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Thomas Morus und Thomas Hobbes - Ein theoretischer Vergleich zweier Utopie-Paradigmen

Title: Thomas Morus und Thomas Hobbes - Ein theoretischer Vergleich zweier Utopie-Paradigmen

Term Paper (Advanced seminar) , 2013 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christian Knape (Author)

Cultural Studies - Basics and Definitions
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In der vorliegenden Ausarbeitung sollen, ausgehend von einer allgemeinen Definition über den Begriff der „Politischen Utopie“, Morus' Utopie und Hobbes' Leviathan miteinander verglichen werden. Der Begriff der Utopie im Kontext der Ausführungen orientiert sich an spezifisch politischen Kontexten, da diese Abstraktion für die Ausarbeitung in einem begrenzten erkenntnistheoretischen Rahmen von ca. zwanzig Seiten unerlässlich ist. Anhand einer kategorialen Eingrenzung werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten aufgezeigt, um wissenschaftlich verwertbare Aussagen im Zuge dieser Analyse herauszustellen.
Ausgehend von den vielfältigen politischen, wirtschaftlichen und religiösen Krisen der anbrechenden Neuzeit präsentieren Morus und Hobbes in ihren Werken fiktive und radikale Lösungsmöglichkeiten.
Der Autor hat sich dafür entschieden, ausgehend vom Staatsaufbau beider Autoren die Kategorie (a) der Anthropologie des Menschen und (b) der Eigentumsverhältnisse sowie der (c) religiösen Gesinnungs-/Erziehungsfreiheit vergleichend zu analysieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung und Zielformulierung

1. Die Neuzeit als Krisenerscheinung

2. Der Begriff der Politischen Utopie

3. Analytischer Vergleich

3.1 Mensch, Eigentum und Religion auf der Insel Utopia

3.2 Mensch, Eigentum und Religion im Körper des Leviathans

3.3 Zusammenfassung

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert und vergleicht die Staatsentwürfe von Thomas Morus („Utopia“) und Thomas Hobbes („Leviathan“) vor dem Hintergrund der krisenhaften Umbruchphase der frühen Neuzeit. Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihrer Anthropologie, ihrer Haltung zu Eigentumsverhältnissen sowie ihrer Sicht auf religiöse und erzieherische Freiheiten herauszuarbeiten.

  • Anthropologische Grundlagen des Menschenbildes bei Morus und Hobbes
  • Die Bedeutung von Eigentumsverhältnissen in der utopischen Staatskonzeption
  • Religionsverständnis und staatliche Macht im Kontext der frühen Neuzeit
  • Der Übergang von natürlichen zu künstlichen Herrschaftsordnungen

Auszug aus dem Buch

Mensch, Eigentum und Religion auf der Insel Utopia

Denn in jenen Gegenden des Königreichs, wo feinere, daher teurere Wolle gezüchtet wird, sitzen die Adeligen und Prälaten, jedenfalls sehr fromme Männer, die sich mit den jährlichen Einkommen und Vorteilen nicht begnügen, die ihnen von ihren Voreltern aus den Landgütern zugefallen sind, nicht zufrieden, in freier Muße und im Vergnügen leben zu können, ohne dem Gemeinwohl zu nützen, dem sie sogar schaden; sie lassen dem Ackerbau keinen Boden übrig, legen überall Weideplätze an, reißen die Häuser nieder, zerstören die Städte und lassen nur die Kirchen stehen, um die Schafe darin einzustallen, und als ob euch die Wildgehege und Parkanlagen nicht schon genug Grund und Boden wegnähmen, verwandeln jene braven Männer alle Wohnungen und alles Angebaute in Einöden. So umgibt ein einziger unersättlicher Prasser, ein scheußlicher Fluch für sein Vaterland, einige tausend zusammenhängende Äcker mit einem einzigen Zaun, die Bodenbebauer werden hinausgeworfen, entweder gewaltsam unterdrückt oder mit List umgarnt, oder, durch allerlei Unbilden abgehetzt, zum Verkauf getrieben. So oder so wandern die Unglücklichen aus, Männer, Weiber, Kinder, Ehemänner und Gattinnen, Waisen, Wittwen, Mütter mit kleinen Kindern, mit einer zahlreichen dürftigen Familie, da der Ackerbau vieler Hände bedarf — sie wandern aus, sage ich, aus ihren altgewohnten Heimstätten […] was bleibt ihnen schließlich übrig, als zu stehlen und danach von Rechtswegen gehängt zu werden, oder als Bettler sich herumzutreiben? Dann werden sie als Landstreicher in's Gefängnis geworfen wegen müssigen Herumtreibens, während sie doch niemand in Arbeit nehmen will, obwohl sie sich höchst begierig anbieten. Denn wo nicht gesät wird, da ist es mit dem Ackerbau nichts, den sie doch allein erlernt haben. Ein einziger Schaf- oder Rinderhirt nämlich genügt, das Land von den Schafen abweiden zu lassen, das mit Sämereien zu bestellen viele Hände erfordert.“ (Morus 1997: 56).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung und Zielformulierung: Die Einleitung beleuchtet die krisenhafte Situation der frühen Neuzeit und definiert das Erkenntnisinteresse an den utopischen Lösungsansätzen von Morus und Hobbes.

1. Die Neuzeit als Krisenerscheinung: Dieses Kapitel beschreibt den gesellschaftlichen Wandel und den Verlust des traditionellen, religiös geprägten Weltbildes sowie die Folgen für Wirtschaft und Politik.

2. Der Begriff der Politischen Utopie: Hier wird der theoretische Rahmen des Utopie-Genres definiert, wobei die Utopie als fiktive Gegenentwurf zur Realität mit einer eigenen, logisch geschlossenen Ordnung betrachtet wird.

3. Analytischer Vergleich: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die anthropologischen Konzepte und die Staatsentwürfe von Morus und Hobbes, wobei insbesondere die Rolle von Eigentum und Religion gegenübergestellt werden.

4. Fazit: Das Fazit resümiert die theoretische Relevanz der beiden Staatsentwürfe trotz ihrer historischen Distanz und wirft Fragen nach der heutigen Bedeutung von Utopien auf.

Schlüsselwörter

Politische Utopie, Thomas Morus, Thomas Hobbes, Leviathan, Utopia, Neuzeit, Krisenerscheinung, Eigentumsverhältnisse, Gesellschaftsvertrag, Anthropologie, Herrschaft, Religionsfreiheit, Rechtsstaat, Bürgerkrieg, Gemeineigentum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht und vergleicht die politischen Staatstheorien von Thomas Morus und Thomas Hobbes vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Umbrüche der frühen Neuzeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Anthropologie des Menschen, der Eigentumsverfassung des Staates sowie der Rolle von Religion und individueller Freiheit im politischen Gemeinwesen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Morus’ „Utopia“ und Hobbes’ „Leviathan“ herauszuarbeiten, um wissenschaftlich fundierte Aussagen über ihre jeweiligen Lösungsansätze für gesellschaftliche Krisen zu treffen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein kategorialer, vergleichender Ansatz gewählt, der die Staatsentwürfe anhand definierter Kategorien wie Menschenbild, Eigentum und Religion gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der „Utopia“ von Morus, des „Leviathan“ von Hobbes sowie eine vergleichende Zusammenfassung, die die gegensätzlichen Ansätze zur Sicherung der staatlichen Ordnung aufzeigt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind unter anderem Politische Utopie, Gesellschaftsvertrag, Anthropologie, Eigentumsverhältnisse, Souveränität und Gemeinwohl.

Wie unterscheidet sich das Menschenbild bei Morus und Hobbes?

Während Morus auf ein tugendhaftes, durch Erziehung formbares Menschenbild setzt, geht Hobbes von einem egoistischen, triebgesteuerten Menschen im Naturzustand aus, der nur durch staatlichen Zwang zu sozialverträglichem Handeln bewegt werden kann.

Welche Rolle spielt das Eigentum in beiden Modellen?

Für Morus ist das Privateigentum die Wurzel gesellschaftlicher Übel, weshalb er Gemeineigentum postuliert; Hobbes hingegen sieht in der Sicherung des Eigentums durch einen souveränen Staat eine notwendige Bedingung für Frieden.

Warum wird der „Leviathan“ von Hobbes als „sterblicher Gott“ bezeichnet?

Er fungiert als künstliche Machtinstanz, die durch den Vertragsschluss der Individuen geschaffen wird, um das Chaos des „Naturzustands“ (Krieg aller gegen alle) dauerhaft zu beenden.

Wie gehen beide Autoren mit religiöser Freiheit um?

Morus erlaubt in Utopia eine gewisse religiöse Vielfalt, solange sie nicht das Gemeinwohl stört; Hobbes hingegen favorisiert zur Sicherung des inneren Friedens eine staatlich gelenkte Bekenntnislehre.

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Details

Title
Thomas Morus und Thomas Hobbes - Ein theoretischer Vergleich zweier Utopie-Paradigmen
College
Dresden Technical University  (Institut für Romanistik)
Grade
1,0
Author
Christian Knape (Author)
Publication Year
2013
Pages
20
Catalog Number
V210372
ISBN (eBook)
9783656387411
ISBN (Book)
9783656387428
Language
German
Tags
Utopia Leviathan Morus Hobbes
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Knape (Author), 2013, Thomas Morus und Thomas Hobbes - Ein theoretischer Vergleich zweier Utopie-Paradigmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210372
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