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Judith Hermanns „Alice“ - Ein Beispiel für die anhaltende Tendenz imageorientierter Literaturrezeption in den Medien

Título: Judith Hermanns „Alice“ - Ein Beispiel für die anhaltende Tendenz imageorientierter Literaturrezeption in den Medien

Trabajo de Seminario , 2012 , 22 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Nadja Krakowski (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Im Jahr 1998 gelang der 28-jährigen Judith Hermann ein Sensationserfolg. Ihr Erzähldebüt „Sommerhaus, später“ wurde innerhalb kürzester Zeit zum Verkaufsschlager. Doch von Anfang an war die Berliner Autorin Judith Hermann viel mehr eine Inszenierung der deutschen Feuilletons, der Verlage und der Medien im Allgemeinen als ein neues literarisches Phänomen. Ihre Erzählungen in „Sommerhaus, später“ wurden zum Seelensound ihrer Generation ausgerufen, und so wurde Judith Hermann zur Projektionsfläche für angesagte Stimmungen bei dreißigjährigen Berlinern und Lesern aus ganz Deutschland, die sich irgendwo zwischen Jugend und Beruf ansiedelten. Über zweihunderttausend Leser und Leserinnen nahmen die lobenden Kritiken namhafter Persönlichkeiten der literarischen Welt an, empfingen das Identifikationsangebot der Feuilletons dankend und feierten Judith Hermann als Stilikone ihrer eigenen Lebensweise.
2003 brachte die Autorin den Erzählband „Nichts als Gespenster“ heraus, 2009 schließlich ihr bisher letztes Buch „Alice“. Immer noch wird Judith Hermann aber an ihrem Erstlingswerk gemessen und steht damit unter hohem Erwartungsdruck. Doch die mittlerweile 42-jährige Autorin geht mit der Zeit; statt an einer Stimmung ihrer Generation aus den 90er Jahren festzuhalten, behandelt „Alice“ das für Judith Hermann und die Leser ihrer Generation aktuellere Thema „Älter werden“ und „Tod“.
Wie bei „Sommerhaus, später“ und „Nichts als Gespenster“ wurde „Alice“, als das Buch auf den Markt kam, sehr medienwirksam in Szene gesetzt und inszeniert. Die Verlage, die Autorin und die Medien entwickeln dabei vor allem imageorientierte Verkaufskonzepte. In dieser Hausarbeit möchte ich versuchen zu erklären, wieso das „Phänomen Judith Hermann“, vor allem aber ihr Erfolg, überwiegend auf ein bestimmtes Image der Autorin zurückzuführen ist. Dabei sind die außertextlichen Elemente des Erzählbandes „Alice“, wie das Buchcover, das Autorenfoto, Rezensionen oder Interviews mit der Autorin, von hoher Bedeutung. Deswegen bildet der Paratext des Buches in dieser Arbeit einen Schwerpunkt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Autorin Judith Hermann

2.1. Biographie und Werk

2.2. Die Autorin in den Medien

2.3. Das „Literarische Fräuleinwunder“

3. „Alice“

3.1. Inszenierung des Paratextes

3.2. Das Textinnere und die Autorin

3.3. Medienrezensionen

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von außertextlichen Elementen, sogenannten Paratexten, auf die Wahrnehmung und Rezeption literarischer Werke am Beispiel des Erzählbandes „Alice“ von Judith Hermann. Ziel ist es zu erklären, inwieweit der Erfolg der Autorin durch ein gezielt konstruiertes mediales Image geprägt wurde und wie sich diese Vermarktungsmechanismen auf die literaturkritische Auseinandersetzung auswirken.

  • Die mediale Inszenierung von Autoren am Beispiel Judith Hermanns
  • Die Bedeutung von Paratexten für die Literaturrezeption
  • Analyse des „Literarischen Fräuleinwunders“ als Marketing-Phänomen
  • Der Einfluss von Autorenfotos und Interviews auf die Wahrnehmung von Werken
  • Die kritische Reflexion des Literaturbetriebs und der Literaturkritik

Auszug aus dem Buch

3.1. Inszenierung des Paratextes

Im Jahr 1987 wurde von dem französischen Literaturwissenschaftler Gérard Genette der Begriff des Paratextes geprägt. Das Konzept des Paratextes bezieht sich zunächst auf literarische Werke, also „einer mehr oder weniger langen Abfolge mehr oder weniger bedeutungstragender verbaler Äußerungen.“ Texte bestehen aber meistens nicht allein, sondern werden von „nicht-verbale[n] Produktionen wie einem Autorennamen, einem Titel, einem Vorwort und Illustrationen“ begleitet. Dieses „Beiwerk“ des Textes nennt Genette „Paratext“. Es verlängert und präsentiert ein literarisches Werk und macht seine Rezeption in Form eines Buches überhaupt erst möglich. Paratexte sind für die Existenz des Textes so fundamental, dass Genette bemerkt, es lasse sich „gewiß behaupten, daß es keinen Text ohne Paratexte gibt oder je gegeben hat.“

Paratexte setzen sich Genette zufolge aus zwei Komponenten, den Peri- sowie den Epitexten, zusammen. Peritexte, die „typischste Kategorie“ der Paratexte, befinden sich in unmittelbarer Nähe zum Text, „innerhalb ein und desselben Bandes, wie der Titel oder das Vorwort, mitunter in den Zwischenräumen des Bandes, wie die Kapitelüberschriften oder manche Anmerkungen[…]“ Peritexte sind also die Paratexte, die sich im direkten Umfeld des Werkes und bei dessen Rezeption im direkten Wahrnehmungshorizont des Lesers befinden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Phänomen Judith Hermann ein und erläutert die zentrale Bedeutung der medialen Vermarktung und des Paratextes für den Erfolg ihrer Werke.

2. Die Autorin Judith Hermann: Dieses Kapitel gibt einen biografischen Überblick und beleuchtet die Rolle der Autorin in den Medien sowie die Entstehung des Begriffs „Literarisches Fräuleinwunder“ als Vermarktungsstrategie.

3. „Alice“: Hier wird der Erzählband „Alice“ in den Kontext der Paratext-Theorie gesetzt, der Einfluss des medialen Images auf die Textwahrnehmung analysiert und die Rolle der Kritik untersucht.

4. Fazit: Das Fazit resümiert, dass im modernen Literaturbetrieb Marketingstrategien zunehmend den Blick auf den eigentlichen Inhalt verdrängen und eine vom Autor unabhängige Lektüre erschweren.

Schlüsselwörter

Judith Hermann, Alice, Literaturrezeption, Paratext, Literarisches Fräuleinwunder, Medieninszenierung, Autorenimage, Literaturkritik, Vermarktung, Erzählband, Rezeptionsgeschichte, Buchmarkt, Generationenphänomen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie die Vermarktung und die mediale Inszenierung von Judith Hermann das Verständnis und die öffentliche Wahrnehmung ihrer Bücher maßgeblich beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentral sind die theoretischen Grundlagen des Paratextes nach Gérard Genette, die Rolle der Autorin in den Medien und die kritische Analyse des Literaturbetriebs.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll geklärt werden, inwieweit der Erfolg von Judith Hermann auf einem gezielten Image basiert und wie dieses Image die Rezensionen und die Lektüre ihrer Erzählungen überlagert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Literaturwissenschaft, insbesondere die Paratext-Theorie, kombiniert mit einer Analyse von Medienberichten, Interviews und Rezensionen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Biografie der Autorin, der Begriffsgeschichte des „Fräuleinwunders“, der spezifischen Paratextgestaltung von „Alice“ und der Kritik an einer „imageorientierten“ Rezensionspraxis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Paratext, Medieninszenierung, Literaturrezeption, Autorenimage und Literaturkritik bestimmt.

Warum wird das Konzept des Paratextes nach Genette für "Alice" angewendet?

Um aufzuzeigen, wie das "Beiwerk" eines Buches – wie das Autorenfoto oder Interviews – die Grenzen zwischen dem literarischen Werk und der Vermarktung verschwimmen lässt.

Welche Rolle spielt das "Literarische Fräuleinwunder" für die Argumentation?

Der Begriff verdeutlicht exemplarisch, wie Verlage griffige Etiketten nutzten, um Autorinnen nicht nur über ihre Texte, sondern primär über ihre Ausstrahlung und ihr Image zu verkaufen.

Final del extracto de 22 páginas  - subir

Detalles

Título
Judith Hermanns „Alice“ - Ein Beispiel für die anhaltende Tendenz imageorientierter Literaturrezeption in den Medien
Universidad
http://www.uni-jena.de/
Calificación
1,0
Autor
Nadja Krakowski (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
22
No. de catálogo
V210516
ISBN (Ebook)
9783656388098
ISBN (Libro)
9783656388432
Idioma
Alemán
Etiqueta
judith hermanns alice beispiel tendenz literaturrezeption medien
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Nadja Krakowski (Autor), 2012, Judith Hermanns „Alice“ - Ein Beispiel für die anhaltende Tendenz imageorientierter Literaturrezeption in den Medien, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210516
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