Ausweislich einer Studie von ROLAND BERGER STRATEGY CONSULTANTS sind „Covenants aus der Unternehmensfinanzierung … kaum mehr wegzudenken.“ Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf die besondere Bedeutung der Kreditinstitute innerhalb der Unternehmensfinanzierung, sollen verschiedene Aspekte von Covenantvereinbarungen im Rahmen dieser Arbeit untersucht werden.
Im vorgenannten Kontext werden zunächst Grundzüge der Principal-Agent-Problematik vorgestellt, um im Anschluss eine Definition und Systematisierung von Covenants vorzunehmen. Hierauf aufbauend werden Bestimmungsfaktoren, die sich auf die Ausgestaltung von Covenantvereinbarungen beziehen können, identifiziert und anhand verschiedener Kriterien untersucht. Der Bewertung von Covenantvereinbarungen aus Kreditgeber- als auch Kreditnehmersicht schließt sich ein Vorschlag an, wie unterschiedliche Interessen der Vertragsparteien vereinbart werden können. Abschließend wird ein Fazit gezogen und ein Ausblick gewagt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Principal-Agent-Problematik
3 Definition und Systematisierung von Covenants
3.1 Definition
3.2 Allgemeine Covenants
3.3 Information Covenants
3.4 Financial Covenants
4 Bestimmungsfaktoren für Covenants
4.1 Vorbemerkung
4.2 Covenants im DAX
4.3 Covenants im Wettbewerbsumfeld von Banken
4.4 Covenants im Konjunkturzyklus
5 Beurteilung von Covenants
5.1 Kreditgebersicht
5.1.1 Nutzen
5.1.2 Handlungsoptionen im Fall eines Covenantbruchs
5.1.3 Studienergebnisse Roland Berger
5.2 Kreditnehmersicht
5.3 Vorschlag zur Interessenvereinbarkeit
6 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Covenants in der Unternehmensfinanzierung, analysiert deren Bestimmungsfaktoren und bewertet die Interessenlagen von Kreditgebern und Kreditnehmern, um Lösungsvorschläge zur Reduzierung von Konflikten zu erarbeiten.
- Grundlagen der Principal-Agent-Problematik in Finanzverträgen
- Systematisierung und Definition verschiedener Covenant-Arten
- Einfluss von Bonität, Wettbewerb und Konjunktur auf die Covenant-Gestaltung
- Beurteilung von Nutzen und Risiken aus Sicht der Vertragsparteien
- Instrumente zur Interessenvereinbarkeit wie LTM-Modelle und Grace Periods
Auszug aus dem Buch
3.1 Definition
Die Definition sowie Systematisierung von Covenants erfolgt in der betriebswirtschaftlichen Literatur nicht einheitlich. Während DRUKARCZYK sämtliche Formen der Covenants als „Negativklauseln“ bezeichnet, unterscheiden N.N. und FIGHT zwischen „Non Financial Covenants“ und „Financial Covenants“. Eine Vielzahl von Autoren nimmt eine weitergehende Differenzierung bspw. in „Allgemeine Covenants“ (positive und negative Covenants), „Information Covenants“ und „Financial Covenants“ vor. Dies erscheint vor dem Hintergrund des breiten Spektrums, welches durch Covenants abgedeckt werden kann, sinnvoll. Im Sinne dieser Arbeit sollen Covenants daher wie folgt definiert werden:
Covenants sind nebenvertragliche Vereinbarungen, in denen sich der Kreditnehmer gegenüber dem Kreditgeber verpflichtet, bestimmte Handlungen vorzunehmen (positive Covenants) bzw. zu unterlassen (negative Covenants), gewisse Informationen in regelmäßigen und/oder unregelmäßigen Abständen bereitzustellen (Information Covenants) und/oder definierte Finanzkennziffern einzuhalten (Financial Covenants).
Die Gestaltung und Vereinbarung von Covenants erfolgt üblicherweise individuell zwischen Kreditnehmer und Kreditgeber. Covenants weisen lediglich einen schuldrechtlichen Charakter auf und „stellen keine verwertbaren Sicherheiten dar.“
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Relevanz von Covenants in der modernen Unternehmensfinanzierung und Vorstellung des methodischen Vorgehens der Arbeit.
2 Principal-Agent-Problematik: Erläuterung der Interessenkonflikte und Informationsasymmetrien, die in Kreditbeziehungen zwischen Principal und Agent entstehen können.
3 Definition und Systematisierung von Covenants: Abgrenzung und begriffliche Einordnung der verschiedenen Covenant-Typen in der betriebswirtschaftlichen Praxis.
4 Bestimmungsfaktoren für Covenants: Untersuchung externer und interner Faktoren, die Umfang und Ausgestaltung von Covenants maßgeblich beeinflussen.
5 Beurteilung von Covenants: Analyse der Vor- und Nachteile aus Sicht der Kreditgeber und Kreditnehmer sowie Entwicklung von Optimierungsstrategien.
6 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf die zukünftige Bedeutung professionellen Covenantmanagements.
Schlüsselwörter
Covenants, Unternehmensfinanzierung, Principal-Agent-Problematik, Financial Covenants, Kreditgeber, Kreditnehmer, Bonitätsbewertung, Informationsasymmetrie, Kreditkonditionen, Interessenkonflikt, LTM-Modell, Margin Grid, Covenantmanagement, Fremdkapital, Finanzkennziffern.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Rolle von Covenants als Instrumente in der Unternehmensfinanzierung und untersucht, wie diese Vereinbarungen zwischen Kreditgebern und Kreditnehmern ausgestaltet und beurteilt werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Principal-Agent-Problematik, die Systematisierung von Covenant-Arten, die Analyse von Bestimmungsfaktoren wie Konjunktur und Wettbewerb sowie die Interessenabwägung zwischen den Vertragsparteien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein Verständnis für die Funktionsweise von Covenants zu schaffen und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Interessenkonflikte zwischen Kreditgebern und Kreditnehmern durch geeignete Vertragsgestaltung reduziert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die empirische Auswertung von Studiendaten und Geschäftsberichten von DAX-Unternehmen, ergänzt durch Daten der Bank Lending Survey.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die Analyse der Bestimmungsfaktoren für Covenants sowie eine detaillierte Beurteilung der Handlungsoptionen für Kreditgeber und Kreditnehmer.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Covenants, Principal-Agent-Problematik, Informationsasymmetrie, Financial Covenants, Bonitätsprüfung und Interessenvereinbarkeit.
Wie unterscheidet sich die Sichtweise von Kreditgebern und Kreditnehmern bei Covenants?
Während Kreditgeber Covenants primär als Frühwarnsystem und Schutzinstrument gegen opportunistisches Verhalten nutzen, sehen Kreditnehmer darin vor allem eine Einschränkung ihres strategischen Handlungsspielraums und ein Risiko für die Finanzierungsstabilität.
Welche Lösungsansätze werden zur Interessenvereinbarkeit vorgeschlagen?
Zur Reduzierung von Konflikten werden das LTM-Modell zur Glättung von Kennzahlen, die Vereinbarung von Grace Periods bei Covenantbrüchen sowie die Implementierung von Margin Grids zur margengerechten Bonitätsanpassung empfohlen.
Was besagen die Ergebnisse bezüglich der Unternehmensgröße und Covenants?
Die Arbeit stellt fest, dass die Anzahl der verwendeten Covenants bei DAX-Unternehmen eine Korrelation mit der Bonität aufweist, wobei die Korrelation mit der Unternehmensgröße selbst als eher negativ bzw. komplex bewertet wird.
Was bedeutet ein "Covenantbruch" für den Kreditnehmer?
Ein Covenantbruch kann je nach Schweregrad zu einer Konditionsanpassung, einer Nachbesicherungspflicht, dem Einfrieren von Kreditlinien oder im Extremfall zur außerordentlichen Kündigung der Kreditfazilität durch den Kreditgeber führen.
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- Dirk Schütte (Author), 2011, Bestimmungsfaktoren und Beurteilung von Covenants in der Unternehmensfinanzierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210619