Merksätze werden in der Schule häufig eingesetzt, um eine bessere Merkfähigkeit von Sachverhalten zu erreichen. Der Spruch „Wer nämlich mit „h“ schreibt, ist dämlich.“ gehört sicher zu den bekanntesten Eselsbrücken aus dem Deutschunterricht.
Doch ist der Einsatz von Merksätzen überhaupt sinnvoll? Diese Frage wurde in der Forschungsliteratur bisher noch nicht gestellt und bildet deswegen den Hintergrund der vorliegenden Arbeit. Um dieses Problem eingehender beleuchten zu können, muss außerdem auch betrachtet werden, ob die Merksätze verständlich sind. Des Weiteren ist es notwendig, die heutige Verwendung der Merksätze zu untersuchen.
Um das Thema eingehender zu betrachten, wurden zwei Umfragen konzipiert. Die erste Umfrage richtet sich an Studenten der Germanistik. Diese Probandengruppe wurde ausgewählt, da man von ihr erwarten kann, dass sie sprachwissenschaftliche Fachausdrücke, wie sie in den Rechtschreib- oder Grammatikregeln auftreten, kennen und verstehen. Mit ihrer Hilfe soll herausgefunden werden, welche Merksätze aus dem Deutschunterricht überhaupt noch bekannt sind und ob die Regeln, die mithilfe der Merksätze vereinfacht werden sollen, auch verstanden werden bzw. bekannt sind.
Die zweite Umfrage richtet sich an Lehrer. Sie soll helfen die Frage zu klären, ob - und wenn ja, welche - Merksätze immer noch eingesetzt werden. Des Weiteren sollten die Lehrkräfte in dieser Umfrage auch angeben, welchen Merksatz sie inr welcher Klassenstufe verwenden. Die Lehrkräfte wurden per E-Mail auf die Umfrage aufmerksam gemacht.
Diese Arbeit beginnt zunächst mit einer Selektion von Merksätzen, die anschließend in die Umfragen einfließen, um aus der Fülle der bekannten Merksätze eine Auswahl zu treffen. Daran anschließend werden die Umfragen und die Hintergründe der Eselsbrücken in Kapitel zwei näher vorgestellt. Als Nächstes werden die Ergebnisse aus den Umfragen in Kapitel drei betrachtet und gedeutet. Schließlich wird die eingangs erwähnte Fragestellung noch einmal in Kapitel vier aufgegriffen und vor diesem Hintergrund werden die Ergebnisse der Umfragen beleuchtet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Vorbereitung
2.1 Erstellung der Umfragen
2.2 Hintergrund der Merksätze
3. Ergebnisse
3.1 Studierendenumfrage
3.2 Lehrerumfrage
4. Diskussion
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz und den Einsatz von Merksätzen im Deutschunterricht. Das primäre Ziel ist es zu klären, ob der Gebrauch dieser Eselsbrücken zur Vermittlung sprachwissenschaftlicher Regeln tatsächlich sinnvoll ist und inwieweit die zugrunde liegenden Regeln von Studierenden und Lehrkräften verstanden werden.
- Bekanntheitsgrad von dreizehn ausgewählten Merksätzen bei Studierenden und Lehrkräften.
- Korrelation zwischen der Kenntnis eines Merksatzes und dem Verständnis der zugehörigen sprachlichen Regel.
- Untersuchung der pädagogischen Sinnhaftigkeit von Merksätzen im schulischen Kontext.
- Analyse der fachsprachlichen Korrektheit von Eselsbrücken im Hinblick auf aktuelle Rechtschreibregeln.
Auszug aus dem Buch
2.2 Hintergrund der Merksätze
Merksätze werden benutzt, um schwierige Sachverhalte auf eine leicht zu behaltende Art und Weise wiederzugeben. Sie dienen durch ihre knappe und einfache Formulierung als Hilfe für die Praxis.
Im Folgenden sollen nun die in der Umfrage betrachteten dreizehn Merksätze kurz vorgestellt werden. Der erste Merksatz lautet: Wer nämlich mit „h“ schreibt, ist dämlich (M1). Dieser Merksatz behandelt nur die Orthografie eines Wortes. Hintergrund ist die Tatsache, dass nämlich nicht von nehmen, sondern von Name abgeleitet wird und somit ohne Dehnungs-h geschrieben wird. Die Regel für das Dehnungs-h wurde in der Umfrage unter Antwortmöglichkeit 1c wiedergegeben (siehe A1). Der Merksatz zeigt allerdings eine Ausnahme von dieser Regel.
Der zweite Merksatz ist: Da, wo man redet, sagt und spricht, vergiss die kleinen Zeichen nicht (M2). Dieser Merksatz spiegelt die Regel wieder, dass wörtliche Rede durch Anführungszeichen gekennzeichnet wird.
Die dritte Eselsbrücke heißt: Das „scheinbar“ hör ich weinend – du meinst gewiss „anscheinend“ (M3). Der wissenschaftliche Hintergrund dieses Merksatzes ist die Bedeutungsunterscheidung der Wörter „scheinbar“ und „anscheinend“. Umgangssprachlich werden jedoch beide Worte synonym gebraucht. Somit ist die Verwendung dieses Merksatzes in der Praxis wenig sinnvoll, da dann davon ausgegangen wird, dass der Kommunikationspartner die Bedeutungsunterscheidung kennt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und stellt die Fragestellung zur Sinnhaftigkeit von Merksätzen im Deutschunterricht dar.
2. Vorbereitung: Hier wird die Methodik zur Auswahl der Merksätze erläutert sowie die Konzeption der Umfragen für Studierende und Lehrkräfte beschrieben.
3. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die Auswertung der Studierenden- und Lehrerumfrage im Hinblick auf den Bekanntheitsgrad und das Verständnis der Merksätze.
4. Diskussion: Das Kapitel interpretiert die erhobenen Daten und hinterfragt kritisch, inwieweit Merksätze zur Wissensvermittlung beitragen und ob sie im Schulalltag sinnvoll eingesetzt werden.
Schlüsselwörter
Merksätze, Eselsbrücken, Deutschunterricht, Rechtschreibung, Grammatik, Sprachwissenschaft, Didaktik, Studierendenumfrage, Lehrerumfrage, Orthografie, Lernhilfen, Regelverständnis, Sprachliche Korrektheit, Schulunterricht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Untersuchung grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen Rolle von Merksätzen im Deutschunterricht und untersucht, ob diese traditionellen Lernhilfen tatsächlich zu einem korrekten Verständnis der dahinterliegenden Sprachregeln führen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentral sind die Orthografie, die Zeichensetzung, die Grammatik sowie die Frage nach der fachlichen Präzision von Eselsbrücken, insbesondere bei Änderungen durch die Rechtschreibreform.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu klären, ob der Einsatz von Merksätzen in der Praxis sinnvoll ist oder ob diese möglicherweise veraltete oder sogar falsche grammatikalische Regeln konservieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?
Es wurde eine quantitative Befragung mittels Fragebögen bei Germanistikstudierenden sowie eine ergänzende, klein angelegte Umfrage bei Lehrkräften durchgeführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Vorstellung der untersuchten Merksätze, die Präsentation der Umfrageergebnisse und die anschließende kritische Diskussion der Daten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Merksätze, Sprachdidaktik, Regelverständnis, Rechtschreibung und die Wirksamkeit von Eselsbrücken im Unterricht.
Warum wird speziell das Beispiel „Wer nämlich mit h schreibt“ angeführt?
Es dient als eines der bekanntesten Beispiele im Deutschunterricht, an dem die Diskrepanz zwischen der Popularität eines Merksatzes und dem Verständnis der sprachwissenschaftlichen Begründung exemplarisch aufgezeigt wird.
Was ergibt die Analyse zum Merksatz „Trenne nie st“?
Der Merksatz ist durch die Rechtschreibreform hinfällig geworden, da die Trennung von „st“ heute zulässig ist. Die Studie zeigt, dass viele Probanden dennoch an dieser veralteten Regel festhalten.
Wird die Verwendung von Merksätzen in der Arbeit prinzipiell abgelehnt?
Nein, die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Merksätze als Lernhilfe sinnvoll sein können, jedoch eine sorgfältige Auswahl und eine fachlich korrekte Vermittlung durch die Lehrkräfte entscheidend sind.
- Citation du texte
- Anna Sommerfeldt (Auteur), 2012, "Wer nämlich mit 'h' schreibt, ist dämlich." - Untersuchung von Merksätzen im Deutschunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210373