Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - Political Systems - Germany

Das Bündnis für Arbeit- Theorie, Praxis und Erfolge

Title: Das Bündnis für Arbeit- Theorie, Praxis und Erfolge

Seminar Paper , 2002 , 43 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Alexandra Schwerin (Author)

Politics - Political Systems - Germany
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Es ist festzuhalten, dass die Bundesrepublik Deutschland seit Ende der 70er
Jahre einer anhaltenden und steigenden Massenarbeitslosigkeit unterliegt. Man
musste zu der Einsicht gelangen, dass eine Marktwirtschaft nicht zwangsläufig
Vollbeschäftigung schafft. Dass diese Situation nicht länger andauern darf,
darüber ist sich die Führung des Staates einig, doch um Lösungswege zu erzielen,
müssen die Ursachen für die Arbeitslosigkeit verstanden sowie gesellschaftliche
Veränderungsprozesse, wie z. B. die Auflösung der geschlechtsspezifischen
Arbeitsteilung und die Erosion des Normalarbeitsverhältnisses, einbezogen
werden. Die Konzertierung von Interessen, also das Zusammenfließen der
unterschiedlichen Interessenlagen von Regierung, Arbeitgeber- und
Arbeitnehmerverbänden soll eine Möglichkeit darstellen, die für die Beteiligten
beste Lösungsstrategie zu entwerfen. Dabei ist das „ Bündnis für Arbeit“ jedoch
nicht der erste und wird auch nicht der letzte Versuch sein, um Arbeitslosigkeit
abzubauen. In der vorliegenden Arbeit soll herausgefunden, ob eine tripartistische
Kooperation geeignet ist, Massenarbeitslosigkeit zu bekämpfen? Dabei werden
die Erfolgsbedingungen und die Funktionsfähigkeit der Konzertierung von
Interessen und der tripartistischen Korporatismusstrukturen erarbeitet und wie
diese erfolgreiche Lösungspakete vor dem Hintergrund des Neokorporatismus,
des Strukturwandels der Verbände und der Globalisierung liefern können. Im
gleichen Atemzug soll eine Antwort auf die Frage gefunden werden, ob das „
Bündnis für Arbeit“ seinem Zweck gerecht wird.

Excerpt


Inhaltsübersicht

1. Problemstellung

2. Verbändeforschung und Ablösung des Pluralismuskonzepts

2.1 Verbände im Wandel

3. Tripartistischer Korporatismus

3.1 Gründe für den Ruf nach tripartistischen Vereinbarungen

3.2 Exkurs „ Konzertierte Aktion“

3.2.1 Interessenlagen der korporativen Akteure

3.2.1.1 Das Interesse der Regierung

3.2.1.2 Das Interesse der Gewerkschaften

3.2.1.3 Das Interesse der Arbeitgeberverbände

3.2.2 Auswertung der Konzertierten Aktion

3.3 Globalisierung und Strukturwandel durch technischen Fortschritt

3.4 Die Interessenlagen im tripartistischen Korporatismus

3.4.1 Das Interesse der Verbände an korporatistischen nstitutionen

3.4.2 Das Interesse der Regierung an korporatistischen InstitutionenS. 11

3.5 Funktions- und Erfolgsbedingungen korporatistischer Institutionen

3.5.1 Funktionsbedingungen politischer Verträge

3.5.2 Bedingungen für den Erfolg koporatistischer Institutionen

3.6 Gefahren durch tripartistische, korporatistische Vereinbarungen

3.6.1 Tendenz zur Besitzstandswahrung und zur Unbeweglichkeit

3.6.2 Der Außenwettbewerb als offene Flanke

3.6.3 Kurzfristorientierung

3.6.4 Paketlösung zu Lasten Dritter

3.6.5 Konflikte mit der demokratisch- politischen Grundordnung

4. Nach dem Ende der Konzertierten Aktion- vor dem Bündnis für Arbeit

4.1 Bündnis für Arbeit als Regierungsprogramm

4.1.1 Organisationsstruktur

4.2 Motive der Beteiligten

4.2.1 Interessenprofile der Akteure

4.2.2 Interessenlage des Staates

4.2.3 Interesse der Arbeitgeber

4.2.4 Interesse der Gewerkschaften

4.2.5 Exkurs: Machtasymmetrie Arbeit und Kapital

4.3 Interventionsdrohung des Staates

4.4 Dienstleistungsgesellschaft als Lösungsansatz

4.5 Bewertung des Ansatzes

4.6 Folgen für das Bündnis

5. Bewertung des Bündnisses für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit

5.1 Bewertung hinsichtlich Abbau der Arbeitslosigkeit

5.2 Strukturelle Probleme- Mangelnde Öffnung und Dezentralisierung

5.3 Mangelnde Transparenz und Legitimation

5.4 Föderalismus

5.5 Ordnungspolitische Kritik

5.6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Eignung tripartistischer Kooperationen zur Bekämpfung der Massenarbeitslosigkeit in der Bundesrepublik Deutschland. Dabei werden die Funktionsfähigkeit und Erfolgsbedingungen korporatistischer Institutionen im Kontext des Strukturwandels und der Globalisierung analysiert und kritisch hinterfragt, ob das "Bündnis für Arbeit" den an es gestellten Zweck erfüllen kann.

  • Theoretische Grundlagen des Korporatismus und Neokorporatismus
  • Strukturwandel der Verbände im Zeichen der Globalisierung
  • Analyse des "Bündnisses für Arbeit" und seiner Akteurskonstellationen
  • Bewertung der Dienstleistungsgesellschaft als beschäftigungspolitischer Lösungsansatz
  • Kritik an den ordnungspolitischen und strukturellen Rahmenbedingungen

Auszug aus dem Buch

3. 6. 1 Tendenz zur Besitzstandswahrung und zur Unbeweglichkeit

Von den verhandelnden Akteuren ist zu erwarten, dass sie defensiven Strategien mit dem Ziel bevorzugen, Veränderungsprozesse in Wirtschaft und Gesellschaft abzubremsen, um auf solche Weise die Positionen im Macht- und im Verteilungsgefüge von Gesellschaft und Wirtschaft zu erhalten (Besitzstandwahrung). Wegen dieser Interessenlage ist es fraglich, ob in tripartistischen, korporatistischen Verhandlungen das Gemeinwohl durch flexible Anpassung der institutionellen Regelungen an das geänderte wirtschaftliche Umfeld gesteigert werden kann.

Dass die den Verbänden eigentümliche Tendenz zur Besitzstandswahrung zu Lasten des Gemeinwohls gehen kann, insbesondere zu Lasten des Wirtschaftswachstums und der Beschäftigung, wird oft nur im längeren Zeitverlauf offenkundig. So kommt es oft zu einem Zustand eines Andauern von Problemen, weil geeignete Reformen zu ihrer Beseitigung bei den am korporatistischen Verhandlungssystem beteiligten Partnern noch unpopulärer sind. Die Folge ist nicht zuletzt Politikverdrossenheit und eine prekär niedrige Meinung der Wähler von den Fähigkeiten der Politiker und Verbandsfunktionäre, die sie selbst gewählt haben.

Auch das Phänomen "Risiko" findet an dieser Stelle seine Erwähnung. Dieses Phänomen stellt derzeit eine besonders große gesellschaftliche Herausforderung dar, da die Zukunftsgewissheit auf Grund des sich beschleunigenden wirtschaftlichen und technischen Wandels abzunehmen scheint. Dem steigenden Tempo des Wirklichkeitswandels im Geist der Zementierung der bestehenden Verhältnisse entgegenzutreten, mag kurzfristig vielleicht den Eindruck erwecken, die Risiken (zum Beispiel den Arbeitsplatz oder die finanzielle Absicherung durch das Sozialsystem zu verlieren) ließen sich klein halten. Auch in Hinsicht auf die Risikominimierung sind tripartistische Vereinbarungen daher skeptisch zu beurteilen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Problemstellung: Einleitung in die Problematik der anhaltenden Massenarbeitslosigkeit und Vorstellung der Forschungsfrage zur Effektivität des "Bündnisses für Arbeit".

2. Verbändeforschung und Ablösung des Pluralismuskonzepts: Historischer Überblick über die Wandlung von der "Herrschaft der Verbände" hin zum modernen Neokorporatismus.

3. Tripartistischer Korporatismus: Detaillierte Analyse der theoretischen Grundlagen, Interessenlagen und institutionellen Bedingungen korporatistischer Verhandlungssysteme.

4. Nach dem Ende der Konzertierten Aktion- vor dem Bündnis für Arbeit: Untersuchung der historischen Vorläufer sowie der konkreten Organisationsstruktur und Motivlage der Akteure beim Bündnis für Arbeit.

5. Bewertung des Bündnisses für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit: Kritische Evaluierung der Ergebnisse sowie der strukturellen und ordnungspolitischen Defizite des Bündnisses.

Schlüsselwörter

Bündnis für Arbeit, Korporatismus, Neokorporatismus, Massenarbeitslosigkeit, Dienstleistungsgesellschaft, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände, Globalisierung, Strukturwandel, Beschäftigungspolitik, Interessenvermittlung, Sozialstaat, Tarifautonomie, politische Ökonomie, Reformfähigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, ob tripartistische Kooperationsformen zwischen Staat, Gewerkschaften und Arbeitgebern geeignet sind, die hohen Arbeitslosenzahlen in Deutschland nachhaltig zu reduzieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die Theorie des Korporatismus, die Interessenprofile der beteiligten Akteure, der Einfluss der Globalisierung und die Bewertung des "Bündnisses für Arbeit" als politisches Instrument.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob eine tripartistische Zusammenarbeit unter den Bedingungen einer modernen, globalisierten Marktwirtschaft tatsächlich in der Lage ist, erfolgreiche Lösungsstrategien gegen Arbeitslosigkeit zu generieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine politikwissenschaftliche und steuerungstheoretische Analyse vorgenommen, die auf der Literatur von Korporatismusforschern basiert und die institutionellen Bedingungen politischer Verträge untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Einbettung korporatistischer Institutionen, der historischen Entwicklung von der Konzertierten Aktion bis zum Bündnis für Arbeit sowie einer tiefgehenden Bewertung der Dienstleistungsstrategien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Korporatismus, Bündnis für Arbeit, Beschäftigungsperformanz, Interessenaggregation, Strukturwandel und politischer Vertrag.

Warum ist laut Autor die Tendenz zur Besitzstandswahrung so problematisch für Reformen?

Da die Verhandlungspartner dazu neigen, den Status quo zu verteidigen, werden notwendige, aber unpopuläre Reformen blockiert, was langfristig zu einer Verschärfung der ökonomischen Probleme und zur Politikverdrossenheit führt.

Warum schlägt das Bündnis für Arbeit als Instrument zur Lösung der Arbeitsmarktprobleme fehl?

Es fehlt an einer gemeinsamen Krisendiagnose; zudem werden durch die Fixierung auf Partikularinteressen strukturelle Reformen verhindert, was das Bündnis zu einer wenig tauglichen Institution für echte Beschäftigungswachstumsimpulse macht.

Excerpt out of 43 pages  - scroll top

Details

Title
Das Bündnis für Arbeit- Theorie, Praxis und Erfolge
College
University of Leipzig  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Seminar: Erosion der Konsensgesellschaft? Die Entwicklung des Parteien- und Verbändesystems nach der Wiedervereinigung
Grade
1,0
Author
Alexandra Schwerin (Author)
Publication Year
2002
Pages
43
Catalog Number
V21020
ISBN (eBook)
9783638247399
Language
German
Tags
Bündnis Arbeit- Theorie Praxis Erfolge Seminar Erosion Konsensgesellschaft Entwicklung Parteien- Verbändesystems Wiedervereinigung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexandra Schwerin (Author), 2002, Das Bündnis für Arbeit- Theorie, Praxis und Erfolge, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21020
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  43  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint