Die Beziehung von Medien und Terrorismus während der Anschläge des 11. September 2001


Hausarbeit, 2013

17 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen
2.1 DerBegriff "Terrorismus"
2.2 Der radikalislamische Terrorismus und Al-Quaida
2.3 Die Ereignisse des 11. September2001 in den Medien

3 Die Beziehung zwischen Medien und Terrorismus und die Rolle der Gesellschaft
3.1 Bedeutung der Medien für den Terrorismus
3.2 Bedeutung des Terrorismus für die Medien
3.3 Bedeutung für Gesellschaft und Politik

4 Fazitund Ausblick

Literatur- und Quellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Jeder von uns, der an den Tag vom 11. September 2001 zurück denkt, erinnert sich genau an die Bilder der brennenden und einstürzenden Türme des World Trade Centers. Viele haben es noch sehr präsent vor Augen. Weil sie noch nie etwas Vergleichbares in ihrem Leben gesehen haben, ist es in ihrem Langzeitgedächtnis geblieben. Jeder weiß außerdem ganz genau wie und wodurch er von diesem Ereignis erfahren hat. Es gab kaum eine Möglichkeit nicht von dieser Nachricht zu hören. Jeder Sender von Sport bis zu Unterhaltung unterbrach das laufende Programm, um live zu berichten. Das Thema dominierte in allen Arten von Medien. Wochenlang auf den Titelblättern von Zeitschriften und Zeitungen oder als Gesprächsthema in Talkrunden und Nachrichten.

Medien können heute ein sehr großes Publikum erreichen und das in Echtzeit. Es ist nicht zu übersehen, dass sich Terroristen genau das zu nutze machen. Für sie ist heute nicht die Anzahl der Opfer von Bedeutung, sondern die größtmögliche Aufmerksamkeit der Medien und damit auch der Öffent­lichkeit. Über diese problematische Beziehung handelt meine Arbeit. Es gilt Fragen zu beantworten wie:

- Wie wichtig sind Medien für die Verbreitung terroristischer Botschaften?
- Gibt es eine symbiotische Beziehung zwischen Medien und Terrorismus?
- Wäre ohne Massenmedien Terrorismus überhaupt denkbar?

Dabei möchte ich exemplarisch die durch die Al-Quaida verübten Anschläge vom 11. September 2001 verwenden. Zunächst schaffe ich eine theoretische Grundlage, indem ich den Begriff Terrorismus erläutere und den radikalisla­mischen Terrorismus kurz umreiße. Der Hauptteil meiner Arbeit dreht sich um die Darstellung des 11. September 2001 in den Medien und um die Bedeu­tung der Medien für den Terrorismus, als auch die Bedeutung des Terroris­mus für die Medien. Eine wichtige Rolle spielt diese Beziehung auch für die Gesellschaft und die Politik. Abschließend werde ich ein Fazit ziehen und einen Ausblick aufzeigen, wie Medien zukünftig mit dem Thema Terrorismus umgehen sollten.

2 Grundlagen

2.1 Der Begriff "Terrorismus"

Das Wort Ja terreur“ erschien zum ersten Mal im französischen „Dictonnaire die l'Academie Française“ von 1798 und bedeutete so viel wie „Schreckens­herrschaft“. Im Laufe der Zeit veränderte und dehnte sich die Bedeutung des Begriffes. Jede Gewalttat, die gegen die Gesellschaft gerichtet war, wurde als „terroristisch“ bezeichnet. Heute gilt das Wort in der Öffentlichkeit als ab­solut negativ. Häufig hängt die Definition vom Standpunkt des Betrachters ab. Viele sehen sich nämlich nicht als Terroristen, sondern als Widerstands­oder Freiheitskämpfer. Es ist deshalb schwierig den Begriff unter neutralem Standpunkt zu erklären.1

Gruppierungen, die als Terroristen gelten, geben sich den „Titel“ meist nicht selbst, sondern werden von der Gegenseite (z.B. Staat oder Behörden) so gekennzeichnet. So hat z.B. die Europäische Union und auch die USA eine Auflistung mit terroristischen Gruppen erstellt. Nach dem State Department der USA wird der Begriff „Terrorismus“ wie folgt definiert:

„The term “terrorism" means premeditated, politically motivated violence perpetrated against non-combatant targets by subnational groups or clandestine agents“2

Auch andere Staaten definieren Terrorismus unter Verwendung der Begriffe „Gewaltanwendung“, „politische Ziele“ und „Schrecken in der Zivilbevölke­rung verbreiten“.3 Brian Whitaker meint in seinem Artikel in „The Guardian“ jedoch, dass diese Definition nicht auf alle Arten des Terrorismus zutrifft. Sie betrifft z.B. nicht die Gewaltakte, die sich gegen Gegenstände oder Bauten richten, bei denen keine Menschen zu Schaden kommen. Oder aber Ge­waltakte, die militärische und nicht zivile Ziele haben. Er kommt zu dem Schluss, dass Terrorismus, die Gewalt ist, die von jenen ausgeführt wird, die wir ablehnen.4

Der bekannte Terrorismus-Forscher Walter Laqueur stellte bereits in den 70er Jahren fest, dass es unmöglich ist eine eindeutige Definition für Terroris­mus zu erstellen. Stattdessen nannte er nur einige Hauptmerkmale, die den Terrorismus seiner Meinung nach beschreiben.5 Auch Louise Richardson führt sieben Merkmale des Terrorismus auf:

- politische Motivation
- Gewaltanwendung
- Zweck ist die Übermittlung einer Botschaft, nicht den Feind zu über­wältigen
- die Symbolik des Terroraktes
- vorwiegend nichtstaatliche Akteure
- Opfer sollen das Publikum des Terroraktes beeinflussen
- hauptsächlich gegen Zivilisten gerichtet6

Als wichtige Ziele stellte der anerkannte Terrorismus-Forscher Bruce Hoffman außerdem die Erzeugung von Angst durch Gewalt und Machterlangung durch Publizität fest.7

Wie man sieht, ist man sowohl im Bereich des internationalen Rechts, als auch auf akademischer Ebene nicht über eine konkrete Definition übereinge­kommen. Eine - für diese Arbeit - gute Definition erarbeiteten die drei For­scher Weinberg, Pedahzur und Hirsch-Hoefler, nach einer Analyse von 55 Fachartikeln:

„Terrorism is a politically motivated tactic involving the threat or use of force or violence in which the pursuit of publicity plays a significant role.“8

Ich finde sie besonders für den Kontext „Medien und Terrorismus“ passend, da sie die Bedeutung der öffentlichen und medialen Aufmerksamkeit bei terroristischen Anschlägen betont. Der terroristische Akt ist immer kommunikativ und erwartet eine politische Reaktion oder will eine Änderung der politischen Ordnung herbeiführen.

2.2 Der radikalislamische Terrorismus und Al-Quaida

Terroristische Akte können nach verschiedenen Kriterien, wie Ziele, Mittel, Akteure oder Strukturen, geordnet werden. Im Fall des 11. September han­delte es sich um radikalislamischen Terrorismus, ausgeführt von der Gruppierung AlQuaida. Sie ist ein dezentral organisierter, nichtstaatlicher Akteur, der seine Taten religiös begründet. Die Anschläge vom 11. September waren aber nicht vorrangig religiös motiviert, sondern hatten auch politische und ökonomische Aspekte. Das zeigt die Auswahl der Angriffsziele, die Symbole der politischen und wirtschaftlichen Macht der USA darstellen. Die Religion diente hier nur als Legitimation und Rechtfertigung für die Gewalt.9

Ein weiteres Merkmal der AlQuaida ist, dass sie keine territoriale Basis besitzt und sich immer mehr Ablegergruppen bilden, die nicht nur die Ideologie weitertragen, sondern auch das Fachwissen nutzen. Ihre Anschlagsziele sind weit über die ganze Welt verteilt (transnational), als erklärter Hauptfeind gilt aber nach wie vor die USA.10 Osama bin Laden war Gründer und ideologischer Anführer der Al-Quaida, bis er am 2. Mai 2011 von Spezialeinheiten der USA in der Grenzregion von Pakistan erschossen wurde. Seinen Platz hat seitdem sein Stellvertreter Aiman az-Zawahiri eingenommen.11

2.3 Die Ereignisse des 11. September 2001 in den Medien

Bilder spielten eine Schlüsselrolle in der Berichterstattung rund um den 11. September, da sie die Distanz zum Geschehnis verringert haben und lange danach noch im Gedächtnis der Menschen geblieben sind. Ohne die verbrei­teten Bilder zu den Anschlägen und die damit entstandene Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit, hätte der 11. September niemals eine solche Bedeutung erlangt.

Die Berichterstattung konzentrierte sich hauptsächlich auf die Anschläge in New York, da es von den Flugzeugabstürzen auf das Pentagon und in der Nähe von Shanksville kaum Bildmaterial gab. Die Attacke auf das WTC war außerdem zeitlich so geplant, dass nach dem ersten Einschlag genug Zeit blieb, Fernsehkameras aufzustellen und auf die Türme zu richten, um den zweiten Flugzeugeinschlag zu filmen.

Die erste Wahl der Nachrichtenquelle, um Informationen zu den Ereignissen in New York zu erhalten, war das Fernsehen.12 Gründe dafür waren vermutlich die leichte Zugänglichkeit, die Aktualität und vor allem Visualität des Mediums. Die meisten Sender hatten für eine solche Situation keine Konzepte oder Vorgehensweisen parat. Die Redaktionen und Moderatoren waren gleichermaßen unvorbereitet und überrascht wie die Zuschauer selbst. Andere Themen wurden uninteressant und es gab stundenlange Unterbrechungen des Routine-Programms.13

Auf dem Sender CNN zeigten sich zunächst Live-Bilder des ersten brennenden Turms und wenige Minuten später der Einschlag des zweiten Flugzeugs. Erst nach einer halben Stunde tauchte ein Reporter auf, der die Ereignisse kommentierte. Zunächst gab es noch Spekulationen über einen Unfall oder Brand, doch spätestens nach dem zweiten Flugzeug-Einschlag wurden alle Zweifel ausgeräumt. Es folgten immer wiederholende Bilder des Einschlags in Verbindung mit Splitscreens, die Bilder von Verletzten und fliehenden Men­schen auf den Straßen zeigten.14 Die Überforderung der Redaktion in dieser Situation wurde deutlich durch die widersprüchlichen Bilder die gezeigt wurden. Im Splitscreen waren zeitweise Flüchtende vor dem einstürzenden Gebäude zu sehen und gleichzeitig die Ansprache des New Yorker Bürgermeister, der die ruhig verlaufende Evakuierung der Stadt lobte.15 Auf der einen Seite wurde also von Chaos und Zerstörung berichtet und auf der anderen von Ruhe und Ordnung.

73 Minuten nach dem ersten Einschlag berichteten ARD und N-TV als erste deutsche Sender von den Geschehnissen. Erst nachdem der zweite Einschlag verzeichnet wurde, unterbrachen die Sender ihr Programm.

[...]


1 Vgl. Riegler 2009, S. 14f und Hoffman 2007, S. 52ff

2 US Department of State 2012, o. S.

3 Vgl. Barnett; Reynolds 2009, S. 15

4 Vgl. Whitaker 2001, o. S.

5 Vgl. Laqueur 2012,S.5

6 Vgl. Richardson 2007, S. 28f

7 Vgl. Hoffman 2007, S. 80

8 Weinberg; Pedahzur; Hirsch-Hoefler2004, S. 782

9 Vgl. Riegler2009, S. 96f

10 Vgl. Linder 2011, S. 90ff

11 Vgl. tageschau.de, o. S

12 Vgl. Weichert2006, S.47

13 Beispiele vgl. ebd. S. 245 f:

- Fast alle Sender verzichteten auf Werbeblöcke am 11. September (Ausnahme: RTL 2, DSF und VOX). - Der Sender VIVA verzichtete vollständig auf sein Programm am 11. September. - RTL berichtete am 12. September 2001 rund 23 Stunden live.

14 Vgl. Barnett; Reynolds 2009, S. 91

15 Vgl. ebd., S. 122

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die Beziehung von Medien und Terrorismus während der Anschläge des 11. September 2001
Hochschule
Hochschule der Medien Stuttgart
Note
2,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
17
Katalognummer
V211047
ISBN (eBook)
9783656392019
ISBN (Buch)
9783656392545
Dateigröße
440 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
medien, terrorismus, beispiel, september
Arbeit zitieren
Anna Friedrich (Autor), 2013, Die Beziehung von Medien und Terrorismus während der Anschläge des 11. September 2001, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/211047

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