf die 'krône der êren'.

8. Minnelied XLVI: Interpretation der vierten Strophe: Betrachtung des Lobpreises der körperlichen Schönheit der 'vrowe' in Verbindung mit dem 'tugende'-Begriff.

9. Minnelied XLVI: Interpretation der fünften Strophe: Analyse der 'Vergöttlichung' der Frau und des Bildes vom 'himel' innerhalb der fiktiven Ordnung des Minnedienstes.

Schlüsselwörter

Ulrich von Lichtenstein, Frauendienst, Minnesang, Minnemodell, 'vreude', 'hohe minne', 'minne', 'vrowe', höfische Gesellschaft, literarische Fiktion, 'trûren', 'hôher muot', Minnedienst, Tugend, 'maere'

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit widmet sich der Interpretation des Minneliedes XLVI von Ulrich von Lichtenstein und beleuchtet dessen Einbettung in den 'Roman' „Vrouwen dienest“.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten gehören das Verständnis von 'minne' bei Ulrich, die gesellschaftliche Funktion von 'vreude' sowie die Wechselwirkung zwischen Minnedienst und adeliger Identität.

Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Ulrich von Lichtenstein traditionelle Minne-Konventionen aufgreift, um eine eigene fiktive Gesellschaftsordnung zu etablieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine werkimmanente Interpretation des Minneliedes unter Einbeziehung des theoretischen Rahmens der Forschung zu Ulrich von Lichtenstein.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil erfolgt eine strophische Interpretation des Minneliedes XLVI, die durch eine Betrachtung der narrativen Einbettung im 'Roman' ergänzt wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Minnesang, Frauendienst, 'vreude', 'hohe minne', höfische Gesellschaft und die 'fiktive Versuchsanordnung' des Autors.

Wie unterscheidet sich Ulrichs Minnemodell vom klassischen Minnesang?

Ulrich nimmt literarische Fiktionen beim Wort und überträgt sie in eine reale, soziale Lebenswelt, wobei er 'herzliebe' und 'minne' neu zu synthetisieren versucht.

Warum spielt der Begriff der 'vreude' eine so zentrale Rolle?

Die 'vreude' ist bei Ulrich nicht nur ein Gemütszustand, sondern eine gesellige Tugend und eine notwendige Verhaltensform, die die Stabilität der Adelsschicht innerhalb seiner fiktiven Ordnung sichern soll.

Welche Bedeutung kommt dem 'trûren' im Minnelied zu?

Das 'trûren' wird als gesellschaftlich ächtenswertes Verhalten abgelehnt, außer im religiösen Kontext der Buße, was eine Abgrenzung des Weltlichen vom Göttlichen unterstreicht.

Wie ist die Vergöttlichung der Frau in der fünften Strophe zu verstehen?

Die Anklänge an Marienlyrik dienen nicht dazu, eine Konkurrenz zum Gottesbild aufzubauen, sondern sollen das Reich des Minnedienstes und die Verehrung der 'vrowe' rhetorisch intensivieren.

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Résumé des informations

Titre
Interpretation eines Minneliedes von Ulrich von Lichtenstein mit Blick auf seinen 'Roman' „Vrouwen dienest“
Université
University of Frankfurt (Main)  (Fachbereich Neuere Philologien, Institut für deutsche Sprache und Literatur II)
Cours
Proseminar „Minnesang des 13. Jahrhunderts“
Note
1,66
Auteur
Magister Artium Bernhard Paha (Auteur)
Année de publication
1990
Pages
15
N° de catalogue
V210197
ISBN (ebook)
9783656383277
ISBN (Livre)
9783656384625
Langue
allemand
mots-clé
Minnesang "Ulrich von Lichtenstein" "Minnelied XLVI" "Vrouwen dienest" Interpretation "Höfische Lebenswelt" Spätmittelalter" Gesellschaft Minne Gesellschaftsordnung "Klassischer Minnesang"
Sécurité des produits
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Citation du texte
Magister Artium Bernhard Paha (Auteur), 1990, Interpretation eines Minneliedes von Ulrich von Lichtenstein mit Blick auf seinen 'Roman' „Vrouwen dienest“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210197
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Extrait de  15  pages
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