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Die Familie zur Zeit des Nationalsozialismus: Eine schwächer werdende Sozialisationsinstanz?

Titel: Die Familie zur Zeit des Nationalsozialismus: Eine schwächer werdende Sozialisationsinstanz?

Hausarbeit , 2011 , 21 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Thomas Berger (Autor:in)

Pädagogik - Familienerziehung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Gesellschaften sind soziale Systeme welche teilweise aus vielen Millionen handelnder Individuen bestehen und in der Regel trotzdem stabile Strukturen aufweisen. Diese stabilen Strukturen bzw. eine gesellschaftliche Ordnungen entstehen, wenn vor dem Hintergrund einer gemeinsamen Kultur ein Komplex von Institutionen und Organisationen dafür sorgt, dass die relative Vielfalt und die Besonderheiten des Einzelnen auf der untersten Ebene zu der notwendigen Einheit und Integration zusammengefügt werden. Dies bedeutet, dass die Mitglieder von Gesellschaften ihr Verhalten an vorgegebenen Erwartungen ausrichten, was ihrem Handeln einen kalkulierbaren Charakter verleiht. „[…] Dabei agieren Menschen jeweils nur mit einem Teil ihrer Bedürfnisse und Fähigkeiten (etwa am Arbeitsplatz), andere werden hingegen ausgeklammert, kommen aber dann in anderen Feldern zum Tragen (z.B. in der Familie)“. In entwickelten, arbeitsteiligen Gesellschaften ist der Handelnde somit in verschiedene gesellschaftliche Subsysteme eingebunden und gezwungen, eine ihm abverlangte Rolle/Verhalten einzunehmen. Demnach sind Rollen aus der Sicht des Individuums an normative Erwartungen anderer Gesellschaftmitglieder, bzw. an soziale Erwünschtheiten geknüpft, denen es zu entsprechen gilt. Das Annehmen von gesellschaftlich erwünschten Verhaltensweisen geschieht dabei teilweise unbewusst, denn die Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen, kulturellen und materiellen Umwelt, vollzieht sich bereits bei Heranwachsenden und nahezu in allen Bereichen des täglichen Lebens.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Thematik und Fragestellung

1.2 Methodik und Vorgehensweise

2. Der Sozialisationsprozess

2.1 Sozialisation und Sozialisationsprozess: Begriffserklärung

2.2 Sozialisationsinstanzen zur Zeit des Nationalsozialismus

2.2.1 Familienideologie der Nationalsozialisten

2.2.2 Die Sozialisationsinstanz Familie im Spannungsfeld zwischen Schule, Religion und Hitlerjugend

2.2.3 Weitere Auswirkungen auf Sozialisationsinstanz Familie

3. Die NS-Bevölkerungspolitik als Träger der NS- Ideologie

Familien- und bevölkerungspolitische Maßnahmen und deren Auswirkungen

4. Diskussion der Ergebnisse

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen politischer Manipulationsversuche des NS-Regimes auf die Sozialisationsinstanz Familie. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, ob und wie die Familie in ihrer Macht als Sozialisationsinstanz durch die nationalsozialistische Ideologie und staatliche Eingriffe geschwächt oder entkräftet wurde.

  • Sozialisationsprozesse und deren theoretische Grundlagen
  • Die Rolle der Familie als primäre Sozialisationsinstanz
  • Ideologische Vereinnahmung durch Schule und Hitlerjugend (HJ)
  • NS-Bevölkerungspolitik und familienpolitische Maßnahmen
  • Wirkung von Druck, Angst und Propaganda auf innerfamiliäre Strukturen

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Familienideologie der Nationalsozialisten

Vorweg muss angemerkt werden, dass die Zerstörung und Indoktrination der Familie kein Nebenprodukt für das NS-Regime darstellte, sondern eine Aufgabe die es zu Bewältigen galt. Die im Kapitel 2.1 beschriebene Wirkung der Sozialisationsinstanzen wurde in Bezug auf die Erreichung der angestrebten Ziele der Nationalsozialisten, also bei der Verwirklichung einer totalitären Weltherrschaft, eher als hinderlich angesehen (vgl. ebd. 2005. S. 31), denn eine ideologiefreie Schule, eine frei denkende Jugend, freie und unabhängige Medien und somit auch eine freie Gesellschaft hätten zum Scheitern des Regimes führen können. Grade die Familie war aufgrund ihrer Intimsphäre vor den totalitären Verfügungsansprüchen von außen noch am ehesten geschützt. Deshalb mühte sich das Regime auch in diesen geschützten und privaten Bereich der Menschen vorzudringen (vgl. ebd. 2005 S. 31).

Die ersten Schritte, hin, zu einer Indoktrination der deutschen Familie, vollzogen sich schon in der Zeit des aufstrebenden Nationalsozialismus zwischen 1919 und 1933, indem man gezielt Ängste schürte. Beispielsweise wurde immer wieder vor dem Bolschewismus gewarnt, der die Familie zerstören will und nur mit Hilfe der Nationalsozialisten zurückgedrängt werden könne. Die Familie und die Religion waren im damaligen Deutschland von größter Bedeutung. Die nationalsozialistischen Parolen fielen deshalb in vielen Fällen nach und nach auf fruchtbaren Boden. „[…] Der deutsche Bürger, religiöser Familienmensch von Natur, hörte mit Entsetzen die Schilderungen, die hier offenbar in warnender Vorsorge, geliefert wurden, und es sagte sich der Ladenbesitzer, die Portiersfrau, der verheiratete Angestellte und die Tochter aus gutem Hause: Da diese Nationalsozialisten Familie und Religion zu verteidigen wünschen, muss man ihnen helfen“ (Mann 2007, S. 28).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die theoretischen Grundlagen der Sozialisation ein und definiert das Forschungsinteresse an den Manipulationsversuchen des NS-Regimes gegenüber der Institution Familie.

2. Der Sozialisationsprozess: Hier werden die begrifflichen Grundlagen der Sozialisation erörtert und die spezifische Rolle der Familie im Spannungsfeld zwischen staatlicher Ideologie, Schule und Hitlerjugend analysiert.

3. Die NS-Bevölkerungspolitik als Träger der NS- Ideologie: Dieses Kapitel beleuchtet die konkreten bevölkerungspolitischen Maßnahmen und Gesetze, die zur Durchsetzung der NS-Ideologie und zur Unterordnung der Familie unter das „Volksganze“ erlassen wurden.

4. Diskussion der Ergebnisse: Das abschließende Kapitel diskutiert die Auswirkungen der NS-Politik auf die familiäre Solidarität und zieht ein Fazit über die Schwächung der Familie als Sozialisationsinstanz.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Sozialisation, Familie, Ideologie, Hitlerjugend, Bevölkerungspolitik, Indoktrination, Volksgemeinschaft, Erziehung, Propaganda, NS-Regime, Sozialisationsinstanz, Totalitarismus, Jugendliche, Rassenpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Auswirkungen des nationalsozialistischen Regimes auf die Institution Familie und deren Funktion als Sozialisationsinstanz.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen Sozialisationstheorien, die Rolle der HJ und Schule, die NS-Familienideologie sowie bevölkerungspolitische Maßnahmen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Es soll erörtert werden, ob und in welchem Maße die Familie während des Nationalsozialismus in ihrer Sozialisationskraft geschwächt oder entkräftet wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin oder der Autor wählt einen deskriptiven Ansatz auf Basis von Fachliteratur, ergänzt durch autobiographische Dokumente.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Instrumente der Macht, wie Gesetze und Propaganda, sowie die Konkurrenz zwischen Elternhaus, Schule und Hitlerjugend.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Sozialisation, Indoktrination, Volksgemeinschaft, NS-Bevölkerungspolitik und Erziehung.

Wie versuchte das NS-Regime, die Familie zu schwächen?

Durch die forcierte Vereinnahmung der Kinder in der Hitlerjugend und die Schaffung eines Netzes aus Angst und Denunziation wurde das Vertrauen innerhalb der Familie systematisch erschüttert.

Welche Bedeutung hatte das „Hitlerjugendgesetz“?

Das Gesetz institutionalisierte den totalitären Anspruch des Regimes, Kinder außerhalb von Elternhaus und Schule ideologisch nach NS-Vorgaben zu erziehen.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Familie zur Zeit des Nationalsozialismus: Eine schwächer werdende Sozialisationsinstanz?
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
1,7
Autor
Thomas Berger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
21
Katalognummer
V210572
ISBN (eBook)
9783656383178
ISBN (Buch)
9783656386483
Sprache
Deutsch
Schlagworte
familie zeit nationalsozialismus eine sozialisationsinstanz
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Thomas Berger (Autor:in), 2011, Die Familie zur Zeit des Nationalsozialismus: Eine schwächer werdende Sozialisationsinstanz?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210572
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Leseprobe aus  21  Seiten
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