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Boulevard auf dem Vormarsch - Die Boulevardisierung der Qualitätszeitungen

Title: Boulevard auf dem Vormarsch - Die Boulevardisierung der Qualitätszeitungen

Bachelor Thesis , 2012 , 61 Pages , Grade: 2

Autor:in: Maria Vögele (Author)

Communications - Journalism, Journalism Professions
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Was ist Qualität im Journalismus und wohin entwickelt sich diese angesichts des sich immer mehr verbreitenden Trends zur Boulevardisierung? Diese Frage hat mich im Laufe meines Studiums schon sehr häufig beschäftigt. Denn offensichtlich ist eine Abgrenzung des Qualitätsjournalismus vom Boulevardjournalismus nicht mehr so einfach. Die Boulevardisierung der Medien ist weltweit auf dem Vormarsch. Die Boulevardpresse führt auf dem Zeitungsmarkt, während Qualitätsblätter um ihre Leser ringen. Was folgt, ist eine Anpassung letzterer an die sich offensichtlich wandelnden Bedürfnisse der LeserInnen.
Die vorliegende Bakkelaureatsarbeit beschäftigt sich mit genau diesem Thema und versucht, zu eruieren, welche bzw. wie viele Merkmale des Boulevardjournalismus in Qualitätszeitungen zu finden sind. Um den Rahmen allerdings nicht zu sprengen, habe ich mich dafür entschieden, konkret eine österreichische Tageszeitung, nämlich den Standard, zu untersuchen. Der Titel der Arbeit lautet „Wie viel Boulevard steckt in Qulaitätszeitungen?“.
Um diese Fragen zu beantworten und um meiner Arbeit bzw. meinen Erkenntnissen einen wissenschaftlichen Charakter zu verleihen, habe ich auf zwei sozialwissenschaftliche Methoden zurückgegriffen. Die erste war jene der Literaturrecherche. Anhand bereits existierender Literatur zu meinem Thema konnte ich die wichtigsten Begriffe klären und meine Argumente stützen. Theorien aus der Journalistik waren mir dabei besonders hilfreich. Die zweite Methode, die ich angewendet habe, war die qualitative Inhaltsanalyse. Konkret habe ich 14 Artikel der österreichischen Tageszeitung Standard untersucht, die als Qualitätszeitung gilt. Der Grund, warum ich mich für die Methode der Inhaltsanalyse entschieden habe, ist primär jener, dass diese in Kombination mit Tageszeitungen sehr naheliegend erscheint. Ein weiterer Grund ist, dass ich es mir zum Ziel gemacht habe, redaktionelle Inhalte zu analysieren. Das theoretische Grundkonzept bildete die Nachrichtenwerttheorie von Galtung und Ruge (1965). Auch wenn diese schon etwas älter ist, fasst sie doch sehr gut zusammen, worauf es ankommt: dass ein Ereignis zur Nachricht wird. Die Theorie bündelt die wichtigsten Kriterien der Selektion und Auswahl von Nachrichten. Für mich ist sie deshalb hilfreich, weil ich mich an dieser orientieren kann, wenn ich mir die Frage stellen werde, auf welche Faktoren Boulevard- bzw. Qualitätszeitungen mehr Wert legen und ob es überhaupt Unterschiede diesbezüglich gibt.
werden.[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Klärung zentraler Begriffe

2.1. Journalismus

2.2. Qualität im Journalismus

2.2.1. Die Komplexität des Qualitätsbegriffes

2.2.2. Qualität im Journalismus

2.2.3. Was sind Qualitätszeitungen?

2.3. Boulevardjournalismus

2.3.1. Was ist Boulevardjournalismus?

2.3.2. Infotainment

2.3.3. Was sind Boulevardzeitungen?

2.3.4. Boulevardisierung

3. Theoretische Verortung

3.1. Die Nachrichtenwerttheorie

3.2. Die Nachrichtenfaktoren im Einzelnen

3.2.1. Frequenz

3.2.2. Schwellenfaktor/Außergewöhnlichkeit

3.2.3. Eindeutigkeit

3.2.4. Bedeutsamkeit/Relevanz

3.2.5. Konsonanz

3.2.6. Überraschung

3.2.7. Kontinuität

3.2.8. Variation/Komposition

3.2.9. Elite-Nationen

3.2.10. Elite-Personen

3.2.11. Personalisierung

3.2.12. Negativismus

3.3. Nachrichtenfaktoren als Unterhaltungsfaktoren

4. Der Standard

4.1. Entstehung

4.2. Merkmale der Tageszeitung Standard

5. Empirische Umsetzung

5.1. Ziel der Untersuchung und Hypothesenbildung

5.2. Zur Forschungsmethode

5.2.1. Die Themenanalyse

5.2.2. Auswahl der Stichprobe

5.2.3. Die Stichprobe

5.3. Die Durchführung

5.3.1. Die Operationalisierung der Forschungsfrage

5.3.2. Die Definition der Kategorien

5.3.3. Darstellung des Vorgehens

6. Ergebnisse

6.1. Auswertung der Zeitungsartikel

6.2. Personalisierung

6.3. Emotionalisierung

6.4. Negativismus

6.5. Elite-Personen

6.6. Elite-Nationen

6.7. Vereinfachung

6.8. Alltagssprache

6.9. Human-interest Themen

6.10. Bild als Transportmittel für emotionale Information

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwieweit Merkmale des Boulevardjournalismus in der österreichischen Qualitätszeitung Der Standard präsent sind. Angesichts des globalen Trends zur Boulevardisierung und des ökonomischen Drucks auf Printmedien analysiert die Autorin mittels qualitativer Inhaltsanalyse, ob sich Qualitätsblätter zunehmend an boulevardeske Darstellungsformen anpassen.

  • Boulevardisierung im modernen Medienkontext
  • Abgrenzung von Qualitätsjournalismus und Boulevardjournalismus
  • Anwendung der Nachrichtenwerttheorie nach Galtung und Ruge
  • Empirische Analyse von Artikeln der Tageszeitung Der Standard
  • Vergleich von journalistischen Strategien und Unterhaltungsfaktoren

Auszug aus dem Buch

Die Komplexität des Qualitätsbegriffes

Es ist nicht einfach, Qualität zu definieren. Schon der Qualitätsbegriff an sich zeichnet sich durch ein hohes Maß an Komplexität aus. Diese ergibt sich aus fünf wesentlichen Faktoren (vgl. Bucher 2003:12).

1. Qualität ist keine Eigenschaft, sondern ein reines Beobachtungskonstrukt. Somit erfolgt das Qualitätsurteil eines Beobachters auf subjektivem Wege. Die Position, die Perspektive und auch die Interessen des Beobachters fließen in dessen Beurteilung ein. Objektive Qualitätsbeurteilung ist also nur dann möglich, wenn die Ansichten aus verschiedensten Positionen in Betracht gezogen werden. Bei der Debatte über journalistische Qualität sollen demnach also nicht nur die Ansichten der Medienmacher, sondern auch die der RezipientInnen miteinbezogen werden.

2. Ein zweiter Grund für die Komplexität der Qualitätsdebatte liegt in der Vielzahl der möglichen Bezugsaspekte. Qualitätsurteile können über unterschiedlichste Aspekte gefällt werden. Im journalistischen Bereich manifestiert sich dies beispielsweise darin, dass von dem journalistischen Produkt an sich über die Realisierung desselben und die möglichen Folgen bis hin zu Recherche, Kosten, Reichweite und die Kompetenz der Akteure alles Gegenstand einer Qualitätsuntersuchung sein kann. Hierbei entsteht das Problem, dass die einzelnen Bezugsaspekte nicht unabhängig voneinander bestehen. Aus dieser Vielzahl an Aspekten die relevantesten herauszufiltern, kann sich daher als schwierig herausstellen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage nach dem Boulevardanteil in Qualitätszeitungen und begründet die Wahl des Standard als Untersuchungsobjekt sowie die methodische Vorgehensweise.

2. Klärung zentraler Begriffe: Dieses Kapitel definiert die theoretischen Grundlagen wie Journalismus, Qualitätsjournalismus, Boulevardjournalismus, Infotainment und das Phänomen der Boulevardisierung.

3. Theoretische Verortung: Es wird die Nachrichtenwerttheorie von Galtung und Ruge erläutert und deren Bedeutung für die Nachrichtenselektion sowie als Unterhaltungsfaktor dargelegt.

4. Der Standard: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick zur Entstehung des Standard und beschreibt dessen redaktionelle Merkmale sowie die Blattlinie.

5. Empirische Umsetzung: Hier werden das Ziel der Untersuchung, die Hypothesenbildung, die Wahl der qualitativen Inhaltsanalyse als Methode sowie das genaue Vorgehen bei der Stichprobenauswahl beschrieben.

6. Ergebnisse: Die Ergebnisse der Inhaltsanalyse werden präsentiert, interpretiert und auf die Übereinstimmung mit Boulevard-Kategorien in den untersuchten Artikeln geprüft.

7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die zunehmende Boulevardisierung des Standard sowie die Zukunftsaussichten journalistischer Qualität.

Schlüsselwörter

Boulevardisierung, Qualitätsjournalismus, Boulevardjournalismus, Der Standard, Nachrichtenwerttheorie, Inhaltsanalyse, Infotainment, Medienethik, Nachrichtenfaktoren, Journalismusforschung, Printmedien, Personalisierung, Emotionalisierung, Negativismus, Presse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit moderne Qualitätszeitungen wie der Standard in Österreich Merkmale des Boulevardjournalismus aufweisen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Analyse bewegt sich im Spannungsfeld von journalistischer Qualität, Boulevardisierungstendenzen, der Nachrichtenwerttheorie und der praktischen Anwendung von Unterhaltungsfaktoren in Printmedien.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu ermitteln, welche bzw. wie viele Merkmale des Boulevardjournalismus in einer als Qualitätsmedium geltenden Zeitung zu finden sind, um die Boulevardisierungsthese zu überprüfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es kommt die Methode der qualitativen Inhaltsanalyse zur Anwendung, basierend auf einem Kategoriensystem, das aus der Nachrichtenwerttheorie nach Galtung und Ruge entwickelt wurde.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Nachrichtenfaktoren, eine detaillierte Vorstellung der untersuchten Tageszeitung sowie die Durchführung und Auswertung der Inhaltsanalyse von 14 ausgewählten Zeitungsartikeln.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind unter anderem Boulevardisierung, Nachrichtenwerttheorie, Qualitätsjournalismus, Inhaltsanalyse und Infotainment.

Inwiefern beeinflusst der ökonomische Druck laut Autorin die Berichterstattung?

Die Autorin argumentiert, dass ökonomischer Druck Qualitätsblätter dazu zwingt, sich den erfolgreicheren Boulevardzeitungen anzupassen, um Leser zu binden und ihre Marktposition zu festigen.

Wie unterscheidet sich die Alltagssprache im Standard von der Boulevardpresse?

Obwohl der Standard einfache Sprache verwendet, um eine breite Leserschaft zu erreichen, verzichtet er im Gegensatz zur Boulevardpresse auf die Verwendung von Umgangssprache und bleibt sachlich.

Wurde eine Boulevardisierung des Standard in der Untersuchung bestätigt?

Die Untersuchung zeigt, dass der Standard durchaus Elemente des Boulevardjournalismus nutzt, etwa bei der Emotionalisierung oder der Themenwahl, jedoch noch nicht vollständig von diesem vereinnahmt wurde.

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Details

Title
Boulevard auf dem Vormarsch - Die Boulevardisierung der Qualitätszeitungen
College
University of Salzburg
Grade
2
Author
Maria Vögele (Author)
Publication Year
2012
Pages
61
Catalog Number
V210677
ISBN (eBook)
9783656390060
ISBN (Book)
9783656390213
Language
German
Tags
Qualität Boulevardjournalismus Boulevard Boulevardisierung Journalismus Qualitätszeitung Boulevardpresse Boulevardzeitung Qualitätsverlust
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Maria Vögele (Author), 2012, Boulevard auf dem Vormarsch - Die Boulevardisierung der Qualitätszeitungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210677
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