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Die Kaiserliche Schutztruppe in Deutsch-Südwest- und Deutsch-Ostafrika

Ordnungsmacht oder koloniales Herrschaftsinstrument 1884 - 1914

Título: Die Kaiserliche Schutztruppe in Deutsch-Südwest- und Deutsch-Ostafrika

Trabajo Escrito , 2012 , 39 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Rolf Sievers (Autor)

Historia - África
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Mit dieser Arbeit kann zwar die Entwicklungsgeschichte der deutschen Kolonien nicht nachgezeichnet werden, wohl aber ein Teilaspekt ihrer inneren Ordnung, die „Kaiserliche Schutztruppe“. Der Zeitraum 1884 – 1914 wurde gewählt, da durch die Anweisung Bismarcks vom 24. April 1884 die erste überseeische Besitzung, und zwar die Besitzungen des Bremer Tabakwarenhändler Adolf Lüderitz in Südwestafrika unter den Schutz des Reiches gestellt worden sind. Dieser Schutz musste letztlich ab da, in welcher Form auch immer, durch das Reich gewährleistet werden.
Die mit dem Kriegsausbruch 1914 verbundene weitere Entwicklung der Schutztruppe und die damit verbundenen Auseinandersetzungen mit den Feindmächten sind nicht Gegenstand der Untersuchung.
Ich möchte daher versuchen zu klären, ob es sich bei der kaiserlichen Schutztruppe um einen Ordnungsfaktor, vergleichbar etwa mit der preußischen Schutzmannschaft oder Schutzpolizei, oder vielmehr um ein Herrschaftsinstrument zur Durchsetzung europäischer, hier deutscher Machtinteressen auf dem Schwarzen Kontinent gehandelt hat.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Hauptteil

2.1 Entstehungsgeschichte und Aufbau der Kaiserlichen Schutztruppe

2.1.1 Anfangsjahre

2.1.2 Deutsch-Ostafrika

2.1.3 Deutsch-Südwestafrika

2.1.4 Organisatorische und rechtliche Grundlagen für die Schutztruppe

2.2 Lokale Herrschaftsausübung und Kolonialkriege

2.2.1 Das „System Leutwein“ in Deutsch-Südwestafrika

2.2.2 Aufstand der Herero und Nama in Deutsch - Südwest 1904 – 1907

2.2.3 Der Maji-Maji Aufstand in Deutsch-Ostafrika 1905 – 1907

2.3 Politische und militärische Schlussfolgerungen aus den Kolonialkriegen

2.3.1 Bildung des Reichskolonialamtes unter Dernburg

2.3.2 Reformen für die Schutztruppe

3 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Kaiserliche Schutztruppe im Zeitraum von 1884 bis 1914 mit dem Ziel zu klären, ob es sich dabei primär um einen Ordnungsfaktor oder um ein Herrschaftsinstrument zur Durchsetzung deutscher Machtinteressen in den afrikanischen Kolonien gehandelt hat.

  • Untersuchung der Entstehungsgeschichte und des Aufbaus der Schutztruppe in Deutsch-Südwest- und Deutsch-Ostafrika.
  • Analyse des "Systems Leutwein" im Vergleich zur militärischen Eskalationspolitik unter von Trotha.
  • Untersuchung der Rolle der Schutztruppe während der Aufstände der Herero und Nama sowie beim Maji-Maji Aufstand.
  • Darstellung der politisch-militärischen Umstrukturierungen, insbesondere der Bildung des Reichskolonialamtes unter Dernburg.

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Anfangsjahre

Im Gegensatz zu Großbritannien und Frankreich gehörte das Deutsche Kaiserreich zusammen mit Italien und Belgien zu den Mächten, die erst im Zeitalter des Imperialismus, mit dem Beginn des sogenannten „Scramble for Africa“, zu Kolonialmächten in Afrika geworden sind. Deutschland war, was die Aufteilung Afrikas anbelangte, aber ein sogenannter „Late Comer“, denn der „Kuchen“ war bereits weitestgehend unter den Kolonialmächten England und Frankreich aufgeteilt. Dabei hat Bismarck noch Anfang der achtziger Jahre aus seiner Ablehnung gegenüber Kolonialplänen in Übersee nie einen Hehl gemacht, schon gar nicht in Konkurrenz mit Großbritannien. So hat er entsprechende Gesuche von Missionaren und Kaufleuten stets zurückgewiesen. Maßgebend waren für ihn in erster Linie außen- und machtpolitische Überlegungen.

In Übereinstimmung mit Politik und Wirtschaft schätzte er ursprünglich die Bedeutung von Kolonien relativ gering ein als dass es sich dafür lohnen würde hier zu investieren. So äußerte er sich 1871 bei der Erörterung weiterer Kriegsziele im vertrauten Kreise dergestalt, dass er prinzipiell „gar keine Kolonien wolle“. Diese seien „nur zu Versorgungsposten gut“ und bezogen auf Deutschland wäre diese Kolonialgeschichte „für uns genauso wie der Zobelpelz in polnischen Adelsfamilien, die keine Hemden haben“ und noch zehn Jahre später unterstrich er noch einmal: „Solange ich Reichskanzler bin, treiben wir keine Kolonialpolitik. Wir haben eine Flotte, die nicht fahren kann, und wir dürfen keine verwundbaren Punkte in fernen Weltteilen haben, die den Franzosen als Beute zufallen, sobald es losgeht.“

Hiermit brachte Bismarck seine Ablehnung gegenüber einer von keinerlei wirklichen Interessen getragenen Prestigepolitik und seine Sorge vor der Verletzlichkeit des in der Mitte Europas befindlichen neu gegründeten Deutschen Reiches zum Ausdruck.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, ob die Schutztruppe als Ordnungsfaktor oder Herrschaftsinstrument fungierte und grenzt den Untersuchungszeitraum auf 1884 bis 1914 ein.

2 Hauptteil: Der Hauptteil beleuchtet detailliert die Entstehungsgeschichte, lokale Herrschaftsmethoden, die blutigen Kolonialkriege sowie die resultierenden politischen Reformen im Deutschen Kaiserreich.

2.1 Entstehungsgeschichte und Aufbau der Kaiserlichen Schutztruppe: Dieses Kapitel beschreibt die frühe Phase der deutschen Kolonialpräsenz und die schrittweise Institutionalisierung der bewaffneten Truppen in Ost- und Südwestafrika.

2.1.1 Anfangsjahre: Es wird analysiert, wie Bismarck ursprünglich die Gründung von Kolonien ablehnte, jedoch durch wirtschaftliche Erwartungen und geopolitische Umstände zur Inbesitznahme gezwungen wurde.

2.1.2 Deutsch-Ostafrika: Dieser Abschnitt thematisiert die Rolle Carl Peters' und die Gründung der Schutztruppe als Antwort auf Aufstände gegen die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft.

2.1.3 Deutsch-Südwestafrika: Hier wird der langsame und konfliktreiche Aufbau der Schutzpräsenz in Südwestafrika beschrieben, der durch anfängliche Überforderung der privaten Akteure geprägt war.

2.1.4 Organisatorische und rechtliche Grundlagen für die Schutztruppe: Dieses Kapitel erläutert die rechtliche Verankerung und die Entwicklung der Schutztruppe vom privaten Söldnerwesen zum staatlichen Parlamentsheer.

2.2 Lokale Herrschaftsausübung und Kolonialkriege: Es werden die verschiedenen Strategien der lokalen Machtausübung und deren gewaltsames Scheitern untersucht.

2.2.1 Das „System Leutwein“ in Deutsch-Südwestafrika: Diese Darstellung würdigt Leutweins eher diplomatisches Herrschaftsmodell basierend auf "Divide et impera" im Vergleich zu radikaleren Ansätzen.

2.2.2 Aufstand der Herero und Nama in Deutsch - Südwest 1904 – 1907: Das Kapitel behandelt den radikalen Kurswechsel unter von Trotha, der in einem Vernichtungskrieg mündete.

2.2.3 Der Maji-Maji Aufstand in Deutsch-Ostafrika 1905 – 1907: Hier wird die Ursache und der Verlauf des Aufstandes in Ostafrika analysiert, der durch wirtschaftliche Unterdrückung und religiöse Mobilisierung geprägt war.

2.3 Politische und militärische Schlussfolgerungen aus den Kolonialkriegen: Dieses Kapitel fasst die administrativen Konsequenzen der Kolonialkriege zusammen.

2.3.1 Bildung des Reichskolonialamtes unter Dernburg: Es wird die Gründung der neuen Behörde und der daraus resultierende Wandel in der Kolonialverwaltung beschrieben.

2.3.2 Reformen für die Schutztruppe: Dieser Abschnitt fasst die strukturellen Reformen zur Vereinheitlichung der Schutztruppen unter dem Reichskolonialamt zusammen.

3 Schlussbetrachtung: Das Fazit stellt fest, dass das ursprüngliche Konzept der "regierenden Händler" scheiterte und die Schutztruppe letztlich als koloniales Herrschaftsinstrument agierte.

Schlüsselwörter

Kaiserliche Schutztruppe, Kolonialherrschaft, Deutsch-Südwestafrika, Deutsch-Ostafrika, System Leutwein, Herero-Aufstand, Nama-Aufstand, Maji-Maji-Krieg, Reichskolonialamt, Kolonialkriege, Bismarck, Dernburg, Herrschaftsinstrument, Ordnungsmacht, Imperialismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische Rolle der Kaiserlichen Schutztruppe in den afrikanischen Kolonien des Deutschen Kaiserreiches zwischen 1884 und 1914.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen die Entstehungsgeschichte der Truppen, die unterschiedlichen Herrschaftsmethoden, die Analyse der großen Kolonialkriege sowie die administrativen Reformen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob die Schutztruppe primär eine friedenssichernde Ordnungsmacht oder ein Instrument zur Durchsetzung kolonialer Herrschaftsinteressen war.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Der Autor führt eine historisch-analytische Untersuchung durch, bei der er zeitgenössische Quellen sowie neuere Forschungsliteratur, unter anderem von Bührer und Kaulich, heranzieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Entstehungsgeschichte, die Analyse der lokalen Herrschaftsausübung während der Aufstände und die Untersuchung politischer sowie administrativer Schlussfolgerungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Schutztruppe, Kolonialherrschaft, System Leutwein, Vernichtungskrieg, Reichskolonialamt und koloniale Verwaltung.

Wie bewertet der Autor den Übergang vom "System Leutwein" zum Vorgehen von von Trotha?

Der Autor stellt eine klare Abkehr von Leutweins diplomatischeren Versuchen der Herrschaftssicherung hin zu einer gewaltsamen, vernichtenden Kriegführung unter von Trotha fest.

Welche Rolle spielte die "Wissmanntruppe" für die weitere Entwicklung der Kolonialtruppen?

Die "Wissmanntruppe" in Deutsch-Ostafrika diente als strukturelles Vorbild für spätere Einheiten und wurde zur ersten staatlichen Kaiserlichen Schutztruppe verstaatlicht.

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Detalles

Título
Die Kaiserliche Schutztruppe in Deutsch-Südwest- und Deutsch-Ostafrika
Subtítulo
Ordnungsmacht oder koloniales Herrschaftsinstrument 1884 - 1914
Universidad
University of Hagen  (Historisches Institut)
Calificación
2,0
Autor
Rolf Sievers (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
39
No. de catálogo
V211303
ISBN (Ebook)
9783656391920
ISBN (Libro)
9783656392217
Idioma
Alemán
Etiqueta
kaiserliche schutztruppe deutsch-südwest- deutsch-ostafrika ordnungsmacht herrschaftsinstrument
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Rolf Sievers (Autor), 2012, Die Kaiserliche Schutztruppe in Deutsch-Südwest- und Deutsch-Ostafrika, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/211303
Leer eBook
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