Behavioristische Coachingansätze

Die Implikation behavioristischer Theorien im Coaching


Hausarbeit (Hauptseminar), 2013

16 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Kapitel

1. Einleitung

2. Behavioristische Grundsätze
2.1 Klassische Konditionierung
2.2 Operante Konditionierung
2.3 Beobachtungslernen

3. Behavioristisches Coaching
3.1 Grundprinzipien
3.2 GROW-Modell
3.2.1 Ziel(e)
3.2.2 Realität
3.2.3 Optionen
3.2.4 Der Schritt vorwärts
3.2.5 Weitere behavioristische Modelle
3.3 Anwendungsbereiche
3.4 Kritik

4. Kognitiv-behavioristisches Coaching
4.1 Grundprinzipien
4.1.1 Selbsterkenntnis
4.1.2 Neue Denkmuster
4.2 Besonderheiten des dualen Systems
4.2.1 Behavioristische Techniken
4.2.2 Kognitive Techniken
4.3 Die Rolle des Coachs
4.4 Unterschiede zu anderen Ansätzen
4.5 Anwendungsvoraussetzungen
4.6 Anwendungsbereiche

5. Schluss

6. Quellen- und Literaturverzeichnis

Primärliteratur

Sekundärliteratur

1. Einleitung

Mit dem Aufkommen des Behaviorismus in der Psychologie entstand eine Strömung, die sich seit dem 20. Jahrhundert als wissenschaftliche Teildisziplin der Psychologie etablierte. Gängige behavioristische Konzepte und Erkenntnisse lassen sich jedoch nicht nur im Teilbereich der Psychologie nutzen, sondern können auch in die Praxis des Coachings integriert werden, die es Psychologen und Praktikern anderer Disziplinen dadurch ermöglicht das Verhalten des Klienten effizient zu ändern und dadurch seine Ziele zu erreichen. Hierzu wurde eine Reihe von behavioristischen Modellen entwickelt, die in das behavioristische Coaching Einzug gefunden haben und in der Praxis genutzt werden. Die Umsetzung der Verbindung von Coaching und Behaviorismus, die Anwendungsfelder und Grenzen dieses Ansatzes sollen in dieser Hausarbeit dargestellt werden. Dazu werden die grundlegenden Erkenntnisse nach Pavlow, Skinner und Bandura zusammengefasst und auf das behavioristische Coaching, sowie auf den Dualismus des kognitiv-behavioristischen Coachings eingegangen. In diesen beiden Ansätzen werden jeweils die Grundsätze erläutert, häufig genutzte Modelle vorgestellt und die Vor- und Nachteile genannt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den theoretischen Konstrukten der jeweiligen Ansätze und der Integration praktischer Erfahrungen renommierter Coachs in diesem Fachbereich.

2. Behavioristische Grundsätze

Die Entwicklung des behavioristischen Coachings nimmt ihren Ursprung in der psychologischen Strömung des Behaviorismus, hauptsächlich basierend auf der Forschung durch Pawlow, Watson, Skinner und Bandura. Der Behaviorimus befasst sich mit dem wahrnehmbaren Verhalten und distanziert sich dadurch von anderen Disziplinen der Psychologie, die sich beispielsweise mit der menschlichen Entwicklung, Emotionen und Gedanken beschäftigen. Die Grundsätze sollen nur zum Verständnis der grundlegenden Theorien des behavioristischen und kognitiv-behavioristischen Coachings grob angerissen werden, da sie den Rahmen dieser Hausarbeit überschreiten würden

2.1 Klassische Konditionierung

Mit seiner Forschung gelang es Iwan Pawlow in den 1920er Jahren durch die klassische Konditionierung einen konditionierten Reiz nachzuweisen. Hierbei präsentierte er einem Hund sein Futter (unbedingter Reiz), woraufhin dieser seinen der Verdauung dienenden Speichel absondert (unbedingte Reaktion). Das reine Ertönen einer Glocke bewirkt beim Hund keine Reaktion (neutraler Reiz). Wird jedoch kontinuierlich bei der Futtergabe ein Glockensignal erklingen, verbindet der Hund diesen nun bekannten Reiz mit dem Futter, wodurch der Speichelfluss durch das Ertönen der Glocke trotz der fehlenden Gabe von Futter angeregt wird. Dadurch wird der Glockenton zum konditionierten Reiz und der darauf folgende Speichelfluss zur konditionierten Reaktion[1]. Ein Alltagsbeispiel hierzu wäre das Ertönen der Schulglocke, was von den meisten Schülern im Sinne der Konditionierung als Unterrichtsschluss gedeutet wird, obwohl die Schulstunde durch den Lehrer nicht beendet wurde. Die Schulglocke wandelt auch hier vom neutralen Reiz zu einem konditionierten Reiz, da der Unterrichtsschluss damit verbunden wird, und das spontane Einpacken der Schulmaterialien durch die Schüler zu einer konditionierten Reaktion, da dieser Prozess eigentlich vom Lehrer initiiert wird.

2.2 Operante Konditionierung

In den 1960er und 1970er Jahren bekam das Forschungsfeld durch die behavioristische Forschung Skinners wissenschaftlichen Aufschwung. Dieser unterscheidet zwei Typen der Konditionierung, und zwar die klassische Konditionierung nach Beispiel Pawlows sowie die operante Konditionierung. Letzteres beinhaltet maßgeblich das Lernen auf Erprobung basiert und der Lerneffekt auf dem Erfolg oder dem Scheitern beruht. Diese stehen in Wechselwirkung mit positiv oder negativ verstärken Faktoren wie einer möglichen Belohnung beziehungsweise einer Bestrafung[2]. Lohn und Beurteilung sind heutzutage ständige Begleiter in Managementprozessen, basierend auf behavioristischen Ursprungsgedanken nach einer negativen Bestrafung zum Unterbinden negativen Verhaltens oder der Belohnung und der damit verbundenen, erhofften Leistungssteigerung[3].

2.3 Beobachtungslernen

Durch die wissenschaftliche Arbeit Banduras wurde eine dritte Komponente in den Behaviorismus eingebunden: Das Beobachtungslernen. Er hielt fest, dass Menschen im Unterschied zu anderen Spezies auch durch reines Beobachten lernen können, entgegen der Theorie Pawlows und Skinners auch ohne eigene Erfahrungen zu machen, seien sie positiv oder auch negativ. Dem Imitieren wird hier eine besondere Rolle zugesprochen, da das Nachmachen von Tätigkeiten, die den gewünschten Erfolg bringen der Person Erfahrungswerte zuschreiben, die andere erlebt haben[4]. Eine für das Coaching sehr wichtige Erkenntnis Banduras ist auch, dass Menschen mit hohem Selbstvertrauen in ihre eigene Fähigkeiten weniger in Stress verfallen und effizienter arbeiten[5].

Die Implikation dieser und modernerer behavioristischer Erkenntnisse in berücksichtigende Coachingmodelle werden im Folgenden dargestellt. Hierbei soll insbesondere auf den behavioristischen Ansatz und die Kombination mit einem kognitiven (kognitiv-behavioristischer) Ansatz eingegangen werden.

3. Behavioristisches Coaching

3.1 Grundprinzipien

Die Umsetzung behavioristischer Erkenntnisse im behavioristischen Coaching basiert auf drei Grundideen: Erstens wird eine bestimmte Verhaltensweise beobachtet, diese dann im zweiten Schritt durch Anreizsysteme belohnt oder durch eine schlechte Beurteilung beispielsweise bestraft. Zudem spielt im dritten Schritt die Vorbildfunktion und das Imitieren eine wichtige Rolle für das individuelle Lernen[6].

Der Coachee entwickelt hierbei eigene Formen des Lernens, die dieser möglichst effizient selbst weiterentwickelt, kontrolliert, und dadurch eine gesteigerte Effizienz ermöglicht wird. Infolgedessen erreicht das Coaching ein selbstbestimmtes Ausmaß, indem der Coachee sich selbst durch Erfolg belohnt.[7]

3.2 GROW-Modell

Im Sinne behavioristischer Prinzipien bedient man sich Modellen, die das eigene Verhalten effizient ändern und möglichst alle Facetten der Entscheidungsfindung und Zielerreichung reflektieren.

Das GROW-Modell gilt als eines der bekanntesten Coachingmodelle, beinhaltet vier Stufen und stellt ein nicht-psychologisches Modell dar, das auch Coachs ohne psychologische Kenntnisse die Möglichkeit bietet es anzuwenden. Eine Besonderheit stellt hierbei das „sokratische Erfragen“ dar, da der Coach mit offenen Fragen arbeitet, mit denen der Coachee selbst auf die Lösung seines Problems kommt. Der Coach fungiert somit nur richtungsweisend, wodurch der Coachee ein vergrößertes Erfolgserlebnis erhält, da die Lösung des Problems aus seinen, angeleiteten, Überlegungen kommt 7. GROW ist ein englisches Akronym und steht für „Goal(s)“, „Reality“, „Options“ und „Way forward“. Im Folgenden soll auf die einzelnen Punkte eingegangen und wichtige Vorraussetzungen und Ziele verdeutlicht werden.

[...]


[1] Vgl. Pavlov (1927). Conditioned Reflexes. Oxford: Oxford University Press.

[2] Vgl. Skinner (1974). About Behaviourism. London: Jonathan Cape.

[3] Vgl. Passmore (2007). Behavioural coaching. In Palmer, Whybrow. Handbook of coaching psychology: A guide for practitioneers. Hove: Routledge. S. 74

[4] Vgl. Passmore (2007). Behavioural coaching. In Palmer, Whybrow. Handbook of coaching psychology: A guide for practitioneers. Hove: Routledge. S. 75

[5] Vgl. Gist, Mitchell (1992). Self efficacy: a theoretical analysis of its determinism and malleability. Academy of Management Review 17(2): S. 183-211

[6] Vgl. Passmore (2007). Behavioural coaching. In Palmer, Whybrow. Handbook of coaching psychology: A guide for practitioneers. Hove: Routledge. S. 75

[7] Vgl. Passmore (2007). Behavioural coaching. In Palmer, Whybrow. Handbook of coaching psychology: A guide for practitioneers. Hove: Routledge. S. 76

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Behavioristische Coachingansätze
Untertitel
Die Implikation behavioristischer Theorien im Coaching
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg  (Bundeswehr)
Veranstaltung
Coaching als Methode der Erwachsenenbildung/Weiterbildung
Note
1,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
16
Katalognummer
V211237
ISBN (eBook)
9783656389033
ISBN (Buch)
9783656389323
Dateigröße
529 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
behavioristische, coachingansätze, implikation, theorie, coaching
Arbeit zitieren
Eugen Kuhn (Autor), 2013, Behavioristische Coachingansätze, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/211237

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Titel: Behavioristische Coachingansätze



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