Die Emschergenossenschaft kümmert sich in erster Linie um die Emscher und ihre Nebenläufe. Einen erheblichen Einfluss auf den Wasserstand sowie auf die anfallenden Kosten für die Reinigung hat die in die Kanalisation eingeleitete Niederschlagsmenge. Im Einzugsgebiet der Emscher ist der Versieglungsgrad, vor allem aufgrund der Verkehrs- und Gewerbeflächen, streckenweise sehr hoch.
Aus diesem Grund hat die Emschergenossenschaft eine Reihe von Programmen und Förderungen realisiert, die die der Abkopplung des Regenwassers von der Kanalisation sowie eine naturnahe Bewirtschaftung desselbigen ermöglichen soll. Ein sehr umfassendes Programm ist „die Route des Regenwasser“ die hier anhand einiger Eckdaten und dreier Beispielprojekte vorgestellt wird. Ferner werden die Aufgaben der Emschergenossenschaft beleuchtet, sowie auf allgemeine Konzepte hinsichtlich der Bewirtschaftung von Regenwasser eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Emschergenossenschaft
2.1 Historie
2.2 Aufgaben
2.3 Projekte
3 Regenwasserbewirtschaftung
3.1 Problemstellung
3.2 Bewirtschaftungsarten
4 Die Route des Regenwassers
4.1 „Hiberniaschule“ in Herne
4.2 „Betriebshof EUV“ in Castrop-Rauxel
4.3 „Bauverein“ in Lünen
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Emschergenossenschaft bei der Umsetzung einer naturnahen Regenwasserbewirtschaftung im Ruhrgebiet, wobei das Förderprogramm „Die Route des Regenwassers“ als zentrales Modellprojekt für die Abkopplung befestigter Flächen von der Kanalisation analysiert wird.
- Aufgaben und Struktur der Emschergenossenschaft
- Ökologische Notwendigkeit der Regenwasserabkopplung
- Techniken der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung
- Praxisbeispiele für innovative Flächenentwässerung
- Zukunftsstrategien für den Umgang mit natürlichen Ressourcen
Auszug aus dem Buch
4.1 „Hiberniaschule“ in Herne
Die Hiberniaschule in Herne ist eine Gesamtschule in freier Trägerschaft (Waldorfpädagogik), an der zahlreiche Werkstätten angeschlossen sind. In der Route des Regenwassers ist sie die Station 3. Die Gesamtfläche des Geländes beträgt etwa 56.000 m² von welcher rund 22.000 m² versiegelt sind. Aufgrund schlechter geohydrologischer Bedingungen (z.B. Staunässe, anthropogene Überformung) konnten nur etwa 5.100 m² abgekoppelt werden. Allerdings standen hier auch nicht die Versickerung, sondern die Nutzung und die gestalterische Einbindung des Regenwassers im Vordergrund. Abb. 5 zeigt die getroffenen Maßnahmen anhand einer Karte.
Wie in der Abbildung zu sehen ist, konnten nicht alle Dächer begrünt bzw. von der Kanalisation entkoppelt werden. Die entkoppelten Dächer sind allerdings an Regenwasserzisternen angeschlossen, die für die Toilettenspülung genutzt werden. Für die Nutzung von Regenwasser konnte so eine Fläche von 3.100 m² abgekoppelt werden. Die Gestaltung des Eingangsbereichs im Norden des Geländes ist in Abb. 6 zu sehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Regenwasserbewirtschaftung im Emschergebiet ein und stellt die Relevanz der Emschergenossenschaft sowie des Förderprogramms „Die Route des Regenwassers“ dar.
2 Die Emschergenossenschaft: Das Kapitel beschreibt die Rolle, historische Entwicklung und Aufgaben dieses Wasserwirtschaftsunternehmens als Akteur im Hochwasserschutz und der Gewässerunterhaltung.
3 Regenwasserbewirtschaftung: Hier werden die ökologischen Probleme durch Flächenversiegelung erörtert und verschiedene technische Ansätze der naturnahen Bewirtschaftung gegenübergestellt.
4 Die Route des Regenwassers: Dieses Kapitel fungiert als Hauptteil, der das Förderprogramm vorstellt und anhand der drei Fallbeispiele Hiberniaschule, Betriebshof EUV und Bauverein Lünen in der Praxis erläutert.
5 Fazit: Das Fazit bewertet das Programm als ökologisch wie ökonomisch erfolgreich und betont die Notwendigkeit, solche Ansätze bei künftigen Sanierungen und Neubauten konsequent fortzuführen.
Schlüsselwörter
Emschergenossenschaft, Regenwasserbewirtschaftung, Flächenversiegelung, Abkopplung, Route des Regenwassers, Wasserhaushalt, Naturnahe Bewirtschaftung, Siedlungsentwässerung, Hochwasserschutz, Versickerung, Dachbegrünung, Emscher, Strukturwandel, Nachhaltigkeit, Siedlungswasserwirtschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Herausforderungen des Umgangs mit natürlichen Ressourcen in Kommunen, speziell mit dem Regenwassermanagement im Einzugsgebiet der Emscher durch die Emschergenossenschaft.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Felder sind die historische Entwicklung der Emschergenossenschaft, die Probleme durch hohe Versiegelungsgrade und die Implementierung ökologischer Regenwasserkonzepte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, das Förderprogramm „Die Route des Regenwassers“ als Vorbild für eine nachhaltige Flächenabkopplung zu präsentieren und dessen Machbarkeit anhand von Praxisbeispielen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive Analyse auf Basis von Fachliteratur sowie die Vorstellung und Auswertung von drei spezifischen Fallbeispielen der „Route des Regenwassers“.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Problemstellung der Siedlungsentwässerung und eine detaillierte Projektvorstellung mit Fokus auf technische Umsetzungen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Regenwasserbewirtschaftung, Abkopplung, Flächenversiegelung, Emschergenossenschaft und naturnahe Entwässerung.
Wie trägt die Einbindung der Schüler an der Hiberniaschule zur Projektidee bei?
Die Beteiligung der Schüler förderte nicht nur die gestalterische Qualität, sondern verdeutlichte auch den pädagogischen und partizipativen Ansatz bei der Umsetzung von Regenwassernutzungsanlagen.
Warum stellt der Betriebshof EUV ein besonderes Beispiel dar?
Dieses Beispiel verdeutlicht, wie auf einer ehemals stark versiegelten Industriefläche mit schwierigen Bodenverhältnissen eine gedrosselte Regenwasserableitung in den Landwehrbach realisiert werden konnte.
Welches Fazit zieht der Autor zur langfristigen Wartung solcher Anlagen?
Der Autor warnt, dass diese Projekte nach der Umsetzung eine dauerhafte Instandhaltung erfordern, da beispielsweise Rinnen verschmutzen oder Versickerungsanlagen verstopfen können.
- Arbeit zitieren
- Konstantinos Theodorou (Autor:in), 2008, Die Emschergenossenschaft und das Förderprogramm „Die Route des Regenwassers“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210830