»Hamās« bedeutet im Deutschen »Eifer« und stammt aus dem Arabischen. Zugleich
ist es ein Akronym, setzt sich folglich aus den Anfangsbuchstaben des Begriffs »Ha-rakat al-muqāwama al-islāmiyya« zusammen, welche als »Islamische Widerstandsbewegung« bezeichnet wird.Die Hamas verfolgt, in ihrer Rolle als palästinensische Organisation, zwar hauptsächlich die nationalen Ziele und politischen Interessen, beschränkt ihre Aktivitäten und ihre Organisationsstruktur aber keinesfalls nur auf das palästinensische Territorium.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Politisch-geographische Historie
2.1 Palästina - eine historische und geographische Einordnung
2.2 Die Muslimbruderschaft
3. Die Hamas
3.1 Ideologie und Ziele der Hamas
3.2 Die Charta
4. Verflechtung auf nationaler und transnationaler Ebene
4.1 Grenzübergreifende Beziehungen
4.2 Die Hamas und die weltweite muslimische Gemeinschaft
4.3 Die Hamas und der Westen
5. Hamas als Teil eines »internationalen Netzes des Islamismus«?
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die organisatorische Struktur und die transnationalen Verflechtungen der Hamas, um zu klären, inwiefern sie als transnationale Organisation oder als Teil eines globalen islamistischen Netzwerks betrachtet werden kann.
- Historische und geographische Einordnung Palästinas
- Ideologische Grundlagen und Zielsetzungen der Hamas
- Analyse der Charta der Hamas als Leitdokument
- Untersuchung grenzübergreifender Beziehungen und Netzwerke
- Einordnung der Hamas in den Kontext des internationalen Islamismus
Auszug aus dem Buch
3.2 Die Charta
In der Präambel der Charta heißt es: „Dies ist die Charta der Islamischen Widerstandsbewegung (Hamas), die ihre Form, Identität und Haltung verdeutlicht, ihre Hoffnungen und Bestrebungen erklärt und dazu aufruft, ihr zu helfen. Unser Kampf mit den Juden ist ein sehr großer und schwerer, ein Schritt, dem weitere folgen müssen, ein Bataillon, das Bataillone über Bataillone aus der weiträumigen arabischen und islamischen Welt unterstützen müssen, bis die Feinde eine Niederlage erleiden und sich der Sieg Allahs offenbart“ (BAUMGARTEN 2006: 208).
Oberstes Thema der Charta ist, dass Palästina zu seinen arabischen und muslimischen Wurzeln zurückkehrt, folglich von den »Fesseln des Zionismus« befreit wird. Israel wird als »Fremdkörper« betrachtet, der nur durch die stetige Unterstützung der westlichen Großmächte erfolgreich in das palästinensische Territorium integriert werden konnte (vgl. HROUB 2011: 54f).
Das erste Kapitel der Charta beschreibt dabei die Art und Erscheinung der Bewegung. »Der ideologische Ausgangspunkt« ist der Islam. Aus ihm leiten sich alle Vorstellungen und Handlungen, die mit der Welt und den Menschen zu tun haben, ab. Der Islam ist Inspiration und Maß aller Dinge zugleich. Dabei wird Wert darauf gelegt, dass die Hamas ein „Flügel der Muslimbrüder in Palästina [ist]“ (BAUMGARTEN 2006: 209). Die Hamas umfasst alle Lebensbereiche, vom Glauben und Denken über Politik, Erziehung, Recht und Religion, hin zu Bildung und auch Medien.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Hamas und die forschungsleitende Frage nach ihrem transnationalen Charakter ein.
2. Politisch-geographische Historie: Das Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung Palästinas und die Entstehung der Muslimbruderschaft als ideologische Basis.
3. Die Hamas: Hier werden die Entstehung der Hamas, ihre ideologischen Ziele und die Bedeutung ihrer Charta analysiert.
4. Verflechtung auf nationaler und transnationaler Ebene: Dieses Kapitel untersucht die grenzübergreifenden Kontakte, das Verhältnis zur weltweiten muslimischen Gemeinschaft und zum Westen.
5. Hamas als Teil eines »internationalen Netzes des Islamismus«?: Das Fazit bewertet die Einordnung der Hamas in ein globales islamistisches Netzwerk und resümiert ihre gesonderte Rolle.
Schlüsselwörter
Hamas, Islamismus, Palästina, Muslimbruderschaft, Transnationalität, Naher Osten, Politische Geographie, Charta, Widerstandsbewegung, Israel, Geopolitik, Grenzübergreifende Beziehungen, Ideologie, Territorium, Radikalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Hamas als Organisation und prüft, inwieweit sie über den palästinensischen Kontext hinaus transnational agiert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die historische Genese der Hamas, ihre ideologische Ausrichtung, die Nutzung der Charta als Propagandainstrument sowie ihre internationalen politischen und finanziellen Netzwerke.
Was ist die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: „Inwiefern ist die Hamas eine transnationale Organisation?“
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine politische geographische Untersuchung, die auf der Analyse von Fachliteratur, historischen Dokumenten (wie der Charta) und internationalen Beziehungen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Entstehung der Hamas aus der Muslimbruderschaft, der ideologischen Fundierung durch den Islam sowie der detaillierten Untersuchung ihrer transnationalen Beziehungen in muslimischen Ländern und ihrer Sicht auf den Westen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Hamas, Islamismus, Palästina, Transnationalität und Politische Geographie.
Welchen Stellenwert nimmt die Charta der Hamas ein?
Sie gilt als das grundlegende Leitdokument für die Weltanschauung und Strategie der Hamas, wird jedoch von der Führung der Organisation heute teilweise als zu simpel oder historisch überholt betrachtet.
Wie unterscheidet die Hamas zwischen dem Westen als Politik und den Bürgern?
Die Hamas kritisiert die westliche Politik scharf, unterscheidet jedoch zwischen dieser Politik und den Bürgern westlicher Staaten, von denen sie sich eine vorurteilsfreie Auseinandersetzung mit der palästinensischen Lage erhofft.
- Citation du texte
- Sander Kebnier (Auteur), Skadi Jasker (Auteur), 2013, Die Hamas als transnationale Organisation. Ein Akteur auf regionaler und transnationaler Ebene, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210849