Die vorliegende Bachelorarbeit aus dem Themenbereich Sozialpädagogik/Sozialarbeit beschäftigt sich mit dem Thema Schulverweigerung.
Dabei steht im Mittelpunkt dieser Arbeit das Praxisforschungsprojekt "Coole Schule: Lust statt Frust am Lernen". Mit diesem Projekt wurde während des Projektzeitraums (2002 - 2004) unter anderem versucht, schulverweigernde Kinder und Jugendliche durch verschiedene Methoden (Methodenvielfalt im Unterricht, Praktisches Lernen in der Erfahrungswerkstatt, individuelle Aufarbeitung schulischer Defizite etc.) Schulverweigerung zu bekämpfen und ihnen den Weg zurück in die Regelschule zu ermöglichen.
Die Arbeit versucht deshalb die Frage zu beantworten, ob das Projekt "Coole Schule: Lust statt Frust am Lernen" eine wirksame Antwort auf Schulverweigerung ist.
Nachdem der Begriff Schulverweigerung definiert wurde, wird der Umfang von Schulverweigerung dargestellt und die Ursachen von Schulverweigerung beschrieben. Anschließend beschäftigt sich der Autor mit den Folgen von Schulverweigerung. Danach werden die Herausforderungen und Schwierigkeiten im Umgang mit Schulverweigerung für Schule und Jugendhilfe beschrieben, ehe das Praxisforschungsprojekt "Coole Schule: Lust statt Frust am Lernen" vorgestellt wird.
Im Fazit der Arbeit wird die Hauptfragestellung beantwortet, ob das Praxisforschungsprojekt "Coole Schule: Lust statt Frust am Lernen" geeignet ist, Schulverweigerung wirksam zu begegnen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Schulverweigerung: Definition und Formen
3. Umfang von Schulverweigerung
4. Ursachen von Schulverweigerung
4.1 Schulische Faktoren
4.1.1 Qualität des Unterrichts
4.1.2 Schul- und Klassenklima
4.2 Außerschulische Faktoren
4.2.1 Familiäre Faktoren
4.2.2 Gesellschaftliche Faktoren
4.2.3 Persönlichkeitsmerkmale
5. Folgen von Schulverweigerung
6. Herausforderungen und Schwierigkeiten im Umgang mit Schulverweigerung für Schule und Jugendhilfe
7. Das Praxisforschungsprojekt „Coole Schule: Lust statt Frust am Lernen“
7.1 Das Gesamtprojekt und deren Begründung
7.2 Struktur, Ziele und Konzeption
7.3 Erfahrungen und Forschungsergebnisse
8. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das Modellprojekt „Coole Schule: Lust statt Frust am Lernen“, um zu evaluieren, inwieweit dieses Praxisforschungsprojekt eine wirksame Antwort auf das Phänomen der Schulverweigerung darstellt und neue Lösungswege für betroffene Kinder und Jugendliche bietet.
- Definition und verschiedene Formen der Schulverweigerung
- Analyse der schulischen und außerschulischen Ursachenfaktoren
- Herausforderungen der Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe
- Konzeptionelle Schwerpunkte des Modellprojekts „Coole Schule“
- Empirische Ergebnisse zur (Re-)Integration von Schulverweigerern
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Blickt man auf das Phänomen Schulverweigerung stellt man fest, dass dieses Thema in den letzten Jahren eine enorme mediale Aufmerksamkeit erfahren hat. Dies liegt nicht daran, dass das Thema ein neu entdecktes Phänomen ist, sondern es hing mit den zum Teil skandalisierenden und stigmatisierenden Berichterstattungen in den Medien sowie mit den bildungspolitischen-, schul-, sonder- und sozialpädagogischen Fachdiskussionen zusammen.
So wurde in der öffentlichen Berichterstattung in diesem Zusammenhang des Öfteren über Konsequenzen diskutiert, dass man auf Schulverweigerung mit harten Maßnahmen wie „polizeiliche Verfolgung“, „elektronische Fußfesseln“ oder mit Bußgeldern für die Eltern reagieren müsse. Vor allem der Vorschlag vom damaligen brandenburgischen Innenminister Jörg Schönbohm (CDU), der elektronische Fußfesseln als vorbeugende und abschreckende Möglichkeit sieht, um die Gesellschaft vor „extrem Kriminellen“ Schulverweigerern zu schützen, führten in der breiten Öffentlichkeit zu heftigen kontroversen Diskussionen. Waren die Befürworter dieses Vorschlages der Meinung, dass Fußfesseln sinnvoll sind, um die „Kriminalität an deutschen Schulen“ zu senken und somit Schulverweigerung wirksam begegnen zu können, meinten die Gegner dieses Vorschlages jedoch, dass Schulverweigerer nicht wie „Kriminelle“ behandelt werden dürfen, sondern eher Hilfe, Aufmerksamkeit und vor allem individuelle Förderung benötigen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Themas Schulverweigerung im Kontext öffentlicher Debatten sowie Formulierung der Forschungsfrage zur Wirksamkeit des Modellprojekts.
2. Schulverweigerung: Definition und Formen: Klärung des Begriffs Schulverweigerung und Differenzierung zwischen aktiven und passiven Formen sowie weiteren Erscheinungsbildern.
3. Umfang von Schulverweigerung: Darstellung der Problematik mangelnder bundesweiter Daten und Zusammenfassung vorhandener Schätzungen zur Häufigkeit des Phänomens.
4. Ursachen von Schulverweigerung: Detaillierte Analyse sowohl schulischer als auch außerschulischer Faktoren, die zu Schulverweigerung führen können.
5. Folgen von Schulverweigerung: Aufzeigen der negativen Auswirkungen für die betroffenen Jugendlichen sowie der gesamtgesellschaftlichen Konsequenzen.
6. Herausforderungen und Schwierigkeiten im Umgang mit Schulverweigerung für Schule und Jugendhilfe: Untersuchung der Kooperationsbarrieren zwischen den Institutionen und Notwendigkeit pädagogischer Interventionskonzepte.
7. Das Praxisforschungsprojekt „Coole Schule: Lust statt Frust am Lernen“: Ausführliche Vorstellung des Projekts, seiner Begründung, Struktur, Konzeption und der erzielten Forschungsergebnisse.
8. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und kritische Reflexion der Ergebnisse vor dem Hintergrund des Bildungssystems.
Schlüsselwörter
Schulverweigerung, Schulabsentismus, Coole Schule, Jugendhilfe, Schulsozialarbeit, Schulpflicht, Bildungserfolg, Prävention, Reintegration, Lernmotivation, Erziehungsauftrag, Kooperation, Modellprojekt, Leistungsdefizite, Sozialkompetenzen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen der Schulverweigerung und untersucht, wie betroffene Kinder und Jugendliche durch ein spezielles Modellprojekt wieder in das Bildungssystem integriert werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Definition und Ursachen von Schulverweigerung, die Folgen für Betroffene und Gesellschaft sowie die notwendige Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist die Beantwortung der Frage, ob das Modellprojekt „Coole Schule: Lust statt Frust am Lernen“ eine wirksame Antwort auf die Herausforderungen der Schulverweigerung darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit der Fachliteratur sowie die Auswertung von Erfahrungen und empirischen Forschungsergebnissen aus dem Modellprojekt „Coole Schule“.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Ursachen und Folgen, diskutiert die Schwierigkeiten der interdisziplinären Zusammenarbeit und stellt die Struktur und Ergebnisse des Modellprojekts detailliert dar.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Schulverweigerung, Jugendhilfe, Schulsozialarbeit, Reintegration, Kooperation und Lernmotivation.
Wie unterscheidet sich die „Coole Schule“ von der Regelschule?
Sie bietet neben dem regulären Unterricht eine „Erfahrungswerkstatt“ für praktische Tätigkeiten an und setzt auf eine engere Verzahnung von Lehrkräften und Sozialpädagogen sowie eine individuelle Bildungsplanung ohne Notendruck.
Welche Rolle spielen die Eltern in diesem Projekt?
Eltern werden durch eine partnerschaftliche Zusammenarbeit fest in das Unterstützungssystem eingebunden, um ihre Ressourcen zur Förderung des Kindes zu nutzen und das Vertrauensverhältnis zur Schule zu stärken.
Wie effektiv war das Projekt bei der Reduzierung von Fehlzeiten?
Das Projekt konnte während der zweijährigen Laufzeit einen kontinuierlichen Rückgang der Fehlzeiten verzeichnen, wobei der Anteil der Schüler mit mehr als 30 Fehltagen deutlich sank.
- Citar trabajo
- Alex Roenck (Autor), 2013, Das Modellprojekt "Coole Schule: Lust statt Frust am Lernen". Eine wirksame Antwort auf Schulverweigerung?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210524