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Interpretation von Platons "Politeia". Der Dialog zwischen Sokrates und Polemarchos im ersten Buch

Title: Interpretation von Platons "Politeia". Der Dialog zwischen Sokrates und Polemarchos im ersten Buch

Term Paper , 2013 , 16 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Benjamin Peter (Author)

Philosophy - Philosophy of the Ancient World
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Das Platonische Werk in seiner Gänze zu verstehen ist nahezu unmöglich und so soll in dieser Hausarbeit ein „tastender Versuch einer Annäherung“ geschehen, vor allem in Bezug auf einen kleinen, aber wichtigen Abschnitt in der Politeia, Erstes Buch. Konkret soll eine Interpretation des Dialogs zwischen Sokrates und Polemarchos (331d – 336b), der von der Frage nach der Gerechtigkeit handelt, im Mittelpunkt des Bemühens stehen.
Zu Beginn dieser Arbeit wird auf Platon und seine Erzählform eingegangen. Anschließend wird der Beginn der Politeia untersucht. Die Ausgangszene und das Gespräch zwischen Sokrates und Kephalos sind fundamental wichtig für das Verständnis des Dialogs zwischen Sokrates und Polemarchos, da das Gerechtigkeitsverständnis von Polemarchos auf dem seines Vaters aufbaut. Im Folgenden wird der Dialog zwischen Sokrates und Polemarchos untersucht
und interpretiert. In einer anschließenden Untersuchung soll näher auf die
Gerechtigkeitsdefinitionen von Kephalos und insbesondere Polemarchos eingegangen werden, um die Zusammenhänge und Unterschiede in diesen darstellen.
Im Folgenden soll geklärt werden, welche platonische Staatsform Kephalos und Polemarchos durch ihre Gerechtigkeitsdefinitionen darstellen und abschließend ein Fazit gezogen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Autor und Erzählform

3. Eingangsszene und Dialog zwischen Sokrates und Kephalos (327a – 331e)

3.1 Dialog zwischen Sokrates und Polemarchos (331d – 336b)

4. Untersuchung der Gerechtigkeitsdefinitionen von Kephalos und Polemarchos

4.1 Verkörperung der Positionen von Kephalos und Polemarchos als platonische Staatsform

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit interpretiert einen zentralen Abschnitt des ersten Buches von Platons Politeia, wobei der Schwerpunkt auf dem Dialog zwischen Sokrates und Polemarchos liegt. Ziel ist es, das dort verhandelte Gerechtigkeitsverständnis zu analysieren, kritisch zu hinterfragen und die zugrundeliegenden politischen Staatsformen zu identifizieren, die durch diese Definitionen impliziert werden.

  • Analyse des Dialogs zwischen Sokrates und Polemarchos (331d – 336b)
  • Untersuchung der Gerechtigkeitsdefinitionen von Kephalos und Polemarchos
  • Vergleichende Analyse des Freund-Feind-Konzepts in der Antike
  • Zuordnung von Gerechtigkeitskonzeptionen zu platonischen Staatsformen
  • Kritische Würdigung der sokratischen Fragetechnik und Argumentationslogik

Auszug aus dem Buch

3.1 Dialog zwischen Sokrates und Polemarchos (331d – 336b)

Polemarchos, der Sohn von Kephalos, fällt Sokrates ins Wort und verteidigt die Position seines Vaters. Er tritt als „Erbe“ (331d) des Gesprächs in Stellung. Die Position von Polemarchos in Hinblick auf die Gerechtigkeit, entwickelt sich aus der seines Vaters.

Polemarchos führt das Wort des Simonides, ein griechischer Dichter, der aufgrund der Intelligenz und Weisheit seiner Lieder und Sinngedichte zur damaligen Zeit beliebt war und dessen Werke regelmäßig zitiert wurden, als Unterstützung der eigenen Position und der des Vaters an. Das Wort des Simonides, „Die Schuld einem jeden zurückzuerstatten ist gerecht“ (331e), versucht Sokrates im Folgenden zu wiederlegen. Polemarchos bejaht, dass man jemandem etwas nicht zurückgeben darf, wenn dieser es „wider Vernunft“ (332a) fordert. Er führt aus, dass er den Ausdruck des Simonides so versteht, dass es für Freunde eine Pflicht sei, „ihre Freunde zu fördern, nie aber zu schädigen“ (332a). Sokrates fragt daraufhin, ob man denn seinen Feinden auch etwas schulde. Dies führt Polemarchos zu der Äußerung, „der Feind aber, denke ich, schuldet dem Feind, was ihm gebührt: das Böse“ (332b).

Hier geschieht eine Aufteilung der Welt in Freund und Feind, unter Auslassung der großen Menge, die zwischen diesen beiden Extrempolen liegt. Dass eine Zwischenmenge überhaupt existiert wird in den Ausführungen nicht weiter thematisiert. Die Einbeziehung von Feinden in das Gerechtigkeitsgleichnis von Polemarchos erweitert das Verständnis seines Vaters und impliziert einen Vergeltungsgedanken.

Sokrates zweifelt an der polemarchischen Auslegung des Wortes des Simonides. Er fragt Polemarchos, wie Simonides antworten würde, wenn er erklären sollte wem und was an Schuld und Gebühr eine Kunst abstatten soll (332c). Wahrscheinlich wollte der Dichter Simonides lediglich auf die juristische Schuld mit seinem Worte abzielen. Platon legt allerdings durch Sokrates Worte die juristische Schuld extrem weit aus, in dem er sie auf die Begriffe des „Zukommenden“ und „Gebührenden“ erweitert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themenstellung der Hausarbeit ein, welche die Interpretation des Gerechtigkeitsbegriffs im ersten Buch der Politeia anhand des Dialogs zwischen Sokrates und Polemarchos fokussiert.

2. Autor und Erzählform: Dieses Kapitel beleuchtet Platons biographischen Hintergrund sowie die Gründe für die Wahl der Dialogform als didaktisches und strategisches Instrument seiner Philosophie.

3. Eingangsszene und Dialog zwischen Sokrates und Kephalos (327a – 331e): Der Text beschreibt die Ausgangssituation im Hause des Polemarchos und das initiale Gespräch mit Kephalos, das als Grundlage für das nachfolgende Gerechtigkeitsverständnis dient.

3.1 Dialog zwischen Sokrates und Polemarchos (331d – 336b): Hier wird die argumentative Auseinandersetzung zwischen Sokrates und Polemarchos detailliert nachgezeichnet, insbesondere die Problematisierung der Freund-Feind-Moral.

4. Untersuchung der Gerechtigkeitsdefinitionen von Kephalos und Polemarchos: Diese Analyse ordnet die vorangegangenen Definitionen in den Kontext von Platons Gesamtsystem ein und zeigt ihre Mängel hinsichtlich Universalität und Ethik auf.

4.1 Verkörperung der Positionen von Kephalos und Polemarchos als platonische Staatsform: Dieses Unterkapitel stellt den Bezug zu den von Platon beschriebenen Staatsformen her und identifiziert die Gerechtigkeitskonzepte als Vorstufen von Verfallsformen wie Timokratie und Oligarchie.

5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und betont die Relevanz der sokratischen Widerlegung konventioneller Gerechtigkeitsvorstellungen für die Weiterentwicklung politischer Prinzipien.

Schlüsselwörter

Platon, Politeia, Gerechtigkeit, Sokrates, Polemarchos, Kephalos, Staatsphilosophie, Freund-Feind-Moral, Aristokratie, Timokratie, Oligarchie, Dialogform, Politische Theorie, Gerechtigkeitsdefinition, Ethische Prinzipien

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit einer textnahen Interpretation des ersten Buches von Platons Werk Politeia, wobei der Fokus spezifisch auf dem Dialog zwischen Sokrates und Polemarchos liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das Verständnis von Gerechtigkeit, die Kritik an konventionellen Moralvorstellungen sowie die Verknüpfung dieser Definitionen mit Platons Lehre der Staatsformen.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Ziel ist es, die Entwicklung des Gerechtigkeitsbegriffs von Kephalos über Polemarchos bis hin zur sokratischen Kritik zu analysieren und aufzuzeigen, warum diese konventionellen Definitionen für Platon unzureichend sind.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor nutzt die Methode der hermeneutischen Textinterpretation, kombiniert mit einer historischen und politologischen Kontextualisierung, um die platonischen Dialoge zu erschließen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Eingangsszenen, die detaillierte Untersuchung des Dialogs zwischen Sokrates und Polemarchos sowie die anschließende philosophische Einordnung in Platons Staatsmodell.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Gerechtigkeit, Tugend, Freund-Feind-Unterscheidung, Staatsformen (insbesondere Timokratie und Oligarchie) sowie die methodische Fragetechnik des Sokrates.

Wie unterscheidet sich Polemarchos’ Definition von der seines Vaters Kephalos?

Während Kephalos Gerechtigkeit primär als Rückerstattung des Geschuldeten definiert, erweitert Polemarchos diesen Ansatz um das Prinzip, Freunden zu nützen und Feinden zu schaden.

Warum hält Sokrates das Prinzip „Freunden nützen, Feinden schaden“ für falsch?

Sokrates argumentiert, dass ein wahrhaft Gerechter niemandem schaden darf, da eine Schädigung lediglich zu einer weiteren Ungerechtigkeit führt und somit das Wesen des Guten widerspricht.

Welche Staatsformen assoziiert der Autor mit den Definitionen von Kephalos und Polemarchos?

Der Autor verknüpft Kephalos' Position mit der Timokratie und das Konzept des Polemarchos mit der Oligarchie beziehungsweise der antiken Demokratie als Verfallsformen der Aristokratie.

Welchen Stellenwert nimmt der untersuchte Dialog im Gesamtwerk der Politeia ein?

Obwohl er oft hinter dem berühmten Dialog mit Thrasymachos zurücktritt, sieht der Autor ihn als essenziell für das Verständnis der methodischen Vorarbeit und den Übergang zu einer tiefergehenden staatsphilosophischen Analyse.

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Details

Title
Interpretation von Platons "Politeia". Der Dialog zwischen Sokrates und Polemarchos im ersten Buch
College
Andrássy Gyula Deutschsprachige Universität Budapest
Grade
1,3
Author
Benjamin Peter (Author)
Publication Year
2013
Pages
16
Catalog Number
V210209
ISBN (eBook)
9783656383567
ISBN (Book)
9783656384007
Language
German
Tags
Platon Politeia Sokrates Polemarchos
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Benjamin Peter (Author), 2013, Interpretation von Platons "Politeia". Der Dialog zwischen Sokrates und Polemarchos im ersten Buch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210209
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