Das Platzen der US-Immobilienblase im Jahr 2008 hat zentral zu der globalen Finanzkrise beigetragen, von der sich die Weltwirtschaft bis heute noch immer nicht vollständig erholt hat. In den USA brachen die Hauspreise nach jahrelangen Zuwächsen plötzlich ein, wodurch es letztlich zu Kreditausfällen und Bankenpleiten kam. Die Subprime-Krise ist jedoch nur der Höhepunkt einer Aneinanderreihung von Preisblasen auf inter-nationalen Wohnimmobilienmärkten, die während der letzten Dekade sowohl in Irland als auch in Spanien zu beobachten waren - Rezession inklusive. Im Zuge dessen wurde deutlich, welche Schlüsselrolle Wohnimmobilien für Wachstum und Beschäftigung einer Volkswirtschaft spielen und welch weitreichende Konsequenzen mit spekulativen Preisübertreibungen einhergehen können (vgl. Demary, 2008, S. 1). Dies ist mit ein Grund, warum auch hierzulande die Entwicklungen auf Wohnimmobilienmärkten verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt sind und zunehmend kritisch hinterfragt werden. Experten und Teile der Bevölkerung sind indes geteilter Meinung. Während das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft nach wie vor von einem gesunden deutschen Immobilienmarkt spricht, deuten rund ein Drittel aller Deutschen die jüngsten Preisentwicklungen als Anzeichen einer spekulativen Blase (vgl. Handelsblatt, 2012).
Ein regional differenzierter Blick auf die Entwicklung der inserierten Angebotspreise für Eigentumswohnungen verdeutlicht, dass die Angst der Bevölkerung vor einer Überhitzung des Immobilienmarktes nicht unbegründet zu sein scheint. Vor allem deutsche Metropolregionen können hierbei klar als Treiber aktueller Preissteigerungen identifiziert werden. So schossen die Preise für Eigentumswohnungen in Städten wie z.B. München, Freiburg, Hamburg, Stuttgart oder Frankfurt seit 2008 um bis zu 44 % regelrecht in die Höhe.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 1.1 Anlass, Zielsetzung und Abgrenzung des Themas
- 1.2 Definitionen und Kriterien für Preisblasen
- 2. Determinanten für das Entstehen von Preisblasen auf Immobilienmärkten
- 2.1 Makroökonomische Faktoren
- 2.2 Institutionelle Ursachen
- 2.3 Verhaltensbasierte Erklärungsansätze
- 3. Instrumente zur Erkennung von Preisblasen auf Wohnimmobilienmärkten
- 3.1 Kennzahlenanalyse
- 3.2 Indikatorengestützte Analyse
- 3.3 Identifizierung verhaltensbasierter Effekte
- 4. Überprüfung des deutschen Wohnimmobilienmarktes auf Preisblasen
- 4.1 Price-Rent-Ratio, Wohnkostenkarte und Erschwinglichkeitsindex
- 4.2 Hypothekenkreditvolumen, Bevölkerungswachstum und Bautätigkeit
- 4.3 Entwicklung des Transaktionsvolumens
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit befasst sich mit der kritischen Analyse von Immobilienblasen am deutschen Wohnimmobilienmarkt. Ziel ist es, die Entstehung, die Determinanten und die Erkennung von Preisblasen zu untersuchen. Dabei werden insbesondere die aktuellen Entwicklungen des deutschen Wohnimmobilienmarktes analysiert und auf Anzeichen einer möglichen Preisblase untersucht.
- Definition und Kriterien von Immobilienblasen
- Makroökonomische Faktoren und institutionelle Ursachen für Preisblasen
- Verhaltensbasierte Erklärungsansätze für Preisblasen
- Instrumente zur Erkennung von Preisblasen
- Analyse des deutschen Wohnimmobilienmarktes auf Anzeichen einer Preisblase
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt den aktuellen Stand der Forschung zum Thema Immobilienblasen vor, wobei der Fokus auf den deutschen Wohnimmobilienmarkt liegt. Die Kapitel 2 und 3 befassen sich mit den Ursachen und den Instrumenten zur Erkennung von Preisblasen. Kapitel 4 widmet sich schließlich der Analyse des deutschen Wohnimmobilienmarktes auf Anzeichen einer möglichen Preisblase.
Schlüsselwörter
Immobilienblase, Wohnimmobilienmarkt, Preisblasen, Makroökonomische Faktoren, Institutionelle Ursachen, Verhaltensbasierte Erklärungsansätze, Kennzahlenanalyse, Indikatorengestützte Analyse, Price-Rent-Ratio, Erschwinglichkeitsindex, Hypothekenkreditvolumen, Bevölkerungswachstum, Bautätigkeit, Transaktionsvolumen, Deutschland.
Häufig gestellte Fragen
Was ist eine Immobilienblase?
Eine Immobilienblase bezeichnet eine spekulative Preisübertreibung am Wohnimmobilienmarkt. Dabei steigen die Preise weit über den fundamentalen Wert hinaus, was oft durch günstige Kredite und hohe Nachfrage getrieben wird, bis die Blase schließlich „platzt“.
Welche Faktoren führen zur Entstehung von Preisblasen?
Man unterscheidet makroökonomische Faktoren (wie Zinsniveau und Wirtschaftswachstum), institutionelle Ursachen und verhaltensbasierte Ansätze, bei denen psychologische Effekte der Marktteilnehmer eine Rolle spielen.
Wie lässt sich eine Immobilienblase erkennen?
Zur Erkennung dienen Kennzahlenanalysen wie die Price-Rent-Ratio (Verhältnis von Kaufpreis zu Miete), der Erschwinglichkeitsindex sowie die Beobachtung des Hypothekenkreditvolumens und der Bautätigkeit.
Gibt es Anzeichen für eine Immobilienblase in Deutschland?
Besonders in Metropolregionen wie München, Hamburg, Stuttgart oder Frankfurt gab es seit 2008 massive Preissteigerungen von bis zu 44 %, was bei Experten und in der Bevölkerung die Sorge vor einer Überhitzung schürt.
Welche Rolle spielt die Price-Rent-Ratio?
Die Price-Rent-Ratio vergleicht die Kaufpreise mit den erzielbaren Mieten. Ein starkes Auseinanderklaffen dieser Werte gilt als klassischer Indikator für eine spekulative Blase, da die Kaufpreise nicht mehr durch die Mietrenditen gedeckt sind.
Warum sind Immobilienblasen gefährlich für die Volkswirtschaft?
Das Platzen einer Blase kann zu massiven Kreditausfällen, Bankenpleiten und einer tiefen Rezession führen, wie die globale Finanzkrise 2008 nach dem Einbruch des US-Immobilienmarktes eindrucksvoll gezeigt hat.
- Arbeit zitieren
- Manuel Scharmanski (Autor:in), 2012, Kritische Analyse von Immobilienblasen am deutschen Wohnimmobilienmarkt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210965